Chronische Schmerzen: 11 Ursachen, die oft übersehen werden
Von chronischen Schmerzen sprechen Fachleute, wenn Schmerzen länger als drei bis sechs Monate anhalten. In Deutschland ist eine von fünf Personen von chronischen Schmerzen betroffen. Um chronische Schmerzen zu vermeiden, ist es wichtig, akute Schmerzen immer entsprechend zu behandeln.
Doch nicht immer steckt eine klare Ursache wie Arthrose oder ein Bandscheibenvorfall hinter chronischen Schmerzen. Manche Erkrankungen bleiben lange unerkannt, weil sie schwer nachweisbar sind oder unspezifische Beschwerden verursachen. Welche Auslöser für chronische Schmerzen häufig übersehen werden, sehen Sie in der Bildergalerie.
Ursache für chronische Schmerzen: Endometriose
Starke Regelschmerzen gelten oft als normal. Dahinter kann jedoch Endometriose stecken. Dabei wächst Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutter, beispielsweise im Bauchraum. Typisch sind chronische Unterbauchschmerzen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder beim Stuhlgang. Bis zur Diagnose vergehen häufig mehrere Jahre.
Fibromyalgie als Ursache für chronische Schmerzen:
Fibromyalgie ist ein chronisches Schmerzsyndrom mit Muskel- und Gelenkschmerzen im ganzen Körper. Betroffene berichten oft zusätzlich über Müdigkeit, Schlafprobleme und Konzentrationsstörungen. Da Laborwerte meist unauffällig sind und bildgebende Verfahren keine eindeutigen Veränderungen zeigen, bleibt die Erkrankung häufig lange unerkannt.
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Small-Fiber-Neuropathie verursacht chronische Schmerzen
Bei dieser Nervenerkrankung sind vor allem dünne Nervenfasern betroffen, die Schmerz- und Temperaturreize weiterleiten. Typische Symptome sind brennende Schmerzen, Kribbeln oder ein stechendes Gefühl, oft in Füßen oder Händen. Standarduntersuchungen, die die Nervenfunktion überprüfen, können unauffällig sein, weshalb die Diagnose leicht übersehen wird.
Ursache für chronische Schmerzen: Myofasziales Schmerzsyndrom
Verspannungen in Muskeln und Faszien können chronische Schmerzen, besonders im Nacken, Rücken oder in den Schultern, verursachen. Auslöser sind häufig Fehlhaltungen, einseitige Belastung oder Stress. In der Bildgebung zeigen sich meist keine Auffälligkeiten, weshalb diese Ursache oft unterschätzt wird.
Reizdarmsyndrom als Ursache für chronische Schmerzen
Beim Reizdarmsyndrom leiden Betroffene unter wiederkehrenden Bauchschmerzen, Blähungen oder Verdauungsproblemen. Organische Veränderungen lassen sich häufig nicht nachweisen. Dadurch werden die Beschwerden manchmal lange nicht ernst genommen, obwohl sie die Lebensqualität stark beeinträchtigen.
Autoimmunerkrankungen verursachen chronische Schmerzen
Einige Autoimmunerkrankungen beginnen schleichend. Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis oder Lupus können zunächst diffuse Schmerzen in Gelenken oder Muskeln verursachen. Weitere Symptome wie Müdigkeit oder Fieber werden anfangs nicht immer mit einer entzündlichen Erkrankung in Verbindung gebracht.
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Chronische Entzündungen im Darm
Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa verursachen häufig Bauchschmerzen, Durchfall und Erschöpfung. Gerade zu Beginn können die Beschwerden jedoch unspezifisch sein und zunächst als Reizdarm fehlinterpretiert werden. Eine genaue Diagnose erfordert meist spezielle Untersuchungen wie eine Darmspiegelung.
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Ursache für chronische Schmerzen: Nerveneinklemmungen
Auch kleine Nervenreizungen können starke Schmerzen auslösen. Ein Beispiel ist das Karpaltunnelsyndrom oder eine Nervenreizung an der Wirbelsäule. Typisch sind stechende Schmerzen, Taubheitsgefühle oder Kribbeln. Werden die Veränderungen mit bildgebenden Verfahren nicht eindeutig erkannt, kann die Ursache manchmal lange unklar sein.
Lesetipp: Warnsignale für ein Karpaltunnelsyndrom
Chronische Infektionen
Bestimmte Infektionen können langfristige Schmerzen verursachen. Dazu zählen etwa Borreliose oder Beschwerden nach Virusinfektionen wie der Gürtelrose. Wenn der ursprüngliche Infekt bereits länger zurückliegt, wird der Zusammenhang mit den anhaltenden Schmerzen nicht immer sofort erkannt.
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Gestörte Schmerzverarbeitung führt zu chronischen Schmerzen
Bei manchen Menschen verändert sich die Schmerzverarbeitung im Nervensystem. Das Gehirn reagiert dann empfindlicher auf Reize, wodurch Schmerzen verstärkt wahrgenommen werden. Stress, Schlafmangel oder dauerhafte Belastung können diese Prozesse beeinflussen und chronische Schmerzen begünstigen.
Unser Schmerzgedächtnis wird außerdem von akuten Ereignissen, die nicht ausreichend behandelt werden, geprägt und kann zu langfristigen Schmerzen führen, auch wenn der ursprüngliche Schmerzreiz nicht mehr da ist.
Wechseljahre als Ursache für chronische Schmerzen
Muskel- und Gelenkschmerzen können auch in den Wechseljahren auftreten und chronisch werden. Die hormonellen Veränderungen, die durch den Rückgang von Progesteron und Östrogen entstehen, spielen eine wichtige Rolle in Bezug auf die Schmerzempfindlichkeit. Weitere Faktoren wie Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen, die in den Wechseljahren ebenfalls häufig sind, verstärken das Schmerzempfinden zusätzlich.
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Von chronischen Schmerzen sprechen Fachleute, wenn Schmerzen länger als drei bis sechs Monate anhalten. In Deutschland ist eine von fünf Personen von chronischen Schmerzen betroffen. Um chronische Schmerzen zu vermeiden, ist es wichtig, akute Schmerzen immer entsprechend zu behandeln.
Doch nicht immer steckt eine klare Ursache wie Arthrose oder ein Bandscheibenvorfall hinter chronischen Schmerzen. Manche Erkrankungen bleiben lange unerkannt, weil sie schwer nachweisbar sind oder unspezifische Beschwerden verursachen. Welche Auslöser für chronische Schmerzen häufig übersehen werden, sehen Sie in der Bildergalerie.
- Online-Informationen der Schweizerischen Gesellschaft für Gynäkologische Endokrinologie, Kontrazeption und Menopause: Schmerzen während der Menopause: https://www.rosenfluh.ch/gynaekologie-2025-03/schmerzen-waehrend-der-menopause (Abruf: 03/2026)
- Wörtz, R. et al.: Auswirkungen, Chronifizierung, Epidemiologie, zeitgemäße Diagnostik: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC9294845/ (Abruf: 03/2026)
- Online-Informationen der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V.: Chronische Schmerzen: https://www.schmerzgesellschaft.de/patienteninformationen/herausforderung-schmerz/chronische-schmerzen (Abruf: 03/2026)
- Online-Informationen des Universitätsklinikums Bonn: Chronische Schmerzen: https://www.ukbonn.de/stereotaktische-und-funktionelle-neurochirurgie/erkrankungen/chronische-schmerzen/ (Abruf: 03/2026)
- Online-Informationen des Bundesministeriums für Gesundheit: Chronische Schmerzen: https://gesund.bund.de/chronische-schmerzen (Abruf: 03/2026)