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Zittern, Angst, ... was kann ich noch machen?

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  • Zittern, Angst, ... was kann ich noch machen?

    Hallo zusammen

    Ich möchte euch mal meine Geschichte erzählen. Würde mich über ähnliche Erfahrungen, Vorschläge oder weitere Infos sehr freuen.

    Alles hat nun fast genau vor einem Jahr (23. Feb. 2007) begonnen. Damals, an einem Freitag, war ich den ganzen Tag im Büro. Nach der Arbeit sah ich in einem Lebensmittelgeschäft plötzlich alles doppelt. Ich habe den Lagen sofort verlassen und machte mich auf, ein Getränk zu kaufen.
    Während dessen kam zusätzlich noch ein Pfeifen im Ohr, mir wurde kalt und heiss … ich suchte einen Platz, um mich hinzusetzen … auf einmal war ich weg.
    Als ich kurz zu mir kam, wurde ich gerade in den Rettungswagen geschoben. Anschliessend kam ich in der Notfallabteilung im Spital wieder zu mir. Es wurden mir schlichte Fragen gestellt (welchen Tag haben wir Heute) und ich konnte es nicht sagen.
    Mit jeder Minute aber kam die Erinnerung zurück …

    Es folgte ein langer Leidensweg. Zuerst wurde mich ein Schädel-MRI gemacht – Befund = nichts. Anschliessend ein EEG – kein Befund. Nochmals ein EEG mit Schlafentzug – kein Befund!
    Ich wusste nicht, was mit mir los ist … niemand konnte mir etwas sagen!

    Nach gut zwei Monaten ging ich zu einem Allgemeinmediziner. Dieser meinte, ich sei in eine Depression geraten. Er verschrieb mir Temesta, welche ich zu mir nehmen sollte, sobald es mir schlecht geht. Ich muss dazu sagen, dass ich seit meinem Zusammenbruch immer wieder „Angst“ kriege mit Zittern, Herzrasen, trockenen Mund, heiss-kalt und Atemnot (wohl alles psychisch).

    Auch mit Temesta kam ich nicht klar, so dass er mir ein Antidepressivum (Paroxetine von Mepha) verschrieb. Diese nehme ich täglich bis Heute.

    Eigentlich geht es mir seither immer besser. Die „Angstanfälle“ nehmen stets ab. Jedoch meide ich Shoppingcenter und Menschenmassen, da ich da immer wieder ein seltsames Gefühl bekomme (Zittern, …).

    Jedoch kommt es auch vor, dass ich aus heiterem Himmel, wie gerade jetzt, im Büro ein Zittern kriege mit einem Gefühl, als würde ich gleich wie ein weicher Käse absacken.

    Mittlerweile bin ich mir aber bewusst, warum ich vor einem Jahr zusammengebrochen bin. Ich betreibe seit Jahren aktiven Kraftsport (Fitness) mit Ausdauer und das 4-5 Mal pro Woche. Damals habe ich mich richtig runtergehungert. Keine Ahnung, warum!? Aber ich bin damals noch über den Mittag trainieren gegangen und habe somit nichts bzw. nicht viel zu Mittag gegessen.
    Deshalb hat mein Arzt wohl auch einen Eisenmangel festgestellt, welchen ich nun aber mit Eisentabletten wieder normalisiert habe.

    Ich weiss, dass ich damals meinen Körper mit zuviel Sport und nicht ausreichender und nicht ausgewogener Ernährung geschwächt habe. Seither achte ich auf eine ausgewogene und regelmässige Ernährung (Sport mache ich weiterhin – jedoch hatte ich auch dabei schon meine „Angstattacken“).

    Kann mir jemand, vielleicht auch aus Erfahrung, sagen, was mit mir los ist?

    Vielen Dank und Gruss

    Alex


  • Zittern, Angst, ... was kann ich noch machen?


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    • Re: Zittern, Angst, ... was kann ich noch mac


      Alex ich kenne dein Problem... Hab allerdings auch keine Lösung dafür...
      Bei mir fing alles vor einem Jahr an. Die Ursache war zwar ne andere (ne Virusinfektion, die zu einer Reizung der Hirnhäute führte), aber die Symptome wie Schwindel, Schwäche, Angst, Zittern,... habe ich immer noch.
      Ich wurde komplett durchgecheckt, manche Untersuchungen wurden mehrfach durchgeführt... alles ohne Befund. Nun die Frage, warum man das nicht mehr los wird - keine Ahnung. Auch ich bin auf die Psycho-Schiene "gedrückt". Eine Depression wurde nicht festgestellt. LEtzlich wurde keine wirkliche Ursache gefunden, aber wahrscheinlich führte die Infektion damals verbunden mit 2 sehr strssigen Jahren zu einem Burn Out. Lies mal bissl im Inet nach, es steht viel darüber! Aber fange ja nicht an, anhand deiner Symptome über alle möglichen Krankheiten zu spekulieren, die du sicher nicht hast! Dann zieht sich die Schlinge noch enger...
      Obs nun ein Burn Out bei dir ist, kann ich natürlich nicht sagen. Aber es wäre eine Option.
      Was ich nun mache: Viel Ausdauersport. Da merkt man einerseits wie leistungsfähig man ist, andererseits entlastet man die Psyche. Habe nen Jobwechsel hinter mir und es geht mir langsam wieder besser. Naja, melde dich einfach mal, vielleicht hast du ja bissl lust zum Erfahrungsaustausch?!
      Autogenes Training hilft auch, vor allem in solchen Momenten wo man diese Angstzustände bekommt. Du solltest dir vielleicht irgend ne Entspannungstechnik aneignen, um dich in so nem Moment kurz "wegbeamen" und ablenken zu können. PRogressive Mustelentspannung, Phantasiereise...

      Also melde dich wenn du magst

      Gruß,

      André

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      • Re: Zittern, Angst, ... was kann ich noch mac


        Hallo André

        wirst du auch mit Medikamenten behandelt? Ich kann aus meiner Erfahrung sagen, dass ich, seit mir Paroxetine verschrieben wurde, ich mich viel besser fühle. Die Angst-Anfälle sind rapide gesunken und ich kann mich auch besser beherrschen.

        Letzlich war ich wieder mal in einem Shopping-Center mit meiner Freundin. Kaum sind wir im ersten Geschäft, wurde es mir wieder komisch, bekam auch ein wenig diesen "trockenen Rachen".
        Ich konnte mich aber überwinden, nicht aus dem Center zu gehen, sondern verweilte noch ein wenig im Geschäft. Auf einmal ging es wieder besser. Irgendwie ist es so, als sollte man sich der Angst stellen.

        Der Arzt hat mir vor gut einem Jahr gesagt, ich befinde mich in einem typischen Burn-out. Wurde das bei dir auch festgestellt?

        Gruss
        Alex

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        • Re: Zittern, Angst, ... was kann ich noch machen?


          Hi Alex,

          nein mit Medikamenten wurde ich nie behandelt, nur einmal. Gegen diese Virusinfektion gab es nichts, damit musste der Körper selbst fertig werden. Höchstens gegen die Symptome wie Kopfschmerzen, aber das habe ich abgelehnt. Ich hab´s probiert, aber gegen die anfänglich schlimmen Schmerzen haben normale Schmerzmittel nicht geholfen und als die Schmerzen dann besser waren, wollte ich keine mehr nehmen, um zu sehen wie sich alles entwickelt.

          Ich war nur einmal in Jena im Kopfschmerzzentrum (ich wohne in Zwickau), der Arzt verschrieb mir dann ein Medikament. Mirtazapin glaube ich. Muss ich daheim mal genau nachlesen. Ist aber kein Schmerzmittel in dem Sinne, sondern ein Psychopharmakum, dass auch in der Kopfschmerztherapie eingesetzt wird. Das hätte ich ein halbes Jahr nehmen sollen. Allerdings wär das nur was gewesen, wenn ich nicht arbeiten gegangen wäre. Denn das Medikament hat sowas von müde gemacht, das ging gar nicht mehr. Ich konnte zwar gut schlafen, aber das ist ja nicht Sinn- und Zweck der Sache. Also habe ich das nach 2 Monaten wieder abgesetzt.

          Im Moment nehme ich also nichts. Es geht mir auch halbwegs gut und diese Angstanfälle habe ich vielleicht alle 3 Wochen noch. Aber komischer Weise immer in den gleichen Situationen. Im Supermarkt, wenn man am weitesten vom Eingang weg ist, oder auf Arbeit, aber komischer weise immer nur früh kurz nach meiner Ankunft. Ich denk mir dann mittlerweile immer, „das ist ja albern, kann nicht sein“, und überstehe diesen Anfall mittlerweile ganz gut, auch ohne dass danach der ganze Tag versaut ist, weil man Angst hat.

          Ich gehe auch nicht mehr zum Arzt, nur noch alle Vierteljahre mal zur Kontrolle, damit meine Hausärztin auf dem Laufenden ist. Sie weiss, dass es mir noch nicht 100% gut geht. Sie meint immer, wenn es wieder schlimmer wird und ich nicht drüber hinwegkomme, schickt sie mich zur Kur. Das wäre eine Option, über die du mal nachdenken solltest. Die Kuren sollen recht gut sein. Aber man ist da halt 6 Wochen weg. Sowas geht leider nicht von heute auf morgen. Ich habe erstmal Abstand von ner Kur genommen, da ich zum 1.2. den Job gewechselt habe. Wie gesagt, so komme ich mittlerweile ganz gut zurecht und ich glaube für mich persönlich, dass es nichts nützt, in meinem Zustand Medikamente etc. zu nehmen. Ich versuche jetzt, intensiv an mir und den Ursachen zu arbeiten. Hatte in dem Jahr vor der Infektion 500 Überstunden gemacht, das Jahr davor 300, das hat sicher auch dazu beigetragen. Statt dessen mich privat zurückgezogen, weil ich die wenige verbleibende Zeit brauchte, um meine privaten Dinge zu erledigen wie Hauhalt, Einkaufen, Wäsche etc., keinen Sport mehr gemacht, 15 kg zugenommen… Nun mache ich wieder mindestens jeden zweiten Tag Sport, wenn keine Termine anliegen mache ich nach 8 Stunden Feierabend. Früher bin ich einfach noch geblieben, weil dies und jenes noch erledigt werden könnte. Ich ernähre mich wesentlich gesünder, treffe mich viel mehr mit Freunden, gehe zu meiner Familie, versuche immer mal ne ruhige Stunde einzubauen und auch einfach mal nichts zu machen (meistens keimt dann wieder so eine innere Unruhe und Antriebskraft, die mir völlig verloren ging), Enstpannung, Massage 1x pro Woche, Autogenes Training,… Und so nach und nach habe ich wieder mehr und mehr Energie, Lebensfreude, komme früh besser aus dem Bett,… Aber es ist halt ein langwieriger Prozess. Aber es konnte nicht so weitergehen. Schliesslich bin ich noch nicht mal 30!
          Die Diagnose Burn Out wurde nie direkt gestellt. Nur als die Ärzte nichts fanden, meinten viele es hätte psychische Ursachen. Also gings zum Psychotherapeuthen. Der hatte diverse Tests gemacht, aber keine psychsiche Ursache entdeckt. Wie familiäre Probleme, Persönlichkeitsstörung, etc. Irgendwann habe ich einem befreundeten Sanitäter davon erzählt, der wiederum erzählte es einem Notarzt, der eigentlich Psychologe ist. Und der sprach dann von Burn Out, eben weil er sich mit dem Krankheitsbild auskannte. Dann habe ich mich bissl belesen und es passte irgendwie. Schliesslich hatte ich meine Hausärztin damit konfrontiert, sie meinte dann, dass sie schon länger in die Richtung dachte. Hat Sie auch, wenn ich alles so Revue passieren lasse. Hatte gezielt gefragt, Andeutungen gemacht, aber eben es nie auf den Punkt gebracht. Es ist auch ein Schweres Krankheitsbild, ziemlich diffus. Schwer zu diagnostizeren. Aber da eben alles andere abgeklärt war und eben meine vergangenen 3 Lebensjahre schon beruflich bedingt eher von Stress etc. geprägt waren, deutet wirklich viel darauf hin. Man kann sich halt nicht einfach Röntgen und sieht den BurnOut wie nen gebrochenen Knochen….

          Was könnte denn bei dir zum BurnOut geführt haben?

          Ich hab dann auch viel Kontakt zu Leuten mit gleichen Problemen gesucht, weil vielleicht doch der ein oder andere mal noch ne Idee hat, was man machen kann. Aber man darf sich auch nicht verrückt machen lassen. Denn man hat zwar körperliche Beschwerden, ist aber körperlich eigentlich gesund. Nur zu der Überzeugung muss man auch erstmal kommen. Es verunsichert halt schon, wenn das Herz weh tut, oder man zittert,… Aber ich denke mal, das ist ja bei dir auch alles abgeklärt?!

          Nun denn, jedenfalls tut es mir gut zu sehen, dass ich nicht der einzigste bin mit solchen Problemen… Und dass man mal offen drüber quatschen kann… Früher dachte ich immer, wenn man mal sowas gehört hat, BurnOut, Psychische Erkrankung mit körperlichen Beschwerden, dass sei alles Schnulli… Und dann erwischts einen selbst, aber mit der vollen Breitseite… Naja, Aufgeben geht nicht… ;-)

          Boar... jetzt hab ich aber viel geschrieben...

          Also dann erstmal viele Grüße und bis denne….
          André

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          • Re: Zittern, Angst, ... was kann ich noch machen?


            Hi André

            Geht mir genauso. Noch vor Kurzem habe ich Personen, die behaupteten, sie haben einen Burn-out, kein Wort abgenommen und gesagt, nun tu nicht so ...

            Ich war nie bei einem Psychotherapeuten, jedoch muss ich sagen, dass mein Arzt wirklich super ist. Er kann mir ganz locker, mit einem Lächeln, sagen, warum das so ist und dass alles "normal" ist und ich mir keine Gedanken machen sollte.

            Warum es bei mir zu einem Burn-out gekommen ist, kann ich mir schon vorstellen.
            Erstens habe ich meinen Körper mit dem vielen Sport "kaputt" gemacht. Der Sport alleine war nicht das Problem, aber meine Ernährung.
            Deshalb kam es auch zu meinem Zusammenbruch in der Stadt. Anschliessend habe ich mich psychisch selber fertig gemacht, indem ich einfach Angst hatte, warum ich zusammengebrochen bin. Zum Glück habe ich eine Freundin und eine Familie, die mir da sehr geholfen haben.
            Das Ganze dauerte ungefähr zwei monate, bis ich endlich bei meinem jetzigen Arzt landete. Dieser hat mir zuerst auch Temesta verschrieben und sagte mir klar, dass ich mich in einem klassischen Burn-out befinde.

            Nachdem ich mit dem Temesta nicht klargekommen bin, hat er mir eine Langzeittherapie verschrieben mit Paroxetine (ist ein Antidepressivum). Seither geht es mir immer besser.

            Nur in diesen "hass"-Situationen (Einkaufscenter, stadt ... oder sonst. Menschenanhäufungen) kommt mir dieses "komische" Gefühl. in diesen Situationen habe ich einfach Angst, ich könne zusammenbrechen und steigere mich in etwas hinein.

            Aber das ist nun auch schon um einiges besser geworden.

            Sport betreibe ich weiterhin und es macht mir auch wieder Spass. Selbstverständlich werde ich es nie wieder so übertreiben, wie früher. Nach meinem Zusammenbruch kam jeweils während meinem Training dieses komische Gefühl, so stark, dass ich abbrechen musste. Hast du das auch mal erlebt?

            Nun, vor einer Woche, wurde bei meiner zukünftigen Schwiegermutter Darmkrebs (bösartig) mit Metastasen auf der Leber festgestellt. Sie liegt nach wie vor im Spital und steht vor der Chemotherapie. Die Überlebenschancen sind jedoch nicht sehr gross.
            Nach diesem Vorfall wurde aber auch mir wieder klar, dass meine "kleine Probleme" eingentlich pipifax sind gegenüber sochen Krankheiten.

            Übrigens: auch ich bin noch keine 30ig. Tut auch gut zu wissen, dass ich nicht der einzige jüngere Mensch bin, der sowas erlebt hat.


            Gruss
            Alex

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            • Re: Zittern, Angst, ... was kann ich noch machen?


              Also ich mache Sport nicht (mehr) unter dem Leistungsaspekt. Hatte früher mal aktiv Rennrodeln gemacht. Heute mache ich den Sport „nur“ noch zur Gesunderhaltung. Und so mache ich den Sport auch. Wenn ich laufen gehe, dann ne Stunde ohne mich zu verausgaben. Aber ich muss keinen persönlichen neuen Rekord auf 1000m aufstellen. Wichtig ist mir nur eine gute Ausdauer. Ich übertreibs aber nicht, wenn ich mal nen Tag echt keine Zeit hab, dann lass ich es einfach. Aber ansonsten versuche ich schon regelmässig was zu machen. Und ich merke auch, dass ich das mittlerweile brauche, wenn ich mal 4, 5 Tage nichts mache, fühle ich mich zusehends schlechter. Und wenn´s ein kleines Workout von 20 min ist, aber irgendwas muss ich machen.

              Bei mir spielt sicher auch der Beruf ne entscheidende Rolle. Ich war damals Produktionsleiter und bin es heute immer noch, aber in ner anderen Firma. Da hat man auch die ein oder andere psychische Belastung zu schultern. Und bei mir war´s dann wohl mehr als ich verkraftete. Klar, jetzt ist es immer noch anstrengend, aber ich achte auf einen ausreichenden Ausgleich und nehme mir viele Dinge nicht mehr so zu Herzen. Was machst du denn so?

              Das tut mir leid mit deiner zukünftigen Schwiegermutter! Zumal sie ja auch sicher noch nicht alt ist! Dennoch würde ich so nen BurnOut nicht als Pipifax ansehen. Denn wenn man aus dem Teufelskreis nicht mehr herauskommt, kann einen das ja auch in ziemliche Probleme bringen. Zum Beispiel Jobverlust, etc… So zieht sich die Schlinge immer weiter zu. Und diverse körperliche Beschwerden, die Auftreten können, wie Herzrhythmusstörungen, sind auch nicht auf die leichte Schulter zu leben. Aber ok, es endet sicher nicht tödlich wie Krebs meistens….

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