Vitamin B6

Allgemeines

Vitamin B6 (Pyridoxin) wird eingesetzt, um einer Vitamin-Unterversorgung entgegenzuwirken, die durch eine geeignete Ernährung (Vollkornprodukte, Gemüse, Fleisch) allein nicht behoben werden kann.

Ein Vitamin B6-Mangel kann entstehen:
  • bei einer Störung des Pyridoxin-Stoffwechsels im Körper,
  • durch einen erhöhten Bedarf, beispielsweise während der Schwangerschaft, bei Schilddrüsenüberfunktion oder einer Behandlung mit energiereicher Strahlung (Strahlentherapie bei bestimmten Krebserkrankungen),
  • bei langfristiger Einnahme bestimmter Wirkstoffe wie den Tuberkulose-Mitteln Isoniazid, Cycloserin und Protionamid, dem Mittel zur Behandlung der Parkinsonkrankheit Levodopa, dem Antirheumatikum D-Penicillamin, dem Blutdrucksenker Dihydralazin sowie der "Pille" (orale Kontrazeptiva),
  • durch den langjährigen Missbrauch von Alkohol.
Die Folgen einer anhaltenden Unterversorgung mit Vitamin B6 sind Kribbeln, Taubheitsgefühl oder Schmerzen in Händen oder Füßen (periphere Neuropathie), Störungen im Aminosäuren- und Eiweiß-Stoffwechsel, bestimmte Formen der Blutarmut, eine krankhaft veränderte Bildung von Talgdrüsensekret und entzündliche Veränderungen der Gesichtshaut (seborrhoische Dermatitis) sowie eine Entzündung der Zunge (Glossitis). Bei Neugeborenen führt schwerer Vitamin-B6-Mangel zu Störungen der Nervenfunktion und Krampfanfällen. In der Schwangerschaft wird eine Vitamin-B6-Unterversorgung mit Depressionen in Zusammenhang gebracht.

Die Wirksamkeit von Vitamin B6 gegen Übelkeit und Erbrechen aufgrund einer See- oder Reisekrankheit ist nicht nachgewiesen.

Ist die Einnahme von Vitamin-B6-Präparaten nicht möglich, können Vitamin-haltige Lösungen in die Venen oder den Muskel gespritzt werden (intravenöse beziehungsweise intramuskuläre Gabe).

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Vitamin-B6-Mangel ausgleichen
  • Hauterkrankungen lindern
  • Störungen der Nervenfunktion behandeln
  • Krampfanfällen bei Neugeborenen entgegenwirken
  • Störungen im Aminosäuren- und Eiweiß-Stoffwechsel beheben
  • Blutarmut behandeln

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Vitamin B6 im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Vitamin B6 nicht verwendet werden?

Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff dürfen Vitamin-B6-haltige Präparate nicht eingesetzt werden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Vitamin-B6-haltige Arzneimittel sollten während Schwangerschaft und Stillzeit nur auf Empfehlung des Arztes eingenommen werden. Die Dosierungsvorschriften sind unbedingt einzuhalten, da eine Überdosierung das Ungeborene beziehungsweise den Säugling schädigen kann.

Hohe Vitamin-B6-Dosen können in der Stillperiode die Milchproduktion hemmen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Liegen Hinweise auf einen Vitamin-B6-Mangel vor, dürfen Kinder mit Vitamin-B6-Präparaten behandelt werden. Um Überdosierungen zu vermeiden, müssen die Dosierungsvorschriften insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern sorgfältig eingehalten werden.

Welche Nebenwirkungen kann Vitamin B6 haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Vitamin B6. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Bei Einhaltung der Dosierungsvorschriften sind keine Nebenwirkungen bekannt.

Besonderheiten:
Bei der langfristigen Anwendung in hoher Dosierung können Übelkeit und Erbrechen sowie Kribbeln und Taubheitsgefühl in Händen oder Füßen auftreten. Die Lichtempfindlichkeit der Haut ist erhöht. In Einzelfällen kommt es bei anhaltender Überdosierung zu bleibenden Nervenschäden sowie zu Symptomen einer Abhängigkeit.

Bei Säuglingen kann die Gabe hoher Dosen Vitamin B6 zu gesteigerter Schläfrigkeit, Apathie, Blutdruckabfall oder Luftnot führen.

Welche Wechselwirkungen zeigt Vitamin B6?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Tuberkulose-Mittel wie Isoniazid, Cycloserin und Protionamid, das Antirheumatikum D-Penicillamin, der Blutdrucksenker Dihydralazin sowie orale Kontrazeptiva ("Pille") können die Wirksamkeit von Vitamin-B6-Präparaten verringern.

Die Wirkung von Levodopa (ein Mittel zur Behandlung der Parkinsonkrankheit) wird durch Vitamin B6 abgeschwächt.

Allergische Reaktionen auf Medikamente

Manchmal lösen Arzneimittel allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion auf Vitamin B6 wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.


So wirkt Vitamin B6

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Vitamin B6. Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Vitamine, zu welcher der Wirkstoff Vitamin B6 gehört.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Vitamin B6

Vitamin B6 (Pyridoxin) wird eingesetzt, um einer Vitamin-Unterversorgung entgegenzuwirken, die durch eine geeignete Ernährung (Vollkornprodukte, Gemüse, Fleisch) allein nicht behoben werden kann.

Ein Vitamin B6-Mangel kann entstehen:
  • bei einer Störung des Pyridoxin-Stoffwechsels im Körper,
  • durch einen erhöhten Bedarf, beispielsweise während der Schwangerschaft, bei Schilddrüsenüberfunktion oder einer Behandlung mit energiereicher Strahlung (Strahlentherapie bei bestimmten Krebserkrankungen),
  • bei langfristiger Einnahme bestimmter Wirkstoffe wie den Tuberkulose-Mitteln Isoniazid, Cycloserin und Protionamid, dem Mittel zur Behandlung der Parkinsonkrankheit Levodopa, dem Antirheumatikum D-Penicillamin, dem Blutdrucksenker Dihydralazin sowie der "Pille" (orale Kontrazeptiva),
  • durch den langjährigen Missbrauch von Alkohol.
Die Folgen einer anhaltenden Unterversorgung mit Vitamin B6 sind Kribbeln, Taubheitsgefühl oder Schmerzen in Händen oder Füßen (periphere Neuropathie), Störungen im Aminosäuren- und Eiweiß-Stoffwechsel, bestimmte Formen der Blutarmut, eine krankhaft veränderte Bildung von Talgdrüsensekret und entzündliche Veränderungen der Gesichtshaut (seborrhoische Dermatitis) sowie eine Entzündung der Zunge (Glossitis). Bei Neugeborenen führt schwerer Vitamin-B6-Mangel zu Störungen der Nervenfunktion und Krampfanfällen. In der Schwangerschaft wird eine Vitamin-B6-Unterversorgung mit Depressionen in Zusammenhang gebracht.

Die Wirksamkeit von Vitamin B6 gegen Übelkeit und Erbrechen aufgrund einer See- oder Reisekrankheit ist nicht nachgewiesen.

Ist die Einnahme von Vitamin-B6-Präparaten nicht möglich, können Vitamin-haltige Lösungen in die Venen oder den Muskel gespritzt werden (intravenöse beziehungsweise intramuskuläre Gabe).

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Vitamin B6 sind vertiefende Informationen verfügbar:

    Wirkungsweise von Vitamin B6

    B-Vitamine, so auch das Vitamin B6 (Pyridoxin), haben als so genannte Coenzyme (Begleitfaktoren) bei vielen Stoffwechselvorgängen im Körper eine wichtige Funktion. So ist ihre Mithilfe bei der Verarbeitung und Umsetzung von Eiweißen und Zuckern durch bestimmte Enzyme notwendig.

    Disclaimer:
    Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.