Metreleptin

Allgemeines

Mit Metreleptin behandeln Ärzte in Kombination mit einer Diät einen Mangel an dem Hormon Leptin.

Welchem Zweck dient dieser Wirkstoff?

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Metreleptin im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Metreleptin nicht verwendet werden?

Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff darf Metreleptin nicht angewendet werden. Bei schwerwiegenden und schweren Infektionen liegt die Fortsetzung der Behandlung mit Metreleptin im Ermessen des verschreibenden Arztes, da sich dadurch eine Wirkungsminderung ergeben kann.

Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt und unter seiner Kontrolle darf der Wirkstoff eingesetzt werden bei
  • Patienten mit Risikofaktoren für Bauchspeicheldrüsenentzündung wie beispielsweise einer solchen Erkrankung in der Vorgeschichte oder schwerem Überschuss an Triglyceriden
  • Zuckerkranken, die dagegen Medikamente einschließlich Insulin erhalten, weil diese möglicherweise um die Hälfte vermindert werden müssen, um eine Unterzuckerung zu vermeiden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

In Tierexperimenten haben sich Schäden durch Metreleptin an den Nachkommen gezeigt. Bei Frauen, die während der Schwangerschaft Metreleptin erhielten, traten Fehlgeburten, Totgeburten und Frühgeburten auf. Allerdings gibt es derzeit keine Hinweise auf einen Zusammenhang mit der Behandlung. Aus allen diesen Gründen sollte der Wirkstoff während der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die nicht verhüten, nicht eingesetzt werden.

Möglicherweise beeinflusst Metreleptin die Fruchtbarkeit aufgrund von Wirkungen auf das Gelbkörperhormon. Dies kann zu einer ungeplanten Schwangerschaft führen.

Körpereigenes Leptin wird in die Muttermilch abgegeben. Es ist nicht bekannt, ob dies auch für Metreleptin oder dessen Abbauprodukte gilt. Der Arzt wird daher eine Entscheidung darüber treffen, ob das Stillen oder die Metreleptin-Behandlung zu unterbrechen sind. Dabei wird er sowohl den Nutzen des Stillens für das Kind als auch den Nutzen der Therapie für die Frau berücksichtigen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Ob Metreleptin bei Neugeborenen und Kindern im Alter bis zwei Jahren mit Fettverteilungsstörung am ganzen Körper sowie bei Kindern im Alter bis zwölf Jahren mit teilweiser Fettverteilungsstörung sicher und wirksam ist, ist nicht durch klinische Studien erwiesen.

Bei Kindern mit allgemeiner Fettversteilungsstörung, insbesondere im Alter unter sechs Jahren, gibt es nur sehr begrenzte Erkenntnisse aus Studien.

Welche Nebenwirkungen kann Metreleptin haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Metreleptin. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Unterzuckerung, Gewichtsabnahme.

Häufige Nebenwirkungen:
verminderter Appetit, Kopfschmerz, Bauchschmerzen, Übelkeit, Haarausfall, verlängerte Monatsblutungsdauer, Ermüdung, Antikörper gegen die Metreleptinwirkung.
An der Injektionsstelle:
Blauer Fleck, Rötung, Reaktion.

Nebenwirkungen unbekannter Häufigkeit:
Grippe, Lungenentzündung, allergische Reaktion, Zuckerkrankheit, Unempfindlichkeit gegen Insulin, Herzrasen, Verstopfung tiefliegender Beinvenen, Husten, Atembeschwerden, Brustfellerguss, Schmerzen im Oberbauch, Durchfall, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Erbrechen, Juckreiz, Ausschlag, Nesselsucht, Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen, vermehrtes Fettgewebe, Blutzuckerschwankungen, erhöhte Triglycerid-Konzentration im Blut, erhöhtes Körpergewicht, verstärkte Zuckerbindung an den roten Blutfarbstoff, Antikörper gegen den Wirkstoff, Unwohlsein, Hautschwellungen.
An der Injektionsstelle:
Blutungen, Schmerzen, Jucken, Schwellung.

Besonderheiten:
Wenn bei einem Patienten während der Behandlung mit Metreleptin eine Bauchspeicheldrüsenentzündung auftritt, wird der Arzt die Behandlung ohne Unterbrechung fortsetzen. Ein plötzlicher Abbruch kann nämlich die Erkrankung verschlimmern. Muss die Therapie dennoch aus irgendeinem Grund beendet werden, darf dies nur unter langsamer Dosisverminderung ("Ausschleichen") über einen Zeitraum von zwei Wochen in Verbindung mit einer fettarmen Diät geschehen.

Die bei Zuckerkranken erhöhte Gefahr von Unterzuckerung während der Therapie kann durch eine sorgfältige Einteilung der Nahrungsaufnahme beherrscht werden.

Sehr selten kann es bei den behandelten Patienten zur Ausbildung von bestimmten Blutkrebs-Formen (link="L">T-Zell-Lymphom) oder verstärkt zu Infektionen kommen.

Welche Wechselwirkungen zeigt Metreleptin?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Das körpereigene Hormon Leptin kann die Bildung von Enzymen verändern, welche wesentlich an der Verstoffwechselung anderer Wirkstoffe beteiligt sind. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass auch Metreleptin die Wirkung anderer Medikamente abschwächt, indem es deren Abbau beschleunigt. Das ist besonders bedeutsam bei der "Pille". Deshalb sollte während der Behandlung eine weitere nicht hormonelle Verhütungsmethode in Betracht gezogen werden.

Wirkstoffe mit sehr eng gefassten Dosierungsbereichen können durch Metreleptin in der Dosierung gefährlich schwanken. Zu diesen Stoffen gehören beispielsweise der Blutverdünner Warfarin, Cyclosporin (gegen Organabstoßung) und das Antiasthmatikum Theophyllin. Nach Beginn oder Ende einer Metreleptin-Therapie wird der Arzt die betroffenen Patienten besonders sorgfältig überwachen und die individuelle Dosis des Wirkstoffs nach Bedarf einstellen.

Bei Patienten, die eine Behandlung mit Metreleptin beginnen, besteht das Risiko einer Unterzuckerung, wenn sie mit Antidiabetika, insbesondere Insulin oder Förderern der Insulinausschüttung behandelt werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Die Therapie mit dem Medikament sollte von einem Arzt begonnen und begleitet werden, der Erfahrung in der Diagnose und Behandlung von Stoffwechselstörungen hat.
  • Muss die Therapie mit dem Medikament beendet werden, darf dies nur unter langsamer Dosisverminderung ("Ausschleichen") über einen Zeitraum von zwei Wochen in Verbindung mit einer fettarmen Diät geschehen.
  • Gebärfähige Frauenm müssen neben der "Pille" noch ein Kondom oder Pessar zur Schwangerschaftsverhütung verwenden.
  • Da Müdigkeit und Schwindel auftreten können, muss man beim Autofahren und der Maschinenbedienung während der Behandlung vorsichtig sein.
  • Das Medikament macht die "Pille" weniger wirksam.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Metreleptin?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Metreleptin enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform

So wirkt Metreleptin

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Metreleptin. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen , zu welcher der Wirkstoff Metreleptin gehört.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Metreleptin

Mit Metreleptin behandeln Ärzte in Kombination mit einer Diät einen Mangel an dem Hormon Leptin.

Ein Leptinmangel führt zu einer Störung des Fettstoffwechsels, die eine unnormale Fettverteilung am ganzen Körper zur Folge haben kann. Diese sogenannte Lipodystrophie kann bei Erwachsenen und Kindern ab zwei Jahren angeboren (Berardinelli-Seip-Syndrom), aber auch durch äußere Umstände verursacht sein (Lawrence-Syndrom).

Durch Vererbung oder auch spontan kann sich die unnormale Fettverteilung bei Erwachsenen und Kindern ab zwölf Jahren auch auf bestimmte Körperstellen beschränken. Das sogenannte Barraquer-Simons-Syndrom. Dieses behandeln Ärzte allerdings nur dann mit Metreleptin, wenn durch sonst übliche Therapien keine Normalisierung des Stoffwechsels erreicht werden konnte.

Alle diese Erkrankungen sind äußerst selten. Von der unnormalen Fettverteilung kann die untere Körperhälfte, aber auch der Rumpf betroffen sein. Daneben kommt es zu einer Vermehrung des Fettgewebes im Gesicht und am Hals, was zu einem aufgeschwemmten Aussehen führt. Bei den Betroffenen, typischerweise jungen Frauen nach der Pubertät, kommt es zu Überbehaarung. Die Frauen wirken aufgrund des fehlenden Unterhaut-Fettgewebes und der damit hervorstehenden Muskulatur und der Blutgefäße muskulös. Tatsächlich aber leidet der Körper unter einer krankhaften, im Körperinneren gelegenen Fettansammlung und einer Fettstoffwechselstörung mit einem massiven Überschuss an Triglyceriden. Dieser Überschuss kann einerseits zur akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung und andererseits über eine erhöhte Unempfindlichkeit gegen Insulin zur Zuckerkrankheit führen.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Metreleptin sind vertiefende Informationen verfügbar:

    Wirkungsweise von Metreleptin

    Der Fettstoffwechsel des Menschen und anderer Säugetiere wird durch Hormone gesteuert. Das wichtigste in diesem Bereich ist Leptin. Dafür gibt es ein sogenanntes "Fettsucht"-Gen im Erbgut. Hergestellt wird Leptin dann hauptsächlich in den Fettzellen, in geringen Mengen aber auch im Mutterkuchen, der Magenschleimhaut, dem Knochenmark, dem Brustgewebe, der Skelettmuskulatur und dem Gehirnteil Hypothalamus. Leptin hemmt vor allem das Auftreten von Hungergefühlen.

    Metreleptin wird biotechnologisch durch erbgutveränderte E.coli-Bakterien hergestellt und ahmt die Wirkungen des fehlenden körpereigenen Leptin nach: Es heftet sich an den menschlichen Rezeptor für Leptin und aktiviert ihn. Durch die verringerte Nahrungsaufnahme vermindern sich die Fettansammlungen des Körpers. Durch Stimulation des sympathischen Nervensystems bewirkt Leptin aber auch eine Erhöhung des Blutdrucks, eine Beschleunigung des Herzschlags sowie eine vermehrte Wärmeentwicklung im Körper.

    Disclaimer:
    Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.