Selen: Wirkung und Nebenwirkungen

Allgemeines

Selen wird eingesetzt, um einer Unterversorgung entgegenzuwirken, die durch eine geeignete Ernährung (insbesondere Eigelb, Fisch, Fleisch und Hülsenfrüchte) allein nicht behoben werden kann.

 

Welchem Zweck dient dieser Wirkstoff?

  • Selen-Unterversorgung beheben

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Selen im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Selen nicht verwendet werden?

Selen darf bei Überempfindlichkeit gegen das Spurenelement sowie bei einer akuten Selen-Überdosierung nicht verabreicht werden.

Vorsicht ist bei Störungen der Nierenfunktion oder der Leberfunktion geboten, da in diesem Fall die Ausscheidung von Spurenelementen wie Selen verringert ist und die Gefahr der Überdosierung besteht.

 

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Selen-haltige Arzneimittel sollten während Schwangerschaft und Stillzeit nur auf Empfehlung des Arztes angewendet werden. Die Dosierungsvorschriften sind unbedingt einzuhalten, da nicht ausgeschlossen werden kann, dass das Ungeborene beziehungsweise der Säugling durch eine Überdosierung geschädigt werden kann.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Liegen Hinweise auf einen Selen-Mangel vor, dürfen Kinder mit Selen behandelt werden. Um Überdosierungen zu vermeiden, müssen die Dosierungsvorschriften insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern sorgfältig eingehalten werden.

Welche Nebenwirkungen kann Selen haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Selen. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Bei Einhaltung der Dosierungsvorschriften sind keine Nebenwirkungen bekannt.

Besonderheiten:
Bei langfristiger Anwendung in hoher Dosierung können Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, Veränderungen des Haar- und Nagelwachstums sowie Kribbeln und Taubheitsgefühl in Händen oder Füßen auftreten.

 

Welche Wechselwirkungen zeigt Selen?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Selen sollte weder mit Vitamin C gemischt noch zeitgleich mit Vitamin C-Präparaten eingenommen werden, weil sonst die Aufnahme des Spurenelements in der Körper verringert sein kann.

Weiterhin sollte der Wirkstoff nicht gemeinsam mit anderen Spurenelmenten (außer in Kombinationspräparaten) eingenommen werden, da eine gegenseitige Aufnahmehemmung und Wirkungsabschwächung möglich ist.

 

 

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Die Dosierung des Medikaments sollte 150 Mikrogramm Selen am Tag nicht überschreiten, kann aber kurzzeitig 300 Mikrogramm betragen.
  • Zwischen der Einnahme des Medikaments und der Anwendung von Vitamin C sollte ein zeitlicher Abstand von mindestens einer Stunde eingehalten werden.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

 

Welche Medikamente beinhalten Selen?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Selen enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

 
Medikament
Darreichungsform
CYSEL H 50 μg/ml/ -100 µg/ml, Lösung zum Einnehmen
Lösung
CYSEL H 50 µg/ -L 100 μg, Injektionslösung/Lösung zur Herstellung einer Infusionslösung
Injektionslösung
Tabletten
Tabletten

 

So wirkt Selen

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Selen. Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Mineralstoffe (Mengenelemente und Spurenelemente), zu welcher der Wirkstoff Selen gehört.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Selen

Selen wird eingesetzt, um einer Unterversorgung entgegenzuwirken, die durch eine geeignete Ernährung (insbesondere Eigelb, Fisch, Fleisch und Hülsenfrüchte) allein nicht behoben werden kann.

Die Einnahme von Selen kann bei schwerer Fehl- oder Mangel-Ernährung sowie aufgrund einer verminderten Selen-Aufnahme aus dem Verdauungstrakt erforderlich sein. Ursachen sind beispielsweise chronische Darmerkrankungen, aber auch die operative Entfernung größerer Darmabschnitte kann zu einer Untervorsorgung mit Mineralien und Spurenelementen führen.

Weiterhin kann eine zeitweilige Ernährung durch Infusionslösungen (parenterale Ernährung), beispielsweise aufgrund einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung oder Darmlähmung, die Gabe von Selen über die Venen erfordern.

Schwerer, anhaltender Selen-Mangel kann insbesondere bei Kindern und Jugendlichen zu einer gesteigerten Anfälligkeit für Infektionskrankheiten, Herzmuskelschwäche (Keshan-Krankheit) sowie zu Verformungen von Knochen und Gelenken führen.

Bei Blutvergiftungen im Krankenhaus (Sepsis) hat sich die Gabe von Selen als vorteilhaft erwiesen: Bei Selen-Therapie starben weniger Patienten.

 

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Selen sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Selen

Selen ist ein für den Körper notwendiges Spurenelement. Es ist Bestandteil wichtiger Eiweiße und Enzyme, schützt die Körperzellen vor schädlichen Stoffwechselprodukten und unterstützt das Immunsystem bei der Abwehr von Krankheitserregern. Diese Schutzwirkung kommt vor allem bei der Behandlung von schweren Blutvergiftungen (Sepsis) zum Tragen.

Die Wirkungen des Selen beruhen möglicherweise vor allem auf der Tatsache, dass es Körperzellen vor Oxidationsschäden durch Sauerstoff zu schützen vermag. Mit dieser so genannten antioxidativen Eigenschaft wird vor allem die Schutzwirkung des Selens vor Krebserkrankungen begründet.

Ein weiterer Effekt, der dem Selen zugeschrieben wird, ist der Schutz vor der Entwicklung einer Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus Typ 2). Hier sind die Studienergebnisse jedoch widersprüchlich. Während Diabetiker im Vergleich zu Gesunden häufig einen Selen-Mangel aufweisen, scheint die zusätzliche Selen-Gabe das Diabetes-Risiko zu erhöhen. Besonders ungünstig wirkt sich eine Behandlung mit Selen bei Personen aus, die schon eine hohe Selen-Konzentration im Blut aufweisen. Es wird daher in Deutschland empfohlen, am Tag nicht mehr als 150 Mikrogramm Selen in Form von Medikamenten zuzuführen.

 

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.