Vitamin A

Allgemeines

Vitamin-A-Präparate werden eingesetzt, um einer Unterversorgung mit dem Vitamin A entgegenzuwirken, die durch geeignete Ernährung allein nicht behoben werden kann.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Vitamin-A-Mangel beheben beziehungsweise vorbeugen
  • Haut und Schleimhäute schützen
  • Eizellen- und Spermienreifung fördern
  • Entwicklung des Mutterkuchens und des Embryos fördern
  • Sehstörungen verhindern
  • Blutbildung unterstützen
  • aggressive Stoffwechselverbindungen binden und unschädlich machen
  • Akne unterstützend behandeln.

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Vitamin A im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Vitamin A nicht verwendet werden?

Bei Überempfindlichkeit gegen Retinol dürfen Vitamin-A-haltige Arzneimittel nicht angewendet werden.

Personen mit erhöhtem Hirndruck oder bestehender Vitamin-A-Überdosierung (Hypervitaminose) dürfen den Wirkstoff nicht einnehmen.

Bei gleichzeitiger Behandlung mit Vitamin-A-Säure, beispielsweise mit Tretinoin gegen Akne (Retinoid-Therapie), ist von einer Anwendung abzusehen.

Vitamin A ist in hohen Dosierungen fruchtschädigend. Mehr als 8000 Internationale Einheiten (I.E.) täglich (etwa 2,4 Milligramm) dürfen während der Schwangerschaft wegen der Gefahr von kindlichen Missbildungen nicht eingenommen werden. Generell sollten Frauen im gebärfähigen Alter ohne sicheren Empfängnisschutz nicht mehr als täglich 25000 Internationale Einheiten anwenden.

Personen mit Leber- und Nierenfunktionsstörungen sollten Vitamin-A-Präparate nur nach Rücksprache mit dem Arzt einnehmen.

Bei starken Rauchern weisen Untersuchungen auf einen Zusammenhang zwischen einer Vitamin-A-Überdosierung und einem erhöhten Lungenkrebsrisiko hin.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Vitamin-A-Präparate sollten während der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn der Arzt eine Unterversorgung festgestellt hat. Dabei sind die Dosierungsvorschriften unbedingt einzuhalten, da eine Überdosierung zu Missbildungen des Ungeborenen führen kann.

Auch in der Stillzeit sollten Vitamin-A-haltige Arzneimittel nur auf Empfehlung des Arztes eingesetzt werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Säuglinge und Kinder dürfen Vitamin-A-Präparate nur nach Anordnung des Kinderarztes erhalten. Dabei sind die Dosierungsvorschriften unbedingt einzuhalten, um eine Überdosierung zu vermeiden.

Welche Nebenwirkungen kann Vitamin A haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Vitamin A. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Einzelfälle:
Überempfindlichkeitsreaktionen (Brenngefühl auf Haut und Schleimhäuten).

Besonderheiten:
Die langfristige, hochdosierte Einnahme von Vitamin-A-Präparaten kann zu Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, gesteigerter Reizbarkeit, Schwindel, erhöhtem Hirndruck sowie zu Leber- und Knochenschäden (beispielsweise schmerzhafte Wucherungen der Knochenhaut) führen. Daher müssen behandlungsfreie Intervalle eingeschaltet und die Dosierungsanleitung genau beachtet werden.

Eine Überdosierung kann durch den Einsatz von Betacarotin (Provitamin A) vermieden werden, denn dies wird im Körper nur bei Bedarf in Vitamin A umgewandelt.

Welche Wechselwirkungen zeigt Vitamin A?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Tretinoin und verwandten Arzneistoffen gegen Akne (Retinoid-Therapie) besteht die Gefahr einer Vitamin-Überdosierung.

Tetrazykline können die schon bestehende Gefahr einer Hirndruckerhöhung durch Vitamin A verstärken. Neomycinsulfat (ein Antibiotikum), Colestyramin und Colestipol (Wirkstoffe zur Behandlung von Fettstoffwechselstörungen) können die Vitamin-A-Aufnahme in den Körper hemmen.

Das Vitamin kann die blutgerinnungshemmende Wirkung von Phenprocoumon und Warfarin verstärken.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • In der Schwangerschaft dürfen Vitamin-A-haltige Präparate nur auf Anordnung des Arztes eingesetzt werden.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

So wirkt Vitamin A

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Vitamin A. Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Vitamine, zu welcher der Wirkstoff Vitamin A gehört.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Vitamin A

Vitamin-A-Präparate werden eingesetzt, um einer Unterversorgung mit dem Vitamin A entgegenzuwirken, die durch geeignete Ernährung allein nicht behoben werden kann.

Ein Vitamin-A-Mangel kann bei sehr einseitiger Nahrungsaufnahme (kein Obst und Gemüse, keine tierischen Produkte), extrem fettarmer Kost, chronischen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn sowie infolge von Leberfunktionsstörungen auftreten.

Typische Vitamin-A-Mangelerscheinungen sind eine Einschränkung des Sehvermögens (insbesondere Nachtblindheit), trockene, schuppige Haut, Wachstums- und Entwicklungsstörungen bei Kindern, verringerte Fruchtbarkeit sowie erhöhte Infektanfälligkeit.

Zur Behebung einer Unterversorgung werden Vitamin-A-Präparate innerlich angewendet und beispielsweise als Kapseln, Dragees oder Tropfen eingenommen.

In der Augenheilkunde dienen Vitamin-A-haltige Arzneimittel der Behandlung von Veränderungen der Bindehaut oder der Hornhaut, die auf einen Vitaminmangel zurückzuführen sind. In diesem Fall kommen Augensalben oder -tropfen zur Anwendung.

Als Inhaltsstoff von Salben oder Cremes wird Vitamin A traditionell zur Behandlung trockener Haut sowie zur Unterstützung der Hautfunktion angewendet. Bei der Therapie von Akne können Vitamin-A-haltige Zubereitungen den Heilungsprozess unterstützen.

Vitamin A wird in Fettemulsionen zur parenteralen Ernährung (Ernährung durch Nährstoffgabe per Infusion in die Blutbahn) eingesetzt.

Tierische Produkte wie Milch, Käse, Eier und Fleisch, insbesondere Leber, sind reich an Vitamin A. Dunkelgrünes und rötliches Gemüse und orangefarbenes Obst enthalten Betacarotin (Provitamin A), das der Körper bei Bedarf in Vitamin A umwandelt.

In der Nahrung enthaltenes Vitamin A wird über den Darm in den Körper aufgenommen und in der Leber gespeichert. Betacarotin wird bei ausreichender Vitamin-A-Versorgung im Gewebe (vor allem in der Haut) eingelagert; die Haut wird dadurch gelblich-orange eingefärbt.

Vitamin A ist ferner allein oder gemeinsam mit anderen Vitaminen in Nahrungsergänzungsmitteln zur Vorbeugung gegen allgemeinen Vitaminmangel enthalten. Bei Verwendung dieser Mittel kann es zu Überdosierungen kommen. Um das auszuschließen, ist vor einer langfristigen Anwendung eine Rücksprache mit dem Arzt sinnvoll.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Vitamin A sind vertiefende Informationen verfügbar:

    Wirkungsweise von Vitamin A

    Vitamin A (Retinol) ist ein fettlösliches Vitamin, das an vielen Stoffwechselvorgängen im Körper beteiligt ist. Es ist notwendig für Wachstum, Entwicklung und Fortpflanzung (Eizellen- und Spermienreifung), für die Blutbildung im Knochenmark, für den Aufbau und die Funktion von Haut und Schleimhäuten sowie für den Sehvorgang, da es Baustein des Sehfarbstoffs ist.

    Weiterhin ist Vitamin A ein so genanntes Antioxidans. Darunter versteht man Stoffe, die aggressive Stoffwechselverbindungen (freie Radikale) binden und unschädlich machen. Solche Verbindungen können Zellen schädigen und die Entstehung von Krebs begünstigen.


    Disclaimer:
    Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.