Sibelium

Hersteller: Opti-Arznei GmbH
Wirkstoff: Flunarizin
Darreichnungsform: Kapsel
Rezeptpflichtig

Wirkung

Sibelium enthält den Wirkstoff Flunarizin. Zu beachten ist außerdem die besondere Wirkung von Sibelium.

Flunarizin wird erfolgreich gegen Schwindel eingesetzt, der durch eine anhaltende Funktionsstörung des Gleichgewichtsorgans im Innenohr bedingt ist. Dies ist beispielsweise bei der Menière-Krankheit der Fall.

Weiterhin ist Flunarizin geeignet, um bei Patienten mit häufigen und schweren Migräne-Anfällen einem akuten Anfall vorzubeugen. Betablocker gelten hierbei aber als Mittel der ersten Wahl. Deshalb wird Flunarizin erst dann eingesetzt, wenn eine Behandlung mit Betablockern nicht möglich ist oder keine ausreichende Wirkung gezeigt hat.

Für Patienten mit Migräne ist es wichtig, zu wissen, dass mit Flunarizin nur die Anzahl und Intensität der Anfälle vermindert wird. Eine Heilung der Migräne ist nicht möglich.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Flunarizin sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Calciumkanalblocker, Migränemittel, zu welcher der Wirkstoff Flunarizin gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • Vorbeugung von diagnostisch abgeklärter, einfacher und klassischer Migräne bei Patienten mit häufigen und schweren Migräneanfällen, wenn die Behandlung mit Beta-Rezeptorenblockern nicht möglich ist oder keine ausreichende Wirkung gezeigt hat
  • symptomatische Behandlung von fachärztlich abgeklärtem gleichgewichtsbedingtem Schwindel infolge von anhaltenden Funktionsstörungen des Gleichgewichtsapparates

Dosierung

Die nachfolgenden Dosierungsangaben gelten für die Behandlung von Schwindel und Migräne gleichermaßen.

Als Anfangsdosis nehmen Patienten unter 65 Jahren abends zwei Kapseln, Personen über 65 Jahre abends eine Kapsel ein. Die Einnahme erfolgt unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit. Diese Anfangsdosis sollte nur solange verabreicht werden, bis die Symptome nachlassen, üblicherweise nicht länger als zwei Monate. Ist bei einem chronischen Schwindel innerhalb von einem Monat beziehungsweise einem anfallartigen Schwindel innerhalb von zwei Monaten kein wesentlicher therapeutischer Nutzen erkennbar, reagiert der Patient nicht auf das Mittel und die Behandlung ist zu beenden.

Spricht der Patient auf die Behandlung an und ist eine Weiterbehandlung erforderlich, sollte die oben genannte Anfangsdosis verringert werden, und zwar so, dass der Wirkstoff Flunarizin entweder nur jeden zweiten Tag eingenommen wird oder aber über fünf Tage mit zwei darauf folgenden behandlungsfreien Tagen. Die Behandlung sollte spätestens nach sechs Monaten beendet werden, auch wenn die vorsorgliche Gabe erfolgreich war und gut vertragen wurde. Nur wenn die Symptome erneut auftreten, ist eine weitere Einnahme sinnvoll.

Die angegebenen Tagesdosen sind nicht zu überschreiten. Lässt der therapeutische Effekt während der Behandlung nach, ist die Behandlung abzubrechen.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Maisstärke
  • Gelatine
  • Gelbes Eisen(III)-oxid (E 172)
  • hochdisperses Siliciumdioxid
  • Lactose-Monohydrat
  • Magnesiumstearat
  • Ponceau 4 R (E 124)
  • Rotes Eisen(III)-oxid (E 172)
  • Schwarzes Eisen(III)-oxid (E 172)
  • Talkum
  • Titandioxid (E 171)

Nebenwirkungen

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Benommenheit und/oder Müdigkeit, insbesondere zu Beginn der Behandlung; Gewichtszunahme mit oder ohne erhöhten Appetit.

Seltene Nebenwirkungen:
Magen-Darm-Beschwerden wie Sodbrennen, Übelkeit, Magenschmerzen; Schlaflosigkeit, Angstzustände, Kopfschmerzen, allgemeine Schwäche.

Sehr seltene Nebenwirkungen und Einzelfälle:
Absonderung milchiger Flüssigkeit aus der Brust (insbesondere bei Frauen, die gleichzeitig die "Pille" als Verhütungsmittel einnehmen), Mundtrockenheit, Muskelschmerzen, Hautrötung.

Besonderheiten:
Während der Langzeitbehandlung mit Flunarizin litten Frauen, die bereits vor der Behandlung depressiv waren, gehäuft unter depressiven Verstimmungen. Symptome wie sie auch bei der Parkinson-Krankheit auftreten, wurden ebenfalls nach Langzeitanwendung beobachtet. Dazu gehören Störungen der unwillkürlichen Bewegungsabläufe wie verlangsamter Bewegungsablauf, Muskelerstarrung, Zittern, motorische Störung im Gesichts- und Mundbereich sowie Bewegungsarmut. Weiterhin besteht ein Unvermögen, ruhig zu sitzen (Akathisie), was zu einem quälenden und unstillbaren Bewegungsdrang der Arme und Beine führt. Besonders ältere Patienten sind hiervon betroffen.

Zu Beginn der Behandlung kann durch die auftretende Schläfrigkeit das Reaktionsvermögen stärker beeinträchtigt sein. Bei ständig zunehmender Müdigkeit während der Behandlung muss die Therapie abgebrochen werden. Beim Auftreten von depressiven Verstimmungen, unwillkürlichen Bewegungsabläufen oder anderen schwerwiegenden Nebenwirkungen ist die Behandlung ebenfalls zu beenden.

Wechselwirkungen

Bei gleichzeitiger Einnahme von Schlafmitteln oder anderen Beruhigungsmitteln (Tranquilizer) kann die müde machende Wirkung von Flunarizin verstärkt werden. Alkohol kann die Schläfrigkeit ebenfalls erhöhen.

Die kombinierte Einnahme von Arzneimitteln gegen Krampfanfälle (Antikonvulsiva) kann die Verstoffwechslung von Flunarizin beschleunigen. Dies ist bei der Dosierung durch den behandelnden Arzt zu berücksichtigen.

Gegenanzeigen

Bei bekannter Allergie gegen Flunarizin sollten Mittel mit diesem Wirkstoff nicht erneut angewendet werden. Außerdem ist keine Flunarizinbehandlung bei Patienten mit Parkinson-Krankheit oder Depressionen durchzuführen. Das Gleiche gilt bei kürzlich erlittenem Schlaganfall. Kinder und stillende Mütter sollten ebenfalls nicht mit Flunarizin behandelt werden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Über die Anwendung in der Schwangerschaft liegen bisher keine Erfahrungen beim Menschen vor. Nebenwirkungen auf das ungeborene Kind können deshalb nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Eine Behandlung sollte deshalb nur nach strenger ärztlicher Risiko-Nutzen-Abwägung erfolgen.

Eine Anwendung in der Stillzeit sollte generell unterbleiben. Der Wirkstoff geht in die Muttermilch über und könnte negative Auswirkungen auf den Säugling haben.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Bisher liegen noch keine ausreichenden Erfahrungen über die Anwendung bei Kindern vor. Kinder sollten darum nicht mit diesem Wirkstoff behandelt werden.

Warnhinweise

  • Das Medikament beeinträchtigt die Reaktionsfähigkeit und macht daher Autofahren und das Bedienen von Maschinen gefährlich.
  • Alkohol verstärkt die Reaktionsbeeinträchtigung.
  • Bei schwerer Leberfunktionsstörung muss mit einem verminderten Abbau gerechnet werden. In diesem Fall muss die Dosis reduziert werden.
  • Sollten während der Behandlung Depressionen, ungewollte Bewegungen oder andere schwerwiegende Nebenwirkungen auftreten, wird die Therapie beendet.
  • Lässt der Behandlungserfolg während der Therapie nach, wird der Arzt die Behandlung beenden.
  • Dieses Arzneimittel enthält den Farbstoff Ponceau 4 R (E 124), der bei Personen, die gegen diesen Stoff besonders empfindlich sind, allergieartige Reaktionen einschließlich Asthma hervorrufen kann. Besonders betroffen hiervon sind Personen, die gegen Acetylsalicylsäure allergisch sind.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Stück Kapsel)
50 Stück Kapseln
5 Milligramm Flunarizin
100 Stück Kapseln
5 Milligramm Flunarizin

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Sibelium sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Flunarizin (ggf. auch Generika).

Medikament
Darreichungsform
Kapseln

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.