MCP AL 10

Von: Andrea Lubliner (Pharmazeutin und Fachtexterin für medizinische Fachtexte)
Letzte Aktualisierung: 06.03.2009

Hersteller: ALIUD Pharma GmbH & Co. KG
Wirkstoff: Metoclopramid
Darreichnungsform: Tablette

Rezeptpflichtig

Wirkung

MCP AL 10 enthält den Wirkstoff Metoclopramid. Zu beachten ist außerdem die besondere Wirkung von MCP AL 10.

 

Metoclopramid wird für die Behandlung vielfältiger Formen von Übelkeit und Erbrechen eingesetzt. Diese können in Zusammenhang mit Migräne, Unverträglichkeiten von Arzneimitteln, Schädel- und Hirnverletzungen oder Leber- und Nierenerkrankungen auftreten.

In Form einer Injektionslösung wird Metoclopramid auch eingesetzt zur Erleichterung von Untersuchungen des Zwölffingerdarms sowie bei Röntgenuntersuchungen zur Beschleunigung der Magenentleerung und der Dünndarmpassage. Als Injektion in hoher Dosierung wird Metoclopramid bei durch Krebsmittel (Zytostatika) hervorgerufener Übelkeit und Erbrechen angewendet.

Der Einsatz bei ungenügendem Vorwärtstransport der Nahrung im oberen Magen-Darm-Bereich ist zwar noch üblich, sollte aber unterbleiben, da die Wirkung nicht ausreichend belegt ist. Wer den Wirkstoff für diese Anwendung erhält, sollte die weitere Behandlung mit seinem Arzt besprechen.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Metoclopramid sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Prokinetika, Antiemetika (Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen), zu welcher der Wirkstoff Metoclopramid gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • Beweglichkeitsstörungen des oberen Magen-Darm-Traktes, Übelkeit, Brechreiz, Erbrechen (bei Migräne, Lebererkrankungen und Nierenerkrankungen, Schädelverletzungen und Hirnverletzungen, Arzneimittel-Unverträglichkeit)
  • diabetische Magenlähmung

Dosierung

Erwachsene nehmen drei- bis viermal täglich je eine Tablette ein. Jugendliche und Kinder ab 14 Jahren erhalten zwei- bis dreimal täglich eine halbe bis eine Tablette.

Bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung mit Bauchwassersucht
(Aszites) sollte wegen der verzögerten Ausscheidung die Dosis auf die Hälfte verringert werden.

Nehmen Sie die Tabletten unzerkaut mit etwas Flüssigkeit vor den Mahlzeiten ein.

Die Dauer der Anwendung bestimmt der Arzt. Sie richtet sich nach der
Grundkrankheit. Im Allgemeinen sind etwa vier bis sechs Wochen ausreichend. Darüber hinaus kann das Medikament, wenn erforderlich, in
Einzelfällen bis zu sechs Monate angewendet werden. Allerdings besteht bei längerer Behandlung ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Bewegungsstörungen.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Maisstärke
  • Cellulose, mikrokristalline
  • Lactose-Monohydrat
  • Magnesiumstearat
  • Natriumdodecylsulfat

Nebenwirkungen

 

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Hautausschlag.

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Depressionen, Blut-Methämoglobin-Überschuss, dyskinetisches Syndrom (vorwiegend bei Kindern), Parkinson-ähnliche Beschwerden (bei älteren Patienten: Zittern, Steifigkeit, Bewegungslosigkeit), Bewegungsstörungen (Spätdyskinesien), malignes neuroleptisches Syndrom.
Nach Langzeitanwendung:
Blut-Prolaktin-Werterhöhung, Brustschwellung (Gynäkomastie), Milchfluss (Galaktorrhoe), Regelblutungsstörung.

Nebenwirkungen ohne Häufigkeitsangabe:
Durchfall, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Angst, Ruhelosigkeit, extrapyramidale Reaktionen (Zappeligkeit, unwillkürliche Bewegungen, Verkrampfungen).

Besonderheiten:
Das sehr selten auftretende maligne neuroleptische Syndrom mit den charakteristischen Zeichen Fieber, Muskelstarre, Bewusstseins- und Blutdruckveränderungen kann lebensbedrohlich sein und muss umgehend behandelt werden.

Das dyskinetische Syndrom äußert sich in unwillkürlichen, krampfartigen Bewegungen, besonders im Kopf-, Hals- und Schulterbereich wie Blickstarre nach oben oder zur Seite, Verkrampfung der Gesichts oder der Kaumuskulatur, Vorstrecken der Zunge, Verkrampfung der Schlund- und der Zungenmuskulatur, Schiefhaltung oder Verdrehung das Kopfes und des Halses, Überstrecken der Wirbelsäule, Beugekrämpfe der Arme, selten Streckkrämpfe der Beine.

Bei Langzeittherapie mit Metoclopramid besteht das Risiko für schwere, oft nicht mehr abklingende Bewegungsstörungen (Dyskinesien). Besonders betroffen sind Personen im Alter unter 30 Jahren. Die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA sieht in Metoclopramid den Hauptverursacher von solchen medikamentbedingten Dyskinesien.

Bei Jugendlichen und bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung, bei denen die Ausscheidung von Metoclopramid eingeschränkt ist, ist besonders auf Nebenwirkungen zu achten. Bei deren Auftreten muss der Wirkstoff sofort abgesetzt werden.

Wechselwirkungen

Metoclopramid kann die Aufnahme des Herzglykosids Digoxin und des H2-Rezeptorenblockers Cimetidin in den Körper verringern. Damit wird deren Wirkung gemindert.

Metoclopramid kann die Aufnahme in den Körper von Paracetamol (Schmerzmittel), Levodopa (Parkinson-Mittel), verschiedenen Antibiotika (wie Tetrazykline, Pivampicillin), Lithium (gegen Depressionen) und auch Alkohol erhöhen. Das kann eine erhöhte Wirkung, aber auch mehr Nebenwirkungen bedeuten.

Die Wirkung von Metoclopramid kann durch Anticholinergika verringert werden.

Wird Metoclopramid gleichzeitig mit Neuroleptika oder selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern eingenommen, können sich die Bewegungsstörungen (wie zum Beispiel Krampferscheinungen im Kopf-, Hals- und Schulterbereich) verstärken.

Metoclopramid kann notwendige Wirkungen von Dopamin verringern, da es die Dopaminbindungsstellen im Gehirn blockiert.

Die Wirkung von Muskelrelaxanzien (wie Succinylcholin oder andere) kann durch Metoclopramid verlängert werden.

Die gleichzeitige Anwendung von Metoclopramid und Atovaquon (einem neueren Antibiotikum) sollte unter Kontrolle der Atovaquon-Blutkonzentrationen erfolgen, da diese erniedrigt sein könnten.

Metoclopramid sollte nicht zusammen mit Wirkstoffen angewendet werden, die die Rezleitung am Herzen verändern (QT-Verlängerung), um schwere Herz-Kreislaufstörungen zu vermeiden.

Gegenanzeigen

Metoclopramid darf nicht angewendet werden bei

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
  • einem Tumor des Nebennierenmarks (Phäochromozytom) oder Tumoren, deren Wachstum durch das Hormon Prolaktin gefördert werden.
  • Darmverschluss oder einer örtlich begrenzten Zerstörung der Darmwand (Darmdurchbruch).
  • Epilepsie und bei gestörten Bewegungsvorgängen (extrapyramidale Störungen).
  • gleichzeitiger Gabe von Antidepressiva aus der Wirkstoffgruppe der MAO-Hemmer, die MAO-Hemmer müssen 14 Tage vor Behandlungsbeginn abgesetzt werden.

Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt und unter seiner Kontrolle darf Metoclopramid angewendet werden

  • bei Älteren
  • .
  • bei Herzrhythmusstörungen (vor allem bei verlangsamtem Herzschlag)
  • .
  • bei nicht ausgeglichenen Störungen des Mineralhaushalts und gleichzeitiger Anwendung von Substanzen, die eine QT-Verlängerung bewirken, weil Metoclopramid schwere Herz-Kreislauf-Reaktionen hervorrufen kann.
  • wenn sich die Erkrankung, die den Beschwerden verursacht hat (z.B. Magen-Darm-Blutung), durch die verstärkten Magen-Darm-Bewegungen verschlimmern könnte.
  • bei eingeschränkter Leber- und Nierenfunktion, weil diese die Ausscheidung von Metoclopramid verringern. In solchen Fällen muss der Arzt geringere Dosierungen anwenden, um überhöhte Metoclopramid-Konzentrationen im Blut zu vermeiden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Die Anwendung von Metoclopramid während der Schwangerschaft ist möglich. In Untersuchungen wurden keine Schädigungen des Ungeborenen festgestellt. Dennoch sollte die Anwendung nur nach umfassender Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt erfolgen. Sehr hoch dosierte Injektionslösungen dürfen in der Schwangerschaft nicht angewendet werden.

Metoclopramid tritt in die Muttermilch über und sollte in der Stillzeit nicht eingesetzt werden. Um Wirkungen auf das Nervensystem des Säuglings zu vermeiden, sollte im Falle einer Anwendung von Metoclopramid abgestillt werden.

 

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Bei Kindern unter zwei Jahren darf Metoclopramid nicht eingesetzt werden. Tropfen mit Metoclopramid sollten bei Kindern nicht mehr zum Einsatz kommen, weil es dabei zu häufig zu Überdosierungen kam.

Allgemein wird bei Kindern eine Dosis von dreimal täglich 0,1 bis 0,15 Milligramm Metoclopramid/Kilogramm Körpergewicht gegeben.

Warnhinweise

  • Das Medikament schränkt die Reaktionsfähigkeit so weit ein, dass Autofahren und Maschinenbedienung gefährlich sind. Dies gilt insbesondere im Zusammenwirken mit Alkohol und dämpfenden oder beruhigenden Medikamenten.
  • Zwischen der Anwendung des Medikaments und dem Einsatz von MAO-Hemmern gegen Depressionen müssen mindestens 14 Tage liegen.
  • Treten während der Behandlung Fieber, Muskelstarre, Bewusstseins- und Blutdruckveränderungen auf, ist das Medikament sofort abzusetzen und der Arzt zu verständigen.
  • Das Medikament enthält Lactose (Milchzucker), die von manchen Patienten schlecht vertragen wird.
  • Das Medikament ist aufgrund seines hohen Wirkstoffgehalts nicht zur Behandlung von Kndern unter 14 Jahren geeignet.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

 

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Stück Tablette)
20 Stück Tabletten
8,92 Milligramm Metoclopramid
50 Stück Tabletten
8,92 Milligramm Metoclopramid
100 Stück Tabletten
8,92 Milligramm Metoclopramid

 

Vergleichbare Medikamente

 

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über MCP AL 10 sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Metoclopramid (ggf. auch Generika).

 

 

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihre*n Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.