Gürtelrose-Vorsorge: Wie Sie vorbeugen können
Gürtelrose ist eine ernst zu nehmende Nervenkrankheit, die alle Menschen treffen kann, die bereits Windpocken hatten. Mit einer gezielten Vorsorge lässt sich sowohl das Risiko für Gürtelrose als auch für langwierige Komplikationen deutlich senken. Neben der Stärkung des Immunsystems spielt auch die Impfung eine entscheidende Rolle. Erfahren Sie, wie Sie einer Gürtelrose vorbeugen können.
FAQ: Häufige Fragen und Antworten zum Thema Gürtelrose-Vorsorge
Die wichtigste Maßnahme ist eine Impfung gegen Gürtelrose. Auch ein gesunder Lebensstil und Stressreduktion können das Immunsystem unterstützen.
Ja, eine Gürtelrose kann sich trotz Impfung entwickeln. Sie reduziert das Erkrankungsrisiko und Komplikationen wie anhaltende Nervenschmerzen.
Ja, auch wer bereits Gürtelrose hatte, kann sich nach ärztlicher Rücksprache gegebenenfalls gegen Gürtelrose impfen lassen. Denn die Erkrankung kann in manchen Fällen, vor allem bei älteren Menschen und Personen mit Immunschwäche, erneut auftreten.
Gürtelrose: Für wen die Vorsorge wichtig ist
Gürtelrose (Herpes zoster) entsteht durch eine Reaktivierung von Varizella-Zoster-Viren, die nach einer Windpockenerkrankung ein Leben lang im Körper bleiben. Bestimmte Umstände können dazu führen, dass die Viren aktiviert werden und letztlich Gürtelrose auslösen.
Erste Anzeichen sind meist stechende, brennende Schmerzen sowie Kribbeln oder Juckreiz der betroffenen Hautbereiche. Einige Tage später entwickelt sich dann in der Regel der typische Hautausschlag. Im Verlauf sind auch Müdigkeit und Fieber möglich.
Vor allem höheres Lebensalter, Vorerkrankungen, chronischer Stress und ein schwaches Immunsystem erhöhen das Risiko, an einer Gürtelrose zu erkranken. Auch schwere Verläufe und langwierige Komplikationen wie anhaltende Nervenschmerzen sind wahrscheinlicher. Fachleute raten daher vor allem diesen Personen, sich über Gürtelrose und vorbeugende Maßnahmen zu informieren und beraten zu lassen.
Gürtelrose vorbeugen: Welche Maßnahmen sinnvoll sind
Eine Gürtelrose lässt sich nicht vollständig verhindern – die auslösenden Viren verbleiben lebenslang im Körper. Doch gezielte vorbeugende Maßnahmen können das Risiko einer Erkrankung und schwerer Verläufe reduzieren. Eine zentrale Rolle spielt insbesondere die Impfung. Ebenso wichtig ist es, das Immunsystem zu stärken und Stress aktiv entgegenzuwirken.
Impfung gegen Gürtelrose: Zentrale Maßnahme zur Vorsorge
Eine Impfung gegen Gürtelrose kann dabei helfen, der Erkrankung und schweren Komplikationen wie einer Post-Zoster-Neuralgie vorzubeugen.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung:
- allen Personen ab 60 Jahren
- Menschen ab 50 Jahren mit Vorerkrankungen, die das Immunsystem schwächen (z. B. Asthma, Diabetes mellitus, Rheuma, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa)
Nach ärztlicher Rücksprache ist in manchen Fällen auch eine Impfung für Personen ab 18 Jahren mit Immunschwäche möglich.
Zum Einsatz kommt ein Totimpfstoff, der in der Regel zweimal mit einem Abstand von zwei bis sechs Monaten geimpft wird. Manchmal sind Nebenwirkungen wie Schmerzen oder Rötungen um die Einstichstelle, leichtes Fieber und Müdigkeit möglich. Diese sind meist mild und halten in vielen Fällen nur vorübergehend an. Andernfalls sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
Immunsystem stärken und Gürtelrose vorbeugen
Neben der Impfung spielt auch ein starkes Immunsystem eine wesentliche Rolle, um einer Gürtelrose vorzubeugen. Intakte Abwehrkräfte können die Varizella-Zoster-Viren in Schach halten und einer Reaktivierung bestenfalls entgegenwirken.
Das Immunsystem lässt sich unterstützen durch:
- ausgewogene, vitaminreiche Ernährung
- ausreichend Schlaf
- regelmäßige Bewegung und Sport
- Einnahme von Präparaten mit Vitamin D, Eisen und Zink (bei nachgewiesenem Mangel und nach ärztlicher Rücksprache)
Bei älteren Personen oder Menschen mit Grunderkrankungen ist es sinnvoll, mögliche Nährstoffmängel ärztlich überprüfen zu lassen. Zudem sollten regelmäßige Kontrolltermine wahrgenommen und der Therapieplan eingehalten werden.
Stress reduzieren und Abwehrkräfte stärken
Anhaltender Stress und psychische Belastungen können sich negativ auf die Abwehrkräfte auswirken. Deshalb sollte Stress aktiv reduziert werden, um das Immunsystem zu stärken. Hilfreich können dabei sein:
- regelmäßige Pausen
- Entspannungstechniken im Rahmen von Yoga, Meditation oder Progressiver Muskelentspannung
- Sport und Bewegung an der frischen Luft
Ärztliche Beratung zu Vorsorgemaßnahmen wichtig
Welche Maßnahmen individuell zum Vorbeugen einer Gürtelrose wichtig sind, hängt von vielen Faktoren ab. Deshalb sollten sich insbesondere Personen mit einem erhöhten Risiko ärztlich beraten lassen. Fachleute können das individuelle Risiko für Gürtelrose einschätzen und über die Impfung sowie weitere Vorsorgemaßnahmen aufklären.
Gürtelrose vorbeugen: 5 Fragen für das ärztliche Gespräch
Diese 5 Fragen können helfen, das Gespräch in der hausärztlichen Praxis gezielt vorzubereiten:
- Wie erkenne ich eine Gürtelrose?
- Wie hoch ist das Risiko, trotz gesunder Lebensführung an einer Gürtelrose zu erkranken?
- Wie hoch ist mein persönliches Risiko?
- Was kann ich vorbeugend tun?
- Kommt für mich eine Impfung gegen Gürtelrose infrage?