Ultiva 1/ -2/ -5mg

Hersteller: GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG
Wirkstoff: Remifentanil
Darreichnungsform: Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung
Rezeptpflichtig

Wirkung

Ultiva 1/ -2/ -5mg enthält den Wirkstoff Remifentanil. Zu beachten ist außerdem die besondere Wirkung von Ultiva 1/ -2/ -5mg.

Remifentanil dient während der Einleitung und/oder Aufrechterhaltung einer Narkose zur Bekämpfung von starken bis sehr starken Schmerzen. Weiterhin wird der Wirkstoff als Schmerzmittel bei künstlich beatmeten, intensivmedizinisch betreuten Patienten ab einem Alter von 18 Jahren eingesetzt.

Der Wirkstoff darf nur von Personen verabreicht werden, die speziell im Gebrauch von Narkosemitteln geschult sind und die die Erkennung und Behandlung der möglichen Nebenwirkungen starker opioider Schmerzmittel – einschließlich der Wiederbelebung der Herz- und Atemfunktion – beherrschen. Remifentanil darf auch nur dann angewendet werden, wenn die nötigen Vorrichtungen zur Überwachung und Unterstützung der Atmungsfunktion sowie der Herz- und Kreislauftätigkeit vorhanden sind.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Remifentanil sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe opioide Schmerzmittel, zu welcher der Wirkstoff Remifentanil gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

Dosierung

Das Medikament wird zur Anwendung in der Vene hergestellt, indem man je nach Flaschengröße 1, 2 oder 5 Milliliter einer gängigen Infusionslösung hinzugibt, um Konzentrat von einem Milligramm Remifentanil pro Milliliter zu erhalten.

Je nach Gewicht des Patienten bestimmt der Arzt die Dosierung des Konzentrats, die dann langsam der laufenden Infusion zugegeben wird.

Die Anwendung darf nur durch Ärzte und Personal geschehen, die speziell für die Narkose ausgebildet sind, und wenn die Ausstattung für wiederbelebende Maßnahmen vorhanden ist.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Salzsäure
  • Glycin
  • Natriumhydroxid

Nebenwirkungen

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Steifigkeit der Skelettmuskulatur, niedriger Blutdruck, Übelkeit und Erbrechen.

Häufige Nebenwirkungen:
Herzschlagverlangsamung, niedriger Blutdruck nach der Operation, akute Behinderung der Atemfunktion, Atemstillstand, Juckreiz, Frösteln nach der Operation.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Schmerzen nach der Operation, Verstopfung, Sauerstoffarmut des Gewebes.

Seltene Nebenwirkungen:
Benommenheit (während der Aufwachphase nach der Narkose).
bei Verabreichung zusammen mit einem oder mehreren anderen Narkosemitteln: Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich allergischer Reaktionen, Herzstillstand nach vorheriger Herzschlagverlangsamung.

Nebenwirkungen unbekannter Häufigkeit:
Abhängigkeit, Herzrhythmusstörung (AV-Block), nachlassende Wirkung.

Besonderheiten:
Bei plötzlicher Beendigung der Infusion, insbesondere nach längerer Verabreichung von mehr als drei Tagen, kann es in seltenen Fällen zu Beschwerden wie Herzrasen, Bluthochdruck und Aufgeregtheit kommen.

Aufgrund des raschen Abklingens der Wirkung von Remifentanil ist innerhalb von fünf bis zehn Minuten nach dem Behandlungsende keine Wirkung mehr
vorhanden. Daher werden den Patienten, bei denen nach der Operation Schmerzen zu erwarten sind, schon vor dem Behandlungsende andere Schmerzmittel gegeben.

Die Muskelsteifigkeit tritt umso häufiger auf, je schneller Remifentanil gegeben wird. Eine langsame Anwendung oder das Absetzen des Wirkstoffs löst die Verkrampfungen wieder. Manchmal ist jedoch die Anwendung von Muskelrelaxantien unumgänglich.

Kommt es zu einer Minderung der Atemfunktion, wird der Arzt die Infusionsgeschwindigkeit halbieren oder die Infusion zeitweilig unterbrechen. Remifentanil darf daher nur dort angewandt werden, wo es Einrichtungen für die Überwachung und Behandlung einer Atemfunktionsstörung gibt.

Ein Blutdruckabfall und die Verlangsamung des Herzschlags, die in seltenen Fällen zum Herzstillstand führen, können vom Arzt durch Verminderung der Infusionsgeschwindigkeit, durch Dosisverringerung anderer gleichzeitig verwendeter Narkosemittel oder durch die Gabe von kreislaufanregenden Mitteln vermieden werden. Geschwächte, ausgetrocknete und ältere Patienten sowie solche mit niedrigem Blutdruck haben ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Nebenwirkungen.

Wie andere opioide Schmerzmittel kann Remifentanil eine Abhängigkeit (Sucht) hervorrufen. Ein Missbrauch ist daher unbedingt zu verhindern.

Wechselwirkungen

Wie andere opioide Schmerzmittel verringert Remifentanil die für die Narkose benötigten Dosen anderer Narkosemittel sowie Benzodiazepine. Wird die Dosierung von solchen gleichzeitig verabreichten Wirkstoffen nicht verringert, können ihre Nebenwirkungen vermehrt auftreten.

Herzschlagverlangsamung und niedriger Blutdruck können besonders bei Patienten auftreten, die mit Wirkstoffen behandelt werden, welche die Herzfunktion beeinflussen. Dazu gehören beispielsweise Betablocker und Calcium-Kanalblocker.

Gegenanzeigen

Remifentanil darf bei Patienten mit Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder andere chemische Verwandte des opioiden Schmerzmittels Fentanyl nicht angewendet werden. Auch ist die alleinige Verwendung zur Narkose verboten.

Besondere ärztliche Vorsicht ist bei Patienten mit eingeschränkter Lungenfunktion erforderlich, da Remifentanil die Atemfunktion zusätzlich mindert.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Es gibt keine ausreichenden und kontrollierten Studien an schwangeren Frauen mit dem Wirkstoff. Während der Schwangerschaft wird Remifentanil vom Arzt nur dann verwendet werden, wenn der Nutzen für die Mutter das mögliche Risiko für das Kind rechtfertigt.

Es ist nicht bekannt, ob Remifentanil in die menschliche Muttermilch übergeht, wie es für Abkömmlinge des opioiden Schmerzmittels Fentanyl bekannt ist. Stoffwechselprodukte von Remifentanil wurden nach Verabreichung des Wirkstoffs an Ratten in deren Milch gefunden. Daher sollten stillende Frauen das Stillen für 24 Stunden unterbrechen, wenn sie mit Remifentanil behandelt wurden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Kinder können prinzipiell mit dem Wirkstoff behandelt werden. Allerdings gibt es nur wenige Erfahrungen mit der Anwendung bei Neugeborenen und Säuglingen unter einem Jahr. Daher wird die Anwendung in dieser Altersgruppe nicht empfohlen.

Warnhinweise

  • Nach einer Narkose mit dem Medikament darf der Patient für einen vom Arzt bestimmten Zeitraum nicht Auto fahren oder Maschinen bedienen. Der Patient sollte sich nur in Begleitung nach Hause begeben und keinen Alkohol zu sich nehmen.
  • Das Medikament darf nur von Personal angewendet werden, das in der Gabe und Überwachung von Narkosen erfahren ist.
  • Das Medikament darf nur dann eingesetzt werden, wenn die nötige Ausstattung für eine Wiederbelebung vorhanden ist.
  • Das Medikament kann vom Arzt nur auf einem speziellen Betäubungsmittel-Rezept verordnet werden.
  • Da das Medikament die Aminosäure Glycin enthält, ist es nicht für die Gabe in das Rückenmark geeignet. kontraindiziert (siehe Abschnitt 5.3).
  • Das Medikament soll vor der Anwendung nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.
  • Ist das Pulver gelöst, sollte das zubereitete Konzentrat unverzüglich verwendet werden.
  • Das Medikament darf nicht wärmer als 25 Grad gelagert werden.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Flasche Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung)
5 Flasche Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung
1 Milligramm Remifentanil
5 Flasche Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung
2 Milligramm Remifentanil
5 Flasche Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung
5 Milligramm Remifentanil

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Ultiva 1/ -2/ -5mg sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Remifentanil (ggf. auch Generika).

Medikament
Darreichungsform
Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.