Cervarix

Hersteller: GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG
Wirkstoff: Papillomvirus-Impfstoff (bivalent)
Darreichnungsform: Fertigspritze
Rezeptpflichtig

Wirkung

Cervarix enthält den Wirkstoff Papillomvirus-Impfstoff (bivalent). Zu beachten ist außerdem die besondere Wirkung von Cervarix.

Der Impfstoff ist wirksam gegen das menschliche Papillomvirus. Indem Infektionen mit diesem Virus vorgebeugt wird, können Folgeschäden wie Vorstufen von bösartigen Gewebsveränderungen am Gebärmutterhals und in der Scheide sowie auch der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs verhindert werden.

Geimpft werden Mädchen im Alter ab 9 Jahren; mit der Herabsetzung des Impfalters (vorher: 12 bis 17 Jahre) soll erreicht werden, dass mehr Mädchen als bisher vor einer HPV-Infektion geschützt werden, bevor sie sexuell aktiv werden. Dazu reagiert der Körper im jüngeren Alter besser auf eine Impfung gegen HPV. Zudem sind in dem jüngeren Alter nur noch zwei statt bisher drei Impftermine erforderlich. Der frühere Impftermin hat auch den Vorteil, dass es (mit der "U11") einen weiteren kinderärztlichen Vorsorgetermin im Alter von 9 bis 10 Jahren gibt, bei dem Mädchen Kontakt zum Gesundheitssystem haben (neben der "J1"-Untersuchung im Alter von 12 bis 14 Jahren).

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Papillomvirus-Impfstoff (bivalent) sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Immunstärkende und -schwächende Mittel, Impfstoffe, zu welcher der Wirkstoff Papillomvirus-Impfstoff (bivalent) gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • Verhinderung der Bildung von Vorstufen bösartiger Gewebsentartungen am Gebärmutterhals und von Gebärmutterhalskrebs, die durch humane Papillomviren (HPV) verursacht werden

Dosierung

Die Grundimmunisierung gegen das Papillomvirus sollte bei Mädchen im Alter zwischen 9 und 14 Jahren erfolgen. Sie besteht aus zwei Impfungen. Der zeitliche Abstand zwischen der ersten und zweiten Dosis sollte sechs Monate betragen, kann aber auch von fünf bis sieben Monaten reichen. Muss die zweite Dosis früher als fünf Monate nach der ersten verabreicht werden, wird der Arzt immer eine dritte Dosis geben.

Jugendliche im Alter ab 15 Jahre werden mit drei Dosen des Impfstoffs immunisiert. Die zweite Impfung findet dabei einen Monat nach der ersten statt, die dritte sechs Monate später. Wenn es nicht anders möglich ist, kann die zweite Dosis auch im Abstand bis zu zweieinhalb Monaten nach der ersten und die dritte fünf bis zwölf Monate später gegeben werden.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

Nebenwirkungen

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Müdigkeit.
am Anwendungsort: Schmerzen, Rötung, Schwellung.

Häufige Nebenwirkungen:
Verdauungsbeschwerden, Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Juckreiz, Hautausschlag, Nesselsucht, Gelenkschmerzen, Fieber.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Schwindel, Infektionen der oberen Atemwege.
am Anwendungort: Verhärtung, nervliche Missempfindung.

Wechselwirkungen

Bisher sind keine Wechselwirkungen des Papillomvirus-Impfstoffs mit anderen Medikamenten, Blut- und Blutbestandteilen oder anderen Impfstoffen bekannt.

Wie bei anderen Impfstoffen ist allerdings davon auszugehen, dass die Impfung weniger wirksam ist bei Patienten, die eine Therapie zur Abdämpfung der körpereigenen Abwehr erhalten (beispielsweise um Abstoßungsreaktionen nach Organverpflanzungen zu verhindern).

Gegenanzeigen

Bei Überempfindlichkeit gegen Papillomviren-Impfstoff darf der Wirkstoff nicht noch einmal verabreicht werden. Personen, die nach der Gabe einer Dosis Beschwerden entwickeln, die auf eine Überempfindlichkeit hinweisen, sollten keine weitere Dosis erhalten.

Die Verabreichung des Impfstoffs sollte verschoben werden, wenn die zu impfende Person an einer akuten schweren fieberhaften Erkrankung leidet. Wegen einer leichten Infektion (z. B. der oberen Atemwege) oder einer leichten Temperaturerhöhung muss die Impfung jedoch nicht ausgesetzt werden.

Wie bei allen Impfstoffen zur Einspritzung sollten die Patienten vor allem nach der ersten Dosis einige Minuten in der ärztlichen Praxis bleiben. Denn nur dort stehen für den Fall seltener schwerer Überempfindlichkeitsreaktionen (Schock) nach Gabe des Impfstoffs geeignete Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Die Impfung mit dem Wirkstoff schützt möglicherweise nicht alle geimpften Personen. Zudem schützt er nur vor Erkrankungen, die durch die Papillomviren-Typen 16 und 18 verursacht werden. Die Patienten müssen also trotz der Impfung geeignete Maßnahmen zum Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten beibehalten.

Der Impfstoff ist nicht zur Therapie von Gebärmutterhalskrebs und bösartigen Gewebsveränderungen an Gebärmutter und Scheide geeignet. Auch kann er nicht das Fortschreiten solcher Erkrankungen aufhalten.

Die Impfung entbindet nicht von der Notwendigkeit von Routineuntersuchungen zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs ("Abstrich").

Zur Anwendung des Impfstoffs bei Personen mit geschwächter körpereigener Abwehr gibt es keine Studien. Bei Personen, deren Immunfunktion erblich oder aufgrund einer Infektion mit dem HI-Virus (AIDS-Erreger) eingeschränkt ist, ist der Impfstoff möglicherweise unwirksam. Gleiches gilt, wenn Medikamente angewendet werden, die die Immunantwort des Körpers unterdrücken (sog. Immunsuppressiva).

Bei Personen mit Mangel an Blutplättchen oder mit einer anderen Störung der Blutgerinnung sollte der Arzt den Impfstoff nur mit Vorsicht anwenden. In solchen Fällen kann nämlich bei der Injektion eine Blutung im Muskel auftreten.

Es sollten zur Immunisierung von Patienten (dies entspricht drei aufeinanderfolgenden Impfungen) nur Zubereitungen von Papillomvirus-Impfstoff eines Herstellers verwendet werden. Inwieweit entsprechende Impfstoffe unterschiedlicher Hersteller austauschbar sind, ist nämlich nicht bekannt.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Es wurden keine speziellen Studien zur Verabreichung des Impfstoffes an schwangere Frauen durchgeführt. Tierexperimente lassen nicht auf direkte oder indirekte schädliche Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit, Schwangerschaft, Geburt oder die Entwicklung des Kindes vor oder nach der Geburt schließen. Dennoch reichen diese Daten nicht aus, die Anwendung
von Cervarix während der Schwangerschaft zu empfehlen. Die Impfung sollte daher erst nach Ende der Schwangerschaft erfolgen.

Auch während der Stillzeit sollte der Impfstoff nur verabreicht werden, wenn der Arzt meint, dass die möglichen Vorteile die möglichen Risiken überwiegen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die Anwendung von Papillomvirus-Impfstoff bei Kindern unter neun Jahren wird nicht empfohlen. Es gibt nämlich keine ausreichenden Studien zur Wirkung und Unbedenklichkeit in dieser Altersgruppe.

Warnhinweise

  • Das Medikament darf ausschließlich in den Muskel gespritzt werden; eine Gabe in Blutgefäße oder unter die Haut ist unbedingt zu vermeiden.
  • Das Medikament ist im Kühlschrank bei zwei bis acht Grad aufzubewahren, darf aber nicht eingefroren werden.
  • Das Medikament ist in der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Stück Fertigspritze)
1 Stück Fertigspritzen
40 Mikrogramm Papillomvirus-Impfstoff (bivalent)
10 Stück Fertigspritzen
40 Mikrogramm Papillomvirus-Impfstoff (bivalent)

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Cervarix sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Papillomvirus-Impfstoff (bivalent) (ggf. auch Generika).

Medikament
Darreichungsform
Fertigspritzen

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.