Bazedoxifen

Allgemeines

Bazedoxifen ist zur Behandlung der erhöhten Knochenbrüchigkeit (Osteoporose) bei Frauen nach den Wechseljahren gedacht. Es darf allerdings nur bei Frauen eingesetzt werden, die nachweislich ein erhöhtes Knochenbruchrisiko haben oder schon Knochenbrüche erlitten.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Folgen des Östrogenmangels ausgleichen
  • Knochenabbau bremsen
  • Wirbelsäule stärken

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Bazedoxifen im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Bazedoxifen nicht verwendet werden?

Bazedoxifen darf nicht angewendet werden bei
  • Frauen vor den Wechseljahren und bei gebärfähigen Frauen
  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
  • bestehenden oder früheren Venenverstopfungen, einschließlich tiefer Venenthrombose, Lungenembolie und Netzhaut-Venenthrombose
  • nicht ärztlich untersuchten Blutungen der Gebärmutter
  • Patientinnen mit Anzeichen oder Beschwerden eines von der Gebärmutterschleimhaut ausgehenden Krebsleidens (Endometriumkarzinom).
Nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko durch den Arzt und unter seiner steten Kontrolle darf Bazedoxifen eingesetzt werden bei
  • Frauen mit einem erhöhten Risiko für Venenverstopfungen (fortgeschrittenes Alter, Fettsucht, Bettlägerigkeit, Operationen, schwere Verletzungen und Krebsleiden)
  • Fettstoffwechselstörungen mit Überschuss an Triglyceriden im Blut, da der Wirkstoff zu einer Erhöhung der Triglycerid-Konzentration führen kann
  • stark eingeschränkter Nierenfunktion, weil es dazu keine aussagefähigen Studien gibt
  • eingeschränkter Leberfunktion, weil dies zu vermehrten Nebenwirkungen führen kann
Hinweise:
Bisher wurden keine Brustkrebs-Patientinnen mit Bazedoxifen behandelt und man weiß daher nicht, welchen Einfluss der Wirkstoff auf Arzneimittel zur Behandlung von Brustkrebs im Früh- oder fortgeschrittenen Stadium hat. Deshalb wird Bazedoxifen zur Behandlung oder zur Vorbeugung von Brustkrebs nicht empfohlen.

Bazedoxifen sollte vor und während längerer Unbeweglichkeit, beispielsweise nach einer Operation oder bei längerer Bettruhe, abgesetzt werden. Die Behandlung darf erst nach vollständiger Wiederherstellung der Beweglichkeit der Patientin wieder aufgenommen werden. Weiterhin wird der Arzt Frauen, die Bazedoxifen einnehmen, raten, bei längeren Reisen regelmäßig umherzugehen.

Bazedoxifen hat keinen Einfluss auf das Gewebe der Gebärmutterschleimhaut. Jede bei der Behandlung auftretende Blutung aus der Scheide ist unerwartet und bedarf einer vollständigen ärztlichen Untersuchung.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Bazedoxifen ist nur für die Anwendung bei Frauen nach den Wechseljahren bestimmt und darf nicht bei gebärfähigen Frauen eingesetzt werden. Daher gibt es keine Untersuchungen zur Anwendung von Bazedoxifen bei schwangeren Frauen.

Es ist nicht bekannt, ob Bazedoxifen in die Muttermilch ausgeschieden wird. Der Wirkstoff ist nicht zur Anwendung bei stillenden Frauen vorgesehen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Welche Nebenwirkungen kann Bazedoxifen haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Bazedoxifen. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Hitzewallungen, Muskelkrämpfe (auch Krämpfe in den Beinen).

Häufige Nebenwirkungen:
Überempfindlichkeit, Schläfrigkeit, Mundtrockenheit, Nesselsucht, Wassereinlagerungen in Armen und Beinen, Laborwerte-Veränderungen (erhöht: Triglyceride, Alaninaminotransferase (ALAT), Aspartataminotransferase (ASAT)).

Gelegentliche Nebenwirkungen:
tiefe Venenverstopfungen, oberflächliche Venenverstopfung und -entzündung, Lungenembolie.

Seltene Nebenwirkungen:
Venenverstopfung der Netzhaut, Blutgefäßerkrankungen.

Welche Wechselwirkungen zeigt Bazedoxifen?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Weil Bazedoxifen diejenigen Eiweißstoffe im Blut vermehrt, die Hormone zu binden vermögen, vermindert es wahrscheinlich die Wirkung von Sexualhormonen, Glukokortikoiden und Schilddrüsenhormonen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Auf längeren Reisen ist bei Einnahme des Medikaments für regelmäßige Bewegung zu sorgen.
  • Jede Blutung aus der Scheide bei der Behandlung sollte vom Arzt untersucht werden.
  • In klinischen Studien löste das Medikament ikn manchen Fällen Schläfrigkeit aus. Möglicherweise ist dadurch Autofahren und das Führen von Maschinen gefährlich.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Bazedoxifen?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Bazedoxifen enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform
Filmtabletten

So wirkt Bazedoxifen

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Bazedoxifen. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Antiöstrogene, Zytostatika, zu welcher der Wirkstoff Bazedoxifen gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Bazedoxifen

Bazedoxifen ist zur Behandlung der erhöhten Knochenbrüchigkeit (Osteoporose) bei Frauen nach den Wechseljahren gedacht. Es darf allerdings nur bei Frauen eingesetzt werden, die nachweislich ein erhöhtes Knochenbruchrisiko haben oder schon Knochenbrüche erlitten.

In den klinischen Studien zeigte sich eine deutliche Verminderung der Häufigkeit von Brüchen der Wirbelkörper durch Bazedoxifen. Eine Wirksamkeit gegen Brüche der Hüfte oder des Oberschenkelhalses wurde nicht nachgewiesen.

Wenn eine Frau nach den Wechseljahren vor Osteoporose geschützt werden soll, wird der Arzt die Entscheidung zwischen Bazedoxifen und anderen Therapiemöglichkeiten, einschließlich einer Behandlung mit dem Sexualhormon Östrogen, treffen. Dabei wägt er im individuellen Fall Wechseljahresbeschwerden, Auswirkungen auf das Gewebe der Brust und der Gebärmutter sowie Risiken von Herz-Kreislauf-Nebenwirkungen und den Nutzen gegeneinander ab.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Bazedoxifen sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Bazedoxifen

Bazedoxifen gehört zur Wirkstoffgruppe der Antiöstrogene, einer Klasse von Verbindungen, die im Körper gezielt auf die Bindungsstellen für das Sexualhormon Östrogen (Östrogenrezeptoren) Einfluss nehmen. Bazedoxifen entspricht dabei der Untergruppe der im Englischen auch als selektive Estrogenreceptor-Modulators (SERM) bezeichneten Substanzen und kommt bei der Behandlung der Osteoporose zum Einsatz.

In Abhängigkeit vom Gewebetyp, den darin enthaltenen Zellen und deren Erbgut verhält sich Bazedoxifen ähnlich wie Östrogen (als Östrogenrezeptor-Agonist) oder blockiert die Östrogenwirkung (als Östrogenrezeptor-Antagonist). Bazedoxifen vermindert den Abbau von Knochenmaterial auf das Maß, das für die Zeit vor den Wechseljahren normal ist. Diese Wirkungen auf den Knochenumbau führen zu einer Erhöhung der Knochendichte, was wiederum zu einer Verminderung des Risikos von Knochenbrüchen beiträgt. Bazedoxifen scheint vor allem Brüche der Wirbelkörper in der Wirbelsäule verhindern zu können.

Da sich Bazedoxifen im Gewebe der weiblichen Brust und Gebärmutter als Östrogenrezeptor-Antagonist verhält, sind keine nachteiligen Wirkungen an diesen Organen zu erwarten.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.