Das Bild zeigt eine zerbrochene Zigarette mit der Aufschrift I Quit.
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Rauchstopp: 6 wissenschaftlich belegte Tricks, um mit dem Rauchen aufzuhören

Zwar hat die Kippe in den westlichen Ländern mittlerweile ihren Coolness-Faktor verloren, dennoch greift in Deutschland fast jeder Vierte über 15 Jahren regelmäßig zur Zigarette. Das sind definitiv zu viele. Schließlich ist Rauchen extrem gesundheitsschädlich. Millionen von Menschen haben es in den letzten Jahren schon geschafft, mit dem Rauchen aufzuhören. Und das können Sie auch schaffen! Wie? Wir stellen Ihnen sechs Tipps vor, die Ihnen erwiesenermaßen beim Nichtrauchen helfen können.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Rauchstopp: 6 wissenschaftlich belegte Tricks, um mit dem Rauchen aufzuhören

Arteriosklerose, COPD, Lungenkrebs, Speiseröhrenkrebs – die gesundheitlichen Folgen des Rauchens sind gravierend. Jedes Jahr sterben weltweit etwa sieben Millionen Menschen an den Folgen. Die Belastung für die Gesundheitssysteme geht in die Milliarden.

Es ist es nie zu spät, mit dem Rauchen aufzuhören. Nie! Selbst ein Rauchstopp im hohen Alter wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus. Und 44 Prozent der deutschen Raucher würden auch gern aufhören, wenn, ja wenn ... Was eigentlich? Wenn man nur die richtige Methode hätte?

Maßnahmen, um sich das Rauchen abzugewöhnen, gibt es viele: Einige funktionieren besser, einige schlechter. Hier stellen wir Ihnen sechs Methoden vor, die den Weg zum Nichtrauchen erleichtern können.

1. Finanzieller Anreiz

Rauchen ist teuer. Wer zum Beispiel zwei Jahre lang jeden Tag zehn Zigaretten raucht, gibt dafür mehr als 2.300 Euro aus. Machen Sie sich das bewusst und rechnen Sie aus, wie viel Geld sich bei Ihnen schon förmlich in Rauch aufgelöst hat. Das Ergebnis kann Sie zu einem Rauchausstieg motivieren.

Dass der finanzielle Anreiz wichtig ist, zeigte auch eine Studie im Jahr 2015 mit mehr als 2.500 Rauchern. Das erfolgreichste Rauchstopp-Programm war jenes, bei dem jeder Teilnehmer zunächst 150 Dollar einzahlen musste. Wer länger als ein Jahr rauchfrei blieb, bekam die 150 Dollar plus zusätzlich 650 Dollar zurück.

2. Kalter Entzug

Laut einer Studie aus dem Jahr 2016 an der University of Oxford scheint der kalte Entzug erfolgversprechender zu sein als den Zigarettenkonsum langsam zu reduzieren. Allerdings sind bei dieser Methode ein eiserner Wille und viel Disziplin nötig. Nur die wenigsten (vier bis sieben von 100 Rauchern) schaffen es, von heute auf morgen aufzuhören.

Wann immer Sie das Bedürfnis verspüren zu rauchen, sollten Sie sich ablenken. Lassen Sie keine Langeweile aufkommen: Hören Sie beispielsweise etwas Musik, gehen Sie zum Sport oder unterhalten Sie sich.

3. Zu zweit geht’s leichter

In einer Studie mit mehr als 3.700 Probanden konnten Wissenschaftler der Universität London belegen, dass der Partner bei der Raucherentwöhnung eine sehr wichtige Rolle spielt. In der Studie nahmen sowohl der Mann als auch die Frau an einem Raucherentwöhnungsprogramm teil. Knapp die Hälfte der Männer fing wieder an zu rauchen, wenn ihre Frauen das Programm vorzeitig abbrachen. Von den Männern, deren Frauen weiterhin konsequent auf Zigaretten verzichteten, fingen gerade mal acht Prozent wieder an zu rauchen.

4. Nikotinersatzstoffe

Nikotin in Form von Pflastern, Kaugummis oder Nasenspray soll dabei helfen, vom Rauchen loszukommen. Mit Erfolg! Es ist wissenschaftlich belegt, dass Nikotinersatzstoffe sicher und wirksam sind, wenn diese Präparate korrekt angewendet werden.

Eine zusammenfassende Analyse mehrerer Studien aus dem Jahr 2018 hat gezeigt, dass die Wahrscheinlichkeit für einen Rauchstopp um 50 bis 60 Prozent steigt, wenn die betroffenen Raucher bei der Entwöhnung solche Hilfsmittel verwenden.

5. Anti-Raucher-Pille

Die Pille für den Raucher stellt eine Alternative zu den Nikotinersatzstoffen dar. Diese Medikamente werden vom Arzt verabreicht und enthalten Wirkstoffe wie Vareniclin oder Bupropion. Diese Wirkstoffe können allerdings teils Nebenwirkungen wie Schlafstörungen, Kopfschmerzen, oder Übelkeit hervorrufen, weshalb diese Methode vor allem bei einer starken körperlichen Abhängigkeit zu empfehlen ist.

Normalerweise aktiviert Nikotin bestimmte Stellen im Gehirn, die für das angenehme Gefühl von Belohnung verantwortlich sind. Vareniclin bindet sich im Gehirn an die Rezeptoren, die normalerweise auf das Nikotin reagieren. Dadurch bleibt das angenehme Gefühl beim Rauchen aus – und der Rauchverzicht fällt leichter.

6. E-Zigaretten

Ob E-Zigaretten tatsächlich bei der Raucherentwöhnung helfen können, ist bis heute umstritten. Eine Studie aus dem Jahr 2013, die in der Fachzeitschrift The Lancet veröffentlicht wurde, zeigt, dass nikotinhaltige E-Zigaretten möglicherweise etwas besser bei der Entwöhnung helfen als nikotinhaltige Pflaster. Der Effekt ist aber – wenn überhaupt – nur gering.

Zu gegenteiligen Ergebnissen kam eine zusammenfassende systematische Analyse von 38 Studien, die 2016 ebenfalls in der Zeitschrift The Lancet erschienen ist. Hierbei stellten die Autoren fest, dass E-Zigaretten die Raucherentwöhnung sogar noch erschweren können.

Nach heutigem Erkenntnisstand ist die E-Zigarette als Mittel zur Raucherentwöhnung eher ungeeignet, im Einzelfall kann sie aber helfen.