Ein Paar beim Sex.
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Missionarsstellung

Mann oben, Frau unten: Die Missionarsstellung ist der Klassiker unter den Stellungen beim Geschlechtsverkehr. Während manche Menschen diese Position langweilig finden, greifen viele andere Paare gern auf die Missionarsstellung zurück.

Allgemeines

Die Missionarsstellung ist vermutlich deshalb so beliebt, weil sie eine einfache und – im Vergleich zu vielen anderen Stellungen – relativ bequeme Position darstellt. Eine Besonderheit dieser Stellung: Sie ist größtenteils uns Menschen vorbehalten. Im Tierreich kommt die Missionarsstellung nur sehr selten vor.

Auch beim Geschlechtsverkehr unter Männern ist die Missionarsstellung möglich. Der auf dem Rücken liegende Mann muss die Beine bei der Missionarsstellung entsprechend anheben, damit der aktive Partner in seinen After eindringen kann.

Warum nennt man diese Stellung Missionarsstellung? Fest steht: Mit Missionaren hat die Missionarsstellung eigentlich nichts zu tun – eine falsche Interpretation führte jedoch dazu, dass diese Sexposition mit Missionaren in Verbindung gebracht wurde. Der Sexualforscher Alfred Charles Kinsey (1894-1956) hatte Aufzeichnungen über das Sexualleben der Südseebewohner gelesen, die vom polnischen Anthropologen Bronislaw Malinowski verfasst worden waren. Nach Kinseys Auslegung hatten die Bewohner Zeichnungen herumgereicht, die Missionare – mit "Missionaren" waren nicht-einheimische Personen gemeint – beim etwas eintönigen Liebesspiel gezeigt hatten und dies als Missionarsstellung bezeichnet hatten. Der Amerikaner Robert Priest konnte jedoch belegen, dass Kinsey die Schriften falsch interpretiert hatte: Die Südseebewohner hatten sich zwar über die Sexpraktiken der Weißen belustigt, jedoch nie von Missionaren oder der Missionarsstellung gesprochen.

Exotische und ausgefallene Stellungen bringen sicher etwas Pepp in das Liebesleben vieler Paare. Aber auch die Missionarsstellung hat ihren Reiz – denn hier sind viele Variationen möglich. Egal, welche Stellung Sie wählen: Fantasie ist gefragt!

Vor- und Nachteile

Wie jede Stellung beim Geschlechtsverkehr weist auch die Missionarsstellung Vor- und Nachteile auf.

Die Missionarsstellung ermöglicht es einem Paar, sich beim Sex anzusehen, Blicke auszutauschen und auch, sich leidenschaftlich zu küssen. Dies kann die Erregung zusätzlich steigern; zudem kann der Partner direkt sehen, wie sein Gegenüber reagiert und entsprechend handeln. Ein weiterer Vorteil der Missionarsstellung ist, dass man diese relativ bequem und einfach ausführen kann.

Als Nachteil der Missionarsstellung sehen manche Frauen eine mangelnde Befriedigung an: In der Missionarsstellung kann der Penis des Mannes die Klitoris der Frau oft nicht ausreichend stimulieren, damit diese zum Orgasmus kommt. Jedoch kann die Frau ihre Klitoris während des Liebesspiels mit den Fingern reizen. Zudem kann sich der Mann während des Aktes etwas höher aufrichten, sodass sein Schambein die Klitoris berührt.

Einige Frauen mag es stören, dass sie in der Missionarsstellung relativ eingeschränkt sind und eher die passive Rolle innehaben. Allerdings kann auch die Partnerin die Stellung etwas variieren, indem sie die Position ihrer Beine verändert. Oder sie umklammert ihren Partner mit den Beinen, um so den Eindringwinkel des Penis zu kontrollieren.

Auch wenn die Missionarsstellung bisweilen als langweilig gilt: Nach wie vor ist sie eine beliebte Position, die durchaus ihren Reiz hat!