Lavendelöl

Allgemeines

Lavendel wird als Lavendelblüten und Lavendelöl schon jahrhundertelang in Haushalt, Küche und Medizin eingesetzt. In der Medizin werden die getrocknete Pflanze (in Tees oder Bädern) oder das extrahierte Lavendelöl (in Einreibungen, Tropfen, Bädern oder in Kapseln zum Einnehmen) verwendet. Die meisten medizinischen Anwendungen des Lavendelöls beruhen daher auf Erfahrung und traditioneller Anwendung. Wie bei vielen anderen Pflanzenwirkstoffen gibt es erst wenige klinische Prüfungen nach heutigen Standards.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Motten vertreiben
  • Mücken und Insekten abwehren
  • Schlafstörungen behandeln
  • Unruhezustände dämpfen
  • Beschwerden im Magen mindern
  • Erschöpfungszustände behandeln
  • rheumatische Beschwerden mindern
  • Schleim lösen
  • Verspannungen und Krämpfe lindern
  • Menstruationsbeschwerden behandeln
  • Blähungen behandeln

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Lavendelöl im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Lavendelöl nicht verwendet werden?

Bei Allergie gegen Lavendel darf Lavendelöl nicht verwendet werden. Weitere Gegenanzeigen und Anwendungsbeschränkungen sind bisher aufgrund fehlender Untersuchungen nicht bekannt.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Es liegen keine Untersuchungen zur Anwendung in der Schwangerschaft oder Stillzeit vor, daher ist von einer innerlichen Einnahme des Öls während dieser Zeit sicherheitshalber abzuraten. Obwohl die äußerliche Anwendung als Einreibung, Massageöl oder Badezusatz in der Schwangerschaft verbreitet ist, sind diese Anwendungen nicht geprüft.

Auch so genannte "Milchbildungstees" enthalten zum Teil Lavendelblüten, ebenso ist das Lavendelöl Bestandteil von Massageölen, die die Brust zum Stillen vorbereiten sollen. Die Einnahme von Lavendelöl in konzentrierter Form sollte allerdings beim Stillen unterbleiben.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Es liegen keine Untersuchungen zur Anwendung von Lavendelöl bei Kindern vor. Deshalb sollte die innerliche Anwendung auf Personen über 18 Jahren beschränkt werden.

Welche Nebenwirkungen kann Lavendelöl haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Lavendelöl. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Bei der Einname kommt es häufig zu Aufstoßen und Übelkeit. Die Übelkeit tritt meistens vorübergehend auf oder kann vorübergehend durch die Behandlung
verstärkt werden.

Für die äußerliche Anwendung sind keine Nebenwirkungen bekannt.

Welche Wechselwirkungen zeigt Lavendelöl?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Die Einnahme von Lavendelöl kann womöglich die Wirksamkeit von Substanzen beeinflussen, die über den GABA-Rezeptor wirken. Dazu gehören Barbiturate und Benzodiazepine. Bisher gibt es dazu allerdings noch keine Studien. Dennoch sollten diese Wirkstoffe nicht gleichzeitig mit Lavendeöl eingenommen
werden.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind bei äußerlicher Anwendung bisher aufgrund fehlender Untersuchungen nicht bekannt.

Allergische Reaktionen auf Medikamente

Manchmal lösen Arzneimittel allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion auf Lavendelöl wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.


Welche Medikamente beinhalten Lavendelöl?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Lavendelöl enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform
Weichkapseln

So wirkt Lavendelöl

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Lavendelöl. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen , zu welcher der Wirkstoff Lavendelöl gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Lavendelöl

Lavendel wird als Lavendelblüten und Lavendelöl schon jahrhundertelang in Haushalt, Küche und Medizin eingesetzt. In der Medizin werden die getrocknete Pflanze (in Tees oder Bädern) oder das extrahierte Lavendelöl (in Einreibungen, Tropfen, Bädern oder in Kapseln zum Einnehmen) verwendet. Die meisten medizinischen Anwendungen des Lavendelöls beruhen daher auf Erfahrung und traditioneller Anwendung. Wie bei vielen anderen Pflanzenwirkstoffen gibt es erst wenige klinische Prüfungen nach heutigen Standards.

Aufgrund der beruhigenden Wirkung des Lavendels kommt das Öl bei nervöser Unruhe und der Tee bei Einschlafstörungen zum Einsatz.

Die folgenden Einsatzgebiete beruhen auf Überlieferung, traditioneller Anwendung oder sind speziellen Therapierichtungen zuzuordnen: Lavendelöl soll bei Verdauungs- und Menstruationsbeschwerden Krämpfe und Verspannungen lösen, Blähungen austreiben sowie den Gallenfluss anregen. Bei Husten wird Lavendelöl auch als Schleimlöser eingesetzt.

Weil es bei äußerlicher Anwendung die Durchblutung verbessern soll, kann Lavendelöl auch gegen rheumatische Beschwerden verwendet werden. Außerdem besitzt es eine bakterienhemmende Wirkung und wird daher bei kleinen Wunden, leichten Sonnenbränden und auch bei Juckreiz genommen.

In den meisten Fällen jedoch wird Lavendel in Arzneimitteln mit anderen Pflanzen, die die jeweilige Wirkung unterstützen, kombiniert.

Neben der medizinischen Anwendung kann Lavendelöl als sogenanntes Repellent vor Mücken und anderen Insekten schützen oder Motten vom Kleiderschrank fernhalten. Lavendelöl ist eines der wenigen Öle, die man direkt auf die Haut auftragen darf.

Eine wichtige Rolle spielt Lavendelöl in der Kosmetikindustrie, wo es vielfältig als Duftstoff eingesetzt wird. Am häufigsten kommt hier allerdings das Öl des Spiklavendels, das Spiköl, zur Anwendung.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Lavendelöl sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Lavendelöl

Das Wirkprinzip der verschiedenen Inhaltsstoffe des Lavendels und Lavendelöls ist bisher nicht ausreichend erforscht. Inzwischen sind über 100 verschiedene Substanzen identifiziert, darunter die ätherischen Öle Linalool und Linalylacetet. Außerdem enthält Lavendel spezielle Gerbstoffe, Cumarine und Flavonoide.

Bei der Einnahme zeigte Lavendelöl in Tierexperimenten angstlösende, antidepressive und beruhigende Eigenschaften. Der Wirkmechanismus ist heute noch nicht ganz aufgeklärt. Man vermutet aber, dass Lavendelöl die Bindungsstellen für den Nervenbotenstoff GABA (Gamma-Aminobuttersäure) empfindlicher auf GABA reagieren lässt. Da GABA gewissermaßen ein körpereigenes Beruhigungsmittel ist, erklärt sich dadurch die Wirkung des Lavendelöls.

Bei äußerlicher Anwendung gelangen einige der Inhaltsstoffe des Öls durch die Haut in den Körper, wirken sich beruhigend auf die Psyche aus, lösen Krämpfe und entblähen. Andere entfalten ihre durchblutungsfördernde und antiseptische (bakterienabtötende) Wirkung direkt auf der Haut.

Hinweise auf dem Etikett zur Herstellung des Öls nach dem Deutschen Arzneibuch (DAB) oder dem Europäischen Arzneibuch (Ph. Eur. oder Pharm. Eur.) sprechen in der Regel für eine gute Ölqualität.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.