Das Bild zeigt eine Frau im Pool, die ihren Blutzucker misst.
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Diabetes und Sport

Diabetes und Sport: Das ist kein Widerspruch – im Gegenteil! Insbesondere Menschen mit Diabetes Typ 2 profitieren von regelmäßiger körperlicher Aktivität. Der Grund: Sport steigert dauerhaft die Insulinempfindlichkeit der Zellen – und kann dadurch langfristig dazu beitragen, den Blutzuckerspiegel auf natürliche Art zu senken.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Allgemeines

Auch für Personen mit Diabetes Typ 1 gilt: Sie können im Prinzip jede Art von Sport ausüben, und damit ihrer Gesundheit etwas Gutes tun – sie sollten nur immer ihren Blutzuckerspiegel im Auge behalten.

Einige Menschen mit Typ-1-Diabetes sind sogar trotz ihrer Erkrankung zu Hochleistungssportlern geworden – zum Beispiel Matthias Steiner, Europameister und Olympiasieger im Gewichtheben, oder Fußballspieler Dimo Wache: Wache spielte bis Mitte 2010 als Torwart beim Bundesligisten Mainz 05.

Wer Diabetes hat, muss beim Sport ein paar Dinge beachten: Denn nichts wirbelt den Blutzucker, seinen Stoffwechsel und dessen Regulation so durcheinander, wie ein plötzlich stark erhöhter Energieverbrauch durch Bewegung und körperliche Anstrengung.

Die Herausforderung für Menschen mit Diabetes liegt beim Sport also darin, starken Blutzuckerschwankungen – wie etwa einer Unterzuckerungvorzubeugen. Mit Wissen, Übung und ein wenig Geduld können Sie dieses Risiko aber gut in den Griff bekommen – dann steht dem Sportvergnügen nichts mehr im Wege!

Und der Aufwand zahlt sich in jedem Fall aus. Denn regelmäßige Bewegung

  • steigert nachweislich das Wohlbefinden,
  • beugt Übergewicht vor
  • und hält bis ins hohe Alter körperlich und geistig fit.

Gerade zu Beginn eines Diabetes mellitus Typ 2 trägt Sport wesentlich dazu bei, dass Menschen mit Diabetes über Jahre hinweg auf Medikamente verzichten können. Wissenschaftliche Studien konnten sogar zeigen, dass regelmäßiges Ausdauertraining einen ähnlichen Effekt auf den Blutzuckerspiegel hat wie blutzuckersenkende Medikamente.

Aber selbst wenn die Erkrankung weiter fortgeschritten ist, profitieren Menschen mit Typ-2-Diabetes von Sport.

Zusammen mit einer gezielten Ernährungsumstellung und Medikamenten bildet Sport eine der drei Säulen in der Therapie von Diabetes Typ 2.

Nicht zuletzt trägt regelmäßiger Sport dazu bei, Diabetes Typ 2 vorzubeugen: Wer sich viel bewegt und gesund ernährt, senkt sein Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken. Menschen mit Typ-2-Diabetes im familiären Umfeld sollten daher besonders auf körperliche Aktivität achten.

Dabei spielt es keine Rolle, wie diese körperliche Aktivität genau aussieht: Ob Radfahren, Schwimmen oder Laufen – wer die richtige Aktivität für sich gefunden hat, kann an Sport viel Freude haben und ganz nebenbei etwas für seine Gesundheit tun!

Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)

Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) ist eine Stoffwechselerkrankung, die durch einen erhöhten Blutzuckerspiegel gekennzeichnet ist. Mediziner unterscheiden grundsätzlich zwei Diabetes-Formen: Diabetes Typ 1 und Typ 2.

Diabetes Typ 1

Typ-1-Diabetes beginnt meist in der Jugend. Bei dieser Form handelt es sich um eine sogenannte Autoimmunerkrankung. Das Immunsystem greift hierbei den eigenen Körper an: Im Fall des Typ-1-Diabetes werden bestimmte Zellen in der Bauchspeicheldrüse zerstört, die das Hormon InsulinInsulinInsulin produzieren.

Was ist Insulin? Insulin stellt im Körper eine Art Zuckerregulator dar: Das Hormon sorgt dafür, dass der Zucker (Glukose) aus dem Blut in die Zellen geschleust und dort gegebenenfalls gespeichert wird. Wenn zu wenig Insulin vorhanden ist, bleibt der Zucker im Blut – der Blutzuckerspiegel steigt.

Erst wenn etwa 80 Prozent der insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse zerstört sind, kann der Körper den Insulinmangel nicht mehr ausgleichen.

Bei Menschen mit Typ-1-Diabetes produziert die Bauchspeicheldrüse so gut wie kein Insulin mehr. Die Folge: Die Betroffenen müssen sich das Hormon spritzen, um ihren Blutzuckerspiegel zu senken.

Diabetes Typ 2

Typ-2-Diabetes betrifft zwar meist ältere Menschen, mittlerweile sind aber auch zunehmend jüngere Personen und sogar Kinder von Diabetes Typ 2 betroffen: In den letzten Jahren hat sich die Zahl der Diabetes Typ 2 Neuerkrankungen bei Jugendlichen verfünffacht.

Im Unterschied zum Typ-1-Diabetes schüttet die Bauchspeicheldrüse beim Typ-2-Diabetes in der Regel noch ausreichend Insulin aus. Allerdings reagieren die Zellen, die auf das Hormon ansprechen sollten, zunehmend unempfindlicher auf das Insulin (sog. Insulinresistenz). Die Folge: Die Zellen nehmen zu wenig Zucker aus dem Blut auf – auch in diesem Fall steigt der Blutzuckerspiegel.

Zu den Ursachen für den Typ-2-Diabetes zählen neben einer entsprechenden Veranlagung vor allem falsche Ernährung und Bewegungsmangel.

Zu den typischen Symptomen eines Diabetes zählen:

Beim Typ-2-Diabetes zeigen sich zu Beginn häufig keine Beschwerden. Und auch bei einem Diabetes vom Typ 1 vergehen oft Monate, bis erste Symptome auftreten.

Typ-1-Diabetes und Sport

Ein wesentlicher Grund, warum viele Menschen mit Typ-1-Diabetes Sport meiden, ist die Angst vor Unterzuckerung (Hypoglykämie) und den damit verbundenen Folgen.

In der Tat müssen Menschen mit Typ-1-Diabetes stets darauf achten, dass ihr Blutzuckerspiegel beim Sport nicht zu stark abfällt. Bevor Sie nach einer längeren Pause wieder ins Training einsteigen, sollten Sie daher unbedingt mit Ihrem Arzt besprechen, ob Sie gegebenenfalls die Therapie anpassen müssen – etwa indem Sie vorm Sport noch einen kohlenhydratreichen Snack zu sich nehmen.

Welche Risiken gibt es?

Unterzuckerung (Hypoglykämie): Während des Sports steigt der Energiebedarf der Muskeln deutlich an, sodass sie mehr Zucker aus dem Blut benötigen. Bei Gesunden hält der Körper den Blutzuckerspiegel trotz des erhöhten Bedarfs konstant. Er schüttet einfach weniger Insulin aus.

Bei Typ-1- Diabetes ist dieser Mechanismus außer Kraft gesetzt: Ihre Bauchspeicheldrüse produziert kein Insulin mehr und sie müssen sich das Hormon spritzen. Wurde dann vor dem Sport zu viel Insulin gespritzt, schleust das Hormon zu viel Blutzucker in die Muskeln.

Die Folge kann eine Unterzuckerung sein. Sie äußert sich zum Beispiel in Symptomen wie Heißhunger, Schweißausbrüchen und Aggressivität. Da der Blutzuckerspiegel auch im Gehirn absinkt, können bei den Betroffenen auch Ohnmachtszustände oder Krampfanfälle auftreten (sog. hypoglykämischer Schock).

Ketoazidose: Steht dem Körper nicht ausreichend Insulin zur Verfügung – beispielsweise, weil zu wenig Insulin gespritzt wurde – dann kann die Zelle nicht mehr genügend Zucker aufnehmen. Es entsteht ein Energiemangel, den der Körper ausgleicht, indem er für die Energiegewinnung andere Quellen anzapft: die Fette.

Die Energiegewinnung ausschließlich über Fette hat allerdings einen entscheidenden Nachteil: Im Körper häufen sich nach und nach immer mehr Fettsäuren an, die anschließend zu Ketonkörpern umgebaut werden. Die Folge: Das Blut übersäuert (Ketoazidose).

Als Gegenmaßnahme schüttet der Körper Stresshormone aus, die den Blutzuckerspiegel erhöhen und den Zuckermangel in den Zellen weiter verstärken. Diese Entgleisung der Blutzuckerregulation kann ein diabetisches Koma einleiten.

Auffälligstes Symptom einer Ketoazidose ist der typische Geruch nach Aceton in der Ausatemluft: Sie riecht nach Nagellack.

Typ-2-Diabetes und Sport

Wer regelmäßig Sport treibt und sich bewegt, beugt effektiv einem Diabetes vom Typ 2 vor. Denn Bewegungsmangel zählt neben einer entsprechenden Veranlagung und falscher Ernährung zu den Hauptrisikofaktoren des Typ-2-Diabetes.

Aber Sport spielt nicht nur eine große Rolle in der Vorbeugung dieser Stoffwechselerkrankung. Sport und Bewegung bilden gemeinsam mit einer abgestimmten Ernährungsumstellung und der angemessenen Therapie mit Medikamenten die drei Säulen in der Therapie des Typ-2-Diabetes.

Sport und Bewegung erhöhen die Empfindlichkeit der Zellen für Insulin

Zu Beginn eines Typ-2-Diabetes produziert die Bauchspeicheldrüse noch genügend Insulin. Allerdings werden die Zellen weniger empfindlich gegenüber Insulin (sog. Insulinresistenz), das im Körper als ein wichtiger Regulator des Zuckerspiegels fungiert. Die Folge: Die Zellen nehmen weniger Zucker aus dem Blut auf. Der Blutzuckerspiegel ist erhöht.

Regelmäßiges körperliches Training steigert dauerhaft die Insulinempfindlichkeit der Zellen – und kann dadurch auch langfristig dazu beitragen, den Blutzuckerspiegel auf natürliche Art zu senken.

Außerdem leben Menschen mit Typ-2-Diabetes mit einem erhöhten Risiko für Arterienverkalkungen (Arteriosklerosen). Das Risiko, dass sie beispielsweise einen Herzinfarkt oder Schlaganfall bekommen, ist dadurch größer. Auch hier kann Sport helfen: Denn wer sich regelmäßig bewegt, trägt dazu bei,

  • den Blutdruck zu senken,
  • die Cholesterinwerte zu normalisieren
  • sowie Übergewicht abzubauen.

Welcher Sport ist bei Typ-2-Diabetes sinnvoll?

Experten empfehlen für Menschen mit Typ-2-Diabetes eine Kombination aus Kraft- und Ausdauersport. Dabei gilt: Verteilen Sie Ihr Training möglichst auf mehrere Tage: Trainieren Sie lieber fünf Mal pro Woche eine halbe Stunde, als einmal in der Woche zweieinhalb Stunden.

Insbesondere Ausdauersportarten wie Schwimmen und Nordic Walking eignen sich sehr gut, um den Blutzucker zu senken. Denn wer zum Beispiel schwimmt, bringt viele Muskeln des Körpers in Bewegung, die zur Energiegewinnung Zucker aus dem Blut aufnehmen müssen. Die Folge: Die Empfindlichkeit der Muskeln gegenüber dem Insulin steigt.

Diese Sportarten belasten die Gelenke zudem wenig. Das ist auch beim Radfahren der Fall. Die Vorteile dieser Sportarten sollten alle nutzen, die ein paar Pfunde zu viel mit sich herumtragen und ihre Gelenke schonen möchten.

Beim Joggen gilt das Motto: "Laufen ohne zu Schnaufen". Führen Sie Ihren Körper nicht an die Belastungsgrenze. Laufen Sie stattdessen so, dass Sie sich noch unterhalten können.

Auch Krafttraining ist für Menschen mit Typ-2-Diabetes sinnvoll. Sportarten wie Rudern und Kampfsport sowie das Training auf dem Crosstrainer oder an Kraftstationen verbessern den Zuckerstoffwechsel und bringen ganz nebenbei die Muskeln zum Wachsen.

Beim Krafttraining gilt für Menschen mit Diabetes die Devise: Weniger ist mehr. Wählen Sie zum Beispiel beim Training mit Hanteln nur solche Gewichte, die Sie locker acht bis zehn Mal stemmen können – und dies dreimal hintereinander. Achten Sie beim Krafttraining darauf, Ihren gesamten Körper zu trainieren – also die Muskeln der Arme, des Rumpfes und der Beine.

Wie Sie Blutzuckerschwankungen vermeiden können

Eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) lässt sich vermeiden, indem Sie

  • weniger Insulin spritzen,
  • mehr Kohlenhydrate zu sich nehmen
  • oder weniger Insulin zuführen und mehr Kohlenhydrate essen.

Dabei gibt es für die Kombination aus Diabetes und Sport kein allgemeingültiges Rezept – wer mit Diabetes lebt, muss seinen eigenen Weg finden. Unterstützung für die Suche nach dem richtigen Weg sollten Sie sich bei Ihrem Arzt holen.

Einige Ärzte bieten auch sogenannte Arzt-Patienten-Seminare an. Sie informieren über die richtige Insulin-Einstellung beim Sport. Außerdem finden Sie in vielen Sportvereinen Sportgruppen für Menschen mit Diabetes.

Trotzdem gibt es ein paar allgemeine Regeln, die bei Diabetes und Sport gültig sind:

  • Wer eine kurze Sporteinheit bis zu einer Stunden einlegen möchte, kann den absinkenden Blutzuckerspiegel durch zusätzliche Kohlenhydrate ausgleichen. Dabei ist die Menge der Kohlenhydrate von Art und Intensität der Belastung abhängig. Als Faustregel gilt: pro 30 Minuten Bewegung ein bis zwei Broteinheiten (BE) mehr. Eine Broteinheit steckt beispielsweise in einer halben Banane, einer Kiwi oder einem Glas Milch. Bei einer längeren Belastung, zum Beispiel einem Spaziergang von zwei Stunden, können Sie zusätzlich die Dosis des Mahlzeit-Insulins senken – je nach Anstrengung um 30 bis 50 Prozent.
  • Wer für den nächsten Tag eine längere Radtour oder Wanderung plant, sollte auch die Dosis des Basalinsulins um bis zu 50 Prozent senken. Basalinsulin deckt den grundlegenden Insulinbedarfs des Körpers und wird unabhängig von den Mahlzeiten gespritzt.
  • Denken Sie an den „Muskelauffülleffekt“: Nach einer körperlichen Belastung füllen Muskeln und Leber ihre Zuckerspeicher auf, indem sie Glukose aus dem Blut aufnehmen. Dies hat zur Folge, dass bis zu 48 Stunden nach dem Sport immer noch eine Unterzuckerung möglich ist. Prüfen Sie deswegen nach dem Training regelmäßig Ihren Blutzuckerspiegel und spritzen Sie sich eventuell weniger Insulin.
  • Blutzucker regelmäßig messen: Diese Empfehlung gilt vor allem für Menschen mit Diabetes, die Sportneulinge sind. Gerade zu Beginn des Trainingsprogramms kann der Körper auf die zusätzlichen Belastungen mit starken Schwankungen des Blutzuckers reagieren. Regelmäßiges Messen hilft, die eigenen Blutzuckerreaktionen besser kennenzulernen. Kontrollieren Sie den Blutzucker dabei vor, während und nach dem Sport. Die Werte können Sie in einem Sporttagebuch dokumentieren. Sie verschaffen sich so eine bessere Übersicht und können im Laufe der Zeit die Kohlenhydrat- und Insulinzufuhr genauer abstimmen und regulieren.
  • Bei Anzeichen für eine Unterzuckerung gilt: Hören Sie sofort mit dem Sport auf!
  • Gehen Sie offen mit Ihrer Diabetes-Erkrankung um: Informieren Sie Ihre Begleiter, den Bademeister im Schwimmbad oder – bei Kindern und Jugendlichen – den Lehrer über die Erkrankung. Im Fall einer Unterzuckerung können diese dann gezielt helfen beziehungsweise Hilfe holen.
  • Ergibt die Blutzuckermessung vor dem Sport einen Wert über 260 mg/dl, also weit über dem Normwert von 110 mg/dl, dann gilt: Aceton-Test im Urin durchführen. Ist der Aceton-Test positiv, so besteht absolutes Sportverbot. Denn die Gefahr einer Ketoazidose ist in diesem Fall zu hoch.
  • Bei den sogenannten Sulfonylharnstoffen, die häufig bei Diabetes Typ 2 eingesetzt werden, gilt es, einige Regeln zu beachten: Je größer die Trainingsbelastung ist, desto geringer ist die erforderliche Wirkstoffdosis. Je nach Trainingsintensität können Sie deswegen die Dosis vor Ihrem Training verringern oder sogar eine Tablette ganz weglassen. Sprechen Sie sich diesbezüglich vorab unbedingt mit Ihrem Arzt ab.
  • Meiden Sie Risikosportarten: Zu den Risikosportarten zählen beispielsweise Wildwasser-Kanu, Tauchen, Extremklettern oder Drachenfliegen. Bei diesen Sportarten kann es im Fall einer Unter- oder Überzuckerung zu schweren Unfällen kommen.
  • Denken Sie daran, die allgemeinen Empfehlungen zu Sport bei Diabetes gegebenenfalls Ihrer individuellen Stoffwechselsituation anzupassen. Denn jeder Mensch reagiert mit unterschiedlich ausgeprägten Blutzuckerschwankungen auf körperliche Belastungen. Es empfiehlt sich daher unbedingt, vor dem Beginn des Sportprogramms mit dem behandelnden Arzt zu sprechen. Und bewahren Sie Geduld: Es braucht Zeit und etwas Erfahrung, auf die Schwankungen Ihres Blutzuckerspiegels angemessen zu reagieren.
Grundsätzlich gilt: Lassen Sie sich sportmedizinisch untersuchen und Ihre Belastbarkeit testen, bevor Sie mit einem Sportprogramm beginnen. Denn Diabetes kann mit Begleiterkrankungen an Herz und Kreislauf einhergehen, die beim Sporttreiben beachtet werden müssen. Außerdem können Sie mit Ihrem Arzt über die Einstellung des Insulins oder der Medikamente sprechen.

Komplikationen

Schreitet eine Diabetes-Erkrankung fort, dann kann es zu Nervenschädigungen beispielsweise in den Armen und Beinen kommen (sog. periphere Neuropathie). Eine solche Nervenschädigung äußert sich unter anderem dadurch, dass die Betroffenen Schmerzen und Temperaturunterschiede schlechter oder gar nicht mehr wahrnehmen können.

Bei den Betroffenen können zum Beispiel drückende Sportschuhe Komplikationen auslösen. Denn der Druckschmerz ist durch die Nervenschädigung nicht mehr wahrzunehmen. Im Laufe der Zeit können sich am Fuß Geschwüre bilden, die sich ausdehnen und dazu führen, dass Gewebe abstirbt. Mediziner sprechen von einem diabetischen Fußsyndrom.

Einem diabetischen Fußsyndrom kann man allerdings vorbeugen, wenn man Folgendes beachtet:

  • Legen Sie sich gutes Schuhwerk zu: Der Schuh sollte weder zu eng noch zu locker sitzen.
  • Kontrollieren Sie regelmäßig Ihre Füße und gehen Sie bei Anzeichen für ein diabetisches Fußsyndrom zum Arzt.
  • Weichen Sie eventuell auf Sportarten wie Schwimmen oder Rudern aus, bei denen die Füße weniger belastet werden.

Außerdem kann es im Zusammenhang mit einer Zuckererkrankung zu Schädigungen an der Netzhaut des Auges kommen (sog. diabetische Retinopathie). Liegt eine Netzhautschädigung vor, sollten Sie intensive Belastungen unbedingt vermeiden, wie sie zum Beispiel bei Krafttraining mit schweren Gewichten auftreten können.

Intensive Belastungen, vor allem verbunden mit einer gepressten Atmung, erhöhen den Blutdruck und können die Netzhaut zusätzlich schädigen. Betroffene sollte aus diesem Grund Kraftsportarten vermeiden und Ausdauersporten wie Laufen, Schwimmen oder Nordic Walking ausüben.