Daratumumab

Allgemeines

Daratumumab wird als alleiniger Wirkstoff eingesetzt bei erwachsenen Patienten mit multiplem Myelom.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • an Eiweiße der Plasmazell-Oberfläche binden
  • entartete Zellen abtöten (Apoptose)
  • körpereigene Abwehr aktivieren
  • Fresszellen aktivieren

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Daratumumab im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Daratumumab nicht verwendet werden?

Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff darf Daratumumab nicht verwendet werden.

Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch einen Arzt und unter seiner Kontrolle darf Daratumumab eingesetzt werden, wenn ein Patient eine Leberentzündung durch das Hepatitis B-Virus hatte. Vor Beginn der Therapie ist daher die entsprechende Untersuchung vorgeschrieben. Auch bei bereits behandelte Patienten, bei denen man nicht weiß, ob sie Hepatitis B-infiziert waren, ist diese durchzuführen. Wird Hepatitis B nachgewiesen, wird der Arzt die Patienten während und mindestens sechs Monate nach der Behandlung mit Daratumumab auf entsprechende Anzeichen und Laborwerte kontrollieren. Wenn notwendig, wird er Experten für die Behandlung von Hepatitis B-Infektionen hinzuziehen.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung mit Daratumumab und bis drei Monate nach Beenden der Behandlung eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden. Es ist bekannt, dass monoklonale Antikörper nach den ersten drei Schwangerschaftsmonaten den Mutterkuchen durchdringen können. Deshalb darf Daratumumab während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, dass der Arzt den Nutzen der Behandlung für die Frau über die möglichen Gefahren für das Ungeborene stellt.

Es ist nicht bekannt, ob Daratumumab beim Menschen oder beim Tier in die Muttermilch übergeht. Da es sich um einen Eiweißstoff handelt, wird es wahrscheinlich im Magen-Darm-Kanal zersetzt und verdaut. Es ist nicht bekannt, ob Daratumumab Auswirkungen auf Neugeborene/Kinder hat. Der Arzt wird darüber entscheiden, ob das Stillen oder die Behandlung mit Daratumumab zu unterbrechen ist. Dabei wird er sowohl den Nutzen des Stillens für das Kind als auch den Nutzen der Therapie für die Frau berücksichtigen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Dratumumab bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist nicht erwiesen. Die Verwendung des Wirkstoffs in dieser Altersgruppe liegt in der Verantwortung des behandelnden Arztes.

Welche Nebenwirkungen kann Daratumumab haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Daratumumab. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Lungenentzündung, Infektion der oberen Atemwege, Nasen-Rachen-Entzündung, Blutarmut, Mangel an Neutrophilen Blutzellen, Blutplättchenmangel, Appetitminderung, Kopfschmerzen, Bluthochdruck, Husten, verstopfte Nase, Atembeschwerden, Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, Rückenschmerz, Gelenkschmerzen, Gliederschmerzen, Muskel- und Knochenschmerzen in der Brust, Erschöpfung, Fieber, Schüttelfrost, Infusions-Reaktion.

Häufige Nebenwirkungen:
Mangel an Lymphzellen.

Besonderheiten:
Die Anwendung des Wirkstoffs kann zum Ausbruch einer Gürtelrose führen. Bei entsprechend gefährdeten Patienten wird der Arzt vorbeugend virenhemmende Mittel geben.

Die Behandlung mit Daratumumab wird unterbrochen, wenn Patienten während der Therapie das Wiederaufflammen einer Hepatitis B-Infektion erleben. Möglichweise wird der Arzt einen Experten dafür befragen und mit ihm die Wiederaufnahme der Daratumumab-Therapie diskutieren.

Welche Wechselwirkungen zeigt Daratumumab?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Da es sich bei Daratumumab um einen Eiweißstoff handelt, wurden keine klassischen Wechselwirkungsstudien damit durchgeführt.

Allerdings kann der Wirkstoff verschiedene Labortests verfälschen: Daratumumab bindet an ein Eiweiß auf der Oberfläche Roter Blutkörperchen. Auf diese Weise kann es den Coombs-Test verfälschen, mit dem man Antikörper gegen diese Blutzellen nachweist.

Ferner kann Daratumumab Test verfälschen, bei denen bestimmte Bluteiweiße mittels Elektrophorese oder Immunassay nachgewiesen werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Durch die Behandlung mit dem Medikament kann es zu einem Ausbruch von Gürtelrose kommen. In manchen Fällen ist eine Vorbeugung mit virenhemmenden Mitteln nötig.
  • Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung mit Daratumumab und bis drei Monate nach Beenden der Behandlung eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden.
  • Durch Bindung an rote Blutkörperchen wird der Coombs-Test (Nachweis von Antikörpern gegen diese Blutzellen) verfälscht.
  • Elektrophorese-Tests und Immunassays können durch das Medikament falsch-positiv ausfallen.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Daratumumab?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Daratumumab enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform

So wirkt Daratumumab

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Daratumumab. Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Monoklonale Antikörper, zu welcher der Wirkstoff Daratumumab gehört.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Daratumumab

Daratumumab wird als alleiniger Wirkstoff eingesetzt bei erwachsenen Patienten mit multiplem Myelom.

Bei dieser Krankheit, die die Blutbildung betrifft, werden zu viele Plasmazellen und Antikörper gebildet. Das Wachstum der Plasmazellen führt zu Knochenschmerzen und Auflösung der Knochen bis zu spontanen Knochenbrüchen, Anstieg des aus dem Knochen gelösten Calciums im Blut und Abnahme der im Knochenmark gebildeten roten Blutkörperchen. Die im Übermaß produzierten und oftmals unnormalen Antikörper können durch Ablagerung im Gewebe zu Funktionsstörungen vieler Organe, zu Nierenversagen und zur Beeinträchtigung der Durchblutung führen.

Daratumumab wird nur eingesetzt, wenn die Erkrankung nach Besserung erneut aufgetreten ist, ein Zytostatikum aus der Gruppe der Proteasom-Hemmstoffe wie Bortezomib und Mittel zur Stärkung der körpereigenen Abwehr wirkungslos waren oder während der Therapie mit ihnen die Krankheit weiter fortschritt.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Daratumumab sind vertiefende Informationen verfügbar:

    Wirkungsweise von Daratumumab

    Daratumumab ist ein Zytostatikum, das zusätzlich zur Wirkstoffgruppe der Monoklonalen Antikörper gehört.

    Daratumumab bindet sich an ein spezielles Eiweiß, das in großen Mengen auf der Oberfläche der entarteten Plasmazellen sowie in unterschiedlichen Konzentrationen auf anderen Zelltypen und Geweben vorkommt. Das Eiweiß hat verschiedene Funktionen. So sorgt es für die Bindung körpereigener und fremder Substanzen an entsprechende Rezeptoren, reguliert die dadurch ausgelöste Signalübertragung und die Aktivität von Enzymen.

    Im Labor konnte nachgewiesen werden, dass Daratumumab das Wachstum von Krebszellen stark hemmt, die dieses Eiweiß an ihrer Oberfläche tragen. Möglicherweise nutzt der Wirkstoff verschiedene Funktionen, was zum selbstveranlassten Zelltod (Apoptose) führt. Diese Funktionen sind die Aktivierung der körpereigenen Abwehr, die Freisetzung zellzerstörender Substanzen und letztendlich das Aktivieren von Fresszellen.

    Es gibt auch Hinweise darauf, dass Daratumumab an der Krebszell-Oberfläche die Aktivität des Eiweißes selbst behindert, doch sind die Studien dazu noch nicht abgeschlossen.

    Disclaimer:
    Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.