Dolutegravir + Lamivudin

Allgemeines

Die Kombination wird angewendet zur Behandlung von Infektionen mit dem AIDS-Erreger, dem humanen Immundefizienz-Virus Typ 1 (HIV-1), bei Erwachsenen und Jugendlichen ab einem Alter von zwölf Jahren.

Welchen Zwecken dient diese Wirkstoffkombination?

  • Einschleusen des Virus-Erbgutes in das Erbgut der Wirtszelle verhindern
  • Aufbau des Virus-Erbgutes verhindern
  • Vermehrung von HIV-Viren hemmen

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Dolutegravir + Lamivudin im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann dürfen Dolutegravir + Lamivudin nicht verwendet werden?

Bei Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe darf die Kombination nicht angewendet werden. Kommt es während der Therapie zu Überempfindlichkeitreaktionen, wird der Arzt die Behandlung sofort abbrechen.

Patienten mit vorbestehender eingeschränkter Leberfunktion, einschließlich einer chronischen Leberentzündung, dürfen nur nach sorgfältiger ärztlicher Abwägung von Nutzen und Risiko mit der Kombination behandelt werden. Sie haben ein erhöhtes Risiko für schwere Nebenwirkungen an der Leber, die auch tödlich verlaufen können.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Bei Frauen im gebärfähigen Alter wird der Arzt vor Beginn einer Behandlung mit der Wirkstoff-Kombination einen Schwangerschaftstest durchführen. Frauen im gebärfähigen Alter, die die Kombination einnehmen, sollten während der gesamten Behandlung eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden. Es besteht ansonsten das Risiko, dass sich beim Ungeborenen ein sogenannter offener Rücken (Spina bifida) entwickelt.

Es ist nicht bekannt, ob Dolutegravir in die Muttermilch übergeht, wie es im Tierversuch der Fall ist. Es sollte daher während der Behandlung nicht gestillt werden. Überhaupt wird HIV-infizierten Frauen empfohlen, ihre Kinder unter keinen Umständen zu stillen, um eine Übertragung der Erkrankung zu vermeiden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die Sicherheit und Wirksamkeit der Kombination wurde nicht bei Kindern unter zwölf Jahren oder mit einem Körpergewicht unter 40 Kilogramm in klinischen Studien getestet. Eine Anwendung bei diesem Patientenkreis liegt im Ermessen des Arztes.

Welche Nebenwirkungen können Dolutegravir + Lamivudin haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Dolutegravir + Lamivudin. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Kopfschmerzen, Übelkeit, Durchfall

Häufige Nebenwirkungen:
Depression, Angstzustände, Schlaflosigkeit, Albträume, Schwindel, Benommenheit, Erbrechen, Blähungen, Bauchschmerzen, Bauchbeschwerden, Hautausschlag, Juckreiz, Haarausfall, Gelenkschmerzen, Muskelbeschwerden (einschließlich Muskelschmerzen), Abgeschlagenheit, Anstieg der Kreatin-Phosphokinase (CPK), Anstieg der Leberwerte (ALAT, ASAT)

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Mangel an Neutrophilen, Blutarmut, Blutplättchenmangel, Überempfindlichkeitsreaktion, starke Entzündungsreaktion, Selbstmordgedanken oder -versuche (insbesondere bei Patienten mit vorbestehender Depression oder seelischer Erkrankung), Leberentzündung

Seltene Nebenwirkungen:
Bauchspeicheldrüsenentzündung, akutes Leberversagen, Gesichtsschwellung, Muskelfaserauflösung, Anstieg des Enzms Amylase im Blut

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Sonderform der Blutarmut (aplastische Anämie), Körperübersäuerung, Nervenstörungen in Armen und Beinen, Missempfindungen

Besonderheiten:
Besonders bei der Langzeitanwendung von HIV-Medikamenten kann es zu Knochenabbau kommen. Die Häufigkeit ist unbekannt.

Der Arzt wird die Therapie mit der Kombination und anderen Wirkstoffen sofort beenden, wenn sich Anzeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion zeigen. Diese können sein: schwerer Hautausschlag oder Hautausschlag, der mit einem Anstieg an Leberwerten einhergeht, Fieber, allgemeines Krankheitsgefühl, Abgeschlagenheit, Muskel- oder Gelenkschmerzen, Blasenbildung der Haut, Wunden im Mund, Bindehautentzündung oder Gesichtsschwellung.

Die Therapie mit der Kombination kann zu einer entzündlichen Reaktion auf schlummernde oder zusätzliche Infektionen führen, die der ärztlichen Behandlung bedarf.

Welche Wechselwirkungen zeigen Dolutegravir + Lamivudin?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Die virenhemmenden Mittel Etravirin, Efavirenz, Tipranavir + Ritonavir und Nevirapin, aber auch das Tuberkulose-Mittel Rifampicin können die Wirkung von Dolutegravir so weit abschwächen, dass binnen zwölf Stunden eine zusätzliche Dolutegravir-Dosis nötig ist. Gleiches gilt für die gemeinsame Einnahme mit Antiepileptika wie Carbamazepin, Phenobarbital, Phenytoin und Oxcarbazepin sowie für Johanniskraut (gegen Depressionen).

Der Virenhemmer Emtricitabin sollte nicht zusammen mit der Kombination angewendet werden, da auch Lamivudin ähnlich wirkt und sich nachteilige Wechselwirkungen in den Zellen ergeben können.

Das Zytostatikum Cladribin sollte nicht zusammen mit der Kombination gegeben werden, da es durch sie an Wirksamkeit verliert.

Manche Zuckerstoffe mindern die Wirkung von Lamivudin. Deshalb wird der Arzt die Patienten hinsichtlich der Virusvermehrung häufiger kontrollieren, wenn sie die Kombination dauerhaft zusammen mit Präparaten einnehmen, die Sorbitol, Xylitol, Mannitol, Lactitol oder Maltitol enthalten.

Alle Mineralstoffe mindern die Wirkung von Dolutegravir auf nüchternen Magen. Deshalb sollten Antazida mit Magnesium- oder Aluminium-Salzen und Nahrungsergänzungsmittel mit Calcium, Eisen oder Magnesium möglichst zwei Stunden nach der Einnahme der Kombination oder sechs Stunden davor angewendet werden.

Weil Dolutegravir die Wirkung des oralen Antidiabetikums Metformin steigert, wird der Arzt dessen Dosis vermindern, um Unterzuckerungen und bei Nierenkranken Körperübersäuerung zu vermeiden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Das Medikament darf nur von einem Arzt verschrieben werden, der über Erfahrung in der Behandlung von AIDS verfügt.
  • Calium-, Eisen- oder Magnesium-Präparate sollten entweder zwei Stunden nach oder sechs Stunden vor der Einnahme des Medikaments angewendet werden.
  • Kommt es zu Hautausschlag, Fieber, allgemeinem Krankheitsgefühl, Abgeschlagenheit, Muskel- oder Gelenkschmerzen, Blasenbildung der Haut, Wunden im Mund, Bindehautentzündung oder Gesichtsschwellung, ist sofort ein Arzt aufzusuchen.
  • Möglicher Schwindel und Benommenheit können Autofahren und das Bedienen von Maschinen gefährlich machen.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Dolutegravir + Lamivudin?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Dolutegravir + Lamivudin enthalten sind.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform

So wirkt Dolutegravir + Lamivudin

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Dolutegravir + Lamivudin. Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe virenhemmende Mittel, zu welcher die Wirkstoffkombination Dolutegravir + Lamivudin gehört.

Anwendungsgebiet der Wirkstoffkombination Dolutegravir + Lamivudin

Die Kombination wird angewendet zur Behandlung von Infektionen mit dem AIDS-Erreger, dem humanen Immundefizienz-Virus Typ 1 (HIV-1), bei Erwachsenen und Jugendlichen ab einem Alter von zwölf Jahren.

Die Patienten müssen ein Körpergewicht von mindestens 40 Kilogramm aufweisen und dürfen keine bekannten oder vermuteten Resistenzen gegen Dolutegravir, damit verwandte Wirkstoffe oder Lamivudin aufweisen.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Dolutegravir + Lamivudin sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Dolutegravir + Lamivudin

Die Kombination Dolutegravir + Lamivudin gehört in die Wirkstoffgruppe der virenhemmenden Mittel.

Beide Wirkstoffe ergänzen sich in ihren Wirkmechanismen:

Dolutegravir hemmt ein für die Virus-Vermehrung wichtiges Enzym, die HIV-Integrase. Es bindet sich an das aktive Zentrum des Enzyms und blockiert damit den Schritt, der für die Einschleusung des Virus-Erbgutes in das Erbgut der Wirtszelle unerlässlich ist.

Lamivudin wird im Körper in die eigentlich wirksame Form Lamivudin-Triphosphat verwandelt. Dieses Molekül gibt einen Phosphat-Baustein an das Virus-Erbgut ab, der in dieses eingebaut wird. Damit ergibt sich bei der Ablesung des Erbgutes durch das Enzym reverse Transkriptase eine Sollbruchstelle. Das Virus-Erbgut kann nicht weiter aufgebaut werden.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.