Tollwut-Impfstoff, inaktiviert

Allgemeines

Der Impfstoff wird verwendet, um nach Kontakt mit einem möglicherweise tollwütigen Lebewesen den Ausbruch der Krankheit zu verhindern.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • körpereigene Abwehr gegen Tollwut bilden
  • Ausbruch der Tollwut verhindern

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Tollwut-Impfstoff, inaktiviert im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Tollwut-Impfstoff, inaktiviert nicht verwendet werden?

Der Impfstoff wird unter Zuhilfenahme von Antibiotika in Hühnereiern gezüchtet. Bei schwerer Überempfindlichkeit auf Hühnereiweiß, Neomycin, Chlortetracyclin und Amphotericin B sollte keine vorbeugende Impfung mit dem Wirkstoff vorgenommen werden. Hat allerdings ein Kontakt mit einem tollwütigen Lebewesen stattgefunden, muss der Impfstoff trotzdem verwendet werden.

Bei Personen mit akuten fiebrigen Erkrankungen sollte die Impfung verschoben werden. Ein einfacher Schnupfen oder grippaler Infekt ist allerdings kein Grund dazu.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

In keinem Fall wurden bisher Schädigungen bei Anwendung des Wirkstoffs während der Schwangerschaft beobachtet. Obwohl nicht bekannt ist, ob er in die Muttermilch übergeht, konnte kein Risiko für den Säugling festgestellt werden. Inaktivierter Tollwut-Impfstoff kann während der Schwangerschaft und Stillzeit verabreicht werden, wenn nach Kontakt mit einem tollwütigen Lebewesen eine Vorbeugung erforderlich ist.

Der Impfstoff kann auch rein vorbeugend (beispielsweise für eine Reise in ein Tollwut-Gebiet) während der Schwangerschaft und Stillzeit verabreicht werden, wenn der Arzt den Nutzen größer einschätzt als ein mögliches Risiko für das Kind.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Auch Kinder können mit dem Wirkstoff geimpft werden.

Welche Nebenwirkungen kann Tollwut-Impfstoff, inaktiviert haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Tollwut-Impfstoff, inaktiviert. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sehr häufige Nebenwirkungen:
an der Injektionsstelle: Schmerzen, Reaktionen, Verhärtung, Anschwellen.

Häufige Nebenwirkungen:
Schwäche, Unwohlsein, Fieber, Schüttelfrost, Ermüdung, Grippe-ähnliche Erkrankung, Lymphknotenschwellung, Kopfschmerzen, Ausschlag, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden.
an der Injektionsstelle: Rötungen.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Schwindel.

Seltene Nebenwirkungen:
Kreislaufreaktionen (wie Herzklopfen oder Hitzewallung), Sehstörungen, nervliche Missempfindungen.

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Drehschwindel, Erkrankungen des Nervensystems (wie Lähmungen oder Guillain-Barré-Syndrom), Überempfindlichkeitsreaktionen (wie allergischer Schock, Bronchialkrämpfe, Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme), Nesselsucht, Juckreiz), Serumkrankheit.

Welche Wechselwirkungen zeigt Tollwut-Impfstoff, inaktiviert?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Bei Patienten mit geschwächter körpereigener Abwehr, einschließlich derer, die eine Therapie mit abwehrschwächenden Wirkstoffen erhalten, kann der Impferfolg eingeschränkt sein.

Bei der Behandlung eines akuten Tollwut-Kontakts kann die Gabe von Tollwut-Immunglobulin (passive Impfung) zur Behandlung notwendig sein, aber die Wirkung des gleichzeitig verabreichten Tollwut-Impfstoffes (aktive Impfung) abschwächen. Daher ist es wichtig, dass das Tollwut-Immunglobulin nur einmalig und unter Einhaltung der empfohlenen Dosierung vom Arzt verabreicht wird.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Bei Mehrfach-Impfungen sollte immer nur der Impfstoff eines Herstellers verwendet werden.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Tollwut-Impfstoff, inaktiviert?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Tollwut-Impfstoff, inaktiviert enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform
Trockensubstanz

So wirkt Tollwut-Impfstoff, inaktiviert

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Tollwut-Impfstoff, inaktiviert. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Immunstärkende und -schwächende Mittel, Impfstoffe, zu welcher der Wirkstoff Tollwut-Impfstoff, inaktiviert gehört.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Tollwut-Impfstoff, inaktiviert

Der Impfstoff wird verwendet, um nach Kontakt mit einem möglicherweise tollwütigen Lebewesen den Ausbruch der Krankheit zu verhindern.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Tollwut-Impfstoff, inaktiviert sind vertiefende Informationen verfügbar:

    Wirkungsweise von Tollwut-Impfstoff, inaktiviert

    Die Tollwut ist eine seit Jahrtausenden bekannte Virusinfektion. Sie löst bei Tieren und Menschen eine akute, fast immer tödliche Enzündung des Gehirns aus. Verantwortlich dafür ist beim Menschen meist das Rabiesvirus.

    Die meisten Arten warmblütiger Tiere können von diesem Virus infiziert werden. Träger und Überträger von Tollwut sind häufig Füchse und Hunde, aber auch Katzen, Frettchen, Dachse, Waschbären, Eichhörnchen, Stinktiere, Rehwild, Wölfe und Fledermäuse können tollwütig werden. Vögel bekommen sehr selten Tollwut, da ihre Körpertemperatur höher liegt als es für eine optimale Vermehrung des Virus notwendig ist. Tollwut zeigt sich typischerweise in dem Bild des rasenden Tieres mit Schaum vor dem Maul, kann sich aber auch in einer Form zeigen, bei welcher sich das angesteckte Tier unnatürlich ruhig und zurückgezogen verhält.

    Die Ansteckung erfolgt direkt durch Bisse oder Kratzer, in die der Speichel des erkrankten Lebewesens mit den Viren gelangt. Dringen die Erreger mit dem Blut bis in das Gehirn vor, führt die Infizierung mit Tollwut unweigerlich zum Tode. Der Ausbruch der Erkrankung kann durch rechtzeitige Impfung verhindert werden, wobei eine Impfung auch Stunden nach einem Biss noch erfolgreich sein kann. Für eine nachträgliche Impfung bleibt mehr Zeit, wenn die Wunde relativ weit vom Kopf entfernt ist und durch den Biss keine Venen verletzt worden sind. Dann würde das infektiöse Blut zum Herzen transportiert und von dort schnell im übrigen Körper verteilt. Bei einer Verletzung durch ein tollwutverdächtiges Tier wird zunächst eine passive Immunisierung mit fertigen Antikörpern gegen den Tollwut-Erreger gespritzt. Sie binden die Tollwut-Viren im Körper und verhindern ihre weitere Verteilung.

    Gleichzeitig beginnt man mit der aktiven Impfung. Dazu und auch bei der rein vorbeugenden Impfung kommt der Tollwut-Impfstoff zum Einsatz. Er besteht aus inaktivierten Tollwut-Viren, die die Krankheit nicht mehr auslösen können. Der Körper bildet nach der Injektion Antikörper gegen die Viren. Die Impfung muss ein Jahr nach dem ersten Impfzyklus einmal wiederholt und danach alle fünf Jahre aufgefrischt werden.

    Disclaimer:
    Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.