Schläft es sich bei Vollmond schlechter?

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (17. Februar 2016)

© Jupiterimages/iStockphoto

Der Mond beeinflusst nachweislich Ebbe und Flut. Wie aber steht es um den Einfluss des Monds auf unseren Schlaf? Viele Menschen glauben, dass sie bei Vollmond schlechter schlafen. Aber stimmt das?

Eine Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach ergab, dass knapp 40 Prozent der Bevölkerung davon ausgehen, dass der Mond die Qualität ihres Schlafs negativ beeinflusst. Vor allem Frauen tun sich bei Vollmond mit dem Schlafen schwer: Jede Zweite glaubt, dass der Erdtrabant bei Vollmond den Schlaf stört.

Die österreichischen Schlafforscher Gerhard Klösch und Josef Zeitlhofer gingen dem weit verbreiteten Glauben wissenschaftlich auf den Grund und ließen sie Gesunde und Personen mit Schlafstörungen ein Schlaftagebuch führen. Nach Auswertung der Schlaftagebücher kamen die Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass es keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen den Schlafbeurteilungen während verschiedener Mondphasen gibt.

Beeinflusst vielleicht die erhöhte Lichtstärke bei Vollmond unseren Schlaf? Dass Licht den Schlaf stören kann, gilt als wissenschaftlich erwiesen. Allerdings ist das Mondlicht mit einer Lichtstärke von durchschnittlich nur 0,25 Lux nicht gerade hell. Zum Vergleich: Ein bedeckter Sommertag erreicht rund 20.000 Lux, ein heller Sommertag bringt es sogar auf Lichtstärken von bis zu 100.000 Lux. Sollte das Vollmondlicht dennoch einen Einfluss auf unseren Schlaf haben, hilft hier also nur eins: Vorhänge zu oder Jalousien runter.

In einer Studie aus dem Jahr 2013 kommt der Wissenschaftler Christian Cajochen allerdings zu dem Schluss, dass der Mond – unabhängig von seinem Licht – doch Einfluss auf den Schlaf haben könnte. Die Probanden hatten bislang keine Schlafstörungen und schliefen für die Studie mehrere Tage im Schlaflabor. So sollte ausgeschlossen werden, dass Lichtquellen beziehungsweise das Licht des Monds die Ergebnisse beeinflussen. Erstaunlicherweise zeigten sich in der Nähe der Vollmond-Phasen tatsächlich Veränderungen in puncto Schlafqualität und auch beim Spiegel des "Schlafhormons" Melatonin im Blut.

Um die Frage nach dem Einfluss des Vollmonds auf den Schlaf abschließend zu klären, bedarf es jedoch weiterer Studien.

Quellen:

Cajochen, C., et al.: Evidence that the Lunar Cycle Influences Human Sleep. Current Biology, Vol. 23, Iss. 15, pp. 1485-1488 (2013)

Pressemitteilung des Instituts für Demoskopie Allensbach: Um den Schlaf gebracht (August 2005)

Klösch, J. Zeitlhofer, J.: Hat der Mond Einfluss auf den Schlaf? Neue Resultate. Offizielles Organ der Österreichischen Gesellschaft für Schlafmedizin und Schlafforschung (ÖGSMSF). Newsletter, Jg. 11, Nr. 1 (2003)

Stand: 17. Februar 2016



Apotheken-Notdienst