Elotuzumab

Allgemeines

Elotuzumab wird in Kombination mit dem Zytostatikum Lenalidomid und dem Glukokortikoid Dexamethason zur Behandlung des Multiplen Myeloms bei Erwachsenen eingesetzt. Das Multiple Myelom, auch Morbus Kahler genannt, ist eine bösartige Krebserkrankung. Sie entsteht durch die Entartung einer einzigen Blutzelle, deren Tochterzellen sich im Knochenmark ausbreiten.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Krebszellen des Multiplen Myeloms markieren
  • Natürliche Killerzellen aktivieren
  • Auffindung der Krebszellen durch die Killerzellen fördern

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Elotuzumab im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Elotuzumab nicht verwendet werden?

Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff darf Elotuzumab nicht eingesetzt werden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Elotuzumab selbst stellt in der Schwangerschaft und Stillzeit ein nur geringes Risiko dar. Der Wirkstoff muss aber mit Lenalidomid kombiniert werden, das Missbildungen und schwere lebensbedrohliche Geburtsfehler hervorruft. Lenalidomid findet sich auch im Sperma wieder, sodass auch behandelte Männer auf eine sorgfältige Verhütung achten müssen.

Eine Therapie mit Elotuzumab darf bei Frauen im gebärfähigen Alter nur angewendet werden, wenn es der Arzt für unbedingt erforderlich hält. Dann muss die Patientin eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden.

Auch Männer, die Elotuzumab erhalten und eine Partnerin im gebärfähigen Alter haben, die keine zuverlässige Verhütungsmethode anwendet oder schwanger ist, müssen während der Behandlung und für einen Zeitraum von 180 Tagen danach eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden.

Zur Anwendung von Elotuzumab während der Schwangerschaft gibt es keine Erfahrungen. Die nötige Kombination mit Lenalidomid, welches nicht bei Schwangeren eingesetzt werden darf, verbietet die gesamte Behandlung.

Elotuzumab wird nicht in die Muttermilch ausgeschieden, jedoch sein Kombinationspartner Lenalidomid. Da schwere Schäden dadurch für das Kind nicht ausgeschlossen werden können, muss abgestillt werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Da Kinder und Jugendliche nicht an Multiplem Myelom erkranken, gibt es in dieser Altersgruppe keinen Einsatzbereich für den Wirkstoff.

Welche Nebenwirkungen kann Elotuzumab haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Elotuzumab. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Gürtelrose, Nasen-Rachen-Entzündung, Lungenentzündung, Infekt der oberen Atemwege, Lymphzellenmangel, Kopfschmerzen, Husten, Durchfall, Erschöpfung, Fieber, Gewichtsverlust.

Häufige Nebenwirkungen:
Überempfindlichkeit, Stimmungsschwankungen, Empfindungslosigkeit, Verstopfung tiefliegender Venen, Mund-Rachen-Schmerzen, Nachtschweiß, Schmerzen in der Brust, infusionsbedingte Reaktion.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
allergische Reaktion.

Besonderheiten:
Sehr schwerwiegende Infusionsreaktionen können ein dauerhaftes Ende der Therapie mit Elotuzumab und eine Notfallbehandlung erfordern. Patienten mit leichten oder mäßigen Infusionsreaktionen können den Wirkstoff mit einer verminderten Infusionsgeschwindigkeit und bei strenger ärztlicher Überwachung erhalten.

Es besteht bei der Behandlung mit Elotuzumab durch die nötige Kombination mit Lenalidomid ein erhöhtes Risiko für Hautkrebs. Sollten sich während der Therapie Hautveränderungen zeigen, ist sofort ein Arzt zu befragen.

Welche Wechselwirkungen zeigt Elotuzumab?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Für Elotuzumab selbst sind keine Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten zu erwarten. Bei Kombination mit Lenalidomid oder Dexamethason sind deren Wechselwirkungen zu beachten.

Da Elotuzumab ein Eiweißstoff ist, kann es gewisse Nachweismethoden (Serumelektrophorese (SPEP) und Serum-Immunfixations-Assay), die zur Beurteilung des Krankheitsverlaufs angewandt werden, verfälschen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Sollten sich während der Therapie Hautveränderungen zeigen, ist sofort ein Arzt zu befragen.
  • Die Behandlung mit dem Medikament darf nur von einem Arzt begonnen und überwacht werden, der Erfahrung in der Behandlung des Multiplen Myeloms hat.
  • Enzyminmmunoassay-Tests zum Krankheitsverlauf können durch das Medikament verfälscht werden.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Elotuzumab?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Elotuzumab enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform

So wirkt Elotuzumab

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Elotuzumab. Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Monoklonale Antikörper, zu welcher der Wirkstoff Elotuzumab gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Elotuzumab

Elotuzumab wird in Kombination mit dem Zytostatikum Lenalidomid und dem Glukokortikoid Dexamethason zur Behandlung des Multiplen Myeloms bei Erwachsenen eingesetzt. Das Multiple Myelom, auch Morbus Kahler genannt, ist eine bösartige Krebserkrankung. Sie entsteht durch die Entartung einer einzigen Blutzelle, deren Tochterzellen sich im Knochenmark ausbreiten.

Voraussetzung für die Behandlung mit Elotuzumab ist, dass die Patienten mindestens eine vorangegangene Therapie erhalten haben.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Elotuzumab sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Elotuzumab

Elotuzumab gehört zur Wirkstoffgruppe der monoklonalen Antikörper. Es wirkt aktivierend auf die körpereigene Abwehr und bindet sich gezielt an eine Oberflächenstruktur, die typisch für die Krebszellen des Multiplen Myeloms ist. Diese Bindungsstellen finden sich auch bei Zellen, die für die Immunreaktion eine wichtige Rolle spielen, so beispielsweise die natürlichen Killerzellen. Zellen des normalen Gewebes oder die Stammzellen des blutbildenden Systems im Knochenmark haben diese Bindungsstelle nicht.

Elotuzumab bindet also nicht nur an die Oberfläche der Multiplen Myelomzellen, sondern auch an die der natürlichen Killerzellen. Damit werden letztere aktiviert und können die Krebszellen leichter finden und vernichten. Die Kombination mit Lenalidomid oder Bortezomib verstärkt die Wirkung von Elotuzumab. Das Glukokortikoid Dexamethason wird begleitend dazugegeben, um infusionsbedingten Reaktionen vorzubeugen.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.