Etelcalcetid

Allgemeines

Etelcalcetid dient der Behandlung von erwachsenen Patienten mit chronischer Nierenerkrankung, die sich einer Dialyse (Blutwäsche) unterziehen müssen.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Ausschüttung von Parathormon drosseln
  • Calciumgehalt des Blutes vermindern
  • Calciumfreisetzung aus Knochen verhindern
  • Ungleichgewicht an Mineralstoffen im Blut regulieren

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Etelcalcetid im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Etelcalcetid nicht verwendet werden?

Etelcacetid darf nicht angewendet werden bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einer Calciumkonzentration im Blut, die trotz Zufuhr des Mineralstoffs unter der unteren Grenze des Normalbereichs liegt.

Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt und unter seiner Kontrolle darf der Wirkstoff bei Epilepsie-Patienten eingesetzt werden. Niedrige Calciumkonzentrationen im Blut können Krampfanfälle begünstigen.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Bisher gibt es keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Etelcalcetid in der Schwangerschaft. Tierexperimente ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche Wirkungen auf die Ungeborenen. Aus Vorsichtsgründen sollte die Anwendung des Wirkstoffs während der Schwangerschaft vermieden werden.

Es ist nicht bekannt, ob Etelcalcetid beim Menschen in die Muttermilch übergeht, wie es bei Ratten der Fall ist. Ein Risiko für gestillte Neugeborene/Kinder kann nicht ausgeschlossen werden. Der Arzt wird also entscheiden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob die Behandlung nicht begonnen oder unterbrochen werden soll. Dabei wird er sowohl den Nutzen des Stillens für das Kind als auch den Nutzen der Therapie für die Frau berücksichtigen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Sicherheit und Wirksamkeit von Etelcalcetid bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren sind bisher noch nicht in Studien erwiesen. Eine eventuelle Anwendung liegt in der Verantwortung des behandelnden Arztes.

Welche Nebenwirkungen kann Etelcalcetid haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Etelcalcetid. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Verringerte Calcium-Konzentration im Blut, Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, Muskelkrämpfe

Häufige Nebenwirkungen:
Mangel an Calcium und Phosphor im Blut, Überschuss an Kalium im Blut, Kopfschmerzen, nervliche Missempfindungen, Verschlechterung einer Herzmuskelschwäche, EKG-Veränderung (QT-Verlängerung), niedriger Blutdruck, Muskelschmerzen

Besonderheiten:
Bei niedrigen Calciumkonzentrationen im Blut kann es zu Krämpfen kommen. Besonders Epilepsie-Patienten müssen daher sorgfältig überwacht werden.

Welche Wechselwirkungen zeigt Etelcalcetid?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Etelcalcetid ist nur mit Vorsicht anzuwenden, wenn andere Wirkstoffe eingesetzt werden, die den Calcium-Gehalt des Blutes senken. Der Arzt wird den Calciumspiegel dann sorgfältig überwachen. Cinacalcet, das ebenfalls bei Überfunktion der Nebenschilddrüse eingesetzt wird, kann schweren Calciummangel verursachen und darf deshalb nicht mit Etelcalcetid kombiniert werden.

Ansonsten ist kein Risiko für eine Wechselwirkung von Etelcalcetid mit anderen Substanzen bekannt.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Kommt es zu Anzeichen eines Calciummangels (nervliche Missempfindungen, Muskelschmerzen und -krämpfe oder Krampfanfälle), ist ein Arzt zu befragen.
  • Bei Anzeichen eines Calciummangels kann Autofahren oder das Bedienen von Maschinen gefährlich sein.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Etelcalcetid?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Etelcalcetid enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform

So wirkt Etelcalcetid

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Etelcalcetid. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen , zu welcher der Wirkstoff Etelcalcetid gehört.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Etelcalcetid

Etelcalcetid dient der Behandlung von erwachsenen Patienten mit chronischer Nierenerkrankung, die sich einer Dialyse (Blutwäsche) unterziehen müssen.

Der Wirkstoff bekämpft die Nebenschilddrüsenüberfunktion, die bei Dialyse häufig auftritt.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Etelcalcetid sind vertiefende Informationen verfügbar:

    Wirkungsweise von Etelcalcetid

    Die Nebenschilddrüse ist ein kleines Organ, das beidseitig auf dem Gewebe der Schilddrüse am Hals aufsitzt. Seine Aufgabe ist die Regulation des Calcium-Stoffwechsels im Körper.

    Bei schweren Störungen der Nierenfunktion kommt es zu einer verminderten Ausscheidung von Phosphat und zu einer vermehrten Calciumausscheidung. Dies hat einerseits eine überhöhte Phosphatkonzentration und andererseits einen zu geringen Calciumgehalt im Blut zur Folge. Die Nebenschilddrüse versucht, durch eine vermehrte Tätigkeit (Hyperparathyreoidismus) und Ausschüttung ihres Hormons, des Parathormons, dieses Ungleichgewicht zu korrigieren. Das Hormon veranlasst die Freisetzung von Calcium aus den Knochen und gleichzeitig eine vermehrte Aufnahme des Mineralstoffs aus dem Darm.

    Taktgeber für die Hormonausschüttung ist eine Bindungsstelle (Rezeptor) für Calcium auf der Oberfläche der Nebenschilddrüsenzellen. Etelcalcetid, ein kleines Eiweißmolekül, passt genau auf diesen Rezeptor, sodass die Nebenschilddrüse reagiert, als sei genug Calcium im Körper vorhanden: Sie drosselt die Hormonausschüttung, was die Konzentrationen an Calcium und Phosphat im Blut verringert.

    Weil Etelcalcetid ein Eiweißstoff ist, der im Magen verdaut würde, muss der Wirkstoff gespritzt werden.

    Disclaimer:
    Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.