Danaparoid

Allgemeines

Danaparoid dient der Vorbeugung von Verstopfungen tiefliegender Venen in Situationen, in denen Heparin nicht angewendet werden soll. Eine solche Situation besteht beispielsweise, wenn Patienten auf Heparin mit einem Mangel an Blutplättchen reagieren.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Blutgefäßverstopfungen (Thrombosen) vorbeugen
  • Blutgefäßverstopfungen (Thrombosen) behandeln
  • Fließeigenschaften des Blutes verbessern

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Danaparoid im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Danaparoid nicht verwendet werden?

Danaparoid darf nicht angewendet werden bei
  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
  • schweren Störungen der Blutgerinnung wie Bluterkrankheit (Hämophilie) und Unterhautblutungen durch Blutplättchenmangel. Es sei denn, der Patient reagiert auf Heparin mit Blutplättchenmangel und es ist keine andere Behandlungsmethode verfügbar.
  • Hirnblutungen in den vergangenen drei Monaten
  • schwerer Nieren- und Leberfunktionsstörung. Es sei denn, der Patient reagiert auf Heparin mit Blutplättchenmangel und es ist keine andere Behandlungsmethode verfügbar.
  • schwerem, nicht beherrschbarem Bluthochdruck
  • Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren, es sei denn, dies ist der Grund für die Operation, bei deren Nachsorge Danaparoid Venenverstopfungen verhindern soll
  • Netzhautschäden durch Zuckerkrankheit (Diabetische Retinopathie)
  • akute Herzinnenhautentzündung durch Bakterien (bakterielle Endokarditis). Es sei denn, der Patient reagiert auf Heparin mit Blutplättchenmangel und es ist keine andere Behandlungsmethode verfügbar.
  • einer schon erfolgten oder im Labor nachgewiesene Blutplättchenmangel-Reaktion auf Heparin oder Heparin-ähnliche Antikoagulanzien. Es sei denn, der Patient leidet auch unter einer Blutgefäßverstopfung und es ist keine andere Behandlungsmethode verfügbar
  • einer kürzlichen oder akuten Blutung im Gehirn, dem Verdauungskanal, in den Augen oder der Lunge. Es sei denn, der Patient reagiert auf Heparin mit Blutplättchenmangel und es ist keine andere Behandlungsmethode verfügbar.
  • Bypass-Operationen, weil es hier zu starken Blutungen bei Patienten kommen kann, die auf Heparin mit Blutplättchenmangel reagieren. Es sei denn, es ist keine andere Behandlungsmethode verfügbar.
  • Schädigung des Gehirns oder Rückenmarks, bei Eingriffen am Rückenmark oder den Augen. Es sei denn, der Patient reagiert auf Heparin mit Blutplättchenmangel und es ist keine andere Behandlungsmethode verfügbar.
Hinweis:
Wird Danaparoid nicht zur Vorbeugung, sondern zur Behandlung von Blutgerinnseln gegeben, darf bei Operationen keine örtliche Betäubung erfolgen. Die Injektion derselben könnte zu heftigen Blutungen führen.

Nur mit ärztlicher Vorsicht und nach sorgfältiger individueller Nutzen-Risiko-Abwägung darf Danaparoid eingesetzt werden bei
  • mäßiger Nieren- und/oder Leberfunktionsstörung
  • beeinträchtigter Blutgerinnung
  • Geschwüren im Magen-Darm-Kanal
  • Krankheiten, die zu erhöhter Blutungsgefahr an lebenswichtigen Organen oder Stellen führen können
  • einer Betäubung des Rückenmarks (Spinal- oder Epiduralanästhesie), weil es zu Einblutungen in den Rückenmarkskanal mit Lähmungen kommen kann.
Hinweis:
Bei Patienten, die schon einmal auf Heparin mit Blutplättchenmangel reagierten, ist das Blutbild vom Arzt während der Behandlung mit Danaparoid sorgfältig zu überwachen. So ist die Blutplättchenzahl in der ersten Behandlungswoche jeden Tag, in der zweiten und dritten Woche jeden zweiten Tag und danach wöchentlich bis monatlich zu kontrollieren.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Vorsorglich sollte die Anwendung von Danaparoid bei Schwangeren ohne Heparin-Überempfindlichkeit und bei Frauen mit einer drohenden Fehlgeburt vermieden werden. Wenn aus medizinischer Sicht keine andere vorbeugende Behandlung gegen Gefäßverstopfungen vertretbar ist (beispielsweise wegen eines Blutplättchenmangels durch Heparin), kann Danaparoid angewendet werden.

Bei schwangeren Frauen, die mit Danaparoid behandelt werden, ist während der Entbindung eine Rückenmarksbetäubung möglichst zu vermeiden. Es könnte zu Einblutungen in das Rückenmark mit nachfolgenden Lähmungen kommen.

Eine Aufnahme von Danaparoid mit der Muttermilch ist unwahrscheinlich. Hält der Arzt es für nötig, kann der Wirkstoff daher während der Stillzeit angewendet werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Danaparoid wurde bisher nur bei sehr wenigen Kindern im Alter zwischen zwei Wochen und 17 Jahren eingesetzt. Die Dosierung ist schwierig, da die Patienten sehr unterschiedlich auf den Wirkstoff reagieren. Daher sollte sich der behandelnde Arzt bei seiner Entscheidung nach den Laborbefunden (Anti-Xa-Konzentration im Blut) und der Abwägung von erwünschter Wirkung und Blutungsrisiko richten.

Welche Nebenwirkungen kann Danaparoid haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Danaparoid. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Häufige Nebenwirkungen:
Blutplättchenmangel (auch durch Heparin verursacht), Ausschlag, Blutung (nach einem Eingriff).

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Überempfindlichkeit, Unterhautblutung, fleckig-pickliger Ausschlag, Hautausschlag mit Rötung, Juckreiz, Nesselsucht, Reaktion an der Injektionsstelle, Bluterguss (nach einem Eingriff), Blutung (durch eine Operation).

Seltene Nebenwirkungen:
Blutplättchenmangel (als Autoimmunerkrankung), Ausschlag (am ganzen Körper, fleckig-blasige Hautreaktion), Blutung an der Einschnittstelle oder an einer Gefäßnaht).
an der Injektions/Infusionsstelle:
Blutung, Beschwerden, Überempfindlichkeit, Reizung, Kälte, Juckreiz, Rötung, Schmerzen, Schwellung, Wärme, blauer Fleck, Reaktion.

Welche Wechselwirkungen zeigt Danaparoid?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Danaparoid kann gleichzeitig mit Antikoagulanzien zum Einnehmen, Thrombozytenaggregationshemmern wie Acetylsalicylsäure und nicht-steroidalen Antirheumatika, Mitteln zur Auflösung von Blutpfropfen (Thrombolytika) und Wirkstoffen wie den Glukokortikoiden, die möglicherweise Magengeschwüre auslösen, angewendet werden. Voraussetzung ist, dass der Arzt die erforderlichen Maßnahmen zu Überwachung einhält.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Die Kontrolle der Wirkung von Blutverdünnern zum Einnehmen ist bis zu fünf Stunden nach Anwendung des Medikaments unzuverlässig.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Danaparoid?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Danaparoid enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform
Ampullen

So wirkt Danaparoid

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Danaparoid. Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Blutverdünner (Antikoagulantien), zu welcher der Wirkstoff Danaparoid gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Danaparoid

Danaparoid dient der Vorbeugung von Verstopfungen tiefliegender Venen in Situationen, in denen Heparin nicht angewendet werden soll. Eine solche Situation besteht beispielsweise, wenn Patienten auf Heparin mit einem Mangel an Blutplättchen reagieren.

Der Wirkstoff wird auch zur Behandlung von Venenverstopfungen bei Patienten eingesetzt, die dringend eine Blutverdünnung benötigen, jedoch Heparin nicht vertragen oder schon einen Blutplättchenmangel durch Heparinmangel aufweisen.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Danaparoid sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Danaparoid

Danaparoid ist eine Mischung aus Heparansulfat, Dermatansulfat und einer kleinen Menge Chondroitinsulfat. Alle drei Substanzen werden aus tierischer Darmschleimhaut gewonnen. Ihre Wirkung ist dem Heparin ähnlich, da sie im Körper die Aktivität des Gerinnungsfaktors Xa und des Thrombins hemmen. Insofern kann Danaparoid sowohl zur Vorbeugung als zur Behandlung von Blutgefäßverstopfungen (Thrombosen) eingesetzt werden.

Da Danaparoid im Verdauungssystem abgebaut und unwirksam würde, muss es in Form einer Injektionslösung unter die Haut gespritzt werden.


Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.