Cathin

Allgemeines

Cathin wird zur Verminderung des Appetits im Rahmen von Diäten zur Gewichtsabnahme eingesetzt. Die Anwendung beschränkt sich auf Patienten
mit Übergewicht und einem Körper-Masse-Index (BMI) von mindestens 30, bei denen geeignete gewichtsvermindernde Maßnahmen alleine nicht erfolgreich waren.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Appetit hemmen
  • Gehirntätigkeit anregen

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Cathin im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Cathin nicht verwendet werden?

Cathin darf nicht eingesetzt werden bei
  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
  • Lungenhochdruck und schwerem Bluthochdruck
  • bestehenden oder aus der Vorgeschichte bekannten Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems oder Störungen der Gehirndurchblutung sowie schwerer Angina pectoris
  • bestehende oder früher aufgetretene seelische Erkrankungen einschließlich Magersucht und Depressionen
  • Neigung zu Arzneimittelmissbrauch oder Alkoholabhängigkeit
  • Tumoren der Nebenniere (Phäochromozytom)
  • Schilddrüsenüberfunktion
  • einer speziellen Form des Grünen Stars (Engwinkelglaukom).
Nur nach sorgfältiger Abwägung von Risiko und Nutzen durch einen Arzt und unter seiner Kontrolle darf der Wirkstoff eingesetzt werden bei
  • Herzkrankheiten
  • Vergrößerungen der Vorsteherdrüse mit Restharnbildung
  • Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus
  • Patienten mit Epilepsie.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Der Wirkstoff darf in der Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden. Bei Frauen, bei denen der Eintritt einer Schwangerschaft während der Therapie nicht auszuschließen ist, muss der Arzt den erwarteten Nutzen gegen mögliche Risiken sorfältig abwägen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Der Wirkstoff darf bei Kindern unter zwölf Jahren nicht eingesetzt werden. Besteht bei älteren Kindern Übergewicht, darf die Behandlung nur unter der Kontrolle eines Arztes und nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch ihn erfolgen.

Welche Nebenwirkungen kann Cathin haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Cathin. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Die Einnahme von Appetitzüglern, also auch von Cathin, ist ein Risikofaktor für die Entstehung von Lungenhochdruck. Ein Lungenhochdruck ist eine seltene, aber schwere und oft tödlich verlaufende Erkrankung. Das Auftreten oder die Verschlimmerung einer Atemnot bei Belastung sind normalerweise die ersten Anzeichen dafür und erfordern den Abbruch der Behandlung sowie eine Untersuchung durch einen Facharzt für innere Medizin.

Bei längerer Behandlung mit dem Wirkstoff kann es zur Ausbildung von Gewöhnung, Abhängigkeit und Entzugserscheinungen kommen. Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen sind seelische Reaktionen oder Psychosen, Depressionen, Nervosität, Unruhe, Schlafstörungen und Schwindelgefühle. Es können auch Krampfanfälle auftreten.

Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen am Herz-Kreislaufsystem sind Herzrasen, Herzklopfen, Bluthochdruck und Schmerzen im Brustkorb. In seltenen Fällen kann es zu Schlaganfall, Angina pectoris, Herzinfarkt, Herzmuskelschwäche und Herzstillstand kommen.

Welche Wechselwirkungen zeigt Cathin?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Die indirekte Wirkung von Cathin auf den Sympathikusnerv kann durch Substanzen wie Adrenalin und Noradrenalin oder solche, die wie diese wirken, in gefährlicher Weise verstärkt werden. Dazu gehören Antidepressiva (besonders MAO-Hemmer) und Amantadin. Für die MAO-Hemmer gilt dies auch noch in den ersten 14 Tagen nach der letzten Anwendung von Cathin.

Die Wirkung von Blutdrucksenkern wird durch die gehirnanregenden Effekte des Cathin abgeschwächt.

Die anregende Wirkung auf die Gehirnfunktion und die appetithemmende Wirkung von Cathin wird durch Neuroleptika ganz oder teilweise aufgehoben.

Eine Wirkungsverstärkung von Cathin und eine Erhöhung seines Suchtrisikos durch hohe Dosen Coffein kann nicht sicher ausgeschlossen werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Kommt es während der Behandlung zu Atemnot bei Belastung oder verschlimmert sich eine solche, muss die Therapie sofort abgebrochen werden.
  • Das Medikament kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass Autofahren oder das Bedienen von Maschinen gefährlich sind. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Cathin?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Cathin enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform
Tropfen

So wirkt Cathin

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Cathin. Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Alpha-Sympathomimetika, zu welcher der Wirkstoff Cathin gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Cathin

Cathin wird zur Verminderung des Appetits im Rahmen von Diäten zur Gewichtsabnahme eingesetzt. Die Anwendung beschränkt sich auf Patienten
mit Übergewicht und einem Körper-Masse-Index (BMI) von mindestens 30, bei denen geeignete gewichtsvermindernde Maßnahmen alleine nicht erfolgreich waren.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Cathin sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Cathin

Cathin wirkt indirekt im Nervensystem des Sympathikus. Es setzt an den entsprechenden Nervenendigungen Nervenbotenstoffe wie Adrenalin und Noradrenalin frei, die für die eigentlichen Wirkungen verantwortlich sind. Cathin vermag die Blut-Hirnschranke zu überwinden und so das zentrale Nervensystem zu beeinflussen. Dadurch kommt es zu der erwünschten Appetithemmung, aber auch zu störenden und quälenden Erregungszuständen, gesteigerter Reizbarkeit, Konzentrations- und Schlafstörungen bis hin zu Psychosen mit Wahnvorstellungen.

Cathin wirkt in gleicher Weise auch außerhalb des Gehirns, wodurch entsprechende Nebenwirkungen wie Blutdruckanstieg, Pulsbeschleunigung oder Pupillenweitstellung ausgelöst werden.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.