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Schwanger und grenzwertige Blutzuckerwerte

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  • Schwanger und grenzwertige Blutzuckerwerte

    Hallo zusammen,

    bin neu hier uns stark verunsichert. Hatte mit dem Thema Diabetes noch nichts in meinem Leben zu tun. Da ich schon "älter" (knapp vor 40ig) und "runder" bin, wurde mir in der Schwangerschaft empfohlen, einen Zuckerbelastungstest zu machen. (jetzt bin ich aktuell Anfang 32.ssw)

    Der Nüchtern-Wert war 95, die nächsten beiden leicht über den Durchschnitten (muss ich nochmal die Ärztin fragen).

    Es hieß "grenzwertig", vorsichtshalber ab zur Diabetologin.

    Diese gab mir dann eine Stechhilfe; sowohl sie als auch die Ernährungsberaterin meinte, das wäre alles locker in den Griff zu bekommen, nur ein bisschen auf´s Essen schauen.....

    Habe dann immer gemessen, morgens Werte zwischen 86 - 97.
    nach dem essen (1h) grundsätzlich unter 140 (110, 130, nur ein Ausreisser von 160) vor dem nächsten Essen meist wieder auf ca. 90 - 100, manchmal auch nur 75 oder 80.

    Dachte, das würde passen..... beim nächsten Besuch wurde mir auf einmal ein Insulinpen gereicht mit der Anweisung, jeden Abend um 22h 4BE zu spritzen. Zum Wohle des Kindes.

    Ich verstehe seitdem die Welt nicht mehr.

    Wen ich auch frage (Allgemeinärztin, befreundete Krankenschwester etc.), alle sagen, dass die Werte GRENZwertig und noch lange nicht Insulinpflichtig wären. Und dass sie sogar befürchten, dass ich in Unterzucker fallen könnte. (dafür habe ich aber Traubenzucker mitbekommen............)

    Jetzt weiß ich überhaupt nicht, was ich tun soll!!! Habe mich noch nicht überwinden können, zu spritzen. Natürlich ist die Diabetologin die Fachfrau! Aber ich hörte auch schon das Argument, dass manche Ärzte zum Wohle ihres Geldbeutels was verschreiben? (was ich ihr überhaupt nicht unterstellen möchte, mitnichten, ich kenne sie ja gar nicht richtig) Nö, letzteres kann ich mir eigentlich überhaupt nicht vorstellen - aber warum sagt sie erst: das ist locker so in den Griff zu bekommen - und dann anders?

    Könnt Ihr hier mir mit Euren Erfahrungen etwas zur Seite stehen?

    Schaden meine Blutzuckerwerte meinem Kind? (natürlich würde ich SOFORT Insulin spritzen, wäre dies der Fall!)

    Schaden die Insulinspritzen bzgl. späterer Wahrscheinlichkeit, einen Diabetes zu entwickeln? dem Kind oder mir?

    Wann ist "1h nach dem Essen"? Wenn ich zu essen begonnen habe + 1h oder wenn ich mit dem Essen aufgehört habe + 1h?
    (ich esse langsam, manchmal 20-30min)

    Übrigens war die Schwangerschaft bis jetzt komplett "normal", das Kind ist ganz normal groß. Ist meine zweite Schwangerschaft, in der ersten ließ ich gar nix testen und es kam ein komplett gesundes, normalgewichtiges Kind.

    Bin sehr gespannt auf Eure Meinungen und Erfahrungen!!!

    Liebe Grüße,

    Solana

    P.S.: im Internet habe ich sooo viele verschiedene Aussagen gefunden: manche sagen, dass der Nüchternzucker von 60-90 normal wäre. Manche Studien sagen, bis 95. Andere sogar bis 110. ???!?!?!? Was stimmt denn davon aktuell???!?

    und ab welchen Werten wird von prä-diabetischgesprochen?


  • Re: Schwanger und grenzwertige Blutzuckerwert


    Moin Solana,

    fein, dass Du her gekommen bist :-)

    Die Frage mit dem Insulin kannst Du dir am zuverlässigsten selbst beantworten, indem Du Deinen Wecker auf 2 Uhr stellst und 3 Nächte um die Zeit misst. Bei 80mg/dl und mehr würde ich die 4 IE spritzen, um frühestens 22 Uhr, wenn Du später zu Bett gehst, besser später. Und dann selbstverständlich wieder um 2 Uhr messen und so lange alle 2 Tage 2IE zugeben, bis um 2 Uhr rum etwa 75 erreicht werden.

    Hintergrund: Etwa um 2 Uhr rum haben die meisten Menschen alle 24 Stunden ihren niedrigsten BZ. Von da an steigt er wieder an, gesund bis um 80-85, diabetisch gestört halt höher. Deiner steigt meistens eben ein bisschen höher. Trotzdem kann niemand sagen, wie klein die Störung wirklich ist. Deswegen raten vorsichtige Ärzte dazu, auch schon so kleine Störungen gesund auszugleichen, während der Schwangerschaft halt mit Insulin, weil das das dafür am längsten zugelassene und damit zuverlässigste Medikament ist.
    Wenn Du dich wie beschrieben vorsichtig heran tastest, kannst Du nicht unterzuckern. Denn Unterzucker ist definiert ab 50mg/dl abwärts. Weil viele von uns sich schon mit etwa 60 ein bisschen komisch fühlen, empfehle ich um 75 als Untergrenze.

    WICHTIG: Du hast wahrscheinlich eine Art weißlichen Bodensatz in Deiner Ampulle. Das ist die Substanz, mit der das Insulin verzögert wirkt. Funktionieren tuts nur, wenn Du den Pen vorsichtig schwenkst und drehst (Schütteln würde Schaum schlagen), bis der Inhalt gleichmäßig milchig erscheint.
    Dieses Durchmischen entfällt, wenn auf der Ampulle Lantus oder Levemir steht.

    Viel von dem, was als Vorgaben erscheint, kannst Du für Dich selbst überprüfen. So ist 2 Uhr nachts nicht bei allen der niedrigste Blutzucker, bei manchen schon um 1 und bei anderen erst um 3 Uhr. Wer es für sich also genau wissen will, vergleicht seine Testergebnisse an wenigstens 3 Tagen für die 3 Zeiten und findet so, wann der eigene Zucker am niedrigsten ist. Unter der Voraussetzung, dass die Abende zuvor einigermaßen gleich abgelaufen sind.

    Ebenso, wann denn nun nach dem Essen der höchste Blutzucker gemessen werden kann, denn darum geht es bei dem 1-Stunden-Wert. Bei manchen ist das schon 45 Minuten nach dem Essen, bei anderen erst nach 75 Minuten, bei manchen gemessen vom ersten, bei anderen vom letzten Bissen. Also findet man am zuverlässigsten mit dem eigenen Messgerät, was für einen selbst am besten passt :-)

    Daumendrück, Jürgen

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    • Re: Schwanger und grenzwertige Blutzuckerwert


      Hi Jürgen,

      ja, schön, dass ich hierher gefunden habe ; )

      danke für deine Antwort! Kann ich viel mit anfangen, endlich mal ein paar gut nachvollziehbare Erklärungen, DANKESCHÖN!

      Habe spontan überlegt, deine vorgeschlagenen (Nacht-)Messungen auszuprobieren - allerdings ist das gerade in der Zeitumstellungsphase wieder mit Verwirrnissen verbunden......

      (äh, wann hat mein Organismus kapiert, dass wir jetzt ne Stunde früher dran sind??!?!)

      Du sagst also auch ganz klar, dass meine (Nüchtern)-Werte etwas erhöht sind.

      Ist für mich (und/oder das Kind) irgend ein NACHteil dabei, Insulin zu spritzen? Oder gibt´s hauptsächlich Vorteile?

      Uh, ich habe die letzten Tage soooo dermaßen viel im Internet recherchiert und gelesen, dass mein Kopf dodal raucht - vor allem von den vielen verschiedenen, teilweise widersprüchlichen Studien, Grenzwerten etc. pp.

      Nachdem heute Zeitumstellung ist - gehe ich jetzt sofort schlafen.

      Nochmals DANKE an Dich und schöne Grüße : )

      Solana

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      • Re: Schwanger und grenzwertige Blutzuckerwert


        insulin hat weder für kind noch für mutter irgendeinen nachteil,
        denn alle menschen haben insulin, gesunde auch , ohne insulin kein leben.
        die hypoangst kann ich nicht nachvollziehen denn gerade t2 haben noch soviel eigenregelung/eigenkompensation daß sie wirklich extreme fehler machen müssen um in die "nähe" einer hypo zu kommen, unter fehlern verstehich aus versehen zwei dreimal spritzen, oder wirklichen blödsinn.
        und selbst wenn du zweimal 4ie spritzen würdest(aus schlampigkeit) passiert praktisch nichts.
        bei den werten ist es ähnlich, die genauigkeit der bz-testgeräte schließt meist alles ein,(es gibt auch montagsartikel)
        allein die kürzliche umstellen der streifen von vollblut auf plasma,
        bringt eine differenz bei gleichem blut von 100 /111.
        mfg. klaus

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        • Re: Schwanger und grenzwertige Blutzuckerwerte


          Hallo,

          auch danke an Klaus für seine Einschätzung/Meinung.

          Ich habe gestern zum ersten Mal gespritzt. Weil ich dachte, ja, für´s Kind.

          Heute bin ich schon wieder verunsichert. Ich lese die Packungsbeilage meines Blutwertemessgerätes - und da steht:

          "Der Nüchternwert eines Erwachsenen Menschen ohne Diabetes liegt zwischen 74 und 106 mg/dL bzw. 4,1 und 5.9 mmol/L (bezogen auf Plasma)"

          (ich habe diese neuen Plasma-Teststreifen, die 11% mehr anzeigen als die alten Vollblut-Zuckerwert-Streifen)

          Ja, was denn nun???!?!?!???!?!?!?!?!???

          Wenn das stimmt, dann liege ich laut DIESER Definition völlig im Normbereich!

          Und auch, wenn das Insulin, das ich spritze, mir und dem Kind nicht schadet - es ist doch komplett unsinnig, Insulin zu spritzen, wenn man´s nicht wirklich notwendig braucht, oder?

          Ich versteh´s einfach nicht.

          Solana

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          • Re: Schwanger und grenzwertige Blutzuckerwert


            Moin Solana,

            hier hast Du die Grafik einer gesunden Blutzucker-Kurve. Du siehst, dass sie ein bisschen streut, aber die meisten Werte werden von der blauen Kurve dargestellt. Und die Idee vorsichtiger Ärzte ist, dass der Blutzucker einer werdenden Mutter sich zum Wohl des Kindes genau in diesem Rahmen bewegen sollte.

            Alles im Zusammenhang mit Diabetes ist reine Definitions-Sache. Der Diabetes macht bis zu einem sehr fortgeschrittenen Entwicklungsstand überhaupt NICHTS konkretes. Bis dahin nimmt lediglich die Anzahl der Folge-Schäden pro z.B. 1.000 Betroffene mit zunehmender Blutzucker-Höhe und zunehmender Höhe der Blutzucker-Spitzen zu. Ein fieses Würfelspiel mit zunehmend größeren Chancen. In den vergangenen 20 Jahren sind die diabetologisch empfohlenen oberen Richtwerte für den Rahmen gesenkt worden, in dem sich werdende Mütter bewegen sollten, und entsprechen heute praktisch den völlig gesunden.

            Alle irgendwie verbindlich erscheinenden Werte in Zusammenhang mit Diabetes sind reine Definitionswerte. Sie haben alle keinen Bezug zu unmittelbaren harten Fakten. Und auch zu den Zeiten, als die werdenden Mütter nicht mehr als Urinteststreifen hatten, sind die meisten Kinder gesund zur Welt gekommen. Urinteststreifen bleiben bis in die Gegend von meistens 180mg/dl am Tag zuckerfrei, und damals galt die Zuckerfreiheit des Urins als Vorgabe für werdende Mütter.

            Und jetzt zur Gemeinheit: Dir nimmt niemand die Verantwortung dafür ab, was Du nun machen willst. Du entscheidest und machst. Und ich hab heute mit dem gesunden Enkel gespielt, dessen Mutter vor anderthalb Jahren von ihrem Diabetologen max 180-200mg/dl nach dem Essen als normal angegeben bekommen hatte und 100 als Nüchternziel. Ich hab natürlich mein bestes versucht, aber über 600km Entfernung und überhaupt: Hätte ich einen Hebel gehabt, die junge Frau zu zwingen? Ok, sie hat eh für einen einigermaßen gesunden BZ-Verlauf Insulin spritzen müssen. Sie hat also nie vor Deiner Entscheidung gestanden und sich zunächst zum Insulin überwinden müssen. Und wenn Du so eine große Angst davor hast, schadet die der Entwicklung Deines Kindes vielleicht am Ende mehr, als es möglicher weise einige mg/dl zuviel tun könnten.

            Daumendrück, Jürgen

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            • Re: Schwanger und grenzwertige Blutzuckerwert


              Hallo Jürgen,

              vielen Dank erneut, fühle mich echt gut beraten von Dir : )

              Ja. Die Entscheidung kann mir keiner abnehmen. Ich habe mich dafür entschieden. War heute nochmal bei der Diabetologin (hätte sowieso einen Termin gehabt) und sie meinte, dass seit letztem Jahr eine Studie (weiß nicht mehr, wie sie hieß) mit 20.000 Muttis ergeben hätte, dass ein mildes Eingreifen - auch bei Grenzwertlern - eindeutig besser wäre als nix zu tun.

              Ich bin halt prinzipiell ein Mensch, der versucht, alles erstmal anders in den Griff zu bekommen als über Medikamente oder stures schulmedizinisches Vorgehen (ich habe NICHTS gegen die Schulmedizin, mitnichten, natürlich kann diese Hilfe ein großer Segen für uns Menschen sein - aber manchmal greifen Ärzte schon zu schnell zu einer OP. wenn´s nach dem ginge, hätte ich schon einige Eingriffe hinter mir, die nachweislich definitiv NICHT nötig waren.......... daher bin ich da echt vorsichtig inzwischen)

              Habe also erstmal meinen Frieden (wieder) gefunden.

              Bin mal gespannt - ob ich wohl auch irgendwann zur Riege der Diabetiker gehören werde? Die Chancen sind ja 50:50, wenn frau einen Gestationsdiabetes hatte...... wir werden sehen.

              Vielen Dank nochmals für die Begleitung und die Ratschläge!!!

              Solana

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              • Re: Schwanger und grenzwertige Blutzuckerwert


                Moin Solana,

                danke für die Rückmeldung. Gratuliere zum Entschluss :-)
                Bin mal gespannt - ob ich wohl auch irgendwann zur Riege der Diabetiker gehören werde? Die Chancen sind ja 50:50, wenn frau einen Gestationsdiabetes hatte...... wir werden sehen.
                Im Gegensatz zu den weitaus meisten Betroffenen mit leicht erhöhtem BZ, die mit den Jahren einen immer höheren entwickeln und schließlich die Diagnose-Schwellen zum Diabetes überschreiten, weißt Du, dass Deiner mit etwas Belastung die Tendenz zum Steigen hat. Du kennst die gesunden Grenzen, in denen Du ihn halten und erleben willst, wie Dein(e) Kind(er) aufwachsen und ... Und Du kannst Deine absolut privilegierte Position nun dafür (aus)nutzen, Deinen BZ kennen und beobachten und gesund steuern zu lernen - nach der Schwangerschaft wahrscheinlich sogar völlig ohne Medis.

                Für Deinen möglichst gesunden und stressarmen Umgang mit Insulin hilft Dir hoffentlich der Anhang. Keine Angst, es liest sich auf den ersten Blick komplizierter, als es eigentlich ist.

                Einfach mal mit etwas Geduld und System probieren :-)
                Daumendrück, Jürgen


                Das mit den Spritzmengen ist eigentlich ganz einfach: die Spritzmenge passt, wenn der Blutzucker nach dem Auslauf der Insulinwirkung wieder etwa genau so hoch ist, wie beim Spritzen. In dieser einfachen Weisheit stecken wenigstens 3 Herausforderungen in einem einzigen Vorurteil: Wir halten das Ganze für eine Rechenaufgabe. Die Realität sieht das anders, denn
                1. denn 40g KHs von der einen Sorte können wirken wie 30 von einer anderen oder 50 von einer nächsten.
                2. denn mit der Menge verändert Insulin sein Wirkverhalten. Generell gilt, dass sich mit größeren Mengen die Wirkung nicht einfach in der Spitze erhöht, sondern über einen längeren Zeitraum verbreitert.
                3. denn schließlich wirkt Insulin nicht sofort mit dem Spritzen, sondern mit mehr oder weniger großer Verzögerung. Hier kann ein mehr oder weniger großer SEA (Spritz-Ess-Abstand) sehr hilfreich sein.

                Zu 1. Da ist zunächst die Essenmenge. Die kriegen wir in BEs zu schätzen gesagt. Manche Leute wiegen's sogar ab. Und trotzdem liegen allein darin, selbst wenn man richtig geschätzt und gewogen und gerechnet hat, zwischen BEs und BEs oft große Unterschiede, ganz einfach weil nicht alle BEs immer gleich schnell und intensiv verstoffwechselt werden. Da können 4 BEs von der einen Sorte schon wirken wie 3 BEs von einer anderen oder 5 BEs von einer weiteren - und das ohne jeden Schätz- oder Wiege- oder Rechenfehler! Von daher macht es Sinn, für die persönlichen Standardmengen der bevorzugten Brot- und Brötchen- und sonstigen KH-Sorten die Insulinmengen direkt auszutesten. Also nicht fragen, wie viele BEs haben die 2 Brötchen, die ich da meistens zum Frühstück esse, und das dann rechnen, sondern direkt austesten, welche Insulinmenge passt für diese Brötchen?
                Und dafür einfach messen und spritzen und Essen und messen und messen und... z.B. in Halbstunden-Schritten, wie der Blutzucker zunächst ansteigt, dann anhält und umkehrt und zu sinken beginnt, bis er halt nicht mehr sinkt. Und wenn da dann die selbe Höhe wie vor dem Spritzen erreicht ist, hat die Spritzmenge zur Essmenge gepasst.

                zu 2. Da ist zum zweiten die Insulinmenge. Mehr Khs=mehr Insulin scheint logisch, und bei KHs funzt das auch meistens so einfach: nahezu unabhängig von der Menge wird die bei den meisten Essern in der Stunde nach dem essen zum weitaus größten Teil zu Zucker verstoffwechselt und aus dem Darm ins Blut übergeben. Mit Insulin funzt das in ähnlicher Weise nur mit kleineren Mengen. Mit kleineren Mengen können wir den Anstieg der Wirkung zu einem deutlichen Gipfel und dann das Absinken der Wirkung innerhalb eines relativ kurzen Zeitraums messen.
                Mit mehr Einheiten steigt dagegen eben nicht einfach der Wirkgipfel, sondern die mehr Einheiten verteilen sich auf einen immer weniger höheren Wirkgipfel über eine immer längere Zeit. Das kann z.B. bedeuten, dass Hausnummer 4 IE vor dem Essen von 1 Brötchen den Blutzucker nach dem Essen im Bereich von max 140-120-100mg/dl nach dem Essen halten, dass das mit 8 IE für 2 Brötchen schon 180-150-130-100 nach 1-2-3-4 Stunden werden und mit 16 IE und 4 Brötchen 280-230-180-130-80 und noch länger. Das bedeutet, obwohl man für 4 Brötchen auf einmal gespritzt hat, macht Sinn, sie für einen gesund flacheren BZ-Verlauf über die Wirkzeit des Insulins nacheinander verteilt zu essen.

                zu 3. Da ist zum dritten der SEA. Denn so wie die Wirkung von immer mehr Insulin sich immer mehr in die Länge ziehen kann, kann der Eintritt der Wirkung nach dem Spritzen auch mehr oder weniger verzögert verlaufen. Direkt in ein Gefäß gespritzt würde die Wirkung zum größten Teil praktisch direkt verpuffen, denn alles im Moment zuviele Insulin würde von der Leber innerhalb von weniger als 5 Minuten neutralisiert. Zudem hat Insulin, das einmal in den Blutkreislauf gelangt ist, nur noch eine Halbwertzeit von 4,5 Minuten. Das heißt, dass 2 IE nach 4,5 Minuten nur noch die Wirkung von 1 IE haben, ohne dass die Leber etwas davon abbaut oder ein Verbraucher sich etwas davon nimmt.
                Damit wir etwas mehr vom Insulin aus dem Pen haben, spritzen wir es ins Fettgewebe. Und von dort gelangt es nach und nach in den Kreislauf und wird dort so nach und nach wirksam. Aber wie lange es nun vom Spritzen bis zum Wirksamwerden braucht, kann von Mensch zu Mensch sehr verschieden sein und bei jedem dann auch noch von Tageszeit zu Tageszeit. So braucht z.B. schnell wirkendes Analog-Insulin bei mir morgens vom Spritzen bis zum Wirksamwerden fast 1 Stunde. Wenn ich also direkt nach dem Spritzen morgens mein Frühstücksbrot esse, steigt mein Blutzucker in der Stunde nach dem Essen bis auf 180 an, bevor das Insulin dafür zu wirken anfängt. Weil ich aber nur max 140 haben will, warte ich nach dem Spritzen mit dem Frühstück etwa eine dreiviertel Stunde, halte also diesen SEA ein.

                Wenn die Spritzmenge stimmt, kann man schauen, wie weit man die BZ-Spitze etwa 1 Stunde nach dem Essen gesenkt kriegt, indem man immer zur etwa selben Tageszeit bei etwa immer gleichen Portionen den Spritzzeitpunkt in 5-Minuten-Schritten vor zieht, bis die Spitze nicht mehr weiter absinkt oder/und der Blutzucker schon vor dem Essen zu viel sinkt. Direkt davor liegt dann der für diese Tageszeit optimale SEA.

                Um den Verlauf ein bisschen übersichtlicher lesen und schon auf einen Blick abschätzen zu können, mach ich mir immer dann, wenn ich was rausfinden will, für die Zeit für jeden Tag einen A5-Zettel in folgender Form:
                ........1........
                ..................
                ........2........
                ..................
                ..................
                ..................
                ........23......
                ..................
                ........24......
                ..................
                Links vor der Zeitzahlenreihe trag ich dann immer die Messwerte in ihre Zeit ein. Dann sind die auf einen Blick zu sehen, und gleich auch mit ihren Abständen zueinander und mit ihren Abständen zum Essen (nicht BEs, sondern einfach voll ausgeschrieben alles) und zum Spritzen und zu Bewegung (was und wie lange). Das steht dann ausführlich alles rechts, auch immer in seiner Zeit. - Ihr schafft das :-)

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                • Re: Schwanger und grenzwertige Blutzuckerwert


                  Hallo,

                  wollte mich wieder mal melden....

                  Inzwischen spritze ich also, immer nur abends, Langzeitinsulin (wegen des minimal erhöhten Nüchternwertes von 93 - 99) IE 6.

                  Tagsüber, die Essenswerte, haben ja im Großen und Ganzen gepasst, wie sie sind.

                  Hatte Magen-Darm-Infekt - und daher vorsichtshalber NICHT gespritzt, schließlich habe ich ja auch nix gegessen bzw. es kam alles wieder retour..... blendende Werte ; )

                  ICH fühle mich (als Laiin) inzwischen recht oke; nüchtern-Werte meist um die 88 - 93, sonst alles in der Norm.

                  Trotzdem möchte mich die Ärztin (Diabetologin) mind. einmal, manchmal bis zu zweimal in der Woche sehen.

                  Ist ja schön, wenn ma rundum gut versorgt wird, damit das Kind sich so gut wie möglich entwickeln kann. Aber mir kommt´s schon fast ein bisschen viel vor???!

                  So sehr ich am Anfang verunsichert war - sosehr denke ich mir jetzt, man kann´s auch übertreiben......

                  Nun ja. Nur noch 5 Wochen - dann bin ich mal gespannt, wie sich mein Blutzzuckerspiegel nach der Schwangerschaft verhält.....

                  Liebe Grüße an Euch und vielen Dank für Eure Beratung(en) !!!!

                  Solana : )

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                  • Hypoangst


                    Klaus,

                    ich sag dir, woher die Hypoangst kommt.

                    Die kommt aus dem deutschen TV-Krimi, wenn eine leblose Person aufgefunden wird und der Praktikant des Kriminalkommisars sagt: Chef, Frau Muggedink lag im "Zuckerkoma".

                    Je nach Regisseur wird dann entweder Glukose oder Insulin veranbreicht..*gg*..

                    ich wünsch auch ein schönes WE und der werdenden Mama alles Gute.

                    Kommentar



                    • Re: Schwanger und grenzwertige Blutzuckerwerte


                      Ich kann Ihre Verunsicherung verstehen, in der Tat verwirrend, Sie sollten sich nur nach den Werten für Schwangere richten (die sind niedriger), Aufgabe Ihrer Diabetologin/Diabetesberatein ist, Ihnen dies zu erklären und die Zielwerte zu besprechen

                      Kommentar


                      • Re: Schwanger und grenzwertige Blutzuckerwerte


                        Hallo Dr. Keuthage,

                        danke für ihre Rückmeldung.

                        Solana

                        Kommentar