Insulindetemir

Allgemeines

Insulindetemir wird angewendet bei Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) zur Senkung des Blutzuckerspiegels, sofern eine Behandlung mit Insulin-Analoga notwendig ist.

Welchem Zweck dient dieser Wirkstoff?

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Insulindetemir im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Insulindetemir nicht verwendet werden?

Insulindetemir darf nicht bei Überempfindlichkeit gegen diesen Wirkstoff oder andere Insuline angewendet werden.

Besondere ärztliche Vorsicht ist geboten bei Patienten mit ausgeprägtem Eiweißmangel, da Insulindetemir an Eiweiße bindet.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Insulindetemir sollte sowohl während der Schwangerschaft als auch in der Stillzeit nur nach strenger ärztlicher Abwägung von Nutzen und Risiko verabreicht werden, da bisher keine ausreichenden Unbedenklichkeits-Untersuchungen durchgeführt wurden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Bei Kindern unter sechs Jahren wurde die Wirksamkeit und Sicherheit von Insulindetemir bisher nicht untersucht. Auf eine Anwendung sollte daher in diesem Alter verzichtet werden.

Welche Nebenwirkungen kann Insulindetemir haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Insulindetemir. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Häufige Nebenwirkungen:
Unterzuckerung mit Angstgefühlen, Kaltschweißigkeit, Blässe, Zittern, Ermattung, Müdigkeit, Verwirrung, Benommenheit, Konzentrationsstörungen, Heißhunger, Kopfschmerzen, Übelkeit, Sehstörungen, Herzklopfen, Krampfanfälle, Bewusstlosigkeit; Einstichstellenreaktionen wie Hautrötung, Schwellung, Juckreiz.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Gewebswassereinlagerungen (Ödeme), Fettgewebsrückbildung (an der Einstichstelle); allergische Reaktionen mit Nesselsucht, Hautausschlag, Magenbeschwerden, Blutdruckabfall, Schweißausbrüche, Atembeschwerden, Herzklopfen, Gefäßschwellungen; Sehstörungen, Netzhauterkrankungen.

Seltene Nebenwirkungen:
Nervenbeschwerden.

Welche Wechselwirkungen zeigt Insulindetemir?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Verstärkt werden kann die Wirkung von Insulindetemir durch andere Blutzuckersenker (orale Antidiabetika) und bestimmte Schmerzmittel (Salicylate wie Acetylsalicylsäure). Auch Sulfonamide (Wirkstoffe gegen Bakterien) und einige Wirkstoffe gegen Depressionen (MAO-Hemmer) verstärken die Wirkung von Insulindetemir. Gleiches gilt für Blutdrucksenker (wie Betablocker und ACE-Hemmer), den Fettsenker Clofibrat (und seine Abkömmlinge), den Appetitzügler Fenfluramin und Alkohol.

Octreotid und Lanreotid (beides Hormonmittel gegen Akromegalie) können die Wirkung von Insulindetemir sowohl abschwächen als auch verstärken.

Abgeschwächt werden kann die Wirkung von Insulindetemir durch bestimmte Entwässerungsmittel (Thiazide und thiazidartige Entwässerungsmittel) und Glucocorticoide (Wirkstoffe gegen Entzündungen unterschiedlichster Ursache). Auch Schilddrüsenhormone, Wachstumshormone, Empfängnisverhütungsmittel und das Sexualhormon Danazol schwächen die Insulindetemirwirkung ab. Das gilt ferner für Betasympathomimetika (Wirkstoffe gegen Bronchienverengung und zu niedrigen Blutdruck).

Weiterhin kommt es zu einer Wirkungsabschwächung durch Phenothiazine (aus der Gruppe der Neuroleptika), Isonikotinsäurehydrazid (Wirkstoff gegen Tuberkulose) und Nikotinsäure (Fettsenker) sowie seine Abkömmlinge.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Der Wirkstoff darf nicht direkt in Blutgefäße gespritzt werden.
  • Unterzuckerungen sollten vermieden werden.
  • Der Wirkstoff darf nicht direkt in einen Muskel gespritzt werden.
  • Regelmäßige Blutzuckerspiegelkontrollen sollten durchgeführt werden.
  • Ärztliche Kontrollen sollten regelmäßig durchgeführt werden.
  • Das Reaktionsvermögen und damit die Fähigkeit zur Teilnahme am Straßenverkehr und zum Bedienen von Maschinen kann beeinträchtigt sein.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Insulindetemir?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Insulindetemir enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

So wirkt Insulindetemir

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Insulindetemir. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Insuline, Insulinanaloga, zu welcher der Wirkstoff Insulindetemir gehört.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Insulindetemir

Insulindetemir wird angewendet bei Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) zur Senkung des Blutzuckerspiegels, sofern eine Behandlung mit Insulin-Analoga notwendig ist.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Insulindetemir sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Insulindetemir

Insulindetemir, als lange wirksames und verzögert wirkendes Insulin-­Analogum, bewirkt nach dem gleichen Wirkmechanismus wie alle Insuline eine Blutzuckerspiegelsenkung.

In der Regel tritt die Wirkung erst ein bis zwei Stunden nach dem Spritzen unter die Haut ein und hält etwa 20 Stunden an. Insulindetemir muss daher nur ein- bis zweimal täglich verabreicht werden.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.