Alfuzosin

Allgemeines

Alfuzosin wird bei der Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung eingesetzt, um die Symptome einer Harnabflussstörung zu lindern. Zu diesen Symptomen gehören erschwertes sowie häufiges nächtliches Wasserlassen. Ist die Prostata bereits stark vergrößert, kann es sogar zur Harninkontinenz kommen.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Harnabfluss verbessern
  • Harnröhrenverengung verringern
  • Harnstau verhindern

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Alfuzosin im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Alfuzosin nicht verwendet werden?

Der Wirkstoff darf nicht angewendet werden bei Überempfindlichkeit gegen die Substanz selbst oder andere Substanzen aus der Gruppe der Chinazoline. Außerdem verbietet sich die Einnahme bei niedrigem Blutdruck, in der Kombination mit anderen Alpha-Sympatholytika und mit Hemmstoffen für den Nervenbotenstoff Dopamin (Neuroleptika, Prokinetika) sowie bei einer schweren Leberfunktionsstörung oder Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance unter 30 Milliliter/Minute).

Nur nach sorgfältiger ärztlicher Nutzen-Risiko-Abwägung sollte Alfuzosin angewendet werden bei:
  • Patienten, bei denen schon einmal eine ausgeprägte Blutdrucksenkung nach der Einnahme von Alpha-1-Blockern aufgetreten ist
  • gutartiger Prostatavergrößerung und gleichzeitiger Stauung der oberen Harnwege, chronischen Harnwegsinfektionen oder Blasensteinen
  • Überlaufblase, Harnsperre (Anurie) oder fortgeschrittener Nierenfunktionsschwäche
  • Wasseransammlung in der Lunge durch Verengung der Herzklappen (Aorten- oder Mitralklappenstenose) sowie Herzmuskelschwäche mit Pumpversagen des Herzens
Hinweis:
Bei Patienten mit leichter bis mäßiger Einschränkung der Leberfunktion muss die tägliche Dosierung niedriger liegen als bei anderen Patienten. Im Zweifelsfall ist der Arzt zu befragen oder die Patienteninformation zurate zu ziehen.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Der Wirkstoff wird bei Frauen grundsätzlich nicht angewendet.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Der Wirkstoff ist für Kinder nicht geeignet.

Welche Nebenwirkungen kann Alfuzosin haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Alfuzosin. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Häufige Nebenwirkungen:
Mattigkeit, Benommenheit, Schwindel, Unwohlsein, Kopfschmerzen, Blutdruckabfall, Übelkeit, Bauchschmerzen, Magenschmerzen, Durchfall, Mundtrockenheit, Schwäche, Verdauungsstörungen

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Schläfrigkeit, Sehstörungen, Ohnmacht, Beschleunigung des Herzschlags, Herzrasen, Herzklopfen, Schnupfen, Hautausschlag, Nesselsucht, Juckreiz, Gesichtsrötung (Flush), Harninkontinenz, Hitzewallungen, Brustschmerzen, Wassereinlagerungen im Gewebe, Erbrechen

Sehr seltene und vereinzelte Nebenwirkungen:
Wiederauftreten einer Angina pectoris, Angina-pectoris-Verschlechterung, Leberfunktionsstörung, Gesichtsschwellung (Angioödem), schmerzhafte Penisversteifung (Priapismus)

Besonderheiten:
Bei einigen Patienten, die gleichzeitig oder bis vor Kurzem mit anderen Medikamenten gegen gutartige Prostatavergrößerung behandelt wurden, trat während Staroperationen das sogenannte "Intraoperative Floppy Iris Syndrome" (IFIS, eine spezielle Form der Pupillenverengung) auf. IFIS kann zu Komplikationen während der Operation führen. Da auch bei Anwendung anderer Alpha-Sympatholytika vereinzelt eine IFIS auftrat, kann ein Gruppeneffekt nicht ausgeschlossen werden. Deshalb sollten die Chirurgen und Augenärzte vor einer Staroperation darüber informiert werden, ob die Patienten Alfuzosin anwenden oder dieses früher erhielten.

Welche Wechselwirkungen zeigt Alfuzosin?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Alfuzosin mit anderen Alpha-Sympatholytika ist ein starker Blutdruckabfall möglich. Solche Kombinationen sollten ganz vermieden werden. Aus demselben Grund ist die gleichzeitige Anwendung von Neuroleptika (bei Psychosen), Prokinetika (gegen Verdauungsstörungen), blutdrucksenkenden Medikamenten, Nitraten oder Narkosemitteln (Anästhetika) sorgfältig vom Arzt zu überdenken.

Pilzmedikamente wie Ketoconazol und Itraconazol sowie das bei AIDS eingesetzte Virusmittel Ritonavir hemmen den Abbau von Alfuzosin und erhöhen dadurch die Blutkonzentration des Wirkstoffs. So kann es zu mehr Nebenwirkungen kommen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Bei Einnahme ist ein plötzlicher Blutdruckabfall möglich. In diesem Fall sollten Patienten liegen bleiben, bis die Symptome verschwunden sind.
  • Der Wirkstoff sollte 24 Stunden vor einer geplanten Operation abgesetzt werden.
  • Bei Patienten mit bekannter Blutdrucksenkung nach Einnahme eines Wirkstoffs der Gruppe sollte das Medikament zunächst in niedriger Dosierung eingesetzt werden. Regelmäßige Blutdruckkontrollen sind erforderlich.
  • Herzerkrankungen sollten während der Therapie mit dem Medikament weiter behandelt werden. Bei Wiederauftreten oder Verschlimmerung von Herzschmerzen (Angina pectoris) sollte der Arzt das Medikament absetzen.
  • Vor Staroperationen muss der Chirurg über die Einnahme des Medikaments informiert werden.
  • Das Medikament kann das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass Autofahren oder die Bedienung von Maschinen gefährlich ist. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Alfuzosin?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Alfuzosin enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

So wirkt Alfuzosin

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Alfuzosin. Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe alpha-Sympatholytika, zu welcher der Wirkstoff Alfuzosin gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Alfuzosin

Alfuzosin wird bei der Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung eingesetzt, um die Symptome einer Harnabflussstörung zu lindern. Zu diesen Symptomen gehören erschwertes sowie häufiges nächtliches Wasserlassen. Ist die Prostata bereits stark vergrößert, kann es sogar zur Harninkontinenz kommen.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Alfuzosin sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Alfuzosin

Alfuzosin gehört zur Gruppe der Alpha-Sympatholytika. Es wirkt speziell an den Alpha-1-Rezeptoren in den Harnwegen und der Vorsteherdrüse. Alpha-1-Rezeptoren sind spezielle Bindungsstellen der sympathischen Fasern des vegetativen Nervensystems, die normalerweise durch die körpereigenen Botenstoffe Adrenalin und Noradrenalin aktiviert werden. Alfuzosin verdrängt diese körpereigenen Botenstoffe an den Rezeptoren und unterdrückt damit deren Wirkung.

Alpha-1-Rezeptoren befinden sich an bestimmten Muskelzellen innerhalb des Gewebes der Vorsteherdrüse (Prostata). Die Prostata liegt ringförmig um die Harnröhre, die aus der Harnblase nach außen führt. Im Rahmen einer gutartigen Prostatavergrößerung schnürt die stark vergrößerte Prostata die Harnröhre ein. Zusätzlich tritt eine erhöhte Anspannung der glatten Muskulatur im Prostatagewebe auf, was die Harnabflussstörung noch verstärkt. Diese über Alpha-1-Rezeptoren vermittelte Anspannung der glatten Muskelzellen wird durch Alfuzosin gesenkt. Die Harnröhrenverengung wird verringert und damit das Wasserlassen deutlich erleichtert.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.