Noradrenalin

Allgemeines

Noradrenalin wird in der Notfallmedizin eingesetzt. Es erhöht den bei einem Schockzustand abgefallenen Blutdruck, wenn sich der Kreislauf nicht stabilisieren lässt.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Blutgefäße verengen
  • Blutdruck steigern
  • Durchblutung von Herz und Gehirn verbessern
  • Folgen eines Schockzustandes mindern

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Noradrenalin im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Noradrenalin nicht verwendet werden?

Noradrenalin darf nicht angewendet werden bei
  • Bluthochdruck
  • Schilddrüsenüberfunktion
  • gutartiger Geschwulst der Nebenniere (Phäochromozytom)
  • spezieller Form des Grünen Star (Engwinkelglaukom)
  • Prostatavergrößerung mit Restharnbildung
  • anfallsweisem Herzrasen oder andauernden schnellen Herzrhythmusstörungen
  • schweren Nierenfunktionsstörungen
  • Erkrankungen der Herzkranzgefäße oder des Herzmuskels
  • Blutgefäßverkalkungen
  • druckbelastetem rechtem Herz infolge einer Drucksteigerung im Lungenkreislauf (Cor pulmonale).
Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt und unter seiner Kontrolle darf Noradrenalin eingesetzt werden bei:
  • unausgeglichener Stoffwechsellage eines Diabetikers
  • Störungen des Mineralhaushalts (Calcium-Überschuss oder Kalium-Mangel)
  • Patienten mit angeborenen Herzfehlern (Loch in der Herzscheidewand oder der Herzkammer), weil der erhöhte Blutdruck zu einer Umkehr des Blutflusses führen kann.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Noradrenalin erreicht möglicherweise auch den Mutterkuchen. Dennoch sind Nebenwirkungen beim Ungeborenen wegen der begrenzten Anwendungszeit und dem schnellen Abbau des Wirkstoffs im Körper nicht zu erwarten. Unter Umständen kann es jedoch zu einer verminderten Durchblutung des Mutterkuchens kommen. Darüber hinaus gibt es Hinweise, dass es auch zu Krämpfen und Minderdurchblutung der Gebärmutter kommen kann. Daher darf Noradrenalin in der Schwangerschaft nur nach gründlicher Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt, in möglichst niedriger Dosierung und nur bei sorgfältiger Überwachung angewendet werden.

Noradrenalin geht in die Muttermilch über. Da es bei Einnahme kaum in den Körper aufgenommen und zudem schnell abgebaut wird, ist ein Abstillen nicht erforderlich.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

In Notfallsituationen kann der Wirkstoff auch bei Kindern zur Anwendung kommen.

Welche Nebenwirkungen kann Noradrenalin haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Noradrenalin. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Die möglichen Nebenwirkungen sind meist Ausdruck einer zu hohen Dosierung oder zu raschen Gabe in die Vene. Da die Häufigkeit der Nebenwirkungen auf Grundlage der verfügbaren Studien nicht abschätzbar ist, können hierzu keine Angaben gemacht werden.

Herzklopfen, Herzenge, Durchblutungsstörungen des Herzmuskels, Schädigung des Herzmuskels, verminderte Durchblutung (Haut, Schleim häute und der Nieren), Kältegefühl in Armen und Beinen, Blutdruckanstieg (auch mit Gefahr von Gehirnblutungen), Blutzucker-Anstieg, Stoffwechselentgleisung (metabolische Azidose), Atembeschwerden, Wasser in der Lunge bei zu starkem Blutdruckanstieg, verstärkter Speichelfluss, Übelkeit und Erbrechen, Kopfschmerzen, Unsicherheitsgefühl, Angstgefühl, Zittern, Ruhelosigkeit, Verwirrtheitszustände, Psychosen, zu geringe Harnausscheidung, Harnverhalt, Störungen des Wasserlassens, Blässe, Schwitzen, durch Minderdurchblutung bedingte Gewebsschädigungen an der Anwendungsstelle (insbesondere bei irrtümlicher Gabe neben das Blutgefäß).

Besonderheiten:
Infolge zu hoher Dosierung oder zu rascher Gabe in die Vene kann es zu starkem Blutdruckanstieg mit damit verbundener Verlangsamung des Herzschlages und Herzrhythmusstörungen, im Extremfall zu Kammerflimmern kommen.

Welche Wechselwirkungen zeigt Noradrenalin?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Während einer Narkose mit Halothan, Enfluran, Isofluran oder anderen Narkosemitteln zur Inhalation ist bei gleichzeitiger Anwendung von Noradrenalin wegen der Gefahr von Herzrhythmusstörungen Vorsicht geboten.

Gleiches gilt für die Gabe von Wirkstoffen wie zum Beispiel Herzglykoside oder solchen, die zum Kalium-Mangel führen können wie Entwässerungsmittel. Bei diesen ist ebenfalls mit einem erhöhten Risiko für Herzrhythmusstörungen zu rechnen.

Die Wirkung von Noradrenalin kann bei gleichzeitiger Gabe folgender Wirkstoffe verstärkt werden: Tri- und tetrazyklische Antidepressiva sowie MAO-Hemmer, Alpha-Sympatholytika wie Atropin, bestimmte H1-Antihistaminika wie Diphenhydramin oder Chlorphenamin, dem Blutdrucksenker Guanethidin, dem Psychopharmakon Reserpin, dem Parkinson-Mittel Methyldopa und den dazu kombinierten Hemmstoffen des Enzyms Catechol-O-Methyl-Transferase, dem Schilddrüsenhormon Levothyroxin, den in Deutschland nicht gebräuchlichen Wirkstoffen Carbazochrom und Ornipressin, Alkohol, dem Antiasthmatikum Theophyllin und seinen chemischen Abkömmlingen in hohen Dosen.

Die gleichzeitige Gabe von Mitteln zur örtlichen Betäubung kann zu gegenseitiger Wirkungsverstärkung führen.

Zu einer Wirkungsverminderung oder einer Abschwächung der blutdrucksteigernden Wirkung von Noradrenalin kann die gleichzeitige Gabe von Betablockern oder Psychopharmaka aus der Wirkstoffgruppe der Phenothiazine führen. Bei gleichzeitiger Anwendung von AT1-Rezeptor-Antagonisten wie Phenoxybenzamin kann sich die Noradrenalin-Wirkung sogar zur Blutdrucksenkung umkehren.

Die blutzuckersenkende Wirkung von Antidiabetika wird durch Noradrenalin vermindert.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Das Medikament darf nur in eine Vene, nie in eine Arterie gespritzt werden.
  • Das Medikament steht auf der Dopingliste und darf im Leistungssport nicht verwendet werden.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Noradrenalin?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Noradrenalin enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform
Injektionslösung

So wirkt Noradrenalin

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Noradrenalin. Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Alpha-Sympathomimetika, zu welcher der Wirkstoff Noradrenalin gehört.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Noradrenalin

Noradrenalin wird in der Notfallmedizin eingesetzt. Es erhöht den bei einem Schockzustand abgefallenen Blutdruck, wenn sich der Kreislauf nicht stabilisieren lässt.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Noradrenalin sind vertiefende Informationen verfügbar:

    Wirkungsweise von Noradrenalin

    Noradrenalin ist ein körpereigenes Hormon, das am Sympathikus-Nerv (einem Teil des unbewussten Nervensystems) und im Gehirn wirksam ist. Es wird in den Zellen des Nebennierenmarks gebildet.

    Durch Noradrenalin ziehen sich die Blutgefäße zusammen. Dadurch steigen der Blutdruck und der Widerstand an, gegen den das Herz anpumpen muss. Der gesteigerte Blutdruck führt am Herzen meist zu einer reflexartigen Verlangsamung des Herzschlages. Es kann aber auch zu Herzrasen und Herzrhythmusstörungen kommen.

    Infolge des Blutdruckanstiegs durch Noradrenalin nimmt im Gehirn und den Herzkranzgefäßen die Durchblutung häufig zu; die Nierenversorgung hingegen wird vermindert.

    Beim Schockzustand verlieren die Blutgefäße an Wandspannung, was zu einem starken Blutdruckabfall führt. So spielt die Blutdrucksteigerung durch Noradrenalin in der Notfallmedizin eine wesentliche Rolle. Bei bestehendem niedrigem Blutdruck wirkt es steigernd auf die Herzkraft und anregend auf den Puls.

    Disclaimer:
    Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.