Dacomitinib

Allgemeines

Dacomitinib wird als Einzelsubstanz zur Behandlung von nicht-kleinzelligem Lungenkrebs eingesetzt. Der Krebs muss allerdings schon örtlich fortgeschritten sein oder bereits Tochtergeschwulste (Metastasen) gebildet haben.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • den Rezeptor für epidermale Wachstumsfaktoren blockieren
  • Wachstum und Vermehrung von Krebszellen behindern

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Dacomitinib im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Dacomitinib nicht verwendet werden?

Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff darf Dacomitinib nicht verabreicht werden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Eine Schwangerschaft ist währedn der Therapie mit Dacomitinib unbedingt zu vermeiden, weil der Wirkstoff bei den Ungeborenen schwere Schädigungen hervorrufen kann. Frauen im gebärfähigen Alter, die ihn erhalten, sollten während und für mindestens 17 Tage nach der Behandlung eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden.

Es ist nicht bekannt, ob Dacomitinib oder dessen Abbauprodukte in die Muttermilch übergehen. Da viele Wirkstoffe in die Muttermilch gelangen und wegen der möglichen schwerwiegenden Nebenwirkungen beim gestillten Kind sollte während der Behandlung mit Dacomitinib nicht gestillt werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Dacomitinib bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist nicht durch klinische Studien erwiesen. Da Lungenkrebs in dieser Altersgruppe nicht vorkommt, ist eine Anwendung verboten.

Welche Nebenwirkungen kann Dacomitinib haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Dacomitinib. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sehr häufige Nebenwirkungen:
verminderter Appetit, Kalium-Mangel in Blut, Bindehautentzündung, Durchfall, Mundschleimhautentzündung, Übelkeit und Erbrechen, Ausschlag, Missempfindungen an Hand- und Fußflächen, Hauteinrisse, trockene Haut, Juckreiz, Nagelerkrankung, Haarausfall, Erschöpfung, Schwäche, erhöhte Leberwerte, Gewichtsabnahme

Häufige Nebenwirkungen:
Austrocknung, Schmeckstörung, Hornhautentzündung, Lungenentzündung (interstitielle Pneumonie), Hautabschälung, Überbehaarung

Besonderheiten:
Alle Patienten mit akutem Auftreten oder unerklärlicher Verschlechterung von Atemnot, Husten oder Fieber sollten sofort ihren Arzt aufsuchen. Bis zum Vorliegen der Ergebnisse ist die Behandlung mit Dacomitinib zu unterbrechen. Falls eine Lungenentzündung bestätigt wird, darf die Dacotinib-Therapie nicht fortgesetzt werden.

Möglicherweise wird eine Unterbrechung der Behandlung und/oder eine Dosisverminderung von Dacomitinib erforderlich, wenn starker und anhaltender Durchfall auftritt. Dazu ist ein Art zu befragen.

In Hautbereichen, die Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind, kann es durch die Therapie zu Ausschlag sowie Hauterkrankungen kommen oder sie verschlimmern sich dort. Setzen Sie sich daher nur mit schützender Kleidung und Sonnenschutzmitteln der Sonne aus.

Während der Therapie ist eine regelmäßige ärztliche Überwachung der Leberwerte nötig. Bei Patienten, deren Werte bei der Behandlung mit Dacomitinib stark ansteigen, wird der Arzt die Anwendung abbrechen.

Welche Wechselwirkungen zeigt Dacomitinib?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Die Wasserlöslichkeit von Dacomitinib ist abhängig vom Säuregrad. Medikamente, die den Magen weniger sauer machen, können die Wirkung beeinträchtigen. Dacomitinib sollte daher zwei Stunden vor oder mindestens zehn Stunden nach der Einnahme von H2-Blockern (zur Säurehemmung im Magen) eingenommen werden.

Dacomitinib hemmt ein Enzym, das am Abbau vieler Wirkstoffe beteiligt ist. Dadurch kann es bei diesen zu einer Verstärkung der Wirkungen und Nebenwirkungen kommen. Beispiele solcher Wirkstoffe sind die Hustenmittel Dextromethorphan und Codein, das Zytostatikum Tamoxifen, manche Betablocker, und andere Blutdrucksenker, viele Neuroleptika, Ondansetron (gegen Übelkeit) und weitere. Der Arzt wird die gemeinsame Verschreibung meiden oder nur sehr vorsichtig dosieren.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Zur Vorbeugung trockener Haut sollte ab Beginn der Behandlung eine Feuchtigkeitscreme benutzt werden.
  • Patienten sollten schützende Kleidung und Sonnenschutzmittel anwenden, bevor sie sich der Sonne aussetzen.
  • Es ist eine regelmäßige ärztliche Überwachung der Leberwerte nötig.
  • Kommt es zu Atemnot, Husten oder Fieber, ist die Behandlung mit dem Medikament sofort zu beenden und ein Arzt aufzusuchen.
  • Starker oder anhaltender Durchfall erfordert ärztlichen Rat und gegebenenfalls eine Dosisverminderung.
  • Während und für mindestens 17 Tage nach der Behandlung ist eine Schwangerschaft zuverlässig zu verhüten.
  • Das Medikament sollte zwei Stunden vor oder mindestens zehn Stunden nach der Einnahme von Magensäurehemmern eingenommen werden.
  • Die Behandlung mit dem Medikament darf nur durch einen erfahrenen Krebsarzt (Onkologen) begonnen und begleitet werden.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Dacomitinib?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Dacomitinib enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform

So wirkt Dacomitinib

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Dacomitinib. Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Zytostatika, zu welcher der Wirkstoff Dacomitinib gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Dacomitinib

Dacomitinib wird als Einzelsubstanz zur Behandlung von nicht-kleinzelligem Lungenkrebs eingesetzt. Der Krebs muss allerdings schon örtlich fortgeschritten sein oder bereits Tochtergeschwulste (Metastasen) gebildet haben.

Der Wirkstoff ist nur anzuwenden, wenn die Krebszellen ein spezielles Erbmerkmal aufweisen: Sie müssen eine veränderte Bindungsstelle für den epidermalen Wachstumsfaktor (EGFR) haben. Zum Nachweis dieser Veränderung wird der Arzt vor Beginn der Behandlung einen gezielten Test durchführen.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Dacomitinib sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Dacomitinib

Dacomitinib gehört zur Wirkstoffgruppe der Zytostatika.

Der Wirkstoff blockiert gezielt und unauflöslich einen Rezeptor (EGFR), an dem bei Krebszellen epidermale Wachstumsfaktoren andocken. So können sich die zu dem Rezeptor gehörigen Wachstumsfaktoren nicht an die Zelle binden, was Wachstum und Vermehrung der Krebszellen verhindert.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.