Apalutamid

Allgemeines

Apalutamid wird zur Behandlung erwachsener Männer mit Krebs der Prostata (Vorsteherdrüse) eingesetzt. Bedingung ist, dass der Krebs trotz hohem Risiko dafür noch keine Tochtergeschwulste gebildet hat und durch eine Kastration nicht am Fortschreiten gehindert wurde.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Bindungsstelle für Testosteron besetzen
  • Vermehrung von Krebszellen in der Prostata hemmen
  • Zelltod der Krebszellen auslösen

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Apalutamid im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Apalutamid nicht verwendet werden?

Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff darf Apalutamid nicht verwendet werden. Auch wird der Arzt die Anwendung vermeiden bei Epilepsie-Anfällen in der Vorgeschichte oder einer entsprechenden Neigung (wie unter anderem durch eine Hirnverletzung), bei Schlaganfall innerhalb des letzten Jahres, Krebs des Gehirns oder Tochtergeschwulsten im Gehirn.

Apalutamid wird vor allem über die Leber abgebaut und über die Galle in den Darmtrakt ausgeschieden, daher wird die Anwendung bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung nicht empfohlen.

Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt und unter seiner Kontrolle darf der Wirkstoff eingesetzt werden bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Risikofaktoren dafür, wie Fettstoffwechselstörungen oder Zuckerkrankheit. Gleiches gilt für Patienten, die schon eine Herzrhythmusstörung (QT-Verlängerung) aufweisen oder Riskofaktoren dafür haben.

Ebenfalls nur mit Vorsicht wird der Arzt Apalutamid bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung anwenden, da es bei dieser Personengruppe nicht untersucht wurde.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Das Medikament ist ausschließlich zu Behandlung von Männern geeignet und darf von Frauen nicht eingenommen werden, die schwanger sind oder schwanger werden könnten.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Das Medikament ist nicht für Kinder und Jugendliche gedacht. Da sie nicht an Prostatkrebs erkranken, hätte die Anwendung in dieser Altersgruppe auch keinen Nutzen.

Welche Nebenwirkungen kann Apalutamid haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Apalutamid. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Hautausschlag, Juckreiz, Knochenbrüche, Stürze, Gelenkschmerzen, Ermüdung, Gewichtsverlust

Häufige Nebenwirkungen:
Schilddrüsenunterfunktion, Cholesterin-Überschuss im Blut, Überschuss an Triglyceriden im Blut

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Krampfanfall

Nebenwirkungen unbekannter Häufigkeit:
QT-Verlängerung

Besonderheiten:
Weil es bei der Behandlung häufiger zu Stürzen kommt, wird der Arzt die Patienten vorbeugend beraten und vielleicht auch Medikamente zur Stärkung der Knochen verordnen.

Welche Wechselwirkungen zeigt Apalutamid?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Apalutamid aktiviert im Körper ein Enzym-System, das am Abbau vieler Wirkstoffe beteiligt ist und so zur Verringerung von deren Wirksamkeit führt. Deshalb wird der Arzt zu Beginn der Therapie mit Apalutamid die bestehenden anderen Behandlungen überprüfen. Die gleichzeitige Anwendung von Apalutamid mit folgenden Wirkstoffen sollte vermieden werden:Ist eine Kombination mit Apalutamid unumgänglich, wird der Arzt diese Medikamente möglicherweise höher dosieren müssen.

Da auch Apalutamid von dem leicht beeinflussbaren Enzymsystem abgebaut wird, kann die Kombination mit einigen Wirkstoffen zu Überdosierungen führen. So wird der Arzt die Apalutamid-Dosis möglicherweise verringern, wenn es zusammen mit den Pilzmitteln Itraconazol oder Ketoconazol, dem Virenhemmer Ritonavir, dem Blutfettsenker Gemfibrozil, dem Blutverdünner Clopidogrel oder dem Antibiotikum Clarithromycin angewendet wird.

Bei Patienten, die zusätzlich Medikamente erhalten, die die Herztätigkeit beeinflussen (QT-Verlängerung), wird der Arzt vor der Anwendung das Nutzen-Risiko-Verhältnis, einschließlich der Gefahr von Herzrhythmusstörungen (Torsade de pointes), abschätzen. Zu solchen Medikamenten zählen beispielsweise die Antiarrhythmika Chinidin, Disopyramid, Amiodaron, Sotalol, Dofetilid und Ibutilid, aber auch der Drogenersatzstoff Methadon, das Antibiotikum Moxifloxacin und Haloperidol (gegen Psychosen).

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Die Behandlung mit dem Medikament sollte von einem Arzt mit Erfahrung in der Behandlung von Prostatakrebs begonnen und überwacht werden.
  • Wenn es zu Krampfanfällen kommt, kann Autofahren oder das Bedienen von Maschinen gefährlich sein.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Apalutamid?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Apalutamid enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform

So wirkt Apalutamid

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Apalutamid. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Antiandrogene, Zytostatika, zu welcher der Wirkstoff Apalutamid gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Apalutamid

Apalutamid wird zur Behandlung erwachsener Männer mit Krebs der Prostata (Vorsteherdrüse) eingesetzt. Bedingung ist, dass der Krebs trotz hohem Risiko dafür noch keine Tochtergeschwulste gebildet hat und durch eine Kastration nicht am Fortschreiten gehindert wurde.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Apalutamid sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Apalutamid

Apalutamid gehört nach seinem Einsatzgebiet zur Wirkstoffgruppe der Zytostatika und - weil es die Wirkung des männlichen Hormons Testosteron unterdrückt - zu den Antiandrogenen.

Apalutamid blockiert gezielt den Rezeptor für das Hormon Testosteron. Indem es die Bindungsstelle nachhaltig besetzt, schaltet es die durch Testosteron ausgelösten Reaktionen aus. Die Behandlung mit Apalutamid vermindert die Vermehrung der Krebszellen und steigert die Neigung zum spontanen Absterben der Zellen, wodurch es zu einer ausgeprägten Aktivität gegen die Krebserkrankung kommt. Eines der hauptsächlichen Stoffwechselprodukte von Apalutamid, N-Desmethylapalutamid, zeigt immerhin noch ein Drittel der krebswirksamen Aktivität von Apalutamid.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.