Man sieht ein schlafendes Baby.
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Schlafstörungen bei Kindern

Dass kleine Kinder in der Nacht gelegentlich aufwachen, ist ganz normal. Ob sie dann allein in den Schlaf zurückfinden oder die Eltern dafür brauchen, hängt weniger von ihrem Alter ab als davon, woran sie sich inzwischen gewöhnt haben. In den meisten Fällen handelt es sich dabei nicht um ernsthafte Schlafstörungen bei Kindern.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Allgemeines

Kleine Kinder können noch keinen Sinn darin erkennen, was gut daran sein soll, mehr in der Nacht und weniger am Tag zu schlafen. Sie schlafen, wenn sie müde sind und zur Ruhe kommen, ganz gleich wie früh oder wie spät es ist. Wäre es möglich, würden viele Erwachsene es genau so halten.

Auch tagsüber können die Schlafgewohnheiten sehr unterschiedlich sein und stehen häufig mit denen in der Nacht im Zusammenhang. Manche Kinder schlafen sowohl nachts als auch mittags lang und problemlos. Bei anderen fällt der Mittagsschlaf seit einiger Zeit immer häufiger aus. Sie sind zwar müde und erschöpft, kommen aber nicht zur Ruhe. Wiederum andere schlafen nachts zu wenig und genehmigen sich dann tagsüber einen besonders langen Mittagsschlaf.

Tipps bei Schlafproblemen

Natürlich ist es für einen halbwegs funktionierenden Familienalltag wichtig, dass sich auch die Kleinen allmählich in die üblichen zeitlichen Abläufe einpassen. Nur erzwingen lässt sich ein geregeltes Schlafverhalten nicht. Gleichwohl können einige Tipps es Kind und Eltern leichter machen, zu ihrem Schlaf zu kommen:

  • Vor dem Nachtschlaf sollte Ihr Kind mindestens vier Stunden lang wach sein.
  • Bringen Sie Ihr Kind möglichst jeden Abend zur gleichen Zeit ins Bett.
  • Führen Sie Einschlafrituale ein, die möglichst einfach sind und nicht allzu lange dauern: Ein wenig kuscheln, ein Kinderlied, das Kuscheltier am rechten Platz und (bis auf eine kleine Nachtleuchte) das Licht löschen.
  • Wacht Ihr Kind wieder auf und hat womöglich Angst, streicheln Sie es beruhigend. Nicht aus dem Bett nehmen, nicht reden, nicht schimpfen.
  • Wachen Kinder nachts gelegentlich auf (was normal ist), finden sie oft leichter in den Schlaf zurück, wenn sie gelernt haben, allein einzuschlafen.
  • Wacht das Kind mit Schmerzen in den Gliedmaßen auf, stecken oftmals Wachstumsschmerzen dahinter. Seien Sie einfühlsam und beruhigen Sie das Kind.

Lesetipp: Nachtschreck (Pavor nocturnus) bei Kindern

Ältere Kinder: Frühaufsteher

Wie bei den Erwachsenen gibt es Kinder, die morgens nach dem Aufstehen sofort wach und präsent sind, während andere eine längere Anlaufzeit brauchen, um "auf Touren" zu kommen. Oft zählen die Ersteren auch zu den Frühaufstehern, die – solange sie sich noch nicht selbst zu beschäftigen wissen – auf die Gesellschaft mindestens eines schlaftrunkenen Elternteils angewiesen sind.

Wenn sich Eltern am Wochenende darauf freuen, ein wenig ausschlafen zu können, zeigt sich oft, wie gut die Kinder sich an den frühen Rhythmus der Werktage gewöhnt haben: Ob Sommer oder Winter, Dienstag oder Sonntag – stets wachen die Kleinen in den frühen Morgenstunden auf und wollen, dass man mit ihnen spielt.

Vor allem aus Sicherheitsgründen führt etwa bis zum Schulalter kein Weg daran vorbei, aufzustehen und mitzumachen. Deshalb hier einige Empfehlungen, wie Sie bis dahin trotzdem gut über die Runden kommen:

  • Achten Sie am Abend darauf, dass – sofern vorhanden – alle Aschenbecher und Gläser mit alkoholischen Getränken vollständig geleert sind. Zigaretten gehören außer Reichweite.
  • Schimpfen Sie nicht mit Ihrem Kind, wenn es Sie früh weckt. Das ist besser, als wenn es vor Langeweile gefährliche Dinge mit Messern, Gabeln oder heißen Herdplatten unternimmt.
  • Wechseln Sie sich nach Möglichkeit mit Ihrem Partner ab, Ihrem Kind in der Früh Gesellschaft zu leisten.
  • Weisen Sie Ihr Kind nicht ab, machen Sie aber klar, dass es vor einer bestimmten Uhrzeit (Stellung der Zeiger) Unterhaltung nur auf Sparflamme gibt. Schlagen Sie Beschäftigungen vor, die Ihr Kind selbstständig ausführen kann, wie Malen oder Kassette hören.
  • Sollte Ihr Kind stets weit vor der Zeit aufstehen, hilft unter Umständen, es später ins Bett zu bringen und den Mittagsschlaf zu verkürzen oder zum Wochenende hin ausfallen zu lassen.