Diabetes mellitus vom Typ 2

Anwendungsgebiete & Beschwerden || Quellen (Stand: 16. Juni 2008)

auch bezeichnet als:
Altersdiabetes; Typ-2-Diabetes; Zuckerkrankheit vom Typ 2

Diabetes mellitus ist eine chronische Stoffwechselstörung, bei der erhöhte Blutzuckerwerte auftreten. Es werden hauptsächlich zwei Typen unterschieden: Beim Diabetes mellitus vom Typ 1 besteht ein Mangel an dem Botenstoff (Hormon) Insulin, da die Bauchspeicheldrüse kaum bis gar kein Insulin mehr produziert. Die Krankheit beginnt meist in der Jugend. Diabetes mellitus vom Typ 2 betrifft meist ältere Menschen. Bei der Erkrankung wird zwar noch Insulin ausgeschüttet. Aber die Körperzellen reagieren nicht mehr ausreichend auf das Hormon. Außerdem erfolgt die Insulinausschüttung ins Blut verspätet und unzureichend.

Der Diabetes mellitus Typ 2 beginnt sehr langsam, die Patienten haben keine oder nur geringe Beschwerden und daher wird die Erkrankung auch häufig erst spät erkannt. Oftmals wird diese Zuckerkrankheit zufällig bei einer Routineuntersuchung entdeckt.

Zu den verbreitetsten Symptomen zählen starker Durst und vermehrtes Wasserlassen. Aber auch Kraftlosigkeit, Muskelschwäche, ungewollte Gewichtsabnahme, häufige Pilzinfektionen der Haut, wiederkehrende Harnwegsinfekte und schlechte Wundheilung sowie Missempfindungen und Juckreiz können Warnzeichen sein. Oft sind es ernste Begleit- und Folgeerkrankungen wie schmerzlose Druckgeschwüre der Füße, Durchblutungsstörungen der Beine, Nierenschmerzen, Sehstörungen und Potenzprobleme sowie Herzinfarkt oder Schlaganfall, die zum Arzt geführt haben. Besonders häufig neigen Zuckerkranke außerdem zu Haut-, Schleimhaut- und Zahnfleischerkrankungen.

Im schlimmsten Fall kommt es zu einem diabetischen Koma mit beschleunigter Atmung, Übelkeit und Erbrechen, Bauchschmerzen, starkem Durstgefühl und schließlich Bewusstlosigkeit. Die Ausatemluft des Betroffenen riecht als Folge des vermehrten Fettabbaus süßlich und lösungsmittelähnlich nach Aceton.

In Deutschland sind etwa fünf bis sechs Prozent der Bevölkerung an Diabetes mellitus erkrankt, davon wiederum sind 90 Prozent vom Diabetes mellitus Typ 2 betroffen. Da Diabetes mellitus Typ 2 meist nur ältere Menschen betrifft, nannte man diese Krankheit früher auch Altersdiabetes. Doch heute erkranken zunehmend auch jüngere Menschen, meist in Verbindung mit Übergewicht. Da in der Bevölkerung die Zahl der übergewichtigen Menschen ansteigt, ist für die Zukunft mit einer wachsenden Zahl von Typ-2-Diabetikern zu rechnen.

Andere in diesem Zusammenhang relevante Anwendungsgebiete:

Wann zum Arzt?

Sind in der Familie Fälle von Diabetes mellitus Typ 2 bekannt oder bei Übergewicht und Bluthochdruck vor, sollte eine Blutzuckermessung vorgenommen werden. Ebenso sollte bei verdächtigen Symptomen wie beispielsweise vermehrtem Wasserlassen und starkem Durst ein Arzt aufgesucht werden.

Das Zuckermessen kann auch in einer Apotheke geschehen. Dafür genügt zumeist ein Tropfen Blut aus der Fingerkuppe. Liegen die Blutzuckerwerte im nüchternen Zustand (vor einer Mahlzeit) über 126 Milligramm pro Deziliter beziehungsweise nach dem Essen über 140 Milligramm pro Deziliter, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Man kann auch mittels Teststreifen den Harn auf das Vorhandensein von Zucker prüfen. Lässt sich Zucker im Harn nachweisen, liegt der Verdacht auf Diabetes mellitus sehr nahe, da der Körper nur überschüssigen Zucker über den Urin ausscheidet. Auch in diesem Fall sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Medikamente wie die Anti-Baby-Pille oder Kortison-haltige Präparate sowie Stressfaktoren wie Infektionen oder Operationen können den Blutzuckerspiegel ungünstig beeinflussen. Hier sollte unbedingt ein Arzt um Rat gefragt werden. Auch jede schwangere Diabetikerin braucht regelmäßige ärztliche Kontrollen.




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