Dequalinium (zur Anwendung in der Scheide)

Allgemeines

Dequalinium tötet einerseits Bakterien ab, andererseits hemmt es die Vermehrung einiger Pilze und Parasiten wie beispielsweise der Trichomonaden.

Welchem Zweck dient dieser Wirkstoff?

  • Vermehrung von Trichomonaden auf der Haut der inneren und äußeren Geschlechtsorgane hemmen

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Dequalinium (zur Anwendung in der Scheide) im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Dequalinium (zur Anwendung in der Scheide) nicht verwendet werden?

Dequalinium darf nicht bei einer Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff angewendet werden.

Die Anwendung von Dequalinium darf bei jungen Mädchen nicht vor Auftreten der ersten Regelblutung sowie bei stark entzündlichen Hautveränderungen oder Geschwürbildung in der Scheide erfolgen.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Bei der Anwendung in der Scheide gelangt praktisch kein Dequalinium in den Körper der Patientin. In Studien mit schwangeren Patientinnen zeigten sich keine unerwünschten Wirkungen auf die Schwangerschaft oder das Kind. Außerdem ergeben sich aus hinreichenden Erfahrungen nach der Marktzulassung keine Hinweise auf Fehl- oder Missbildungen. Falls notwendig, kann vom Arzt eine Anwendung des Wirkstoffs in der Schwangerschaft in Betracht gezogen werden. Um einen Kontakt von Neugeborenen mit Dequalinium zu vermeiden, sollten entsprechende Medikamente innerhalb von zwölf Stunden vor der Geburt nicht mehr in der Scheide verwendet werden.

Der Wirkstoff wird bei örtlicher Anwendung in der Scheide kaum in die Muttermilch übergehen. Daher sind keine schädlichen Wirkungen für gestillte Kinder zu erwarten. Deqalinium kann während der Stillzeit angewendet werden, wenn es der Arzt für notwendig hält.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Für die Anwendung von Dequalinium in der Scheide gibt es keine Studien mit Frauen unter 18 Jahren. Hier gilt die Entscheidung des Arztes.

Welche Nebenwirkungen kann Dequalinium (zur Anwendung in der Scheide) haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Dequalinium (zur Anwendung in der Scheide). Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Häufige Nebenwirkungen:
Ausfluss, Juckreiz an und in der Scheide, brennender Schmerz an und in der Scheide, Hefpilzinfektion der Scheide.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Scheidenblutung, Scheidenschmerz, Bakterieninfektion der Scheide, Pilzinfektion der Haut, Scheidenentzündung, Entzündung an und in der Scheide, Kopfschmerzen, Übelkeit.

Nebenwirkungen unbekannter Häufigkeit:
Scheidenhautgeschwüre, wunde Scheidenhaut, Gebärmutterblutung, Rötung, trockene Scheide, Harnblasenentzündung, Fieber, allergische Reaktionen.

Welche Wechselwirkungen zeigt Dequalinium (zur Anwendung in der Scheide)?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Waschaktive Substanzen wie Seifen, Detergenzien und Tenside können die bakterientötende Wirkung von Dequalinium abschwächen. Daher wird bei der Anwendung in der Scheide vom gleichzeitigen Einsatz von Seifen, Spermiziden oder Vaginalduschen (Vaginalspülungen) abgeraten.

Dequalinium beeinträchtigt nicht die Sicherheit von Latexkondomen. Für latexfreie Kondome und andere Produkte zur Anwendung in der Scheide wie Diaphragmen gibt es keine Erkenntnisse aus Studien. Daher wird die gleichzeitige Verwendung von latexfreien Kondomen und Diaphragmen mit Dequalinium nicht empfohlen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Bei Hautentzündungen beziehungsweise allergischen Hautreaktionen muss die Therapie abgebrochen werden.
  • Die Behandlung sollte mindestens sechs Tage lang erfolgen, selbst wenn dann keine Beschwerden mehr bestehen.
  • Die Behandlung ist während der Regel auszusetzen.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Dequalinium (zur Anwendung in der Scheide)?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Dequalinium (zur Anwendung in der Scheide) enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform
Creme

So wirkt Dequalinium (zur Anwendung in der Scheide)

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Dequalinium (zur Anwendung in der Scheide). Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe antiseptische Mittel, zu welcher der Wirkstoff Dequalinium (zur Anwendung in der Scheide) gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Dequalinium (zur Anwendung in der Scheide)

Dequalinium tötet einerseits Bakterien ab, andererseits hemmt es die Vermehrung einiger Pilze und Parasiten wie beispielsweise der Trichomonaden.

Dequalinium wird als antiseptisches Mittel für die Behandlung der Trichomonadeninfektion der Scheide eingesetzt. Dafür steht der Wirkstoff in Vaginaltabletten (Anwendung auf der Vaginalhaut) zur Verfügung.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Dequalinium (zur Anwendung in der Scheide) sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Dequalinium (zur Anwendung in der Scheide)

Dequalinium ist ein lokal anwendbares antiseptisches Mittel aus der Gruppe der Chinolin-Derivate. Es tötet Bakterien ab und wirkt hemmend auf die Vermehrung verschiedener Mikroorganismen und Krankheitserreger. Dabei besitzt es ein breites Wirkungsspektrum gegen viele Bakterien- und Pilzarten, vor allem gegen Hefepilze (Candida), sowie gegen einige Protozoen (beispielsweise Trichomonaden).

Dequalinium wird auch gegen Erreger eingesetzt, die gegen Antibiotika wie Sulfonamide unempfindlich geworden sind. Die Entwicklung von Resistenzen gegen Dequalinium wurde bisher nicht beobachtet.

Die antimikrobielle Wirkung von Dequalinium wird durch eine Änderung der Durchlässigkeit der Bakterien- beziehungsweise der Pilz-Zellmembranen für Nährstoffe erklärt. Dadurch kommt es in den Zellen zu einer verringerten Stoffwechselaktivität und letztlich zum Absterben der Zellen.

Dequalinium bleibt über einen längeren Zeitraum an feuchter Haut und Schleimhaut haften. Daher eignet sich der Wirkstoff auch zur Behandlung der Scheide.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.