Ein Paar sitzt nebeneinander krank auf dem Sofa, beide schnäuzen sich in ein Taschentuch
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Wie lange ist die Grippe ansteckend?

Von: Jasmin Leukel (ehem. Krsteski) (Biologin und Medizinredakteurin)
Letzte Aktualisierung: 04.02.2026

Wer die Grippe (Influenza) hat, ist häufig schon ansteckend, bevor die ersten Symptome auftreten. Dadurch kann sich das Grippevirus rasch verbreiten. Umso wichtiger ist es, zu wissen, wie lange Erkrankte mit Grippe ansteckend sind und welche Maßnahmen vor einer Infektion schützen. 

FAQ: Häufige Fragen und Antworten zur Infektionsgefahr bei Grippe

Die Influenza überträgt sich hauptsächlich über Tröpfchen und Aerosole, etwa beim Husten, Niesen oder Sprechen. Auch Schmierinfektionen über Hände oder Oberflächen sind möglich.

Je nach Material mehrere Stunden, in Einzelfällen auch bis zu einem Tag. Auf glatten Flächen halten sich Viren meist länger als auf porösen Materialien.

Nach einer Grippe besteht eine Immunität gegen den jeweiligen Virusstamm, die meist mehrere Monate anhält. Diese schützt jedoch nicht vor anderen Influenzaviren.

Die Grippe ist meist kürzer, aber intensiver ansteckend als eine Erkältung. Erkältungen können zwar milder verlaufen, dafür aber über einen längeren Zeitraum ansteckend sein.

Grippe: Ab wann und wie lange ansteckend?

Die Inkubationszeit der Grippe beträgt meist ein bis zwei Tage. Gegen Ende dieser Zeit ist die Virusmenge im Körper häufig bereits so hoch, dass Infizierte andere Menschen anstecken können. Das ist oft schon kurz vor dem Auftreten der ersten Symptome der Fall.

Wer ist wie lange ansteckend?

Am ansteckendsten sind Erkrankte in den ersten vier bis fünf Tagen nach Symptombeginn. Mit dem Abklingen der Beschwerden nimmt auch das Infektionsrisiko ab und endet in der Regel nach etwa einer Woche. Wer keine oder nur milde Symptome entwickelt, ist in der Regel weniger ansteckend. 

In bestimmten Fällen können Betroffene jedoch bis zu zwei Wochen lang Viren ausscheiden. Das betrifft vor allem Kinder, schwer erkrankte Personen sowie Menschen mit geschwächtem Immunsystem, etwa infolge bestimmter Erkrankungen oder einer medikamentösen Therapie.

Wie ansteckend sind geimpfte Personen?

Eine Grippeimpfung schützt nicht sicher vor einer Infektion, kann aber dazu beitragen, dass die Erkrankung milder verläuft. Geimpfte können sich zwar anstecken, scheiden das Virus jedoch häufig kürzer und in geringerer Menge aus, da das Immunsystem schneller reagiert.

Grippe: Wie wahrscheinlich ist eine Ansteckung?

Eine Ansteckung mit Grippe erfolgt vor allem bei engem Kontakt unter zwei Metern über eine längere Zeit hinweg, insbesondere in geschlossenen Räumen. Je näher und länger der Kontakt, desto höher das Risiko.

Wenn eine Person in der Familie an Grippe erkrankt ist, steigt das Risiko für andere Haushaltsmitglieder deutlich. Studien zeigen, dass sich etwa 10 bis 30 Prozent der engen Kontaktpersonen anstecken. In Haushalten mit Kindern kann die Quote noch höher liegen.

Grippe: Ansteckungsrisiko reduzieren

Regelmäßiges Händewaschen, gutes Lüften, Abstandhalten und das Tragen einer Maske bei Symptomen senken das Übertragungsrisiko deutlich. Eine Grippeimpfung schützt gut vor schweren Verläufen, verhindert eine Ansteckung jedoch nicht zuverlässig. 

Maßnahmen wie Nasenspülungen und Gurgeln mit Salzwasser befeuchten die Schleimhäute. Das kann dazu beitragen, dass Viren weniger leicht anhaften und besser abtransportiert werden. Einen zuverlässigen Schutz vor einer Ansteckung bieten solche Methoden jedoch nicht.

Grippe: Wie lange zu Hause bleiben?

Sowohl Erwachsene als auch Kinder sollten nach einer Grippe erst wieder arbeiten, in die Schule oder in die Kita gehen, wenn sie ohne fiebersenkende Medikamente mindestens 24 Stunden fieberfrei sind. Ein leichter Resthusten oder Schnupfen kann nach einer Grippe länger bestehen und schließt die Rückkehr nicht zwingend aus.

Da Kinder oft länger ansteckend sind, kann es sinnvoll sein, bei ihnen ein bis zwei zusätzliche Tage abzuwarten, bevor sie wieder in Gemeinschaftseinrichtungen zurückkehren.