Bikalm

Hersteller: Altana Pharma Deutschland GmbH
Wirkstoff: Zolpidem
Darreichnungsform: Filmtablette
Rezeptpflichtig

Wirkung

Bikalm enthält den Wirkstoff Zolpidem. Zu beachten ist außerdem die besondere Wirkung von Bikalm.

Zolpidem dient der Behandlung von Schlafstörungen. Allerdings sollte der Wirkstoff nur bei schwerwiegenden Schlafstörungen und auf Anweisung des Arztes angewendet werden.

Bei leichten Ein- und Durchschlafstörungen sollte von der Einnahme des Wirkstoffs abgesehen werden. Die Nebenwirkungen und die Gefahr einer Abhängigkeitsentwicklung rechtfertigen die Anwendung bei solchen leichten Schlafstörungen nicht.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Zolpidem sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Schlafmittel, zu welcher der Wirkstoff Zolpidem gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • Kurzzeitbehandlung von Schlafstörungen von klinisch bedeutsamem Schweregrad

Dosierung

Die Einnahme erfolgt unmittelbar vor dem Schlafengehen mit etwas Flüssigkeit. Die Behandlung sollte nur wenige Tage bis zu zwei Wochen dauern und darf vier Wochen nur in Einzelfällen überschreiten.

Erwachsene nehmen eine Filmtablette täglich. Diese Dosierung sollte nicht überschritten werden.

Ältere oder geschwächte Patienten erhalten täglich nur eine halbe Filmtablette. Auch diese Dosierung darf nur in Ausnahmefällen überschritten werden.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion dürfen nicht mehr als eine halbe Tablette pro Tag einnehmen.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Hypromellose
  • mikrokristalline Cellulose
  • Laktosemonohydrat
  • Macrogol 400
  • Magnesiumstearat
  • Poly(O-Carboxymethyl)stärke-Natriumsalz
  • Titandioxid E 171

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen:
Schläfrigkeit, Benommenheit am folgenden Tag, Kopfschmerzen, gedämpfte Emotionen, eingeschränkte Aufmerksamkeit, Verwirrtheit, Schwindel, Magen-Darm-Beschwerden, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Sehstörungen, Doppelbilder, Hautreaktionen, Gedächtnisverlust.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Müdigkeit, Muskelschwäche, Gangunsicherheit, Bewegungsunsicherheit.

Seltene Nebenwirkungen:
Vermindertes Sexualverlangen.

Besonderheiten:
Zusätzlich können psychische und "paradoxe" Reaktionen auftreten, wie zum Beispiel Unruhe, Aufgeregtheit, Reizbarkeit, Enthemmung, Aggressivität, abnormes Denken, Wahnvorstellungen, Wutausbrüche, Alpträume, Halluzinationen, Psychosen, unangemessenes Verhalten, wesensfremde Extrovertiertheit und andere Verhaltensauffälligkeiten. Als "paradox" werden diese Reaktionen deshalb bezeichnet, weil sie das Gegenteil der erwünschten beruhigenden und schlaffördernden Wirkung sind.

Mit dem Nachlassen der Wirkung kann es zur Schlaflosigkeit mit Begleitreaktionen wie Unruhe, Stimmungswechsel oder Angstzuständen kommen.

Eine bereits vorhandene Depression kann erstmals sichtbar werden oder sich verstärken.

Die Anwendung kann zur Entwicklung einer körperlichen und geistigen Abhängigkeit führen.

Aktuelle Studien aus den USA lassen vermuten, dass auch bei Beachtung der Anwendungshinweise bei manchen Patienten auch am nächsten Morgen noch wirksame Zolpidem-Konzentrationen im Blut vorhanden sind. Dies gilt insbesondere bei weiblichen Patienten, weil diese den Wirkstoff langsamer abbauen. Somit kann auch am Morgen nach der Einnahme das Reaktionsvermögen vermindert sein. Mindestens acht Stunden nach der Einnahme von Zolpidem sollte weder ein Fahrzeug geführt noch eine andere Tätigkeit erfolgen, für die volle Konzentration notwendig erscheint.

Wechselwirkungen

Die gleichzeitige Anwendung von Alkohol kann die Wirkung von Zolpidem auf nicht vorhersehbare Weise verstärken und verändern.

Auch andere Wirkstoffe mit dämpfender Wirkung auf die Gehirntätigkeit (Neuroleptika wie Fluvoxamin, Antidepressiva, Schlafmittel, Beruhigungs- und angstlösende Mittel, opioide Schmerzmittel, Antiepileptika, Narkosemittel, müde machende H1-Antihistaminika, Lithium), aber auch das Antibiotikum Ciprofloxacin sollen nicht gleichzeitig mit Zolpidem angewandt werden, da diese die Plasmaspiegel von Zolpidem erhöhen können. Sie führen zu einer gegenseitigen Verstärkung der Wirkung.

Besonders die gleichzeitige Anwendung von opioiden Schmerzmitteln kann zu Betäubung, Unterdrückung der Atemfunktion, Koma und Tod führen. Erachtet der Arzt eine gleichzeitige Verschreibung in Ausnahmefällen für notwendig, wird er die niedrigste wirksame Dosis wählen und die Behandlungsdauer so kurz wie möglich halten.

Substanzen zur Narkose können die euphorisierende Wirkung verstärken und beschleunigen die Abhängigkeitsentwicklung.

Muskelrelaxanzien(zur Muskelerschlaffung) können bei gleichzeitiger Gabe von Zolpidem in ihrer Wirkung verstärkt werden.

Stoffe, die den Abbau von Zolpidem im Körper verhindern oder verlangsamen, wie zum Beispiel der Säurehemmer Cimetidin, Azol-Antimykotika wie die Imidazole und Triazole (Mittel gegen Pilzerkrankungen), Makrolid-Antibiotika und Grapefruitsaft führen zu einer Wirkungsverstärkung von Zolpidem.

Stoffe, die den Abbau von Zolpidem im Körper steigern, wie zum Beispiel das Antibiotikum Rifampicin, die Mittel gegen Epilepsie Carbamazepin, Phenytoin und Phenobarbital führen zu einer Wirkungsabschwächung von Zolpidem.

Gegenanzeigen

Bei Überempfindlichkeit gegen Zolpidem darf der Wirkstoff nicht eingenommen werden. Außerdem sind schwere Leberfunktionsstörungen, das Schlafapnoe-Syndrom, eine fortschreitende Muskelschwäche vom Typ Myasthenia gravis und schwere Atemfunktionsstörungen strenge Gegenanzeigen für die Anwendung von Zolpidem.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Zolpidem darf in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, da noch keine ausreichenden Erfahrungen mit seiner Anwendung bei Schwangeren vorliegen.

Obwohl Zolpidem nur in geringen Mengen in die Muttermilch übergeht, sollten stillende Mütter den Wirkstoff nicht einnehmen, da mögliche Auswirkungen auf den gestillten Säugling bislang nicht untersucht sind.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren dürfen nicht mit Zolpidem behandelt werden.

Warnhinweise

  • Das Reaktionsvermögen kann beeinträchtigt werden. Dies gilt in verstärktem Maße nach unzureichender Schlafdauer oder Alkoholkonsum. Die Auswirkungen erstrecken sich auch auf den Folgetag.
  • Autofahren und die Bedienung von Maschinen ist besonders in den acht Stunden nach der Einnahme gefährlich.
  • Die Anwendung des Medikaments kann zu körperlicher und psychischer Abhängigkeit führen.
  • Zusammen mit dem Medikament sollte kein Alkohol getrunken werden.
  • Das Medikament darf bei Patienten mit früherem Alkohol- oder Arzneimittel-Missbrauch nur mit äußerster ärztlicher Vorsicht angewandt werden.
  • Während der Therapie sind Gedächtnisstörungen möglich.
  • Bei Gedächtnisverlust, Gewöhnung, Abhängigkeit oder bei Entwicklung einer Schlaflosigkeit trotz Wirkstoffeinnahme ist die Behandlung abzubrechen.
  • Während der Behandlung ist auf eine ausreichende Schlafdauer zu achten.
  • Bei Nierenfunktionsstörungen ist das Medikament nur mit ärztlicher Vorsicht anzuwenden.
  • Eine Tablette entspricht 0,007 Broteinheiten.
  • Das Medikament enthält Lactose (Milchzucker), die von manchen Patienten schlecht vertragen wird.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Stück Filmtablette)
10 Stück Filmtabletten
8,04 Milligramm Zolpidem
20 Stück Filmtabletten
8,04 Milligramm Zolpidem

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Bikalm sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Zolpidem (ggf. auch Generika).


Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.