Clevidipine

Allgemeines

Clevidipin wird im Vorfeld von Operationen zur raschen Senkung des Blutdrucks eingesetzt.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Calcium-Einstrom in die Arterienmuskelzellen blockieren
  • Arterien erweitern
  • Herzarbeit erleichtern
  • Blutdruck in den Arterien senken

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Clevidipine im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Clevidipine nicht verwendet werden?

Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff sowie bei Patienten mit Fettstoffwechselstörungen oder akuter Bauchspeicheldrüsenentzündung darf Cevidipin nicht angewandt werden. Ebenfalls nicht zum Einsatz kommen darf der Wirkstoff bei Patienten mit unbehandelter starker Verengung der Hauptschlagader (Aortenstenose), weil eine übermäßige Blutdrucksenkung die Sauerstoffzufuhr zum Herzmuskel verringern kann, sodass ein Herzinfarkt entstehen kann.

Nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko durch den Arzt und unter seiner Kontrolle darf Clevidipine angewendet werden bei
  • Verengungen oder Rissen in der Hauptschlagader (Aorta), abnormer und Funktionsbehindernder Verdickung des Herzmuskels, Verengung der Mitralklappe oder Nebennierenkrebs (Phäochromozytom), weil die Wirkung bei diesen nicht in klinischen Studien untersucht wurde
  • Patienten, die zu Ausgleich des verringerten Blutdrucks ihre Herzfrequenz nicht ausreichend erhöhen können, beispielsweise durch Störungen der Reizleitung am Herzen
  • akutem Herzinfarkt oder akuter Verstopfung von Herzkranzgefäßen (Koronarsyndrom), weil es dazu nur begrenzte Erfahrungen gibt.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Tierstudien haben gezeigt, dass sich Clevidipine negativ auf die Entwicklung der Ungeborenen und den Geburtsvorgang auswirkt. Der Wirkstoff darf daher in der Schwangerschaft nur verwendet werden, wenn es der Arzt für unbedingt nötig hält.

Es ist nicht bekannt, ob Clevidipine in die menschliche Muttermilch übergeht. Die Ausscheidung von Clevidipine in die Muttermilch wurde nicht in Tierstudien untersucht. Es muss entschieden werden, ob die Patientin weiter stillen oder abstillen oder ob die Behandlung mit Clevidipine abgebrochen werden soll. Diese Entscheidung wird der Arzt unter Abwägung der Vorteile des Stillens für das Kind gegen die Vorteile der Clevidipine-Therapie für die Patientin fällen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Sicherheit und Wirksamkeit von Clevidipine wurden bei Kindern im Alter bis 18 Jahren noch nicht untersucht. Der Wirkstoff sollte daher in dieser Altersgruppe nicht zum Einsatz kommen.

Welche Nebenwirkungen kann Clevidipine haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Clevidipine. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Häufigkeit und Stärke der Nebenwirkungen unterscheiden sich, je nachdem, ob die Patienten im Rahmen der Operations-Vorbereitung Bluthochdruck aufweisen oder schon vorher weniger oder mehr darunter litten.

Bluthochdruck vor einer Operation
Häufige Nebenwirkungen:
Wasseransammlungen im Gewebe (Ödeme), Brustschmerzen.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Schwindel, Kopfschmerzen, Vorhofflattern, Herzrasen, Herzmuskelschwäche mit Gefäßerweiterung, verlansamter Herzschlag, kompletter oder teilweiser Ausfall der Reizleitung am Herzen, Sauerstoffunterversorgung im Gewebe, Lungenstauung, Verstopfung, Übelkeit und Erbrechen.

Seltene Nebenwirkungen:
Darmverschluss.

Bluthochdruck ohne erkennbare körperliche Ursache
Sehr häufige Nebenwirkungen:
Kopfschmerzen.

Häufige Nebenwirkungen:
Überempfindlichkeit, Schwindel, Hitzewallungen, Übelkeit und Erbrechen, häufiges Harnlassen, Hitzegefühl, Beschwerden im Brustraum.

Schwerer Bluthochdruck
Häufige Nebenwirkungen:
Vorhofflimmern, erhöhter Puls, Übelkeit, Juckreiz.

Gelegentlich:
Fettstoffwechselstörungen, Herzrasen, Erbrechen.

Besonderheiten:
Rasche Blutdrucksenkungen durch Medikamente können als Reaktion eine allgemeine Blutdrucksenkung und Herzrasen auslösen. Tritt eine dieser Beschwerden auf, wird der Arzt die Dosis um die Hälfte vermindern oder die Infusion abbrechen.

Welche Wechselwirkungen zeigt Clevidipine?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Es wurden keine Studien zu Wechselwirkungen durchgeführt, weil solche unwahrscheinlich sind. Im Körper wird Clevidipine schon in der Blutbahn durch eine chemische Reaktion gespalten und damit unwirksam gemacht.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Aufgrund der Blutdrucksenkung kann es zu Schwindel kommen.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Clevidipine?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Clevidipine enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform

So wirkt Clevidipine

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Clevidipine. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Calciumkanalblocker, Blutdrucksenker, zu welcher der Wirkstoff Clevidipine gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Clevidipine

Clevidipin wird im Vorfeld von Operationen zur raschen Senkung des Blutdrucks eingesetzt.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Clevidipine sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Clevidipine

Bevor sich Muskelzellen zusammenziehen können, baut sich in den Zellen eine elektrische Ladung aus doppelt positiv geladene Calciumionen auf. Die Konzentration von Calciumionen im Zellinneren ist normalerweise etwa zehntausend mal kleiner als außerhalb. Öffnen sich in der Zellwand spezielle Calciumkanäle, strömen die Ionen hinein, um das Ungleichgewicht aufzuheben. Wird dieser Einstrom blockiert, bleiben die Muskelzellen entspannt. Bei den Blutgefäßen macht man sich diesen Effekt zur Blutdrucksenkung zunutze. Können sich die Muskeln in den Gefäßwänden nicht zusammenziehen, bleiben die Blutgefäße weitgestellt und der Blutdruck sinkt.

Clevidipine gehört zur Wirkstoffgruppe der Calciumkanalblocker. Es wirkt besonders auf die Calciumkanäle vom L-Typ, welche nur den Einstrom von Calcium in die glatte Muskulatur der Arterien vermitteln. Im Tierversuch senkt Clevidipine den mittleren arteriellen Blutdruck, da es durch die Weitstellung den Gefäßwiderstand verringert. Clevidipine hat hingegen keine Wirkungen auf die Venen und behindert daher nicht den Rückstrom des Blutes zum Herzen. Insgesamt erleichtert Clevidipine auch die Arbeit des Herzens.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.