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Warum nimmt man durch Antidepressiva zu

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  • Warum nimmt man durch Antidepressiva zu

    Leider gehöre ich zu den Menschen die durch Antidepressiva zunehmen. Quasi vom Regen in die Traufe.

    Es kommt sicher von den Tabletten. Wenn ich sie Ausschleiche dann habe ich nach max. 6 Monaten mein altes Gewicht.

    Ich nehme jetzt seit Mitte November 2017 20mg Citalopram und habe fast 6kg zugelegt, obwohl ich 3-5x die Woche im Moment ausgedehnte Wanderungen von bis zu 10km mache. Bei knapp 1.90m wiege ich normalerweise um die 100kg. Jetzt sind es 106. Ich treibe immer schon viel Sport und das ist auch mit den Tabletten nicht weniger geworden.

    Bin kein Kostverächter und gebe schon zu, das ich um Weihnachten und auch dannach es mir gut gehen habe lassen. Ich trinke keinen Alkohol und ernähre mich ausgewogen, eiweißhaltig (Eier und viel Fische)

    Jetzt zu meinen Fragen

    1) Was kann man gegen die Gewichtszuhnahme zu
    2) Bringt ein Medikamentenwechsel etwas
    3) Gibt es auf natürliche Basis etwas, dass den Stoffwechsel ankurbelt
    4) Wie geht ihr damit um bzw. hat euch etwas geholfen, außer mit den AD aufzuhören.

    LG und danke für eure Antworten.



  • Re: Warum nimmt man durch Antidepressiva zu

    Hi,
    Medikamentenwechsel kann was bringen, ist aber immer die Frage ob das nächste dann auch so gut wirkt.
    Für mich war Cita immer eher das Mittel wo ich keine Probleme mit der Gewichtszunahme hatte, wohingegen Mirtazapin übel war, ist aber auch bekannt dafür und natürlich legt es mehr Lahm als das Cita.

    An deiner Stelle, sofern du die Zunahme noch verkraftest, würde ich erst einmal schauen ob sich das wieder einpendelt, NW geben sich ja auch oft mit der Zeit und das ist bei Gewichtszunahme auch möglich.
    Wenn es zu viel wird, ist natürlich ein Wechsel besser als immer weiter zuzunehmen.

    Ansonsten kann man da wohl nur die üblichen Ratschläge geben, schauen dass die Ernährung passt, also ggf. umstellen auch was zwischendurch mal mitgenommen wird registrieren, Zucker reduzieren, auch darauf achten was du trinkst, nicht so oft Nudeln und gehaltvolle Saucen, usw..
    Bewegung hast du ja genug, soweit ich gelesen habe, ein gesunder Schlafrhythmus ist auch wichtig für das Gewicht.

    Bist du sicher das die Zunahme durch das Cita kommt?
    Vielleicht hat sich auch durch die Feiertage eine höhere Nahrungsaufnahme eingeschlichen, die beibehalten wurde?

    Hast du die Zunahme weil du mehr isst, Heißhunger hast?
    Oder isst du nicht mehr als früher?
    Vielleicht mal ein paar Tage aufschreiben was dir so zwischen die Kiefer kommt, um einen Überblick zu bekommen wo es haken könnte, das kann zu überraschenden Ergebnissen führen.

    Kommentar


    • Re: Warum nimmt man durch Antidepressiva zu

      Da ich sehr sportlich bin kenne ich meinen Grundumsatz sehr genau. Der liegt bei 2.090 Kalorien/Tag ohne Bewegung.

      4-5mal die Woche bin ich aktiv, Wandern, Schneeschuhwandern, Mountainbike fahren usw. Dadurch verbrenne ich zusätzlich zwischen 3.000 - 5.000 Kalorien die Woche.

      Ich Esse sehr ausgewogen, regelmäßig und achte auf vollbiologische Lebensmittel (gesunde Fette, Omega 3, Obst, Naturmüsli, Eiweißhaltige Kost), Trinke ungesüßte Tees und Wasser.
      Bei uns Zuhause wird selbst gekocht und nur sehr selten Fertigerichte verzehrt.

      Dieses Gewichtssteigerung kommt definitv vom Citalopram. Die paar mal wo ich in den letzten Wochen eine Pizza gegessen habe und mal ne Tafel Schokolade verdrückt habe können bei meinem Outdoorprogramm mir nicht 6kg bescheren.

      Allein von 22.12 -21.01.2018 habe ich 22x ausgedehnte Wanderungen, Schneeschuhwandern + 1 Biken gemacht.

      Insgesamt 170Km und 12.000 Höhenmeter

      Die Frage ist einfach ob es Alternativen gibt, ihr Erfahrungen habt oder man es einfach hinnehmen muss zuzunehmen. Das interessiert mich einfach nicht.

      Jetzt habe ich in 10 Wochen 6kg zugenommen was bedeutet 42.000 Kilokalorien.

      Kommentar


      • Re: Warum nimmt man durch Antidepressiva zu


        Die Frage ist einfach ob es Alternativen gibt, ihr Erfahrungen habt oder man es einfach hinnehmen muss zuzunehmen. Das interessiert mich einfach nicht.
        Es interessiert dich einfach, oder es interessiert dich nicht?

        Es ist schwierig, die einzigen Wege die ich kenne sind über die Ernährung, durch Sport nimmt ja nicht unbedingt ab, er unterstützt und sorgt dafür dass die Form gehalten wird.
        Wenn du nun schon alles machst, dann kannst du nur schauen ob sich das Gewicht bald stabilisiert.
        Wie gesagt die Zunahme ist auch eine NW und kann sich wieder geben, bzw. einpendeln und wenn es unzumutbar wird, dann bleibt nur der Wechsel zu einem anderen Medi.
        Zumindest sind das meine Erfahrungen, mit Gewichtszunahmen aufgrund von Antidepressiva.

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        • Re: Warum nimmt man durch Antidepressiva zu

          PS.

          Vielleicht (nur eine Idee) sind manchen Gewichtszunahmen auch durch die Dosis entgegen zu wirken, aber um das zu probieren nimmst du das Cita vielleicht noch nicht lange genug.
          Du solltest das Thema aber unbedingt auch nochmal bei deinem Arzt ansprechen, alternative Medikamente gibt es auf jeden Fall, man muss halt abwägen was für dich tolerierbar ist und was nicht.

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          • Re: Warum nimmt man durch Antidepressiva zu

            Noch ein Gedanke.
            Wenn das Ciatalopram in einer gewissen Weise so wirkt dass du zunimmst, dann wohl in erster Linie über den Magen-Darm-Trakt, aufgrund einer Wirkung die auf diesen sedierende Einflüsse hat.
            D.h. deine Verwertung von Kalorien, also dein Grundumsatz, verändert sich auch.
            Da die Nahrung in einem langsameren Tempo verwertet wird, aus weniger Nahrung mehr herausgezogen wird.
            So dass aufgrund der "Sedierung, Beruhigung, Erlahmung" des Darms der alte Grundumsatz nicht mehr relevant ist, weil das Medi eben diese Wirkung auf dich und deinen Stoffweichesel hat.

            Nur eine Vermutung.

            Kommentar


            • Re: Warum nimmt man durch Antidepressiva zu

              Ist das von dir eine Vermutung oder kannst du das belegen?

              Kommentar



              • Re: Warum nimmt man durch Antidepressiva zu

                Habt ihr Erfahrungen darüber ob es beim Antidepressiva Citalopram bei der Steigerung von 20 auf 30mg eine positiven Effekt geben kann - ist nur so eine Frage.

                Kommentar


                • Re: Warum nimmt man durch Antidepressiva zu

                  Ist das von dir eine Vermutung oder kannst du das belegen?
                  Belegen?
                  Wenn die Nahrung länger im Darm verweilt, dadurch dass dieser träge wird, dann ist das meiner Meinung nach die logische Konsequenz.
                  Natürlich kann ich dir als Laie keine Belege und Forschungsergebnisse präsentieren, wäre mir jetzt auch ein bisschen viel danach zu suchen um meine Meinung zu belegen, hat ja auch jeder die gleichen Möglichkeiten dazu danach zu suchen.
                  Ob das bei Citalopram in dem Ausmaß eine Rolle spielt, wie z.B. bei Mirtazapin, weiß ich nicht da es bei Mirta dann sicher eine wesentlich stärkere Wirkung in Sachen "Beruhigung" gibt (auch auf die Organe).
                  Aber wenn es stark beruhigend auf dich wirkt, ist ja auch eine individuelle Sache, dann ist natürlich auch der Darm betroffen.

                  Welchen positiven Effekt meinst du mit einer Erhöhung?
                  Auf die Stimmung und Ängste kann es allemal einen positiven Effekt geben, sofern eine geringere Dosis nicht ausreicht, die Dosierung die nötig ist, ist ja bei jedem unterschiedlich.
                  Im Bezug auf Gewichtszunahme, ist es auch nur eine Schlussfolgerung von mir, da mir mal gesagt wurde in einer höheren Dosis würde Mirta manchmal nicht mehr so müde machen, was sich dann auch auf den Darm auswirken müsste.

                  Da du das Medikament noch nicht so lange nimmst, würde ich aber erst einmal schauen ob sich das Ganze nicht doch noch als vorübergehende NW verflüchtigt, sofern die Gewichtszunahme zu tolerieren ist.

                  Kommentar


                  • Re: Warum nimmt man durch Antidepressiva zu

                    Was vielleicht auch eine Rolle spielen könnte ist der Einfluss von Psychopharmaka auf den Hirnstoffwechsel, z.B. die Rezeptoren, den Leptinspiegel, Fettstoffwechsel usw.

                    Ob das nun bei Cita eine Rolle spielen kann und inwieweit, übersteigt natürlich meine Kenntnisse (im Bezug auf Cita ist es glaube ich eher selten, mit der Gewichtszunahme), weil es schon ziemlich tief in die Materie geht und wahnsinnig komplex ist.
                    Je nachdem wann du zugenommen hast, können auch die Benzos dabei eine Rolle spielen, die ja auch für Gewichtszunahmen bekannt sind.

                    Ich denke vieles was bei Einnahme von Psychopharmaka im Gehirn geschieht, ist auch noch gar nicht so klar und deshalb ist auch vieles möglich was man heute noch gar nicht auf dem Zettel hat.

                    Kommentar



                    • Re: Warum nimmt man durch Antidepressiva zu

                      Mit AD wurde ich auch fett...obwohl Ernährung und Bewegung gleich blieben...außer NW hatte ich von AD pos. Wirkung bei mir verspüren können...

                      Was mir am Ende half...die Erkenntnis, die ich dir glaub eh schon mal schrieb?, dass AD nur Kosmetika sind, und nicht die Wurzel des Übels bekämpfen (auch wenn ich für solche Aussagen wahrscheinlich wieder gescholten werde...)

                      Wie oft und wie lange hast du schon Citalopram genommen? Hat es dir je wirklich geholfen?

                      Wie schaut es eigentlich mit einem Therapeuten aus, hast du da nicht gesucht?

                      Von einer guten Psychotherapie hättest du vielleicht mehr, wie von allen AD die es gibt?

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                      • Re: Warum nimmt man durch Antidepressiva zu

                        Von einer guten Psychotherapie hättest du vielleicht mehr, wie von allen AD die es gibt?
                        Auf Dauer sowieso, da hast du recht.
                        Den AD tust du aber auch etwas unrecht, sie sind oft unerlässlich, manchmal einfach notwendig um überhaupt eine Therapie machen zu können, oder die ellenlange Wartezeit bis dahin zu überbrücken,oder um überhaupt eine erste Hilfe zu haben, die zeigt dass es wieder bergauf geht.
                        jene die Medikamente nehmen verzichten ja nicht deshalb auf Psychotherapien, ganz im Gegenteil.

                        Das mit dem nicht wirken war bei mir auch immer das Problem und anscheinend kommt dies gar nicht so selten vor, manche Quellen sprechen von bis zu 50% bei denen es nicht hilft.
                        Ich sehe das als Pech, wenn es was gäbe wo der Arzt sagt es wird wirken, wäre ich wahrscheinlich die erste die zugreift.
                        Ich überlege oft ob ich nochmal was versuche, lasse es aber meist eben wegen möglicher NW und der sehr geringen Aussicht das es wirkt bleiben, auch um mir eine Enttäuschung zu ersparen.

                        Ich finde aber dass es jeder dem es schlecht geht, der da nicht ohne weiteres herauskommt es ruhig mit einem AD versuchen sollte, denn es ist ganz sicher hilfreich wenn es wirkt und man eben solange auf Therapien warten muss.
                        Viele Ärzte achten ja auch mittlerweile darauf dass es nicht unnötig verschrieben wird und eben noch andere Therapien gemacht werden.
                        Das Zusammenspiel von Psychotherapie und Psychiatrie wird immer besser und es ist auch nicht mehr so dass du ein AD bekommst ohne dass der Arzt nach einer gewissen Zeit mit dir über Reduzierung und ein mögliches Absetzen spricht, vor allem wenn die Psychotherapie zu greifen beginnt.

                        Was denkst du Hans Georg, wie wäre es gelaufen wenn das AD bei dir gut geholfen hätte?
                        Möglicherweise würdest du es dann heute als eine Art Rettung sehen, etwas dass dich aufrecht hielt bis es eine andere Lösung gab?
                        Ich glaube ich würde es so sehen, wenn die Wirkung eingetreten wäre und immerhin profitieren rund 50% der derjenigen die es versuchen davon.
                        Ich schätze mal dass die Quote bei anderen Erkrankungen, wie Angststörungen, vielleicht sogar noch etwas höher sein könnte und nicht zu vergessen jene bei denen AD's zumindest teilweise wirken.
                        Und wie gesagt, Psychotherapien gehören heute fast zum Standard, aber bis diese beginnt und wirkt muss eben bei vielen auch was passieren, damit sie nicht noch tiefer rein rutschen.
                        Es ist immer ein Abwägen zwischen Leidensdruck, Nutzen und Nachteilen.
                        Diese Rechnung ist ein ganz wichtiger Faktor bei der Frage ob Medikamente nötig sind oder nicht und was auch meist vom Arzt hinterfragt wird.

                        Das soll jetzt aber keine Schelte sein.:-)

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                        • Re: Warum nimmt man durch Antidepressiva zu

                          Tired , dass hab ich jetzt auch nicht als Schelte gesehen ;-)

                          So wie du es siehst und beschreibst...hört und fühlt es sich gut und richtig an. aber leider habe ich andere Erfahrungen gemacht, als ich durch die "Standardpsychiatriemaschine" ging und von ihr durchgekaut und ausgespuckt wurde...

                          Bei mir ist das jetzt zwar schon Jahre her...aber ich höre immer noch von anderen, auch in psychiatrischen Kliniken tätigen, dass es immer noch so abläuft.

                          Und wenn ich höre, dass die Ausgaben für Antidepressiva höher sein sollen, wie die Ausgaben für Psychotherapie...dann frag ich mich schon, ob da nicht ganz gewaltig was schiefläuft?

                          Mein Rat an Natureboy78, vielleicht mal schauen, ob du jemanden findest, der mit dir was mit Ketamin machen würde? Informier dich mal über diese Off-Label Nutzung...

                          Kommentar


                          • Re: Warum nimmt man durch Antidepressiva zu

                            Tiredaber ich höre immer noch von anderen, auch in psychiatrischen Kliniken tätigen, dass es immer noch so abläuft.
                            Ja, das gibt es auch noch, habe ich auch selber schon erlebt und der Wachwechsel von alter zu moderner Psychiatrie läuft in manchen Kliniken eher träge ab.

                            Leider muss da der Patient die Verantwortung übernehmen und gehen, sich jemand anderen suchen der nicht den alten, teilweise militanten, Sichtweisen anhängt.
                            Dummerweise kann das nicht jeder, auch weil die wenigsten Anfangs gut über ihre Erkrankungen und Behandlungsmöglichkeiten informiert sind, oder einfach nicht dazu in der Lage sind.

                            Es wird aber definitiv besser und die alten Sichtweisen sterben zwangsläufig aus, da die jetzigen Studenten schon mit den neuen Erkenntnissen und Gesetzen lernen.
                            Aber es ist auch nicht mehr Gang und Gäbe, aber in manchen Kliniken wird auch auch an altem festgehalten weil einfach das Personal fehlt, die Zeit sich mit den Leuten auseinanderzusetzen und eben noch die alte Garde das Zepter führt.
                            Meist wird aber mit den Patienten zusammen nach Lösungen gesucht.

                            Psychiatrie bedeutet auch versuchen was hilft, experimentieren und das unterscheidet von physischen Erkrankungen.
                            Die reinen Psychiatrien sind nun mal auch jene Kliniken wo es vornehmlich um Medikamente geht, aber fast alle haben sich mittlerweile auch die Psychosomatik auf die Fahnen geschrieben.
                            Es ist aber wie überall, die Nachfrage bestimmt das Angebot und jeder der dazu in der Lage ist sollte nur in einer Klinik bleiben, wenn er auch mit bestimmten darf.
                            Das ist auch der Unterschied zwischen Physis und Psyche, bei dem einen gehst du in die Klinik, die Ärzte spulen ihr Programm ab und nach der Behandlung ist der Knochen wieder gerichtet.
                            Bei der anderen sind Arzt und Patient ein Team, oder sollten es zumindest sein, dass Absprachen trifft.
                            In der Psychiatrie sind auch Ärzte, die erst einmal lernen müssen dass es dort anders läuft, eben nur durch die Mitarbeit des Patienten und nicht über Verfügung, uralte Mechanismen die erst einmal um gedacht und verlernt werden wollen.
                            Es funktioniert aber ganz gut, in einigen Jahren wird es eine vollkommen neue Psychiatrie geben, die ja schon in vielen Kliniken Einzug erhält.

                            Ich meine aber auch vor allem die niedergelassenen Psychiater, mit denen kann man meist ganz gut auskommen und man hat freie Arztwahl, ist dem also nicht mehr so ausgeliefert wie früher und die meisten Ärzte haben sich der neuen Entwicklung längst angepasst.
                            Dennoch sind es Ärzte, die aus dem was sie wissen und gelernt haben schöpfen, da fühlt man sich als Patient ja nicht nur beim Psychiater übergangen, sondern auch bei vielen anderen Fachrichtungen.
                            Die Verantwortung des Patienten wird immer größer, um zu wissen was ihm gut tun kann, aber die Bereitschaft der Ärzte zur Zusammenarbeit und darauf einzugehen auch.

                            Wir, Ärzte sowie Patienten, begreifen und lernen gerade erst dass Psychiatrie etwas vollkommen anderes ist als alle anderen medizinischen Gebiete.
                            Man geht nicht hin, bekommt etwas und dann ist es wieder gut, aber davon wurde lange ausgegangen, dass es der einzige Weg ist.
                            Selbst heute noch glauben viele dass Antidepressiva glücklich machen und gut is, verachten Patienten sogar für diesen vermeintlich feigen Weg während sie selber sich durchbeißen müssen und die Depressiven trotz Glückspille immer noch jammern, oder einfach nur bekloppt sind.
                            Ein Heer der Ahnungslosen, welches an seiner Meinung über psychisch Kranke festhält, ohne sich jemals damit auseinander gesetzt zu haben.
                            Psychiatrie verändert sich eben auch nur wenn sich das Bild psychisch kranker in der Gesellschaft verändert, aber das ist immer noch genauso hinten dran wie einige Psychiatrien und deshalb brauchen die Dinge immer so lange bis sie sich verändern.
                            Die Lobby fehlt, aber die Lobby der Psychopharmakavertreter ist groß.

                            Ich glaube Natureboy ist auch einer der seinen Wohlfühlpegel unbedingt braucht, eine Sicherheit die erst einmal vor allem über das Medikament zu erreichen ist und was er selber auch so entschieden hat.
                            Uninformiert ist er sicher nicht, ich schätze das Medikament ist einfach das Ergebnis seiner persönlichen Abwägung von dem was er ab kann und dem was wie möglichst schnell zu erreichen ist.
                            Eben das Maß aller Dinge, individueller Leidensdruck, Nutzen, gegen NW und das positive ist ja gerade dass es ihm hilft und sich nicht auf die NW beschränkt.

                            Übrigens, ich habe irgendwo gelesen dass es eine Pille gegen die Gewichtszunahme gibt (wohl bezogen auf die Dinge die sich im Hirn abspielen, weniger auf den Darm), bzw. gerade entwickelt wird, aber (noch) nicht zugelassen.
                            Wobei ich da sagen muss, irgendwann ist auch gut, zumindest solange es nicht um Leben oder Tod geht und es noch Alternativen gibt, dann lieber ein andere Mittel/Therapien versuchen.

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                            • Re: Warum nimmt man durch Antidepressiva zu

                              Ich fürchte Natureboy, du interessierst dich weniger für das was gerade diskutiert wird.
                              Entschuldigung für die, auch noch etwas längeren, Beiträge.

                              Kommentar


                              • Re: Warum nimmt man durch Antidepressiva zu

                                Tired
                                Hans Georg

                                Kein Problem, ich habe auch noch ein Unternehmen zu führen und kann nicht immer sofort Antworten. Ich werde natürlich beizeiten zurückschreiben.


                                Was soll ich mit einem Ketamin anfangen ????? Mich betäuben onmeda.de/forum/core/images/smilies/confused.png" border="0" alt="" title="Confused" smilieid="10" class="inlineimg" />

                                https://www.onmeda.de/Wirkstoffe/Ketamin.html

                                Kommentar


                                • Re: Warum nimmt man durch Antidepressiva zu

                                  T


                                  Was soll ich mit einem Ketamin anfangen

                                  https://www.onmeda.de/Wirkstoffe/Ketamin.html
                                  Vielleicht mal andere Quellen anschauen?


                                  http://www.ketamin.de/index.html


                                  https://www.welt.de/gesundheit/psych...epressive.html

                                  Kommentar


                                  • Re: Warum nimmt man durch Antidepressiva zu

                                    Das ist sehr interessant Hans Georg, allerdings steht da auch dass es noch keine ausreichenden gibt, also bei NW und WW zwar davon ausgegangen wird dass es weniger als bei AD's gibt, aber wissen tut man dies noch nicht.

                                    Ich denke wenn es regelmäßig über einen längeren Zeitraum eingenommen wird, kann es wieder ganz anders aussehen als vermutet.
                                    Es ist also eine Hoffnung, aber sich jemanden suchen dem man sich dann als Versuchskaninchen zur Verfügung stellt, obwohl die ADś auch ihre Wirkung tun, ich weiß nicht.
                                    Die Theorie ist bei solchen Mitteln dann doch oft ganz anders als die Praxis und vor allem ohne ausreichende Studien absolut unvorhersehbar was auf einen zukommen könnte.

                                    Kommentar


                                    • Re: Warum nimmt man durch Antidepressiva zu

                                      Das ist nichts, was über einen längeren Zeitraum eingenommen wird...da geht es mehr ums "durchbrechen" von was. Ich sehe es als sinnvoller an, dass einmal zu geben...als einem stark depressiven Menschen zig verschiedene AD zu verschreiben, die er jedes Mind. 8 Wochen? nehmen sollte. (Weißt du wie frustrierend das ist, hoffnungslos, was einem da durch den Kopf geht?)

                                      Genauso wie folgende Sachen...lies dir das genau durch, das sind auch keine Sachen für den Dauergebrauch (und daher für die Pharmalobby uninteressant?)
                                      http://psychedelische-gesellschaft.org/de/

                                      Ja, ich hoffe auch, dass es in einigen Jahren eine neue Psychiatrie geben wird...und ich durfte viele Psychologiestudenten kennenlernen die offen für neues sind...und diese nicht vom "Establishment" niedergebügelt werden...

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                                      • Re: Warum nimmt man durch Antidepressiva zu

                                        Ja, ich selber habe mit "Drogen" (dort wird ja auch LSD erwähnt) eher die Erfahrung der schlechten Trips und Verstärkung der psychischen Probleme und es waren noch nicht einmal die harten.;-)

                                        Einmaliges Gaben sind dann ja auch wieder auf bestimmte Erkrankungen beschränkt, eher nicht für jene wo Depression und Angst schon sehr lange zum Alltag gehört.
                                        Ich erinnere mich noch wie hoch gelobt das EMDR Verfahren wurde, die Waffe gegen ptbs für jeden, ein paar Sitzungen und gut ist.
                                        So einfach ist es dann doch nicht in der Praxis, nun ist es ein einsetzbares Verfahren, aber bei weitem nicht die Waffe gegen ptbs die darin gesehen wurde, sondern nur eine weiter Möglichkeit die wirken kann, aber nicht muss und die Wirkung kann auch wieder vergehen.

                                        Ich glaube es wird am Ende so sein wie mit den meisten Medikamenten, es gibt welche für die es ein Segen sein wird und genau passt und wieder welche für die es gar nichts ist, das Mittel für alle wird wohl eher nicht erfunden werden.

                                        Ich habe vor ein paar Jahren ein relativ neues Medi bekommen, da waren alle ganz angetan, in jeder Klinik wurde es verschrieben.
                                        Meine Nachfrage nach NW wurde damit beantwortet, dass dieses Mittel in meiner Dosierung keinerlei NW hat.
                                        Haha, ja, so ist es mit dem Hype um neues, dessen NW vorerst nur über die Pharmavertretungen bekannt sind und wenn du als Patient andenkst dass es doch NW hat, dann gibts nur ungläubige Blicke und du wirst als Querschläger abgestempelt.

                                        Was ich damit sagen will, so Mittel müssen erst einmal eine Weile auf dem Markt sein um richtig eingeordnet werden zu könne, für wen sie was sind und für wen nicht, wer eher mit NW zu rechnen hat und wer eher nicht, Studien geben da zwar eine gute Grundlage, aber sie decken nicht alles ab was sich erst mit der Zeit heraus kristallisieren kann.

                                        Nicht falsch verstehen, ich finde durchaus dass das Mittel legitim sein wird und hilfreich für viele, aber eben auch für viele nicht und da kann eben nur der Arzt beurteilen ob es für seine Patienten passt und das auch erst nach einer längeren praktischen Erfahrung mit der Wirkung in der praktischen Anwendung.

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                                        • Re: Warum nimmt man durch Antidepressiva zu

                                          Welche Erfahrungen mit welchen Drogen hast du denn?

                                          Die Mittel waren auf dem Markt...die Ergebnisse faszinierend, sogar Studien gab es, es gab die Erfahrungen und die praktischen Auswirkungen...

                                          Aber die vorurteile...

                                          Wie bei Hanf...du findest praktisch keinen Arzt, der sich darauf einlässt und dir da was wegen Schmerzen verschreibt, wegen des bürokratischen Aufwandes mit KK und MDK. Opiate bekommst du dagegen rel. einfach und ohne Hemmung...obwohl NW, Abhängigkeits- und Suchtgefahr um ein vielfaches höher...

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                                          • Re: Warum nimmt man durch Antidepressiva zu

                                            Wie bei Hanf...
                                            Ja genau, Hanf, Cannabis, Marihuana, Hasch, Gras, von Halus bis Panikattacken war alles dabei, so wie ich mir eigentlich eher LSD vorgestellt hätte, teilweise die reinsten Horrortrips.
                                            Ich muss aber auch sagen, es gab Zeiten wo es durchaus gut tat, aber auch nur wenn es mir psychisch gut ging, also für die Behandlung der Psyche ist es für mich nicht geeignet.
                                            Dennoch halte ich davon sehr viel, gerade für Schmerzpatienten, Leute die nicht mehr essen können, vielen hilft es auch bei Sachen wie dem Tourette- Syndrome und wie immer geht da wieder probieren über studieren;-).
                                            Da wird es den Betroffenen, denen es hilft, wirklich viel zu schwer gemacht.
                                            Frei geben, bis zu einer gewissen Menge und fertig.
                                            Früher wurden ja sogar Medikamente wie Morphium schwerstkranken und sehr alten Menschen verweigert, wegen der Suchtgefahr.
                                            Die HÄ wähnten sich bei Verschreibungen immer in einer gesetzlichen Grauzone, was ja mittlerweile die Schmerztherapeuten und Palliativemediziner ausgleichen, so gut sie können.

                                            Es braucht halt immer sehr lange bis sich etwas durchsetzt dem eine Suchtgefahr anhängt, selbst wenn diese primär keinerlei Rolle spielt.
                                            Jeder hat Angst sich strafbar zu machen, auch wegen mangelnder Aufklärung und der Gesetzgeber stellt sich von vornherein erst einmal quer, wegen einer Ethik die im Grunde das genaue Gegenteil von Ethik ist.

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                                            • Re: Warum nimmt man durch Antidepressiva zu

                                              Wer meine Story gelesen hat kann sich ja ein Bild machen wie und warum ich immer wieder in der Spirale bin.

                                              Mit dem alten abzuschließen bzw. es therapeutisch begleitend aufgearbeitet zu haben, ist der erste Schritt dazu eine neue Zukunft für sich selbst zulassen zu können. Ich weiß dass ich an einem Scheideweg stehe und insgeheim wissen doch viele von uns wo der Hund begraben ist oder nicht.

                                              Sich selbst als erstes zu verzeihen fällt den meisten am schwersten. Sich selbst zu allererst mal anzunehmen so wie man gerade ist, bereitet ebenso vielen Betroffenen Schwierigkeiten.

                                              Es ist dich so das in den meisten Fällen in einem oder mehreren Lebensbereichen hackt wenns bei einem selbst nicht mehr gut läuft.

                                              Ich hatte das schon mal woanders geschrieben bzw. in einem tollen Buch gelesen - von 2 Amerikanern in den 90er Jahren geschrieben.

                                              Das zufriedene Leben eines jeden Menschen hängt von folgenden Bereichen ab.

                                              1. Familie
                                              2. Ort/ Lebensmittelpukkt
                                              3. Beruf
                                              4. Sinnfindung im Leben

                                              Die eingefahrenen Strukturen aufzubrechen liest sich immer leichter als es ist. Hingegen träumt man lieber das richtige Leben, in der Hoffnung man wird vom alten irgendwann mal erlöst! Doch das Lebensglück ist kein Vogerl das einem zufliegt. Man hat egal wie alt man ist alle Möglichkeiten und Chancen sein neues Leben zu gestalten - auch noch mit 80 Jahren.

                                              Therapie wenn notwendig JA, Medikamente wenn notwendig JA, aber keines von beiden kann die Eigenverantwortung für sein eigened Leben einen abnehmen.

                                              Ich selbst betrachte mich nicht als Depressiv, oder des Lebens überdrüssig. Ich für mich weiß definitiv, dass beruflich vieles sich nicht so entwickelt hat wie ich es geplant/gehofft hatte. Vieles blieb auf der Strecke.

                                              Auch die gemeinsame 20jährige Beziehung mit meiner Frau entwickelte sich anders, besser gesagt wir entwickelten uns weiter in nicht überall denselben Richtungen.

                                              Also sind es bei mir schon mal 2 wichtige Lebensbereiche ( Beruf, Beziehung) wo eine Veränderung ansteht.

                                              LG











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                                              • Re: Warum nimmt man durch Antidepressiva zu

                                                Danke für deine offenen Worte Natureboy, die lassen tief blicken...

                                                Das zufriedene Leben eines Menschen hängt für mich nicht von 4 Sachen wie du es schreibst ab...sondern nur von einem: von sich selber, seiner inneren Einstellung und Haltung!!!

                                                Du betrachtest dich nicht als depressiv...und nimmst AD? Obwohl du mit den NW massiv Probleme hast?

                                                Du hast absolut recht...AD oder Therapie, nichts kann einem was abnehmen...man muss wieder in die eigenverantwortung kommen...

                                                Ich glaube du brauchst nur eine Veränderung...eine andere Einstellung und Haltung zu dir selber? Das wichtigste dabei: ein schonungslos ehrlicher Blick auf sich selber...und dabei können einem psychoaktive Substanzen helfen...

                                                Du kannst andere Menschen nicht ändern, du kannst die Welt nicht ändern, sondern nur dich selber...und versuchen einen anderen Blick auf andere Menschen und die Welt einzunehmen, den Kontakt zu anderen Menschen ändern...

                                                Du liest gerne...eine Empfehlung von mir, nur ein kurzes Buch:
                                                http://buch-blog.info/kay-pollak-dur...ungen-wachsen/

                                                lies es und versuch es zu leben

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                                                • Re: Warum nimmt man durch Antidepressiva zu


                                                  Ja genau, Hanf, Cannabis, Marihuana, Hasch, Gras, von Halus bis Panikattacken war alles dabei, so wie ich mir eigentlich eher LSD vorgestellt hätte, teilweise die reinsten Horrortrips.
                                                  Ich muss aber auch sagen, es gab Zeiten wo es durchaus gut tat, aber auch nur wenn es mir psychisch gut ging, also für die Behandlung der Psyche ist es für mich nicht geeignet.
                                                  Dennoch halte ich davon sehr viel, gerade für Schmerzpatienten, Leute die nicht mehr essen können, vielen hilft es auch bei Sachen wie dem Tourette- Syndrome und wie immer geht da wieder probieren über studieren;-).
                                                  Da wird es den Betroffenen, denen es hilft, wirklich viel zu schwer gemacht.
                                                  Frei geben, bis zu einer gewissen Menge und fertig.
                                                  Früher wurden ja sogar Medikamente wie Morphium schwerstkranken und sehr alten Menschen verweigert, wegen der Suchtgefahr.
                                                  Die HÄ wähnten sich bei Verschreibungen immer in einer gesetzlichen Grauzone, was ja mittlerweile die Schmerztherapeuten und Palliativemediziner ausgleichen, so gut sie können.

                                                  Es braucht halt immer sehr lange bis sich etwas durchsetzt dem eine Suchtgefahr anhängt, selbst wenn diese primär keinerlei Rolle spielt.
                                                  Jeder hat Angst sich strafbar zu machen, auch wegen mangelnder Aufklärung und der Gesetzgeber stellt sich von vornherein erst einmal quer, wegen einer Ethik die im Grunde das genaue Gegenteil von Ethik ist.
                                                  Schlechten Stoff gehabt Oder eine schlechte Grundstimmung? Auch noch Alkohol odere andere Sachen mit im Spiel gewesen?

                                                  LSD kann man sich nicht vorstellen...MDMA auch nicht...das muss man fühlen, spüren und erleben...und man kann es mit "hinüber" nehmen, um zu sehen, dass das Leben mehr ist, als was wir meinen, dass es sein müsste...

                                                  Die Sachen sind geeignet für psychische Sachen, sogar schwere Formen von PTBS können damit therapiert werden. aber nur in einem therapeutischen Kontext. sich das Zeug allein reinzupfeiffen und meinen damit wäre alles gut...ist nicht...

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