Pirenzepin

Allgemeines

Pirenzepin wird zur Behanldung von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren eingesetzt. Die Behandlung kann Beschwerden, die bei einem Magenkrebs auftreten, verschleiern und dadurch die Feststellung dieser Erkrankung verzögern. Daher wird der Arzt besonders vor der Behandlung von Magengeschwüren durch geeignete Maßnahmen untersuchen, ob eine bösartige Erkrankung vorliegt.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Ausschüttung von Magensaft vermindern
  • Säurebildung hemmen
  • Schleimhautschäden an Magen und Zwölffingerdarm heilen

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Pirenzepin im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Pirenzepin nicht verwendet werden?

Pirenzepin darf nicht angewendet werden bei Überempfindlichkeit
gegen den Wirkstoff und bei Patienten mit Darmlähmung.

Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt und unter seiner Kontrolle darf der Wirkstoff eingesetzt werden bei
  • Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance unter 30 Milliliter/Minute), weil sie gegebenenfalls eine geringere Dosis benötigen
  • Grünem Star, gutartiger Prostatavergrößerung oder Herzrasen, weil die Behandlung bei Auftreten von Sehstörungen oder Harnverhalt zu beenden ist.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Zur Anwendung von Pirenzepin bei Schwangeren wurden keine Studien erstellt. Tierexperimente ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche Wirkungen in Bezug auf die Nachkommen. Als Vorsichtsmaßnahme ist jedoch die Anwendung während der Schwangerschaft zu vermeiden.

Pirenzepin tritt, wenn auch nur in geringen Mengen, in die Muttermilch über. Typische Nebenwirkungen wie Herzrasen können daher beim Säugling auftreten. Die Anwendung des Wirkstoffs ist daher auch während der Stillzeit zu vermeiden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die Unbedenklichkeit und Wirksamkeit von Pirenzepin bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist nicht nachgewiesen. Daher ist die Bahandlung dieser Altersgruppe mit dem Wirkstoff verboten.

Welche Nebenwirkungen kann Pirenzepin haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Pirenzepin. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Mundtrockenheit.

Häufige Nebenwirkungen:
Durchfall, Verstopfung, Hautausschlag, Kopfschmerzen, Störungen des Scharfsehens.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Harnverhalt.

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Verwirrtheitszustände.

Nebenwirkungen unbekannter Häufigkeit:
Herzschlagänderungen (vor allem Herzrasen), allergische Reaktionen, Überempfindlichkeitsreaktionen.

Besonderheiten:
Beim Auftreten von Nebenwirkungen wie Sehstörungen oder Harnverhalt ist die Behandlung mit Pirenzepin zu beenden.

Welche Wechselwirkungen zeigt Pirenzepin?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Pirenzepin mit H2-Rezeptorenblockern wird die Hemmung der Magensäure-Ausschüttung deutlich verstärkt.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Beim Auftreten von Nebenwirkungen wie Sehstörungen oder Harnverhalt ist die Behandlung mit dem Medikament zu beenden.
  • Das Medikament kann Störungen des Scharfsehens hervorrufen, die Autofahren, das Bedienen von Maschinen und Arbeit ohne sicheren Halt gefährlich machen.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Pirenzepin?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Pirenzepin enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform

So wirkt Pirenzepin

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Pirenzepin. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Muscarinrezeptor-Antagonisten, Mittel gegen zu viel Magensäure, zu welcher der Wirkstoff Pirenzepin gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Pirenzepin

Pirenzepin wird zur Behanldung von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren eingesetzt. Die Behandlung kann Beschwerden, die bei einem Magenkrebs auftreten, verschleiern und dadurch die Feststellung dieser Erkrankung verzögern. Daher wird der Arzt besonders vor der Behandlung von Magengeschwüren durch geeignete Maßnahmen untersuchen, ob eine bösartige Erkrankung vorliegt.

Ein Auslöser für Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre kann auch die Infektion mit dem Keim Helicobacter pylori sein. Daher wird der Arzt immer zunächst auch versuchen, diesen Erreger nachzuweisen. Wird dieses Bakterium festgestellt, kann erst eine sogenannte Ausrottungsbehandlung erfolgen, da in der Regel bei erfolgreicher Anwendung einer derartigen Therapie auch das Geschwür abheilt.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Pirenzepin sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Pirenzepin

Pirenzepin gehört zur Wirkstoffgruppe der Muskarinrezeptor-Antagonisten. Das heißt, es blockiert diejenigen Rezeptoren im Körper, an die der Nervenbotenstoff Acetylcholin bindet. Abhängig von der Dosis vermindert Pirenzepin – vor allem über eine Herabsetzung der Sekretmenge, weniger über eine Beeinflussung der Säure-Konzentration – die Bildung von Magensaft.

Im Gegensatz zu den klassischen Muskarinrezeptor-Antagonisten wie Atropin bindet Pirenzepin nicht gleich stark an die verschiedenen Arten von Muskarinrezeptoren. An den Rezeptoren des Herzens (M2-Rezeptoren) und der glatten Muskulatur der inneren Organe (M3-Rezeptoren) ist seine Wirkung geringer als an denen der Drüsen (M3-Rezeptoren) und denen der Hirnrinde und der Nervenknoten (M1-Rezeptoren). Pirenzepin wirkt, je nach Dosis, recht gezielt auf die M1-Muskarinrezeptoren der Nervenzellen und säurebildenden Belegzellen des Magens. Bei ansteigender Dosierung von Pirenzepin werden jedoch auch andere Muskarinrezeptoren besetzt und dadurch das Auftreten von Nebenwirkungen verursacht, die denen des Atropins ähneln (Sehstörungen, Herzrasen, Mundtrockenheit, Erwärmung, Trockenheit und Rötung der Haut, Harnverhalt, Darmverschluss, Unruhe oder Schläfrigkeit).

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.