Erenumab

Allgemeines

Erenumab wird zur Migräne-Vorbeugung bei Erwachsenen mit mindestens vier Migränetagen pro Monat eingesetzt.

 

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Schmerzvermittlung durch das Nerveneiweiß CGRP verhindern
  • Blutgefäßerweiterung durch CGRP verhindern

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Erenumab im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Erenumab nicht verwendet werden?

Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff darf Erenumab nicht eingesetzt werden.

Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt und unter seiner Kontrolle darf Erenumab bei bestimmten schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen verwendet werden, weil solche Patienten nicht in die klinischen Studien eingeschlossen waren.

 

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Bislang gibt es nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Erenumab bei Schwangeren. Tierexperimente ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche Wirkungen für das Ungeborene. Aus Vorsichtsgründen wird der Arzt dennoch eine Anwendung während der Schwangerschaft vermeiden.

Es ist nicht bekannt, ob Erenumab in die menschliche Muttermilch übergeht, wie es sonst für menschliche Antikörper in den ersten Tagen nach der Geburt der Fall ist. Dementsprechend kann ein Risiko für das gestillte Kind während dieser kurzen Zeit nicht ausgeschlossen werden. Falls es notwendig ist, wird der Arzt nach dieser Zeit die Anwendung von Erenumab während der Stillzeit erlauben.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Erenumab bei Kindern unter 18 Jahren ist bisher noch nicht erwiesen. Die Anwendung in dieser Altersgruppe liegt im Ermessen des behandelnden Arztes.

Welche Nebenwirkungen kann Erenumab haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Erenumab. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Häufige Nebenwirkungen:
Verstopfung, Juckreiz, Muskelkrämpfe, Reaktionen an der Injektionsstelle.

 

Welche Wechselwirkungen zeigt Erenumab?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Monoklonale Antikörper werden im Blut und nicht in der Leber abgebaut. Daher war in Studien keine Wechselwirkung mit gleichzeitig verabreichten anderen Substanzen zu beobachten.

 

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Das Medikament darf nur von Ärzten eingesetzt werden, welche Erfahrung in der Migräne-Therapie haben.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

 

Welche Medikamente beinhalten Erenumab?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Erenumab enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

 
Medikament
Darreichungsform
Aimovig 70 mg/ -140 mg Injektionslösung in einem Fertigpen
Fertigpens

 

So wirkt Erenumab

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Erenumab. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Migränemittel, Monoklonale Antikörper, zu welcher der Wirkstoff Erenumab gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Erenumab

Erenumab wird zur Migräne-Vorbeugung bei Erwachsenen mit mindestens vier Migränetagen pro Monat eingesetzt.

 

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Erenumab sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Erenumab

Erenumab gehört zur Wirkstoffgruppe der monoklonalen Antikörper. Er wird biotechnologisch in einer Zellkultur aus Eierstockzellen des chinesischen Hamsters produziert.

Bei der Migräneforschung hat sich herausgestellt, dass das CGRP-Eiweiß eine bedeutende Rolle spielt. CGRP (Calcitonin Gene-Related-Peptide) ist mit der gleichen Erbgutstelle verbunden, wie das Hormon Calcitonin, welches an der Regulation des Calcium-Gehaltes im Blut beteiligt ist. CGRP ist ein Nervenbotenstoff, der im Gehirn und den Nerven produziert wird. Er hat stark gefäßerweiternde Eigenschaften, löst Schmerzen aus und fördert nervlich bedingte Entzündungen. Bei Migränepatienten kann man bei einem Anfall erhöhte CGRP-Werte im Blut feststellen. Durch die Gabe von CGRPin eine Vene lassen sich sogar Anfälle auslösen.

Erenumab ist ein menschlicher Antikörper, der sich gegen den Rezeptor von CGRP richtet. Durch Bindung an den CGRP-Rezeptor ist diese Stelle für das natürliche CGRP blockiert. So beugt der Wirkstoff Migräne-Anfällen vor.

 

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.