Asenapin

Allgemeines

Manche Menschen leiden unter einen sogenannten bipolaren Störung. Das heißt, ihr Gemütszustand schwankt zwischen tiefen Depressionen und Übersteigerung (Manie) hin und her. Asenapin ist dabei zur Abdämpfung von mäßigen bis schweren manischen Episoden geeignet.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Wirkung von Dopamin und Serotonin aufheben
  • Depressionen bessern
  • Manien dämpfen

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Asenapin im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Asenapin nicht verwendet werden?

Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff darf Asenapin nicht eingesetzt werden. Außerdem wird die Behandlung von Psychosen, die durch eine Demenz verursacht sind, nicht empfohlen. Gleiches gilt für eine stark eingeschränkte Leberfunktion (Child Pugh Klasse C), da dann Wirkung und Nebenwirkungen sehr verstärkt werden.

Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt und unter seiner Kontrolle darf Asenapin angewendet werden bei
  • epileptischen Anfällen
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Erkrankungen des Gehirns und seiner Blutgefäße
  • Herzrhythmusstörungen (verlängerte QT-Zeit) in der Familie
  • Patienten ab 65 Jahrenmäßig eingeschränkter Leberfunktion (Child Pugh Klasse B)
  • Zuckerkrankheit wegen möglicher Verschlechterung der Stoffwechsellage
  • Parkinson-Krankheit oder Lewy-Körperchen-Demenz wegen des erhöhten Risikos für die Entwicklung eines Malignen Neuroleptischen Syndroms (gekennzeichnet durch Körperüberhitzung, Muskelstarre, Bewusstseinstrübung).

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Es gibt bisher zu wenige Studien mit Schwangeren, um das Risiko abzuschätzen. Daher darf Asenapin in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, der Arzt hält es für zwingend erforderlich und der mögliche Nutzen überwiegt das mögliche Risiko für das ungeborene Kind.

Mütter, die im letzten Schwangerschaftsdrittel den Wirkstoff einnehmen, gefährden ihre Neugeborenen durch Nebenwirkungen wie Bewegungsstörungen und Entzugserscheinungen. Diese können sich in Aufregung, Muskelverspannungen oder -schlaffheit, Zittern, Schläfrigkeit, Atemnot oder Störungen bei der Nahrungsaufnahme äußern. Solche Neugeborene müssen sorgfältig ärztlich überwacht werden.

Es ist nicht bekannt, ob Asenapin oder seine Stoffwechselprodukte beim Menschen in die Muttermilch übergehen. Daher wird empfohlen, während der Anwendung nicht zu stillen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Unbedenklichkeit und Wirksamkeit von Sycrest® wurde bei Patienten unter 18 Jahren nicht nachgewiesen und nicht zugelassen.

Welche Nebenwirkungen kann Asenapin haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Asenapin. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Angst, Schläfrigkeit.

Häufige Nebenwirkungen:
Appetitsteigerung, Gewichtszunahme, Verstimmung, Bewegungsdrang, unwillkürliche Bewegungen, Parkinson-artige Störungen, Abstumpfung, Schwindel, Geschmacksstörung, Mundunempfindlichkeit, erhöhte Leberwerte (GPT-Wert), Muskelsteifigkeit, Ermüdung.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Blutzuckerüberschuss, Ohnmacht, Krampfanfall, Zungenbewegungen, Sprechstörungen, Herzschlagverlangsamung (auch durch Schenkelblock), Herzrhythmusstörungen (QT-Verlängerung), Blutdruckabfall bei Körperlageveränderung, geschwollene Zunge, Schluckstörung, Zungenbrennen, Mundlähmung, sexuelle Funktionsstörung, Ausbleiben der Regelblutung.

Seltene Nebenwirkungen:
Blutzellenmangel (Neutrophile), Malignes Neuroleptisches Syndrom, Verstopfung der Lungenarterie (Lungenembolie), Muskelzellenzerfall, Brustdrüsenschwellung, unnormaler Milchfluss.

Besonderheiten:
Tritt ein Malignes Neuroleptisches Syndrom ein, muss die Behandlung mit Asenapin sofort beendet werden. Die Anzeichen sind: Körperüberhitzung, Muskelstarre, Bewusstseinstrübung.

Weil Asenapin die Regulation der Körpertemperatur beeinträchtigt, müssen während der Behandlung alle Situationen vermieden werden, die die Körpertemperatur erhöhen wie anstrengendes Training, Hitze, Austrocknung oder die Einnahme von Medikamenten, die das Schwitzen vermindern.

Wegen der Selbstmordneigung von Patienten mit bipolaren Störungen muss der Behandelte auch von den Angehörigen sorgfältig überwacht werden.

Welche Wechselwirkungen zeigt Asenapin?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Asenapin mit dem Psychopharmakon Fluvoxamin kann es zu unerwünschter Wirkungssteigerung kommen. Auch der Konsum von Alhohol sollte während der Behandlung mit dem Wirkstoff vermieden werden.

Bei gleichzeitiger Gabe von Paroxetin (selektiver Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer) wurde dessen Blutkonzentration von Asenapin auf das Zweifache erhöht. Asenapin kann ebenso die Wirkungen einiger Blutdrucksenker verstärken, während die Wirkung von Levodopa (Mittel gegen Parkinson) und von Dopaminrezeptor-Agonisten aufgehoben wird.

Bei einer Kombination mit anderen Wirkstoffen muss Asenapin zuletzt eingenommen werden. Um eine gute Aufnahme in den Körper zu gewährleisten, muss nach der Einnahme des Wirkstoffs zehn Minuten lang Essen und Trinken vermieden werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Bei Auftreten von Körperüberhitzung, Muskelstarre und Bewusstseinstrübung ist die Behandlung sofort abzubrechen und ein Arzt zu verständigen.
  • Wegen möglicher Selbstmordneigung muss der Behandelte sorgfältig überwacht werden.
  • Das Medikament wirkt nur dann richtig, wenn es über die Mundschleimhaut aufgenommen wird. Dazu dürfen Tabletten weder gekaut, noch geschluckt werden.
  • Nach der Einnahme darf erst nach mindestens zehn Minuten gegessen und getrunken werden.
  • Die mangelnde Regulation der Körpertemperatur erfordert, dass anstrengendes Training, Hitze, Austrocknung oder Medikamente, die das Schwitzen vermindern, gemieden werden sollen.
  • Die Beeinflussung der Hirnfunktion wird unter Alkoholeinfluss nachteilig verstärkt.
  • Weil das Medikament Schläfrigkeit verursachen kann, sind Autofahren und das Führen von Maschinen gefährlich.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Asenapin?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Asenapin enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform

So wirkt Asenapin

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Asenapin. Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Neuroleptika, zu welcher der Wirkstoff Asenapin gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Asenapin

Manche Menschen leiden unter einen sogenannten bipolaren Störung. Das heißt, ihr Gemütszustand schwankt zwischen tiefen Depressionen und Übersteigerung (Manie) hin und her. Asenapin ist dabei zur Abdämpfung von mäßigen bis schweren manischen Episoden geeignet.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Asenapin sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Asenapin

Asenapin zählt zur Wirkstoffgruppe der atypischen Neuroleptika. Es weist eine chemische Verwandtschaft zu den Psychopharmaka Quetiapin und Olanzapin auf.

Der Wirkmechanismus ist nicht vollständig geklärt. Es wird angenommen, dass Asenapin vor allem an speziellen Bindungsstellen für die Nervenbotenstoffe Dopamin und Serotonin (D2- und Serotonin-(5-HT)2A-Rezeptoren) deren Wirkungen aufhebt. Zudem tragen möglicherweise auch Aktivitäten an anderen Bindungsstellen, darunter auch für den Botenstoff Adrenalin zur Wirkung bei.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.