Man sieht eine Zecke auf einem Finger.
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Wanderröte nach Zeckenstich

Die sogenannte Wanderröte kann sich nach einem Zeckenstich zeigen. Erfahren Sie, was Sie über das Symptom wissen sollten, wie Wanderröte typischerweise aussieht und wann ein Arztbesuch ratsam ist.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Wanderröte: Daran erkennt man sie

Was ist die sogenannte Wanderröte?

Als Wanderröte bezeichnet man eine meist etwa handtellergroße Rötung, die sich nach einem Zeckenstich bildet. Der Fachausdruck für Wanderröte lautet Erythema migrans. Nicht immer haben Betroffene den eigentlichen Zeckenstich dabei bemerkt.

Wie sieht so eine Wanderröte aus?

Die Wanderröte ist eine oval- bis kreisförmige Hautrötung, deren Größe stark schwanken kann. Die Ausmaße können von etwa handtellergroß bis zu einem Durchmesser von 65 Zentimetern reichen.

Die Rötung ist scharf abgegrenzt und in der Mitte oft aufgehellt, sodass sie auch ringförmig aussehen kann. Die Wanderröte breitet sich allmählich von der Stichstelle nach außen hin aus.

Tritt die Wanderröte bei jedem Zeckenstich auf?

Eine Wanderröte tritt nur dann auf, wenn die Zecke mit Borreliose-Erregern infiziert war. Die auffällige Hautrötung gilt als typisches Anzeichen für eine kürzlich erfolgte Infektion mit Borreliose.

Zeigt sich die Wanderröte bei jeder Borreliose-Infektion?

Bei den meisten Betroffenen zeigt sich kurz nach einer Borreliose-Infektion eine Wanderröte. Allerdings gibt es auch Fälle, in denen die Wanderröte ausbleibt.

Wie lange nach der Infektion bildet sich die Wanderröte?

Eine Wanderröte bildet sich innerhalb von 3 bis 30 Tagen nach einer Borreliose-Infektion.

Juckt die Wanderröte?

Normalerweise juckt die Wanderröte nicht und geht auch nicht mit Schmerzen einher.

Können neben einer Wanderröte andere Symptome auftreten?

Außer einer Wanderröte können sich im Frühstadium einer Borreliose weitere Symptome zeigen, wie zum Beispiel: Schwächegefühl, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Muskelschmerzen oder Fieber. Auch geschwollene Lymphknoten oder eine Bindehautentzündung sind möglich.

Kann die Wanderröte nach einer Borreliose-Infektion mehrfach auftreten?

Bei manchen Betroffenen tritt die Wanderröte gepaart mit anderen Borreliose-Symptomen später wieder auf. In solchen Fällen zeigt sich die Wanderröte jedoch meist nicht vollständig, sondern nur in Abschnitten.

Wie lange ist die Wanderröte sichtbar?

Ohne Behandlung bildet sich die Wanderröte im Durchschnitt nach etwa 10 Wochen von selbst zurück.

Harmlose Rötung nach Zeckenstich oder Wanderröte: Wie erkennt man den Unterschied?

Nach einem Zeckenstich bildet sich oft direkt an der Stichstelle eine harmlose Rötung, die einen Durchmesser von etwa 1 bis 2 Zentimetern hat. Diese meist stark juckende Rötung verschwindet in der Regel nach spätestens einer Woche von selbst, weitere Symptome treten nicht auf. Bei dieser Art von Rötung handelt es sich nicht um eine Wanderröte.

Wanderröte: Wann zum Arzt?

Wer nach einem (vermutlichen) Zeckenstich eine Hautrötung entdeckt, bei der es sich um eine Wanderröte handeln könnte, sollte Sie sich zeitnah ärztliche Hilfe suchen. Das gilt auch, wenn andere Beschwerden nach einem Zeckenstich auftreten. Denn sollte es sich tatsächlich um eine Wanderröte handeln, liegt eine Borreliose vor, die so rasch wie möglich mit Antibiotika behandelt werden muss. Ein früher Behandlungsbeginn ist wichtig, um schwere Krankheitsverläufe zu vermeiden.