Dexa-Polyspectran

Hersteller: Alcon Pharma GmbH
Wirkstoffkombination: Dexamethason + Neomycin + Polymyxin B
Rezeptpflichtig

Hinweis

Der Artikel wurde vom Anbieter vom Markt genommen. Sollte dies aus wirtschaftlichen Gründen geschehen sein, ist das Präparat meist noch eine Weile aus Restbeständen erhältlich.

Wirkung

Dexa-Polyspectran enthält die Wirkstoffkombination Dexamethason + Neomycin + Polymyxin B. Zu beachten ist außerdem die besondere Wirkung von Dexa-Polyspectran.

Die Wirkstoffkombination wird bei Entzündungen und bakteriellen Infektionen des vorderen Augenabschnitts (Augeninfektionen durch Bakterien) oder des äußeren Ohrs eingesetzt. Sie soll verhindern, dass anhaltende Entzündungsprozesse die Funktion der Sinnesorgane nachhaltig beeinträchtigen.

Nach einer Augenoperation sowie bei der Behandlung einer Augenverletzung beugt die Wirkstoffkombination Entzündungsreaktionen und Infektionen durch Bakterien vor.

Die Wirkstoffkombination wird ausschließlich äußerlich und örtlich begrenzt angewendet.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Dexamethason + Neomycin + Polymyxin B sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Glukokortikoide, Aminoglykosid-Antibiotika, Lokalantibiotika und -kombinationen, Entzündungshemmer, Antibiotika, zu welchen die Wirkstoffkombination Dexamethason + Neomycin + Polymyxin B gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • bakterielle Entzündungen und allergische Prozesse des Außenohres sowie der vorderen Augenabschnitte

Dosierung

Zur Anwendung am Auge wird drei- bis fünfmal täglich ein Tropfen in das betroffene Auge gegeben.

Zur Ohrenbehandlung träufelt man drei bis fünfmal zwei bis drei Tropfen in das betroffene Ohr ein.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Dinatriumhydrogenphosphat
  • gereiniges Wasser
  • Natriumchlorid
  • Polysorbat 20
  • Povidon
  • Salzsäure (zur pH-Wert-Einstellung)

Nebenwirkungen

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Überempfindlichkeitsreaktionen (Brennen, Rötung, Steroidakne oder Kontaktekzeme), verzögerte Wundheilung.

Seltene Nebenwirkungen bei Anwendung am Auge:
Bindehautreizungen, Hornhautentzündungen (Keratitis), Hervortreten des Augapfels, Herabhängen der Augenoberlider, Erweiterung der Pupillen, Reißen von Lederhaut oder Hornhaut (nur bei Vorschädigung).

Besonderheiten:
Die Behandlung mit Dexamethason kann Infektionen durch Bakterien, die gegen Neomycin oder Polymyxin B unempfindlich sind, durch Viren oder Pilze verschleiern oder sogar verstärken.

Bei langfristiger Anwendung ist eine Linsentrübung (Katarakt) sowie eine Erhöhung des Augeninnendrucks möglich. Daher sind regelmäßige Augenuntersuchungen notwendig.

Bei langzeitigem, hochdosiertem Einsatz sind Nebenwirkungen wie
Streifenbildung oder Verdünnung der Haut im Anwendungsbereich, erweiterte Hautäderchen (Teleangiektasien), punktförmige Hautblutungen (Purpura), Zunahme der Behaarung (Hypertrichosis), Abnahme der Hautpigmentierung, Schwund an Knochensubstanz (Osteoporose), Störungen des Hormonhaushalts der Nebennieren durch Aufnahme des Dexamethasons über die Haut (Cushing-Syndrom) nicht völlig auszuschließen.

Wechselwirkungen

Bei der Anwendung am Auge und am Ohr sind keine Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten bekannt.

Die Gabe zusätzlicher Anticholinergika (zum Beispiel von Atropin zur Pupillenweitung bei Augenuntersuchungen) kann allerdings die Gefahr der Augeninnendruck-Erhöhung steigern.

Gegenanzeigen

Bei Überempfindlichkeit gegen einen der Wirkstoffe darf die Wirkstoffkombination nicht angewendet werden.

Wenn die Entzündung auf eine Infektion mit Bakterien zurückzuführen ist, die unempfindlich gegenüber den beiden Antibiotika sind (zum Beispiel bei Augen-Tuberkulose) ist ein Einsatz untersagt. Gleiches gilt, wenn die Entzündungsursache eine Pilz- oder eine Virusinfektion ist (zum Beispiel Augeninfektionen durch Herpesviren).

Verletzungen und Geschwüre der Hornhaut sowie eine Erhöhung des Augeninnendrucks (grüner Star) verbieten die Anwendung am Auge.

Im Fall einer Trommelfellverletzung ist Vorsicht geboten, da eine Behandlung von mehr als zehn Tagen das Ohr zusätzlich schädigen kann.

Eine sorgfältige Risiko-Nutzen-Abwägung ist bei Diabetes mellitus, bei Blutdruckschwankungen sowie bei stark eingeschränkter Nierenfunktion notwendig.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Die Wirkstoffkombination sollte während der Schwangerschaft nicht eingesetzt werden, da sie die Entwicklung des Ungeborenen möglicherweise negativ beeinflussen kann. Im Tierversuch zeigen Glukokortikoide fruchtschädigende Wirkung.

Die Wirkstoffe treten in die Muttermilch über; unerwünschte Wirkungen auf das Kind können nicht ausgeschlossen werden. Präparate mit der Kombination sollten daher stillenden Frauen nur unter sorgfältiger Abwägung von Risiken und Nutzen verordnet werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Zur Anwendung bei Kindern gibt es keine ausreichenden Untersuchungen. Die Gefahr von Linsentrübungen bei Anwendung am Auge scheint erhöht. Deshalb sollten Präparate mit dieser Wirkstoffkombination nur kurzzeitig und unter ständiger augenärztlicher Kontrolle eingesetzt werden.

Warnhinweise

  • Während der Anwendung des Medikaments am Auge dürfen keine Kontaktlinsen getragen werden.
  • Bei der Anwendung des Medikaments am Auge müssen Linse und Augeninnendruck regelmäßig ärztlich kontrolliert werden.
  • Die Augentropfen dürfen nach Anbruch des Fläschens nicht länger als vier Wochen verwendet werden.
  • Bei geplatztem Trommelfell darf das Mittel höchstens für zehn Tage und nur unter strenger ärztlicher Kontrolle verwendet werden.
  • Das Medikament muss vor Licht geschützt in der Originalverpackung aufbewahrt werden.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.


Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Dexa-Polyspectran sowie weitere Medikamente mit der Wirkstoffkombination Dexamethason + Neomycin + Polymyxin B (ggf. auch Generika).

Medikament
Darreichungsform
Augentropfen

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.