Effortil

Hersteller: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG
Wirkstoff: Etilefrin
Darreichnungsform: Tablette
Rezeptfrei

Wirkung

Effortil enthält den Wirkstoff Etilefrin. Zu beachten ist außerdem die besondere Wirkung von Effortil.

Etilefrin wird bei Kreislaufstörungen durch zu niedrigen Blutdruck angewendet. Bei solchen Erkrankungen klagen Patienten häufig über Blässe, Schweißausbrüche, Flimmern oder Schwarzwerden vor den Augen, besonders unmittelbar nach dem Aufstehen.

Etilefrin kann auch als Injektion in die Blutbahn gegeben werden, was zum Beispiel bei Herzkreislaufversagen und Schockzuständen erforderlich sein kann.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Etilefrin sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Alpha-Sympathomimetika, zu welcher der Wirkstoff Etilefrin gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • erniedrigter Blutdruck
  • Regulationsstörung des Kreislaufsystems im Sitzen oder Stehen mit Schwindelzuständen, Ohrensausen, herabgesetzter körperlicher und geistiger Leistungsfähigkeit

Dosierung

Erwachsene und Kinder über sechs Jahre nehmen dreimal täglich eine bis zwei Tabletten ein. Kinder zwischen zwei und sechs Jahren nehmen dreimal täglich eine halbe bis eine Tablette ein.

Die Tabletten sollen möglichst vor den Mahlzeiten mit reichlich Flüssigkeit (am besten Wasser) eingenommen werden. Nehmen Sie, wenn möglich, die Tabletten am späten Nachmittag oder am Abend nicht mehr ein, da sie eine anregende Wirkung haben und zu Einschlafschwierigkeiten führen können.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • hochdisperses Siliciumdioxid
  • langkettige Partialglyceride
  • Lactose
  • lösliche Stärke
  • Maisstärke
  • Natriumdisulfit

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen:
Unruhe, Schlaflosigkeit, Angstzustände, Schwindelgefühl, Magen-Darm-Beschwerden, Bluthochdruck, Herzklopfen, Herzrasen, Angina Pectoris, Schwitzen, Kopfschmerzen, Zittern, Zuckungen.

Sehr seltene und vereinzelte Nebenwirkungen:
Bei Injektion: Anstieg der Herzfrequenz.

Nebenwirkungen ohne Angabe der Häufigkeit:
Bei Injektion: Zittern, "Gänsehaut".

Wechselwirkungen

Die Wirkung von Etilefrin wird verstärkt, wenn sie mit anderen Wirkstoffen der gleichen Wirkstoffgruppe (Alpha-Sympathomimetika) kombiniert wird. Eine Verstärkung ergibt sich auch mit
  • trizyklischen Antidepressiva und MAO-Hemmern (gegen Depressionen)
  • Guanethidin und Reserpin(zur Blutdrucksenkung)
  • Schilddrüsenhormonen
  • H1-Antihistaminika (gegen Allergien).
Zu einem Blutdruckabfall kommt es, wenn Etilefrin zusammen mit Alpha-Sympatholytika und Betablockern angewendet werden. In Kombination mit oralen Antidiabetika und Insulinen kann es zu einer verminderten Senkung der Blutzucker-Konzentration kommen.

Kombiniert man Etilefrin mit Herzglykosiden oder dem Narkosemittel Halothan, können Herzrhythmusstörungen auftreten. Zusammen mit Atropin (dient der Pupillenerweiterung) wird der Herzschlag stark beschleunigt.

Gegenanzeigen

Der Wirkstoff Etilefrin darf nicht angewendet werden bei:
  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
  • Bluthochdruck, da sich der Blutdruck noch erhöhen könnte,
  • gleichzeitiger Einnahme von Makrolidantibiotika oder Tetrazyklinen,
  • gleichzeitiger Anwendung von HIV-Protease-Inhibitoren, eine Wirkstoffgruppe zur Behandlung von HIV-Patienten,
  • Erkrankungen, die zu einer allgemeinen Blutdruckerhöhung führen. Dazu gehören gutartige Tumoren der Nebenniere (Phäochromozytom) und ein Überschuss an Schildrüsenhormonen (Thyreotoxikose).
  • Erkrankungen des Herzmuskels (zum Beispiel koronare Herzkrankheit) oder Erkrankungen der herzversorgenden Gefäße (Herzkranzgefäße),
  • schnelle Herzrhythmusstörungen,
  • grüner Star (speziell beim Engwinkelglaukom),
  • Gefäßveränderungen mit Verhärtungen an den Gefäßwänden (Arteriosklerose),
  • Schwierigkeiten beim Wasserlassen (Blasenentleerungsstörung), besonders, wenn sie mit einer gutartigen Prostata-Vergrößerung einhergehen.
Bei Diabetes mellitus, bei hoher Kalzium- oder niedriger Kalium-Konzentration im Blut, bei schweren Nierenfunktionsstörungen und beim Cor pulmonale (einer Erkrankung des rechten Herzteils) darf Etilefrin nur unter besonderer Vorsicht und ärztlicher Kontrolle eingenommen werden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Etilefrin darf im ersten Drittel der Schwangerschaft auf keinen Fall eingenommen werden. Im zweiten und dritten Drittel der Schwangerschaft sollte die Einnahme möglichst vermieden werden, ausnahmsweise und nur nach Absprache mit dem Arzt erfolgen. Im Tierversuch gab es Hinweise darauf, dass Etilefrin Missbildungen verursacht.

Ob Etilefrin beim Stillen auf das Kind übergeht, ist nicht bekannt. Daher sollte es vorsichtshalber nicht in der Stillzeit verwendet werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Manche Hersteller geben an, dass Kindern ab zwei Jahren Etilefrin erhalten dürfen. Die Dosierung ist dabei dem Alter und der Körpergröße anzupassen.

Im Zweifelsfalle ist der Arzt zu befragen.

Warnhinweise

  • Das Medikament gehört zu den verbotenen Doping-Mitteln.
  • Auf Grund des Gehaltes an Natriumdisulfit kann es, insbesondere bei Asthmatikern, zu Überempfindlichkeitsreaktionen kommen
  • Das Medikament darf nicht wärmer als 30 Grad aufbewahrt werden.
  • Das Medikament ist für Kinder unter zwei Jahren nicht geeignet.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Stück Tablette)
20 Stück Tabletten
4,13 Milligramm Etilefrin
50 Stück Tabletten
4,13 Milligramm Etilefrin

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Effortil sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Etilefrin (ggf. auch Generika).

Medikament
Darreichungsform
Tropfen
Tabletten
Tabletten
Tropflösung

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.