Das Bild zeigt eine schwangere Frau, die ihren Bauch eincremt.
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Schwangerschafts­streifen (Striae gravidarum)

So sehr die meisten Schwangeren sich freuen, wenn der Bauch endlich anfängt zu wachsen und die Schwangerschaft greifbarer wird, so viel Angst haben die meisten auch vor den gefürchteten Schwangerschaftsstreifen. Die im Fachjargon Striae gravidarum genannten Dehnungsstreifen können auftreten, wenn die Haut sich im Lauf der Schwangerschaft immer mehr dehnt und der Körper sich mithilfe verschiedener Hormone auf die Geburt vorbereitet.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Allgemeines

Doch wie kann man Schwangerschaftsstreifen vorbeugen oder ihr optisches Bild verbessern?

Durch Dehnung der Haut kann unter bestimmten Voraussetzungen das Unterhautgewebe an einigen Stellen einreißen – so können sich mit der Zeit an den Hüften, am Bauch und auch an Brüsten und Po erst leicht rosafarbene, dann rötlich-blaue Dehnungsstreifen (Striae distensae) bilden – im Rahmen der Schwangerschaft nennt man sie auch Schwangerschaftsstreifen oder Striae gravidarum.

Dehnungsstreifen sind nicht gefährlich. Sie können für eine Frau jedoch psychisch sehr belastend sein. Viele Frauen leiden unter dem vermeintlichen Makel an ihrem Körper.

Wenn Sie im Vorfeld ein paar Dinge beachten, können Sie das Risiko reduzieren, dass sehr intensive Schwangerschaftsstreifen entstehen. Schwangere sollten sich aber darüber im Klaren sein, dass Schwangerschaftsstreifen auch Veranlagung sind: Einige Frauen sind einfach nicht davor gefeit, unabhängig davon, wie viel sie cremen, zupfen oder andere vorbeugende Maßnahmen beachten. Doch auch, wenn die lästigen Hautveränderungen bereits vorhanden sind, können Sie diese durch eine entsprechende Maßnahmen oft deutlich mindern.

Video: Was tun gegen Schwangerschaftsstreifen?

Nicht nur während der Schwangerschaft, auch durch andere Einflüsse können sich Dehnungsstreifen entwickeln, so zum Beispiel:

Entstehung, Aussehen und Verlauf

Am Bauch verlaufen Schwangerschaftsstreifen gewöhnlich von oben nach unten, während sie an der Brust strahlenförmig zur Brustwarze hin angeordnet sind. Manchmal sind auch Oberarme und Oberschenkel von den Schwangerschaftsstreifen betroffen. Die Dehnungsstreifen sind etwa einen bis mehrere Zentimeter lang und können bis zu zwei Zentimeter breit werden. Sie haben eine unebene Oberfläche. Die ersten Streifen tauchen selten vor der 16. Schwangerschaftswoche auf; meist bilden sie sich erst gegen Ende der Schwangerschaft.

Wie entstehen Dehnungsstreifen?

Unser Bindegewebe sorgt dafür, dass die Haut elastisch bleibt. Es besteht aus einem sehr feinen Netz aus kollagenhaltigen Fasern. Wird die Haut stark gedehnt, trennen sich einzelne Fasern voneinander, sodass feine Risse in der Unterhaut entstehen.

Die Haut an Bauch, Hüften, Busen und Schenkeln wird während der Schwangerschaft stark beansprucht: Das Hormon Kortisol, welches während der Schwangerschaft vermehrt ausgeschüttet wird, ist in dieser Zeit dafür verantwortlich, dass das Unterhautgewebe weniger elastisch ist, sodass es leichter reißen kann. Steigt das Gewicht in der Schwangerschaft jetzt noch zu schnell oder stark an, nimmt das Risiko für Schwangerschaftsstreifen deutlich zu.

Wie geht es nach der Schwangerschaft weiter?

Die Schwangerschaftsstreifen verblassen nach der Geburt und werden meist deutlich schmaler – ganz verschwinden sie jedoch nicht mehr.

Aktiv vorbeugen

Schwangerschaftsstreifen (Striae gravidarum) können Sie nicht zu 100 Prozent vorbeugen. Ob und wie stark die Dehnungsstreifen auftreten, hängt vor allem vom jeweiligen Bindegewebe ab und ist somit Veranlagung. Aber auch andere Faktoren spielen eine Rolle, so zum Beispiel eine starke und vor allem schnelle Gewichtszunahme in der Schwangerschaft. Frauen, die Mehrlinge oder ein besonders großes Baby erwarten, haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko für Schwangerschaftsstreifen.

Sie können jedoch durch verschiedene Maßnahmen versuchen, spätere Schwangerschaftsstreifen zu vermindern oder möglicherweise auch gar nicht erst entstehen zu lassen. Hierfür sollten Sie bereits in den ersten Monaten der Schwangerschaft beginnen, möglichst bevor erste körperliche Veränderungen sichtbar sind. Entscheidend ist hierbei, die Elastizität der Haut zu fördern.

Während der Schwangerschaft ist die Haut insgesamt weniger elastisch und kann leichter reißen. Daher benötigt das Bindegewebe besondere Pflege.

Das können Sie tun, um das Risiko für Schwangerschaftsstreifen zu mindern:

  • Massage: Massieren Sie die Bauchhaut täglich mit der sogenannten Zupfmassage.
  • Bindegewebe entlasten: Kaufen Sie sich für die Zeit in der Schwangerschaft stützende und gut sitzende BHs, um das Bindegewebe der Brust zu entlasten.
  • Wechselduschen: Morgendliche Wechselduschen kurbeln die Durchblutung der Haut an.
  • Gewicht: Achten Sie auf eine gesunde Ernährung in der Schwangerschaft! Versuchen Sie, nicht zu schnell zuzunehmen. Etwa 10 bis 15 kg Gewichtszunahme in der Schwangerschaft liegt im normalen Bereich.
  • körperliche Aktivität: Treiben Sie regelmäßig Sport, z.B. Schwangerschaftsgymnastik oder Schwimmen.

Massagen

Massieren Sie Ihre Haut am besten nach oder während dem Duschen, wenn sie noch feucht ist, um Schwangerschaftsstreifen (Striae gravidarum) vorzubeugen. Versuchen Sie, die Haut mit Ölen (z.B. Jojobaöl, Weizenkeimöl, Öle mit Vitamin E oder Mandelöl) oder Cremes geschmeidig zu machen. So können Sie verhindern, dass das Gewebe zu leicht einreißt.

So funktioniert die Zupfmassage

Mithilfe der sogenannten Zupfmassage lockern Sie das Bindegewebe und regen die Durchblutung der Haut an.

  1. Verteilen Sie zunächst etwas Creme oder Körperöl auf Ihren Bauch.
  2. Fassen Sie anschließend etwas Haut zwischen Daumen und Zeigefinger und ziehen Sie sie ein wenig hoch.
  3. Lassen Sie unmittelbar wieder los.
  4. Zupfen Sie so nach und nach an allen Stellen des Bauches – lediglich in der Region des Schambeins sollten Sie die Zupfmassage nicht anwenden, um die Gebärmutter nicht zu reizen.

Die Massage sollten Sie regelmäßig anwenden, da sie nur dann Schwangerschaftsstreifen vorbeugen oder sie mindern können. Ideal ist es, wenn Sie sich die Massagetechnik vorab von Ihrem Frauenarzt oder von der Hebamme zeigen lassen.

Alternativ können Sie auch eine Bürstenmassage oder eine Massage mit dem Sisal-Handschuh durchführen. Verwenden Sie den Handschuh unter der Dusche und kreisen Sie damit sanft um den Bauchnabel. Cremen oder ölen Sie Ihre Haut anschließend sorgfältig ein.

Etwa ab drei Wochen vor dem Geburtstermin sollten Sie nur noch sanft massieren. Wenn Sie zu vorzeitigen Wehen neigen, sollten Sie auf die Massage verzichten.

Mit diesen wohltuenden Streicheleinheiten für Körper und Seele tun Sie nicht nur sich, sondern auch Ihrem Kind etwas Gutes, denn das Baby spürt und genießt die sanften Bewegungen der Massage.

Behandlung

Schwangerschaftsstreifen bilden sich nie ganz zurück und sie lassen sich im Rahmen einer Behandlung auch nicht entfernen. Jedoch nehmen die Schwangerschaftsstreifen im Lauf der Zeit eine unauffälligere Farbe an. Wenn die Dehnungsstreifen auch nach der Geburt immer noch recht intensiv sind, können Sie trotzdem einiges tun, um Ihr Hautbild zu verbessern.

Das kann der Arzt tun

Gemeinsam mit dem Hautarzt können Sie überlegen, welche Art der Behandlung für Sie infrage kommt. So gibt es beispielsweise die Möglichkeit, spezielle Gels anzuwenden oder aber auch die Dehnungsstreifen zu lasern. Mithilfe des sogenannten Dermasandings kann die Hautoberfläche wie bei einem Peeling sanft abgeschliffen werden, sodass Unebenheiten reduziert werden.

Das können Sie selbst tun

Und auch Sie selbst können einiges tun, die lästigen Dehnungsstreifen zu reduzieren, so zum Beispiel durch:

  • regelmäßigen Sport
  • häufige Bindegewebsmassagen
  • regelmäßige Wechselduschen
  • sorgfältige Pflege mit Creme oder Öl

Führen Sie die Maßnahmen, die Sie vorbeugend in der Schwangerschaft angewendet haben, einfach nach der Geburt weiterhin durch!