Tramadol STADA Tropfen

Hersteller: STADApharm GmbH
Wirkstoff: Tramadol
Darreichnungsform: Tropflösung
Rezeptpflichtig

Wirkung

Tramadol STADA Tropfen enthalten den Wirkstoff Tramadol. Zu beachten ist außerdem die besondere Wirkung von Tramadol STADA Tropfen.

Tramadol wird eingesetzt, um Schmerzen (mäßig stark bis stark) zu lindern. Die Ursachen für die Schmerzen können vielfältig sein. Tramadol wirkt ausschließlich gegen das Krankheitszeichen Schmerz ohne Einfluss auf die Schmerzursache.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Tramadol sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen opioide Schmerzmittel, Schmerzmittel, zu welcher der Wirkstoff Tramadol gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • Mäßig starke bis starke Schmerzen

Dosierung

Erwachsene und Jugendliche ab zwölf Jahren nehmen als Einzeldosis bei mäßig starken Schmerzen 20 Tropfen (entsprechend 50 Milligramm Tramadol-HCl). Tritt innerhalb von 30 bis 60 Minuten keine Schmerzbefreiung ein, werden noch einmal 20 Tropfen eingenommen.
Die Einzeldosis bei starken Schmerzen beträgt 40 Tropfen (entsprechend 100 Milligramm Tramadol-HCl). Die Wirkungsdauer beträgt vier bis acht Stunden. Die Tagesdosis soll in der Regel 160 Tropfen nicht übersteigen.
Bei Tumorschmerzen und starken Schmerzen nach Operationen können auch deutlich höhere Tagesdosen erforderlich sein.
Kinder im Alter von einem bis elf Jahren erhalten ein bis zwei Milligramm Tramadol pro Kilogramm Körpergewicht.
Eine Dosisanpassung sollte bei Patienten mit eingeschränkter Nieren- und/ oder Leberfunktion sowie bei älteren Patienten erfolgen.
Bei chronischen Schmerzen können die Dosierungsintervalle verlängert werden.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Anethol
  • Kaliumsorbat
  • Pfefferminzöl
  • Polysorbat 20
  • Saccharin-Natrium 2H2O
  • Saccharose
  • Wasser, gereinigtes

Nebenwirkungen

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Schwindel, Übelkeit.

Häufige Nebenwirkungen:
Schwitzen, Kopfschmerz, Benommenheit, Erbrechen, Verstopfung, Mundtrockenheit.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Herzklopfen, Herzschlagbeschleunigung, Schwächeanfälle, Kreislaufzusammenbruch, Juckreiz, Hautausschlag, Hautrötung (Flush), Kreislaufschwankungen, Brechreiz, Durchfall, Magenbeschwerden.

Seltene Nebenwirkungen:
Verminderte Muskelkraft, Appetitveränderungen, Empfindungsstörungen, Zittern, Störungen der Atmung, Krampfanfälle, Wahnvorstellungen, Verwirrtheit, Schlafstörungen, Albträume, Stimmungsveränderungen, Aktivitätsveränderungen, veränderte Sinneswahrnehmung, Abnahme der geistigen Leistungsfähigkeit, Verschwommensehen, verlangsamter Herzschlag, Blutdruckanstieg, Schock, Blasenentleerungsstörungen, Nierenfunktionsstörungen, allergische Reaktionen wie Atemnot und Hautschwellungen, Abhängigkeit.

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Leber-Enzym-Werterhöhung, Atembeschwerden, Schock.

Besonderheiten:
Wird Tramadol über einen längeren Zeitraum angewendet, kann sich Abhängigkeit einstellen, wenn auch das Risiko gering ist. Nach Beendigung der Behandlung können Entzugsreaktionen auftreten.

Bei Patienten über 75 Jahren kann es zu einer verzögerten Ausscheidung und daher mehr Nebenwirkungen kommen. Der Arzt muss daher die Dosierungshäufigkeit entsprechend dem Bedarf des Patienten verringern. Gleiches gilt für Patienten mit Leber- oder Nierenfunktionsstörung.

Wechselwirkungen

Die gleichzeitige Therapie mit Tramadol selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern, selektiven Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmern, MAO-Hemmern, trizyklischen Antidepressiva und Mirtazapin kann ein Serotonin-Syndrom auslösen. Symptome eines solchen Serotonin-Syndroms sind beispielsweise Verwirrtheit, Unruhe, Fieber, Schwitzen, Gangstörungen und übertriebene Reflexe. Zu diesen Wechselwirkungen kann es besonders bei MAO-Hemmern sogar noch kommen, wenn die Einnahme schon bis zu 14 Tage zurückliegt.

Ebenso darf Tramadol nicht zusammen mit anderen Gehirn-wirksamen Stoffen wie Schlafmitteln und Psychopharmaka angewendet werden. Dazu gehört auch Alkohol. Es kann in solchen Fällen zu einer gegenseitigen Wirkungsverstärkung kommen.

Ketoconazol (gegen Pilzerkrankungen), das Makrolid-Antibiotikum Erythromycin und andere Stoffe, die in der Leber das Tramadol-abbauende Enzym (CYP3A4) hemmen, dürfen nicht zusammen mit dem Wirkstoff eingenommen werden, weil sie seine Wirkung verstärken und verlängern.

Das Epilepsie-Mittel Carbamazepin verringert die Wirkstärke und die Wirkdauer von Tramadol, weil es dessen Abbau verzögert. Außerdem können die Schmerzmittel Buprenorphin, Nalbuphin und Pentazocin die Wirkung von Tramadol abschwächen.

Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer, trizyklische Antidepressiva, Neuroleptika oder andere Medikamente, die die Schwelle für epileptische Anfälle herabsetzen, sollten nicht mit Tramadol zusammen eingenommen werden.

Blutverdünner (Antikoagulanzien) dürfen nur unter ärztlicher Aufsicht zusammen mit dem Wirkstoff genommen werden, weil Tramadol die Blutgerinnung beeinflusst.

Gegenanzeigen

Tramadol darf nicht angewendet werden bei:
  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
  • Vergiftungen mit Alkohol, Schlafmitteln, anderen Schmerzmitteln oder Psychopharmaka
  • Einnahme von MAO-Hemmern innerhalb der letzten 14 Tage
  • Epilepsie, wenn die Krankheit nicht unter Kontrolle ist.
Tramadol darf nur mit besonderer ärztlicher Vorsicht angewendet werden bei:
  • Bewusstseinsstörungen
  • Schock
  • Störungen der Atmung
  • erhöhtem Hirndruck bei Kopfverletzungen oder Gehirnerkrankungen
  • eingeschränkter Leberfunktion oder Nierenfunktion
  • Abhängigkeit von Opiaten (Drogensüchtigen) und Patienten, die auf Opiate empfindlich reagieren oder zu Medikamentenmissbrauch neigen
  • Neigung zu Epilepsie.
Tramadol eignet sich nicht als Ersatzdroge bei Opiat-Abhängigkeit. Obwohl Tramadol den gleichen Wirkmechanismus wie Morphin hat, vermag es Entzugssymptome nicht zu unterdrücken.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Soweit in der Schwangerschaft der Arzt eine Schmerzbehandlung mit opioiden Schmerzmitteln für unvermeidlich hält, sollte sich die Anwendung des Wirkstoffes auf einzelne Gaben beschränken. Eine dauerhafte Anwendung von Tramadol ist in der gesamten Schwangerschaft zu vermeiden, da Tramadol die den Mutterkuchen durchdringt und aufgrund der Gewöhnung des Kindes nach der Geburt Entzugserscheinungen beim Neugeborenen auftreten können.

Vor oder während der Geburt gegeben, beeinflusst Tramadol nicht den Fortgang der Geburt, kann aber beim Neugeborenen zu Veränderungen der Atemtätigkeit führen. Diese sind aber in der Regel nicht bedenklich.

Tramadol wird zwar in nur sehr geringen Mengen in die Muttermilch ausgeschieden, sollte aber dennoch nicht während der Stillzeit angewendet
werden. Bei einer einmaligen Gabe von Tramadol ist eine Unterbrechung des Stillens in der Regel nicht erforderlich.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Tramadol ist in Form von Brausetabletten, Tabletten und Kapseln nur für Kinder über 12 Jahre geeignet, Zäpfchen sollten erst ab 14 Jahren verwendet werden. In Form von Tropfen oder gespritzten Lösungen ist Tramadol durch die Möglichkeit der niedrigen Dosierung auch für Kinder ab einem Jahr anwendbar. Die empfohlenen Dosierungen für die jeweiligen Altersstufen dürfen keinesfalls überschritten werden. Außerdem sind die kleinen Patienten sorgfältig auf Atemprobleme zu überwachen. Kommt es zu Atemnot, ist sofort ein Arzt zu befragen.

Warnhinweise

  • Das Reaktionsvermögen kann durch das Medikament so weit beeinträchtigt werden, dass Autofahren oder das Bedienen von Maschinen gefährlich sind.
  • Das Medikament kann das Risiko für Krampfanfälle in hoher Dosierung und in Kombination mit anderen Wirkstoffen erhöhen.
  • Bei längerer Anwendung besteht die Gefahr einer Abhängigkeit. Das Medikament sollte daher nur nach ärztlicher Anweisung und auf keinen Fall länger als es der Arzt für unbedingt notwendig hält, eingenommen werden.
  • Das Medikament ist nicht als Ersatzdroge bei Drogensucht geeignet und kann Entzugserscheinungen auslösen.
  • Bei Patienten über 75 Jahre, bei Nieren- oder Leberschäden muss die Zeit zwischen zwei Gaben länger sein als bei sonst Gesunden.
  • Bei der Gabe an Kinder sind diese sorgfältig auf Atemprobleme zu überwachen. Kommt es zu Atemnot, ist sofort ein Arzt zu befragen.
  • Dieses Arzneimittel ist für Patienten mit einer Fructose-Unverträglichkeit, Zuckeraufnahmestörung oder Saccharase-Isomaltase-Mangel nicht geeignet.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Milliliter Tropflösung)
20 Milliliter Tropflösung
87,84 Milligramm Tramadol
50 Milliliter Tropflösung
87,84 Milligramm Tramadol
100 Milliliter Tropflösung
87,84 Milligramm Tramadol
10 Milliliter Tropflösung
87,84 Milligramm Tramadol

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Tramadol STADA Tropfen sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Tramadol (ggf. auch Generika).

Medikament
Darreichungsform
Retardkapseln
Retardkapseln
Kapseln
Tropfen
Zäpfchen (Suppositorien)
Tropflösung
Tropflösung
Zäpfchen (Suppositorien)
Kapseln
Injektionslösung
Tropflösung
Tropflösung
Tropflösung
Zäpfchen (Suppositorien)
Zäpfchen (Suppositorien)
Tropflösung
Brausetabletten
Zäpfchen (Suppositorien)
Retardtabletten
Retardtabletten
Retardtabletten
Zäpfchen (Suppositorien)
Retardkapseln
Retardkapseln
Tabletten
Tropflösung
Retardtabletten
Injektionslösung
Tabletten
Retardtabletten
Tropflösung
Kapseln
Zäpfchen (Suppositorien)
Tropflösung

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.