Timolol

Von: Andrea Lubliner (Pharmazeutin und Fachtexterin für medizinische Fachtexte)
Letzte Aktualisierung: 03.02.2017

Allgemeines

Der Wirkstoff Timolol wird eingesetzt bei chronischer Augeninnendruckerhöhung im Rahmen der Erkrankung grüner Star, um den Augeninnendruck zu senken.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • erhöhten Augeninnendruck bei grünem Star senken
  • erhöhten Blutdruck normalisieren

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Timolol im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Timolol nicht verwendet werden?

Der Wirkstoff Timolol sollte nicht angewendet werden bei:
  • Überempfindlichkeit
  • Erkrankungen des Herzens wie ausgeprägter Herzmuskelschwäche, langsamem Herzschlag, niedrigem Blutdruck und Störungen der Nervenleitung am Herzen
  • Störungen der Atmung, wie sie bei Asthma bronchiale und bei Bronchitis auftreten.
  • Ernährungsstörungen der Hornhaut des Auges.
Auch beim Einsatz von Timolol am Auge kann es zu einer Aufnahme des Wirkstoffes in das Blut und entsprechenden Nebenwirkungen kommen. Daher gelten für dieses Anwendungsgebiet die gleichen Behandlungseinschränkungen wie für die Einnahme.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Die Anwendung während der Schwangerschaft ist nur nach strenger ärztlicher Nutzen-Risiko-Abwägung zu empfehlen.

Der Wirkstoff Timolol geht auch bei der Anwendung am Auge in die Muttermilch über. Unter Umständen kann eine ernsthafte Schädigung des Säuglings auftreten. Die Anwendung von Timolol während der Stillzeit bedarf daher besonderer ärztlicher Vorsicht.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Timolol hat bei Früh- und Neugeborenen in Einzelfällen zum Atemstillstand geführt. Deshalb sollte der Wirkstoff Timolol bei Früh- und Neugeborenen nicht benutzt werden.

Da der Wirkstoff bei Neugeborenen und Kleinkindern, am Auge angewendet, stärker als bei Erwachsenen in den gesamten Körper übergehen kann und so höhere Konzentrationen im Blut erreicht werden können, sollte eine Anwendung nur unter sorgfältiger Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses und unter ärztlicher Überwachung erfolgen.


Welche Nebenwirkungen kann Timolol haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Timolol. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Sehstörungen wie Doppelbilder, Reizungen der Bindehaut, hängendes Lid, trockene Augen, Hornhautentzündung, Lidentzündung, herabgesetzte Hornhautempfindlichkeit.

Nebenwirkungen ohne Angabe der Häufigkeit:
Müdigkeit, Schwäche, Übelkeit, zeitweise Kopfschmerzen, Schwindel; Überempfindlichkeitsreaktionen (Brennen, Juckreiz, Rötung, Quaddelbildung, Nesselsucht der Haut); in der Lunge Verkrampfungen der Bronchien; am Herzen Herzrhythmusstörungen und eine Verlangsamung des Herzschlags, Verstärkung einer Herzmuskelschwäche, Blutdrucksenkung; Gemütsveränderungen wie Depressionen.

Besonderheiten:
Wird Timolol in Form von Augentropfen eingesetzt, kann es dennoch zu allgemeinen Nebenwirkungen wie Atembeschwerden, niedrigem Blutdruck und Herzrhythmusstörungen kommen. Besonders ältere Personen haben durch Timolol-Augentropfen eine erhöhtes Risiko, Bewußtseinsstörungen und Stürze zu erleiden.

Welche Wechselwirkungen zeigt Timolol?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Timolol kann zusammen mit Adrenalin-haltigen Augentropfen eine Erweiterung der Pupille auslösen. Wird Timolol zusammen mit Adrenalin- und Pilocarpin-haltigen Augentropfen eingesetzt, kann die Augeninnendruck-senkende Wirkung verstärkt werden.

Zusammen mit Insulin oder anderen Wirkstoffen zur Behandlung von Zuckerkrankheit kann Timolol deren Wirkung verstärken oder verlängern. Warnzeichen einer Unterzuckerung wie Herzrasen und Muskelzittern (Tremor) können verschleiert oder abgemildert werden. Daher sind regelmäßige Blutzuckerkontrollen erforderlich.

Wird Timolol mit anderen blutdrucksenkenden Wirkstoffen gleichzeitig genutzt, kann es zu einem verstärkten Blutdruckabfall kommen. Solche Wirkstoffe sind beispielsweise andere Betablocker sowie Vertreter der Gruppen tri- und tetrazyklische Antidepressiva, Schlafmittel (Barbiturate), Wirkstoffe zur Wasserausscheidung (Diuretika), blutgefäßerweiternde Mittel (Vasodilatatoren) und Narkosemittel (Narkotika).

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Beim Einsatz des Medikaments am Auge ist eine regelmäßige Überwachung des Augeninnendrucks und der Beschaffenheit der Hornhaut notwendig.
  • Das Medikament kann auch bei Anwendung am Auge zu positiven Dopingkontrollen führen.
  • Durch die Augentropfen können Zeichen für eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) verschleiert werden.
  • Auch am Auge angewendet, kann der Wirkstoff auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch die Sehleistung oder das Reaktionsvermögen im Straßenverkehr oder bei der Bedienung von Maschinen beeinträchtigen.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Timolol?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Timolol enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

So wirkt Timolol

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Timolol. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Betablocker, Blutdrucksenker, zu welcher der Wirkstoff Timolol gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Timolol

Der Wirkstoff Timolol wird eingesetzt bei chronischer Augeninnendruckerhöhung im Rahmen der Erkrankung grüner Star, um den Augeninnendruck zu senken.

In Kombination mit anderen Wirkstoffen wird Timolol auch zur Behandlung von Bluthochdruck genutzt.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Timolol sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Timolol

Timolol ist ein so genannter nicht-selektiver Betablocker. Timolol bindet bevorzugt an speziellen Bindungsstellen (Rezeptoren) der sympathischen Fasern des vegetativen Nervensystems, den so genannten Beta-Rezeptoren. Der Wirkstoff verdrängt hier die körpereigenen Botenstoffe, die eine aktivierende Funktion ausüben wollen. Damit wird diese Aktivierung unterdrückt. Am Herzen bewirken Betablocker wie Timolol eine Verlangsamung des Herzschlages, an der Niere dämpfen sie die Freisetzung des blutdrucksteigernden Hormons Renin. Beide Effekte tragen zur Blutdrucksenkung bei.

Wie genau über diese Blockade der Beta-Rezeptoren der Augeninnendruck gesenkt wird, ist bisher nicht bekannt. Es wird allerdings vermutet, dass die Bildung von Kammerwasser vermindert wird und zusätzlich das Kammerwasser besser aus dem Auge abfließen kann.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihre*n Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.