Humaner Alpha1-Proteinase-Inhibitor

Allgemeines

Der humane Alpha1-Protease-Inhibitor wird in einer Dauertherapie angewendet, um bei Erwachsenen das Fortschreiten der Zerstörung von Lungenbläschen (Blählunge; Emphysem) zu verzögern. Bei dieser Krankheit, die in der Regel immer chronisch verläuft, finden entzündliche Prozesse in der Lunge statt, welche die Wände zwischen den Lungenbläschen auflösen. Als Ursache wird ein Ungleichgewicht zwischen zerstörenden und schützenden Enzymen in den Lungenbläschen angenommen. Bei diesen entzündlichen Prozessen werden aus Granulozyten (der Abwehr dienende weiße Blutkörperchen) Gewebe spaltende Enzyme freigesetzt. Dadurch verringert sich die Anzahl der für Sauerstoffaufnahme und -austausch erforderlichen Bläschen und die Lufträume in der Lunge vergrößern sich. Statt unzähliger kleiner stehen nun nur noch große träge Blasen zu Verfügung. Als Folge der Erweiterung der Lufträume verringert sich über mehrere Jahre fortschreitend die Lungenelastizität, was zu einer Überdehnung der Lunge, zur verminderten Durchblutung und einem unumkehrbaren Schwund von Lungengewebe führt.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Zerstörung von Lungenbläschen aufhalten
  • Wirkung von Neutrophilen-Elastase hemmen

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von humaner Alpha1-Proteinase-Inhibitor im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf humaner Alpha1-Proteinase-Inhibitor nicht verwendet werden?

Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff darf humaner Alpha1-Proteinase-Inhibitor nicht angewendet werden. Auch verbietet sich der Einsatz bei Patienten mit Mangel oder Antikörpern gegen das Immunglobulin IgA, weil es bei diesen zu schweren Überempfindlichkeitsreaktionen und einem allergischen Schock kommen kann.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Da der humane Alpha1-Proteinase-Inhibitor ein körpereigenes menschliches Eiweiß ist, gilt eine Schädigung des Ungeborenen bei Verabreichung in der empfohlenen Dosierung als unwahrscheinlich. Dennoch wir der Arzt bei der Verschreibung in der Schwangerschaft Vorsicht walten lassen.

Es ist nicht bekannt, ob der Wirkstoff, wie andere Eiweiße auch, beim Stillen auf das Kind übertragen werden kann. Gegebenenfalls muss der Arzt überlegen, ob das Stillen oder ob die Behandlung mit dem Wirkstoff fortgeführt oder unterbrochen werden sollen. Dabei wird er sowohl den Nutzen des Stillens für das Kind als auch den Nutzen der Therapie mit humanem Alpha1-Proteinase-Inhibitor für die Mutter berücksichtigen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Weil die Krankheiten Emphysem und COPD erst im höheren Lebensalter auftreten, ist das Medikament nicht zur Anwendung bei Kindern gedacht und geeignet.

Welche Nebenwirkungen kann humaner Alpha1-Proteinase-Inhibitor haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von humaner Alpha1-Proteinase-Inhibitor. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Häufige Nebenwirkungen:
Schwindelgefühl, Kopfschmerzen.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Überempfindlichkeitsreaktionen (einschließlich Herzrasen, niedriger Blutdruck, Verwirrtheit, Ohnmacht, erniedrigtem Sauerstoffverbrauch und Kehlkopfschwellung), nervliche Missempfindungen, Hautrötung, Übelkeit, Nesselsucht, Hautausschlag (einschließlich abschälender und allgemeiner Formen), Schwäche, Reaktionen an der Infusionsstelle (einschließlich Blutergüsse).

Sehr seltene Nebenwirkungen:
allergischer Schock, Empfindungslosigkeit, vermehrtes Schwitzen, Juckreiz, Brustschmerz, Schüttelfrost, Fieber.

Nebenwirkungen unbekannter Häufigkeit:
Lymphknotenschmerzen, Schwellung des Auges, Lippenschwellung, Gesichtsschwellung.

Besonderheiten:
Überempfindlichkeitsreaktionen können auch bei Patienten auftreten, die frühere Gaben von humanem Alpha1-Proteinase-Inhibitor vertragen haben. Je nach Art und Schwere der Reaktion kann eine sofortige Beendigung der Infusion erforderlich sein.

Welche Wechselwirkungen zeigt humaner Alpha1-Proteinase-Inhibitor?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Da es sich bei humanem Alpha1-Proteinase-Inhibitor um ein körpereigenes manschliches Eiweiß handelt, wurden Wechselwirkungen nicht untersucht und es sind bis heute auch keine bekannt.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Die ersten Behandlungen mit dem Medikament müssen unter Aufsicht von Ärzten und Personal erfolgen, die Erfahrung in der Behandlung von Emphysemkranken mit Mangel an Alpha1-Proteinase-Inhibitor haben.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten humaner Alpha1-Proteinase-Inhibitor?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen humaner Alpha1-Proteinase-Inhibitor enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform

So wirkt humaner Alpha1-Proteinase-Inhibitor

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von humaner Alpha1-Proteinase-Inhibitor. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen , zu welcher der Wirkstoff humaner Alpha1-Proteinase-Inhibitor gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs humaner Alpha1-Proteinase-Inhibitor

Der humane Alpha1-Protease-Inhibitor wird in einer Dauertherapie angewendet, um bei Erwachsenen das Fortschreiten der Zerstörung von Lungenbläschen (Blählunge; Emphysem) zu verzögern. Bei dieser Krankheit, die in der Regel immer chronisch verläuft, finden entzündliche Prozesse in der Lunge statt, welche die Wände zwischen den Lungenbläschen auflösen. Als Ursache wird ein Ungleichgewicht zwischen zerstörenden und schützenden Enzymen in den Lungenbläschen angenommen. Bei diesen entzündlichen Prozessen werden aus Granulozyten (der Abwehr dienende weiße Blutkörperchen) Gewebe spaltende Enzyme freigesetzt. Dadurch verringert sich die Anzahl der für Sauerstoffaufnahme und -austausch erforderlichen Bläschen und die Lufträume in der Lunge vergrößern sich. Statt unzähliger kleiner stehen nun nur noch große träge Blasen zu Verfügung. Als Folge der Erweiterung der Lufträume verringert sich über mehrere Jahre fortschreitend die Lungenelastizität, was zu einer Überdehnung der Lunge, zur verminderten Durchblutung und einem unumkehrbaren Schwund von Lungengewebe führt.

Die Zerstörung äußert sich in einer verminderten Kraft beim Ausatmen (Einsekundenkapazität; FEV1), eingeschränkter Gehfähigkeit oder vermehrtem Wiederaufflammen einer Verengung der Luftwege (COPD).

Voraussetzung für die Behandlung mit dem Wirkstoff ist, dass das Emphysem durch den Mangel an dem Enzym Alpha1-Proteinase-Inhibitor verursacht ist. Dieser Mangel muss durch einen in der Therapie dieser Krankheit erfahrenen Arzt festgestellt worden sein.

Die Patienten erhalten begleitend auch andere Medikamente und nicht-medikamentöse Behandlungen.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von humaner Alpha1-Proteinase-Inhibitor sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von humaner Alpha1-Proteinase-Inhibitor

Eine Blählunge, auch Emphysem genannt, wird durch das Ungleichgewicht von Enzymen verursacht, die die Lungenbläschen angreifen oder schützen. Schädlich ist beispielsweise das Enzym Neutrophilen-Elastase, das von Blutzellen gebildet wird, welche an der körpereigenen Abwehr beteiligt sind. Die Neutrophilen-Elastase greift das Lungengewebe an und löst es auf. In Gang gebracht wird dieser Prozeß, indem neutrophile Zellen vor allem durch Atemwegsinfektionen und Rauchen aktiviert werden. Gesunde Personen produzieren einen Hemmstoff der Neutrophilen-Elastase, das Enzym Alpha1-Proteinase-Inhibitor. Menschen mit einem Mangel an eigenem Alpha1-Proteinase-Inhibitor können diese Abwehr jedoch nicht ausreichend aufrechterhalten. Damit lösen sich die Wände der Lungenbläschen auf und es kommt im dritten oder vierten Lebensjahrzehnt zu den Beschwerden einer chronischen Verengung der Atmenwege (COPD).

Durch Zufuhr des Wirkstoffs humaner Alpha1-Proteinase-Inhibitor kann der Mangel an dem Hemmstoff aufgehoben und der verheerende Verlauf der Krankheit verzögert werden.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.