Methocarbamol

Allgemeines

Methocarbamol wird eingesetzt, um Muskelverspannungen und Krämpfe zu lösen. Solche Verspannungen treten zum Beispiel bei Erkrankungen wie Hexenschuss auf.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Muskelkrämpfe lösen
  • Muskelspannungen verringern
  • Reizweiterleitung im Rückenmark hemmen

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Methocarbamol im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Methocarbamol nicht verwendet werden?

Methocarbamol darf nicht angewendet werden bei
  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
  • Patienten, die sich im Koma oder ähnlichen bewußtseinsgetrübten Zuständen befinden
  • Gehirnerkrankungen wie zum Beispiel Epilepsie
  • Myasthenia gravis.
Bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen darf Methocarbamol nur nach ärztlicher Nutzen-Risiko-Abwägung und unter steter Kontrolle gegeben werden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Methocarbamol darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, da es keine ausreichenden Erfahrungen mit einer Anwendung in der Schwangerschaft gibt. Es wurden auch nicht im ausreichenden Maße Tierversuche zu den Auswirkungen auf Schwangerschaft, Entwicklung des Ungeborenen, Geburt und Entwicklung des Neugeborenen angestellt, um das Risiko für den Menschen abzuschätzen.

Es ist nicht bekannt, ob Methocarbamol und/oder seine Stoffwechselprodukte beim Menschen in die Muttermilch übergehen. Bei Hunden werden sie in die Milch ausgeschieden. Methocarbamol darf daher auch in der Stillzeit nicht angewendet werden. Wenn der Arzt den Einsatz für unumgänglich hält, sollte abgestillt werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Kinder unter zwölf Jahren dürfen nicht mit Methocarbamol behandelt werden.

Welche Nebenwirkungen kann Methocarbamol haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Methocarbamol. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Tabletten
Seltene Nebenwirkungen:
Kopfschmerzen, Fieber, Gesichtsschwellungen (angioneurotisches Ödem), Übelkeit und Erbrechen, Schwindel, Juckreiz, Hautausschlag, Nesselsucht, Bindehautentzündung, Nasenschleimhautschwellung.

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Sehstörungen, Benommenheit, Zittern, Unruhe, Angst, Verwirrtheit,
Essensverweigerung.

Injektion, Infusion
Seltene Nebenwirkungen:
Kopfschmerz, Fieber, angioneurotisches Ödem, niedriger Blutdruck, Schwindel, Metallgeschmack, Juckreiz, Hautausschlag, Nesselsucht, Bindehautentzündung, Nasenschleimhautschwellung.

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Hitzewallung, allergische Reaktionen, Herzschlagverlangsamung, Bewusstseinsverlust, Übelkeit und Erbrechen, Augenzittern, Sehstörungen, Doppeltsehen, Benommenheit, Zittern, Krampfanfall, Unruhe, Angst, Verwirrtheit, Essensverweigerung.

Besonderheiten:
Durch zu hohe Injektionsgeschwindigkeit bei Gabe als Spritze kann der Wirkstoff gelegentlich Benommenheit, Schwindelanfälle, Mattigkeit und leichte Übelkeit auslösen.

Spritzen in den Muskel verursachen gelegentlich ein Brennen an der Injektionsstelle.

Welche Wechselwirkungen zeigt Methocarbamol?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Alkohol und andere Wirkstoffe, die die Gehirntätigkeit abdämpfen und müde machend wirken, können in ihrer Wirkung verstärkt werden sowie die Nebenwirkungen des Methocarbamols verstärken. Solche Wirkstoffe sind zum Beispiel:Abschwächend wirkt Methocarbamol hingegen auf den Wirkstoff Pyridostigmin, der zur Behandlung von Myasthenia gravis und als Gegenmittel gegen Muskelrelaxanzien genutzt wird.

Methocarbamol kann Tests auf Hydroxyindolessigsäure (5-HIAA) und Vanillinmandelsäure (VMA) verfälschen, die beide eine Rolle bei Untersuchungen auf Krebserkrankungen spielen.


Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Bei Einnahme von Alkohol während der Behandlung mit dem Medikament kann es zu einer unerwünschten Wirkungsverstärkung kommen.
  • Das Medikament kann Tests auf Hydroxyindolessigsäure (5-HIAA) und Vanillinmandelsäure (VMA) verfälschen, die zur Krebsdiagnostik herangezogen werden.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Methocarbamol?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Methocarbamol enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

So wirkt Methocarbamol

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Methocarbamol. Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Muskelrelaxanzien, zu welcher der Wirkstoff Methocarbamol gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Methocarbamol

Methocarbamol wird eingesetzt, um Muskelverspannungen und Krämpfe zu lösen. Solche Verspannungen treten zum Beispiel bei Erkrankungen wie Hexenschuss auf.

Der Wirkstoff wird in Form von Tabletten eingenommen, als Injektion gespritzt oder als Infusion gegeben.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Methocarbamol sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Methocarbamol

Methocarbamol gehört zur Gruppe der Muskelrelaxanzien. Durch die muskelentspannende Wirkung des Wirkstoffs werden die Beschwerden bei Hexenschuss, Bandscheibenverletzung und Muskel- und Sehnenzerrung gelindert.

Bei einer krankhaften Verkrampfung der Muskulatur können fehlerhafte Kontrollmechanismen im Gehirn oder Rückenmark die Ursache sein. Beispielsweise werden bestimmte Nerven andauernd aktiviert. Diese Nerven geben ihre Signale weiter zu anderen Nerven, bis das Signal bei einer Muskelzelle ankommt. Dieser Muskel spannt sich daraufhin an. Lassen die von den Nervenzellen kommenden Signale nicht nach, entsteht durch die dauerhafte Anspannung des Muskels ein Krampf.

Die Wirkung von Methocarbamol setzt im Rückenmark an. Der Wirkstoff verhindert die Weiterleitung von Reizen, die aus dem Gehirn durch das Rückenmark zum Muskel ziehen. Methocarbamol hemmt die Reizübertragung zwischen den Nerven im Rückenmark, so dass keine Signale bis zu den Muskeln weitergeleitet werden. Diese Hemmung findet zwischen verschiedenen Nervenzellen, aber nicht am Übertragungsort zwischen Nerv und Muskel statt.

Der Wirkstoff lindert Krämpfe, die durch eine ständige Reizung der Muskelfasern hervorgerufen werden. Dabei wird die Bewegungsfähigkeit und die Kraft der Muskulatur nicht beeinflusst. Auch die Aktivität der glatten Muskulatur der inneren Organe wird nicht unterdrückt.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.