Suprax 200/-400

Von: Andrea Lubliner (Pharmazeutin und Fachtexterin für medizinische Fachtexte)
Letzte Aktualisierung: 10.10.2007
Hersteller: Fujisawa Deutschland GmbH
Wirkstoff: Cefixim
Darreichnungsform: Filmtablette
Rezeptpflichtig

Wirkung

Suprax 200/-400 enthält den Wirkstoff Cefixim. Zu beachten ist außerdem die besondere Wirkung von Suprax 200/-400.

Cefixim wird bei bei akuten und chronischen bakteriellen Infektionen mit Cefixim-empfindlichen Bakterien wie etwa Streptokokken angewendet. Hierzu zählen:
  • Infektionen der oberen und unteren Atemwege
  • Lungenentzündungen
  • Entzündungen des Mund- und Rachenraums.
Des weiteren zählen zu diesen Infektionen des Hals-Nasen-Ohren-Raumes wie
  • Mittelohrentzündungen
  • Schnupfen und Nasennebenhöhlenentzündung
  • Mandelentzündungen
  • Halsentzündungen.
Außerdem kann Cefixim eingesetzt werden zur Behandlung von
  • Geschlechtskrankheiten (wie etwa Tripper)
  • Hautinfektionen
  • Harnwegsinfektionen wie Entzündungen der Nieren und Harblase
  • Infektionen der Gallenwege.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Cefixim sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Cephalosporine, Antibiotika, zu welcher der Wirkstoff Cefixim gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • Infektionen der oberen und unteren Atemwege
  • Infektionen des Hals-Nasen-Ohren-Bereichs
  • Infektionen der Nieren und ableitenden Harnwege
  • Infektionen der Gallenwege
  • akute durch Tripper-Erreger verursachte Harnröhrenentzündung

Dosierung

Die Tabletten sind mit 200 Milligramm und 400 Milligramm des Wirkstoffs Cefixim erhältlich. Um die gewünschte Dosierung zu erreichen, können auch mehrere niedriger dosierte Tabletten zusammen eingenommen werden.

Üblicherweise erhalten Erwachsene und Kinder ab zwölf Jahren täglich 400 Milligramm Cefixim. Die empfohlene Tagesdosis kann wahlweise auf einmal mit einer Filmtablette Suprax 400 verabreicht oder in zwei Einzeldosen (je eine Filmtablette Suprax 200) morgens und abends aufgeteilt werden.

Kinder unter zwölf Jahren erhalten täglich acht Milligramm Wirkstoff je Kilogramm Körpergewicht in ein bis zwei Einzeldosen. Bei Bedarf kann die Wirkstoffdosis auf zweimal sechs Milligramm Cefixim je Kilogramm Körpergewicht erhöht werden.

Die Filmtabletten sollten mit reichlich Flüssigkeit eingenommen werden. Das Medikament kann sowohl vor als auch zusammen mit einer Mahlzeit eingenommen werden.

Bei Patienten mit deutlich eingeschränkter Nierenfunktion ist die Dosis zu verringern.

Bei den zumeist bakteriellen Infektionskrankheiten richtet sich die Behandlungsdauer nach dem Verlauf der Erkrankung. Normalerweise ist eine Behandlungsdauer von fünf bis zehn Tagen ausreichend.

Bei der Behandlung von Infektionen mit so genannten beta-hämolysierenden Streptokokken (betimmte Erreger) ist aus Vorsichtsgründen eine Mindestbehandlungsdauer von zehn Tagen notwendig. So werden Spätkomplikationen wie beispielsweise dem rheumatischen Fieber oder der Nierenkörperchenentzündung (Glomerulonephritis) vorgebeugt.

Bei unkomplizierten Harnwegsinfektionen bei Frauen reicht oft eine Behandlungsdauer von ein bis drei Tagen aus.

Bei unkomplizierter Gonorrhoe des Erwachsenen, dem so genannten Tripper, ist in der Regel eine einmalige Verabreichung von 400 Milligramm Cefixim ausreichend. Der Behandlungserfolg der Therapie einer Gonokokken-Infektion sollte durch eine entsprechende Untersuchunge drei bis vier Tage nach Behandlungsende überprüft werden.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Calciumhydrogenphosphat
  • Cellulose
  • dünnflüssiges Paraffin
  • Hypromellose
  • Magnesiumstearat
  • Maisquellstärke
  • Natriumdodecylsulfat
  • Titandioxid

Nebenwirkungen

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Kopfschmerzen, Überempfindlichkeitsreaktionen (Juckreiz, Hautrötung, Hautausschlag, Nesselsucht, Arzneimittelfieber, Gesichtsschwellungen wie Angioödem, Blutarmut wie etwa hämolytische Anämie, Nierenentzündung, schlimmstenfalls allergischer Schock); vorübergehende Blutbildveränderungen wie etwa Verminderung weißer Blutkörperchen (Leukopenie), Vermehrung bestimmter weißer Blutkörperchen (Eosinophilie), Verringerung der Blutplättchen (Thrombozytopenie) oder Granulozytenverminderung (Agranulozytose); Leberfunktionsstörung, Leberwerteanstieg (Transaminasen); Nierenwerteanstieg (Serumharnstoffanstieg, Serumkreatininanstieg)

Seltene Nebenwirkungen:
Schwindelgefühl, Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Appetitlosigkeit, Durchfall, Blutgerinnungsstörungen

Sehr seltene Nebenwirkungen und Einzelfälle:
Syndrom der verbrühten Haut (Lyell-Syndrom), Hautablösung mit schwerer Allgemeinsymptomatik (Stevens-Johnson-Syndrom), Leberentzündung, Gallestau, Gelbsucht, Hyperaktivität, Krampfanfälle (erhöhte Neigung zu Epilepsien)

Nebenwirkungen ohne Angabe der Häufigkeit:
Magendrücken, Blähungen

Besonderheiten:
Während einer langfristigen Behandlung mit Cefixim kann es zu einem Befall des Dickdarmes mit unempfindlichen (resistenten) Bakterien oder Pilzen kommen. Dies kann nachfolgend zu einer Darmentzündung mit Durchfällen führen (pseudomembranöse Colitis). Die Behandlung mit Cefixim ist dann sofort einzustellen und mit geeigneten Antibiotika wie etwa Vancomycin fortzusetzen.

Langfristige und wiederholte Anwendung von Cefixim kann zu Zweitinfektionen (Superinfektionen) mit unempfindlichen (resistenten) Bakterien oder Sprosspilzen führen. Außerdem muss bei Cephalosporinen wie Cefixim, die mit Penicillinen strukturverwandt sind, mit Kreuzallergien gerechnet werden.

Wechselwirkungen

Werden Aminoglykosid-Antibiotika oder die Antibiotika Polymyxin und Colistin sowie hochdosierte Diuretika (Entwässerungsmittel) aus der Gruppe der Schleifendiuretika zusammen mit Cefixim verabreicht, kann die nierenschädigende Wirkung dieser Wirkstoffe verstärkt werden.

Durch Kombination von Cefixim mit blutgerinnungshemmenden Mitteln (Antikoagulantien und Thrombozytenaggregationshemmer) kann deren Wirkung verlängert werden. Damit erhöht sich die Blutungsgefahr.

Die gleichzeitige Anwendung von Cefixim und Nifedipin, einem Mittel gegen Bluthochdruck, verstärkt die Wirkung von Cefixim.

Standard-Laboruntersuchungen zur Bestimmung von Eiweiß- und Zuckergehalt im Urin können durch die Einnahme von Cefixim verfälscht werden.

Gegenanzeigen

Bei einer Überempfindlichleit gegen Cefixim oder andere Beta-Lactam-Antibiotika darf der Wirkstoff nicht angewendet werden. Patienten mit anderen Allergien oder Asthma bronchiale sollten Cefixim nur nach Rücksprache mit dem Arzt verwenden, da es in diesen Fällen verstärkt zu Überempfindlichkeitsreaktionen kommen kann.

Früh- und Neugeborene dürfen nicht mit Cefixim behandelt werden.

Bei eingeschränkter Nierenfunktion muss die Dosierung des Wirkstoffs verringert werden. Auch Patienten mit akuten, schweren Magen-Darmstörungen, die von Übelkeit und Erbrechen sowie Durchfall begleitet sind, sollten Cefixim nur nach Rücksprache mit dem Arzt anwenden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Cefixim durchdringt die Plazenta und kann so über das Fruchtwasser in den Embryo gelangen. Bislang sind dadurch keine Schädigungen des Ungeborenen bekannt. Trotzdem sollte der Wirkstoff während der Schwangerschaft (insbesondere in den ersten drei Monaten) nur auf ärztliche Anweisung eingenommen werden.

Stillende Mütter dürfen nicht mit Cefixim behandelt werden, da der Nachweis der Unbedenklichkeit für eine Anwendung in dieser Zeit noch nicht erbracht wurde.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Früh- und Neugeborene dürfen nicht mit Cefixim behandelt werden; Kinder bis zu einem Alter von zwölf Jahren erhalten eine Dosierung, die ihrem Körpergewicht angepasst ist.

Warnhinweise

  • Bei einer Nierenfunktionsstörung muss die Dosis des Medikaments verringert werden.
  • Das Medikament ist nicht zur Anwendung bei Früh- und Neugeborenen geeignet.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Stück Filmtablette)
7 Stück Filmtabletten
400 Milligramm Cefixim
10 Stück Filmtabletten
200 Milligramm Cefixim
20 Stück Filmtabletten
200 Milligramm Cefixim
5 Stück Filmtabletten
400 Milligramm Cefixim
10 Stück Filmtabletten
400 Milligramm Cefixim

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Suprax 200/-400 sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Cefixim (ggf. auch Generika).


Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihre*n Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.