Tasimelteon

Allgemeines

Tasimelteon dient der Behandlung von Störungen des Schlaf- und Wachverhaltens (Nicht-24-Stunden-Schlaf-Wach-Syndrom) bei völlig blinden Erwachsenen.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Tagesrhythmus neu einstellen
  • Wirkung von Melatonin nachahmen

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Tasimelteon im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Tasimelteon nicht verwendet werden?

Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff darf Tasimelteon nicht eingesetzt werden.

Die Einnahme darf nicht am Tag erfolgen, sondern muss der Vorbereitung zum Schlaf dienen.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Bisher gibt es keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Tasimelteon in der Schwangerschaft. In Tierexperimenten führte die Verabreichung von höheren als den normalerweise verwendeten Dosen an Tasimelteon während der Trächtigkeit zum Absterben des Fötus, zu nervlichen Verhaltensstörungen sowie Wachstums- und Entwicklungsstörungen der Nachkommen. Aus Vorsichtsgründen sollte daher eine Anwendung von Tasimelteon während der Schwangerschaft vermieden werden.

Es ist nicht bekannt, ob Tasimelteon oder seine Abbauprodukte in die Muttermilch übergehen. Ein Risiko für das gestillte Kind kann nicht ausgeschlossen werden. Der Arzt wird entscheiden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob auf die Behandlung mit Tasimelteon verzichtet werden soll/die Behandlung mit Tasimelteon zu unterbrechen ist. Dabei wird er sowohl den Nutzen des Stillens für das Kind als auch den Nutzen der Therapie für die Frau berücksichtigen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Tasimelteon bei Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahren ist nicht durch Studien erwiesen. Eine eventuelle Anwendung liegt im Ermessen des Arztes.

Welche Nebenwirkungen kann Tasimelteon haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Tasimelteon. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Kopfschmerzen.

Häufige Nebenwirkungen:
Schlafstörungen, Schlaflosigkeit, ungewöhnliche Träume, Müdigkeit, Schläfrigkeit, Schwindel, Verdauungsstörungen, Übelkeit, Mundtrockenheit, erhöhter Leberwert (ALAT).

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Albträume, Geschmackstörung, Ohrensausen, häufiges Wasserlassen, benebeltes Gefühl im Kopf, erhöhte Leberswerte (ASAT, Gamma-GT).

Welche Wechselwirkungen zeigt Tasimelteon?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Viele andere Substanzen verändern die Wirkung von Tasimelteon, da es über ein leicht beeinflussbares Enzymsystem abgebaut wird.

Gemeinsam mit dem Psychopharmakon Fluvoxamin, dem Pilzmittel Ketoconazol sowie mit den Antibiotika Ciprofloxacin und Enoxacin kann es aufgrund einer möglicherweise erheblich höheren Tasimelteon-Konzentration im Blut zu mehr Nebenwirkungen kommen. Gleiches wird für das Magenmittel Omeprazol und das Antidepressivum Moclobemid vermutet.

Andererseits kann das Tuberkulose-Mittel Rifampicin zu einer deutlich geringeren Tasimelteon-Konzentration im Blut und damit verminderter Wirksamkeit führen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Das Medikament ist nüchtern einzunehmen; bei einer fettreichen Mahlzeit sollte die Einnahme mindestens zwei Stunden später erfolgen.
  • Nach der Einnahme müssen die Patienten ihre Aktivitäten auf die Vorbereitung des Zubettgehens beschränken.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Tasimelteon?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Tasimelteon enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform

So wirkt Tasimelteon

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Tasimelteon. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen , zu welcher der Wirkstoff Tasimelteon gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Tasimelteon

Tasimelteon dient der Behandlung von Störungen des Schlaf- und Wachverhaltens (Nicht-24-Stunden-Schlaf-Wach-Syndrom) bei völlig blinden Erwachsenen.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Tasimelteon sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Tasimelteon

Der Schlaf- und Wachrhythmus des Menschen regelt sich über das Tageslicht, das durch die Augen fällt und im Gehirn verarbeitet wird. Hauptschaltstelle ist dabei der sogenannte suprachiasmatische Kern, die "innere Uhr". Sie reguliert die Tagesrhythmen von Hormonen wie Melatonin und Cortisol und die körperlichen Prozesse des Schlaf-Wach-Zyklus. Damit werden auch Stoffechselvorgänge, Herztätigkeit und Blutdruck dem jeweiligen Zustand im Wachen und im Schlaf angepasst. Bei völlig Blinden stellt sich häufig eine Verwirrung dieser Rhythmen ein, da der Hauptreiz, der Lichteinfall, fehlt.

Tasimelteon reguliert den Tagesrhythmus, indem es die innere Uhr neu einstellt. Der Wirkungsmechanismus ist noch nicht gänzlich aufgeklärt. Sicher ist, dass Tasimelteon wie das Hormon Melatonin an entsprechenden Bindungsstellen (Rezeptoren) andockt und wirkt. Man vermutet, dass diese sogenannten MT1- sowie MT2-Rezeptoren an der Kontrolle des Tagesrhythmus beteiligt sind.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.